Die Liga der außergewöhnlichen Jugendlichen

15.12.2020 – Am Nikolaustag organisierte der SV Werder Bremen sein traditionelles Nikolaus-Turnier, das diesmal allerdings auf Playchess gespielt wurde. Paul Plum gewann vor dem punktgleichen Martin Zumsande und Olaf Steffens spielte mit und notierte als Chronist, was alles so passierte.

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Die Liga der außergewöhnlichen Jugendlichen

Ho, ho, ho! Werder lud zum Schachturnier am Nikolaustag, unser Partner Chessbase steuerte großzügig tolle Preise bei, und so saßen am 06.Dezember in aller Herrgottsfrühe (10 Uhr am Sonntag!) rund 20 TeilnehmerInnen aus nah und fern am virtuellen Nikolausstiefel zusammen und wärmten sich am gemeinsamen Bildschirm der Live-Übertragung.

Gaby Assmann, von Chessbase als souveräne Turnierleiterin freundlich nach Bremen entsandt (danke, Gaby!), steuerte ihre SpielerInnen durch die sieben Runden bei einer Bedenkzeit von 12 Minuten + 6 Sekunden pro Zug. Das war ein sozusagen innovatives Zeitformat, auch vor dem Hintergrund, dass in vielen Turnieren allüberall ja auch gerne mal bei 3 + 2 in flotter Folge die Züge aufs Brett gehämmert werden müssen. Doch wie soll dabei weihnachtliche Stimmung aufkommen? 3 + 2 wäre Vorweihnachtsstress geworden in einer ohnehin schon nicht unbelasteten Zeit – darum hatte sich Werder Chief Turnierleiter Udo Hasenberg für eine schöne Runde mit entspannteren 12 + 6 am Nikolaustag entschieden. Angenehm!

Das eher kleine, aber sehr feine Teilnehmerfeld sah zahlreiche Werderanier und Werderanierinnen, ergänzt um Gäste aus fernen Bundeslanden. Und so war es dann auch ein Spieler aus umzu, der mit dem ersten Preis von dannen zog – die neue und weithin gelobte DVDs von Marco Baldauf „Caro Kann - Berliner Geheimvarianten 1 +2“ ging an Paul Plum vom Schachclub ML Kastellaun!

In Ermangelung aktuellerer Turnierbilder - hier das Simultanspiel Andreas Calic - Luke McShane, Bremen 2019

Wunderwelt des Onlineschachs

Paul ließ die zahlreich vertretenen grün-weißen Schachfachkräfte allesamt hinter sich wie Nikoläuse auf einem abgesagten Weihnachtsmarkt und steuerte entschlossen auf den Spitzenplatz zu. Ein hübscher Sieg gegen FM Stephan Buchal, ein kühler Kopf gegen FM Olaf Steffens und den stark aufspielenden Dr. Irmin Meyer, dann zweimal Abfedern gegen IM Martin Zumsande und FM Collin Colbow – schon stand das Adventskalendertürchen für Paul weit offen und der Gewinn des Turniers war mit 6 Punkten in trockenen Weihnachtsdecken.

Wie schon im Frühjahr, als der Fischbeker Jugendliche David Serrer (DWZ 1550) einige IMs recht sensationell hinter sich ließ, überraschte damit erneut ein junges Talent von unter 18 Jahren . Mit sehr zügigem und fast durchgängig fehlerfreiem Spiel verblüffte er nicht nur die versammelte Spielerschaft, sondern übertraf mit einer schönen Online-Performance von rund 2400 auch deutlich seine Über-das-Brett-DWZ von 1930. So soll das sein – auch ein sehr starkes Computerprogramm hätte das wohl nicht viel besser hinbekommen können.

Glückwunsch an Paul zu diesem außerordentlichen Ergebnis!

Die Plätzchen hinter Paul teilten sich Martin Zumsande (ebenfalls 6 Punkte) vor Irmin Meyer on fire (5!), Collin Colbow und Stephan Buchal.

Nicht den Senioren- (hört, hört), aber den Ü50-Preis gewann zum ersten Mal in seinem Leben Olaf Steffens, und auch Burkard Lloyd Shang (Frankfurt/Main) erhält als bester U1900er einen Gutschein des Schachversands Niggemann.

Tom Hofmann sicherte nach unten alles ab und setzte sich souverän auf den ersten Rang der zweiten Tabellenhälfte. Damit füllte er den Nikolausstiefel für sich mit einem Buchpreis, ebenso wie Matthias Heiligtag (DJK Aufwärts Aachen) als bester U18-Spieler.

Grün-weiß macht sich überall gut

Es war ein kurzweiliges Turnier mit guter Laune auch im Chat zwischen den Runden. Beim nächsten Mal (Oster-Open, Karnevalsturnier, Nikolausturnier?) sehen wir uns dann wieder, und gerne noch ein paar SpielerInnen mehr! So schön es auch ist gemeinsam im Netz - am Liebsten aber spielen wir dann aber wieder in echt, in real, mit veritablen Holzfiguren und Uhren, auf denen man raufhämmern kann (aber nicht soll). Mögen die schweren Corona-Zeiten bis dahin schon längst Geschichte sein. Hohoho!

Wenn der Gegner was kann, verliert man doch gerne

Noch ein Fragment aus der Mitte des Turniers – mit Schwarz gegen SF Tinz (= der bärenstarke Martin Zumsande) erreichte ich die folgende Stellung:

Nach 10.Lc1-f4, f7-f6

In meinem Wahn meinte ich hier noch, „ganz aussichtsreich“ zu stehen, allein, dem war nicht so. Schwarz knabbert mit f7-f6 zwar am fragilen weißen Zentrum, und weil der Läufer f4 hängt, geht auch nicht 11.exf6.

Martin boxte mich aber nun direkt aus der Partie mit einem ungemein hübschen Kraftzug – was spielte er im gewinnbringend im 11.Zug?

Nikolausturnier Werder Bremen 2020 Abschlusstabelle

Rg. Name  Wtg1 
1 Plum Paul 6,0
2 Zumsande Martin 6,0
3 Meyer Irmin Dr. 5,0
4 Colbow Collin 4,5
5 Buchal Stephan 4,5
6 Steffens Olaf 4,5
7 Pick Stefan 4,0
8 Müller Wolfgang 4,0
9 Burkart Lloyd Shang 3,5
10 Reiß Peter 3,5
11 Hoffmann Tom 3,5
12 Ahlberg Matthias 3,0
13 Schulze Tim 3,0
14 Heiligtag Matthias 3,0
15 Hasenberg Udo 3,0
16 Burwitz Arved 2,5
17 Schube Theresa 2,5
18 Klugkist Paul 2,0
19 Kuenitz Bernhard 2,0
20 Kienzle Stephan 1,0
21 Klundt Klaus 0,0
22 Dzierzenga Stefan 0,0

Werder Bremen...

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