"Die Bundesliga kommt zu Dir"

von André Schulz
07.02.2014 – Viele internationale Stars spielen in der Bundesliga, weswegen sie gerne als "stärkste Liga der Welt" bezeichnet wird. Die Berichterstattung im Internet ist inzwischen sehr umfassend, doch nur wenige Schachfreunde finden den Weg zu den Wettkämpfen. Marketingdirektor Bernhard Verfürden fragt: Was soll die Bundesliga für mehr Zuschauer tun? Diskutieren Sie mit! Mehr...

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Wer schon einmal einen Wettkampf der Bundesliga besucht hat, dem wird auch aufgefallen sein, dass nur wenige Schachfreunde sich auf den Weg gemacht haben, um den Kampf vor Ort anzuschauen. Schach ist zwar nicht Fußball, aber ein paar mehr Zuschauer könnten es schon sein. An vielen Spielorten sind die Spieler jedoch tatsächlich gegenüber den Zuschauern in der Überzahl.

Mit der Gründung der Bundesliga e.V. hat die Schach-Bundesliga die Vereine unter einem gemeinsamen Dach versammelt und ist seitdem bemüht, die deutsche Mannschaftsmeisterschaft mit einer gemeinsamen Strategie durch geeignete Maßnahmen besser zu vermarkten. "Vermarkten" heißt: Die Liga soll nicht nur Geld kosten - neben Antrittshonoraren für Profis sind im Laufe einer Saison auch Reise- und Unterbringungskosten in nicht unerheblicher Größe aufzubringen - sie soll auch etwas einbringen. Dabei wären die meisten Vereine sicher schon froh, wenn nur ihre Kosten durch Einnahmen gedeckt wären. Derzeit leben viele Vereine von Zuwendungen ihrer Mäzene. Noch besser wäre es natürlich, wenn noch etwas Geld übrig bliebe, dass man zum Beispiel in die Nachwuchsarbeit investieren könnte.

In den letzten Jahren hat die Bundesliga einiges bewegt und erreicht. Über das Bundesligaportal findet man alle Informationen zu Aufstellungen und Ergebnissen. Auch für die Wettkämpfe selbst wurden im Laufe der letzten Jahre viele Verbesserungen eingeführt. Die Mannschaften sind inzwischen durch einheitliche Kleidung oder Accessoires als solche erkennbar, von allen Spielorten gibt es während der Wettkämpfe Liveübertragungen der Notationen im Internet. Auch die Spiellokale erfüllen inzwischen überall festgelegte Mindestanforderungen. Viele Gastgeber sorgen vor Ort für Analysen und Kommentare, um die Zuschauer auf dem Laufenden zu halten. Mit der Einführung einer zentralen Runde pro Saison wurde die öffentliche Aufmerksamkeit erhöht.

Trotzdem ist die Zuschauerresonanz nicht so wie sie sein könnte. Woran liegt das, fragt sich der Marketingdirektor Bernhard Verfürden und reicht die Frage an die Schachfreunde weiter: Wie soll die Bundesliga sich weiter verbessern?

Wer Vorschläge hat, kann Bernhard Verfürdens Angebot wahrnehmen und an ihn eine Email mit Idee und Anmerkungen schicken.

Oder nutzen Sie doch die neue Kommentarfunktion auf dieser Seite (am Ende des Beitrages), diskutieren Sie über die Bundesliga und schlagen Sie Verbesserungen vor, um das Zuschauerinteresse vor Ort zu zu vergrößern.

 

 

Kampagne der Bundesliga:

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

im Juni 2013 habe ich mein Amt als Marketing-Vorstand der Schachbundesliga angetreten. Dieses Amt sieht vor, die Bundesliga mittelfristig noch attraktiver zu gestalten und vor allem Sponsoren zu finden, die eine langfristige Zusammenarbeit mit uns wünschen. Die bereits geleistete Arbeit der handelnden Personen war erstklassig, so dass heute ein gutes Fundament besteht, auf dem ich aufbauen kann. Aktuell besuchen pro Spieltag bis zu 15.000 Frauen und Männer die Liveübertragung der SBL im Internet. Die eingeführten zentralen Spieltage sind mittlerweile etabliert und von uns Schachspielern so akzeptiert, dass wir uns jetzt schon auf Eppingen 2014 freuen dürfen.

Bernhard Verfürden


Wenn aber alles so gut läuft, warum schreibe ich Sie dann eigentlich an?

Trotz der guten Entwicklung haben wir aber an anderen Stellen noch viel Performance-Potenzial. Ich persönlich finde die vielen Werbe-Popups auf unserer Website störend und ich bin mir sicher, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe. Na klar, ganz ohne Werbung wird es in Zukunft nicht gehen. Aber wenn schon Reklame integriert werden muss, dann von Sponsoren, die die Bundesliga unterstützen.

Auch glaube ich, dass wir das Angebot vor Ort (an den jeweiligen Spieltagen) überdenken müssen. Wenn an manchen Spieltagen der höchsten deutschen Spielklasse mehr Spieler anwesend sind als Zuschauer, dann ist eine Veränderung unabdingbar. Wobei es hier nicht an der Attraktivität der Angebote vor Ort liegt. Möglicherweise wissen aber die meisten Schachspieler gar nicht, welch tolles Rahmenprogramm sie erwartet? Meine Vision ist es, das an einem Derbytag (z.B.: Katernberg gegen Mülheim oder SF Berlin gegen Tegel) der Veranstaltungsort aus allen Nähten platzt und die Zuschauer von den Angeboten begeistert sind.

Als dritter Punkt ist die Zusammenarbeit mit vielen seriösen Sponsoren, die langfristig ihr Geld in uns investieren wollen, dringend notwendig. Dies würde bedeuten, dass wir dann auch die Jugendarbeit in den Bundesligavereinen in Zukunft nachhaltig fördern und die Öffentlichkeitsarbeit der Bundesliga weiter verbessern könnten.

Zu diesem Zweck habe ich die Kampagne „Die Bundesliga kommt zu dir“ ins Leben gerufen. Ich möchte heute mit Ihnen gemeinsam damit beginnen.

„Die Bundesliga kommt zu dir…“, was bedeutet das?

Marketing und Vermarktung hat im Vorstand und bei den Bundesligavereinen mittlerweile den höchsten Stellenwert. Nicht der Vorstand alleine kreiert Ideen und Vorschläge, sondern viele Impulse kommen auch aus dem Gremium der SBL-Mitglieder. Das ist gut, aber nach meiner Ansicht kann hier noch mehr getan werden. Denn der wichtigste Impuls und die wertvollste Meinung wurden bisher nicht abgefragt: Ihre!

Ich möchte Sie daher jetzt und heute dazu einladen - ja vielleicht sogar ermuntern – mir per Email Ihre Meinung und Ideen zur Schachbundesliga mitzuteilen.

Was müssen WIR mehr tun, damit SIE zu den Bundesligakämpfen kommen?

Was hat SIE bisher davon abgehalten, zusammen mit Vereinskameraden die Spielorte zu besuchen?

Sie erreichen mich unter der Email-Adresse: bernard@verfuerden.de. Ich freue mich auf Ihre Reaktionen; lassen Sie Ihren Gedanken ruhig mal freien Lauf.

Oder besuchen Sie uns doch einfach einmal vorab? Im Februar und im März finden alleine sechs Runden in der Schachbundesliga statt. Die Termine und Spielorte können Sie unserem Spielplan entnehmen.
 

Bernhard Verfürden
Marketingdirektor der Bundesliga

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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LeDeep LeDeep 09.02.2014 06:54
Hallo Vram,

vielen Dank für ihr Statement. Ich will Ihnen hier ganz kurz ein paar Antworten geben :

1.) Übrigens, wie hoch die Förderung sein soll, schreiben Sie auch nicht.

Kann ich auch noch nicht, da es noch keinen Hauptsponsor gibt.

2.) Warum sollte ich die Kommerzialisierung (die sie ja beabsichtigen) des Schachs unterstützen?

Damit die Vereine entlastet werden und Highlights wie "zentrale Endrunde" in Zukunft noch bestand haben.

3.) Warum muß ich als Zuschauer Spieler unterschiedlicher Mannschaften eigentlich anhand einheitlicher Trikots erkennen können?

Muss man nicht, hilft aber vielen Besucher zur Unterscheidung der Mannschaften wenn der Verein auf das Hemd gestickt ist.

4.) Für wen spielen die Spieler eigentlich?

Viele Spieler spielen in der Bundesliga um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, als Nebenverdienst und der eine oder andere als Hobby.
Sie spielen aber auch für die Zuschauer. Das darf man von den Akteuren der höchsten deutschen Spielklasse erwarten.

Gruß Bernard Verfürden
vram vram 07.02.2014 10:16
Achja, Ihr Argument für die Einbindung von mehr Sponsoren ist ja die Förderung der Jugendarbeit. Wenn man das liest, muß man ja quasi sofort zustimmen, weil die Förderung der Jugendarbeit ja was gutes ist,
was natürlich jeder sofort unterstützt.

Interessanterweise schreiben Sie in Ihrem Artikel, daß nur die Jugendarbeit der Schachbundesligavereine gefördert werden soll.
Was machen denn die anderen Vereine, die nicht in der Schachbundesliga spielen?

Übrigens, wie hoch die Förderung sein soll, schreiben Sie auch nicht. Offenbar sollen das die Sponsoren nach Gutdünken selbst entscheiden dürfen.
Schaut man sich die Situation im Fußball an, ist die Jugendförderung der Vereine, die nicht in der Bundesliga spielen, so minimal, daß für die Zuschauer, die eine Kommerzialisierung des Fußballs z.B. durch Eintrittsgelder unterstützen,
um die Jugendarbeit zu fördern, es unterm Strich ein Verlustgeschäft ist.

Wenn man wirklich Jugendarbeit effektiv fördern will, wäre eine zweckgebundene zusätzliche Abgabe aller Vereinsspieler immer noch die beste Möglichkeit.
vram vram 07.02.2014 10:15
Was müssen WIR mehr tun, damit SIE zu den Bundesligakämpfen kommen?

Das ist so gut wie aussichtslos. Ein Ansatz wäre, gespielte Partien nicht mehr zu veröffentlichen.
Denn die Partien sind das einzige, was mich an der Schachbundesliga interessiert.
So wichtig ist die Schachbundesliga generell aber nicht, warum sollte sie es auch sein?

Noch ein paar Anmerkungen zu Ihrem Artikel auf Chessbase.de:

Warum sollte ich die Kommerzialisierung (die sie ja beabsichtigen) des Schachs unterstützen?
Möglicherweise, damit im Schach ähnlich viel Geld "verbrannt" wird wie im Fußball?
(Man denke nur mal an die Rundfunkgebühren, die jeder zahlen muß, mit denen wiederum die Gehälter der Profis zum Teil finanziert werden)

Damit wir eine Situation haben, wo ohne Sponsoren nichts mehr geht, welcher Schachverein kann es sich heutzutage noch ohne Sponsor leisten, in der ersten Bundesliga zu spielen?
Schachvereine sind aufgrund des Vereinsrechts demokratische Institutionen, durch den mittelbaren Zwang, einen Sponsor in der ersten Bundesliga einzubinden, ist doch klar, daß damit auch das Vereinsrecht geschwächt wird.
Will ich das? - Ein ganz klares Nein.

Warum muß ich als Zuschauer Spieler unterschiedlicher Mannschaften eigentlich anhand einheitlicher Trikots erkennen können?
Ist Schach ein Spiel wie Fußball, wo viele Leute innerhalb kurzer Zeit durcheinanderwirbeln, daß man sie nicht mehr auseinanderhalten kann?
Oder sehe ich etwa nicht, wenn sich jemand ans Brett setzt, zu welcher Mannschaft er gehört.?

Wie selbstgefällig und eingebildet kann man als Zuschauer eigentlich sein, von Spielern fordern zu wollen, Einheitskleidung zu tragen, nur damit ich als Zuschauer sie sofort erkenne?
Für wen spielen die Spieler eigentlich? Für mich als Zuschauer etwa? - Wer das annimmt, dem ist nicht mehr zu helfen....
Die Spieler spielen natürlich für sich selbst bzw. für Ihre Mannschaft. (Je nachdem, ob es Einzel- oder Mannschaftsturniere sind.)
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