Die FIDE befragt die Schachwelt

von ChessBase
12.07.2019 – Die FIDE will wissen, wie Schachspieler Schach spielen und was sich Schachspieler wünschen. Um das herauszufinden, hat die FIDE das Marktforschungsunternehmen Nielsen um Hilfe gebeten. Nielsen hat jetzt einen Fragebogen zum Thema Schach ins Netz gestellt, und lädt Schachspieler jeder Spielstärke und in aller Welt dazu ein, diesen Fragebogen zu beantworten. Gewinnen kann man auch etwas: zwei Stunden Einzeltraining mit Vladimir Kramnik.

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Die Schachwelt wird befragt

KramnikDie Nielsen Research Media ist ein Marktforschungsunternehmen mit Sitz in New York. Bekannt wurde Nielsen vor allem durch die regelmäßige Messung und Veröffentlichung der Einschaltquoten im US-Fernsehen, den so genannten Nielsen Ratings.

Im April hat FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich Nielsen beauftragt, die Vorlieben, Gewohnheiten und Wünsche der Schachwelt genauer zu erforschen und zu analysieren. Jetzt hat das Marktforschungsunternehmen einen entsprechenden Fragebogen entwickelt und ins Netz gestellt, damit ihn Schachspieler in aller Welt beantworten können.

Zum Fragebogen

Der Fragebogen umfasst 60 Fragen und sollte in etwa 10 bis 20 Minuten zu beantworten sein. Wer sich diese Mühe macht, hilft dem Weltschachverband dabei, den Schachspielern zu helfen, und hat Chancen auf einen besonderen Gewinn: Schachtraining mit einem Ex-Weltmeister, eine zweistündige One-on-One "Masterclass" mit Vladimir Kramnik. Diese Trainingssitzung wird unter allen Teilnehmern der Umfrage verlost.

Der Fragebogen umfasst alle möglichen Bereiche des Schachs und fragt unter anderem danach, wie oft man spielt, wie viel Zeit man mit Schach verbringt, was einem am Schach gefällt oder für wie nützlich man das Schach hält. Gefragt wird auch danach, wie sehr man das Internet nutzt, um Schach zu spielen oder sich mit dem Schach zu beschäftigen.

Nielsen survey question

Eine Beispielfrage: Was tut man wie lange, wenn man sich mit Schach beschäftigt?

Als die Pläne zu einer Befragung der Schachwelt Anfang April öffentlich gemacht wurden, gab es auch kritische Stimmen. So verwies der bekannte dänische GM Peter Heine Nielsen, ChessBase-Autor und Sekundant von Magnus Carlsen, per Twitter darauf, dass der Dänische Schachverband eine solche Umfrage bereits einmal durchgeführt hat, um im Anschluss viel Geld für eine wenig erfolgreiche Maßnahme auszugeben:

The Danish Chess federation did that 10-15 years ago, and got the encouraging answer that more than 100,000 played regularly online. So they made their own server, which cost like 300.000 Euro but only got us 10-50 new members.

Bevor der Nielsen-Fragebogen online ging, versuchte David Llada, der sich bei der FIDE um Marketing und Kommunikation kümmert, solche und andere Sorgen zu zerstreuen. Er verwies ebenfalls per Twitter darauf, dass viele Mitglieder der FIDE Erfahrungen in der "wirklichen Welt" des Geschäftslebens gemacht haben, und meinte, die FIDE hätte sich bei dieser Befragung der Schachwelt realistische Ziele gesetzt:


Zum Nielsen-Fragebogen




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Silviolo Silviolo 12.07.2019 10:05
Jedenfalls arbeitet die FIDE mit professionellen Marktforschern zusammen - lobenswerter Ansatz!

Wer erinnert sich noch an die Befragung durch den DSB?

Und wie ging es danach weiter?
Schöne Präsentationen der Ergebnisse - aber von einer inhaltlichen Thematisierung habe ich danach
nichts mehr gehört / gelesen.

Dabei ist Marketing - professionell, wie mit Nielsen - die größte Baustelle im deutschen Schach:
Vom Produkt - was ist eigentlich für "Schachinteressenten" wirklich interessant - bis zur Kommunikation fehlt da soviel in Strategie und Umsetzung ...

Bestimmt gibt es unter den vielen Mitgliedern oder auch nur "Schach-Affinen" in Deutschland genügend kompetente = ausgebildete/studierte und erfahrene Marketingfachleute.
Statt auf ehrenamtliche, langjährige Akteure (um mal nicht Fuktionäre zu sagen) zu setzen, die mehr verwalten als gestalten, sollten wirkliche Marketingexperten einbezogen werden.
Institute, die am Markt aktiv sind, keine Theoretiker.

Und ja, das kostet Geld. Aber hier sehe ich einen "Return of investment" - im Unterschied zu dem Allermeisten von dem, was wir seit vielen Jahren im deutschen Schach und seiner Organisation erleben.
oegenix oegenix 12.07.2019 05:16
Es sollte am Anfang eine einigermaßen realistische Zeitangabe stehen. Ich habe nach zwanzig Minuten und nicht einmal der Hälfte der Fragen aufgegeben. Sinnvoll wäre weniger Umfang, so dass er in zehn bis 15 Minuten zu bewältigen ist Viel hilft viel wird auch hier nicht funktionieren
ICCF Grandmaster ICCF Grandmaster 12.07.2019 01:31
Der Fragebogen ist sehr umfangreich, vernachlässigt aber wichtige Aspekte wie Fernschach, kulturelles Interesse am Schach (Literatur, Film u.a.), Spiel in der Mannschaft, Seniorenschach u.a. Stattdessen wird sozialen Medien, Schachservern und Merchandising ziemlich viel Raum geboten.
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