Das Dortmunder Sparkassen Open
Von Anna Dergachova

Die Dortmunder Schachtage sind
nicht nur für das traditionelle Großmeisterturnier bekannt, sondern auch dafür,
dass auch viele Amateure aus nah und fern in den verschiedensten Turnieren
mitspielen können. Auch ich durfte einmal an einem geschlossenem Turnier im
Rahmen des Dortmunder Chessmeetings teilnehmen. Zwar war es damals für mich
wenig erfolgreich (genau genommen machte ich nur einen Punkt aus 9 Partien),
doch es war die einmalige Gelegenheit gegen mehrere Großmeister zu spielen.
Übrigens spielte Arkadij Najditsch auch damals schon mit und hat mich mit Weiß
ziemlich leicht geschlagen.
Trotz der allgemeinen Hitze haben dieses Jahr 260 Schachfreunde den Weg ins
Dortmunder Rathaus gefunden, um dort am A- und B-Open teilzunehmen. Die
Organisatoren hatten zunächst mit 200 Spieler gerechnet und mussten schnell
weitere Räumlichkeiten suchen, um allen einen Platz zu bieten. Dies ist ein
Teilnehmerrekord für das Open Turnier in Dortmund. Wahrscheinlich hat das mit
den neuen Elo-Zahlen, die nun ab 1800 gewertet werden, zu tun. Deshalb sieht man
hier sehr viele Kinder und Jugendlichen. Natürlich aus der Schachschule
Dortmund-Brackel, aber auch zahlreich vertreten mit Schülern aus Dortmund-Wambel
und Recklinghausen.

Mitte: Leonid Lugovoi
Trainer Leonid Lugovoj, der erst seit 4 Jahren in Recklinghausen lebt, hat auch
mehrere seiner Schützlinge mitgebracht. Ich kam kurz vor 13 Uhr an, doch die
meisten Partien im B-Open, was im ersten Stock im Korridor stattfindet, waren
schon beendet.

Um
zu raten, wir lange die laufenden Partien noch gespielt werden, reichte mir ein
Blick auf die Wasserflaschen, die alle Kinder dabei hatten.

Sie waren genauer als eine Sanduhr. Ist die Flasche leer, wird die Partie nicht
mehr lange dauern, viel zu heiß dafür.


Doch auch nach Partieende machte keiner den Eindruck, unbedingt schnell nach
Hause zu wollen. Erstens wurden die gespielten Partien noch lange analysiert,
zusammen mit dem Gegner oder gar mit dem Trainer. Zweitens darf jeder
Openspieler die Großmeisterpartien kostenlos im Theater live verfolgen, und
sogar den großmeisterlichen Kommentaren von Klaus Bischoff und Helmut Pfleger
lauschen. Wer soll sich das entgehen lassen!
A-Open Spieler können sich bei diesem Wetter glücklich schätzen. Das Raum ist
zwar ein bisschen eng für 132 Spieler, doch er ist klimatisiert. Die Anzahl der
Amateure steigt ständig, dafür spielen immer weniger Profis mit. Lediglich ein
Großmeister (der aber kaum zu sehen ist, weil das Duell an Brett 1 im A-Open
live im Internet übertragen wird und auf der Bühne des Theaters zusammen mit den
Großmeistern ausgetragen wird.), Sergey Kalinichev und 3 Internationale Meister
unter den 132 Teilnehmern ist nun wirklich nicht sehr viel.

IM Thomas Henrich
Dafür gibt es eine ganze Menge junger Mädchen, die mein Frauenherz besonderes
erfreuen und für die Zukunft des deutschen Damenschachs hoffen lassen. Alle drei
Schwestern von Arkadij spielen im A-Open erfolgreich mit.

Marija Naiditsch (2032)

Links: Jevgenija Naiditsch (2140)

Irina Najditsch (2114)
Ebenfalls meine Mannschaftskameradin Wenke Heinicke und Mira Kierzek aus Fulda,
die ich sonst nur bei den Ländermeisterschaften sehe. Und noch sehr viele
unbekannte und talentierte Spieler aus den verschiedensten Städten des
Ruhrgebiets.

Wenke Heinicke

Mira Kierzek

Auch beim Openturniere gibt es Zuschauer. Mona Goil besuchte am Donnerstag das
Rathaus.

Mona Goihl
Zum ersten Mal seit zehn Jahren spielt sie hier nicht mit. „Warum nicht?“,
fragte ich. „Zu wenig starke Spieler und zu hohes Startgeld, 90 Euro. Auch etwas
zu eng und wenig bekannten Gesichter; mit denen man sich gern unterhält.“ Ok,
das wären auch meine Grunde gewesen, falls mich jemand gefragt hätte, warum ich
nicht mitspiele. Aber man kann es ja nicht allen Recht machen. Für die meisten
jedoch, besonderes für die Kids, ist das doch ein gutes Training, ein großes
Event , die Möglichkeit Elogegner zu bekommen und so in die große weite
Schachwelt einzusteigen.