Dortmunder Sparkassen-Open

10.08.2003 – Neben dem alles überstrahlenden GM-Turnier bietet das Sparkassen Chess Meeting noch weitere Turniere. In einem Wettkampf gegen den russischen GM Vladimir Belikov sammelt David Baramidze Erfahrung. Außerdem gibt es zwei Offene Turniere, in denen die zahlreichen angereisten Schachfans ihre Kräfte sammeln können. Anna Dergachova hat sich einmal bei den Open umgeschaut und dort die drei Schwestern des GM-Turnierteilnehmers Arkadij Naiditsch entdeckt. Diese haben eine viel höhere Elo-Zahl als ihr GM-Bruder, allerdings nur zusammen genommen: 6286. Trotzdem alle Achtung! Bericht und Bilder vom Sparkassen Open...

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Das Dortmunder Sparkassen Open
Von Anna Dergachova

Die Dortmunder Schachtage sind nicht nur für das traditionelle Großmeisterturnier bekannt, sondern auch dafür, dass auch viele Amateure aus nah und fern in den verschiedensten Turnieren mitspielen können. Auch ich durfte einmal an einem geschlossenem Turnier im Rahmen des Dortmunder Chessmeetings teilnehmen. Zwar war es damals für mich wenig erfolgreich (genau genommen machte ich nur einen Punkt aus 9 Partien), doch es war die einmalige Gelegenheit gegen mehrere Großmeister zu spielen. Übrigens spielte Arkadij Najditsch auch damals schon mit und hat mich mit Weiß ziemlich leicht geschlagen.

Trotz der allgemeinen Hitze haben dieses Jahr 260 Schachfreunde den Weg ins Dortmunder Rathaus gefunden, um dort am A- und B-Open teilzunehmen. Die Organisatoren hatten zunächst mit 200 Spieler gerechnet und mussten schnell weitere Räumlichkeiten suchen, um allen einen Platz zu bieten. Dies ist ein Teilnehmerrekord für das Open Turnier in Dortmund. Wahrscheinlich hat das mit den neuen Elo-Zahlen, die nun ab 1800 gewertet werden, zu tun. Deshalb sieht man hier sehr viele Kinder und Jugendlichen. Natürlich aus der Schachschule Dortmund-Brackel, aber auch zahlreich vertreten mit Schülern aus Dortmund-Wambel und Recklinghausen.


Mitte: Leonid Lugovoi

Trainer Leonid Lugovoj, der erst seit 4 Jahren in Recklinghausen lebt, hat auch mehrere seiner Schützlinge mitgebracht. Ich kam kurz vor 13 Uhr an, doch die meisten Partien im B-Open, was im ersten Stock im Korridor stattfindet, waren schon beendet.

Um zu raten, wir lange die laufenden Partien noch gespielt werden, reichte mir ein Blick auf die Wasserflaschen, die alle Kinder dabei hatten.

Sie waren genauer als eine Sanduhr. Ist die Flasche leer, wird die Partie nicht mehr lange dauern, viel zu heiß dafür.

Doch auch nach Partieende machte keiner den Eindruck, unbedingt schnell nach Hause zu wollen. Erstens wurden die gespielten Partien noch lange analysiert, zusammen mit dem Gegner oder gar mit dem Trainer. Zweitens darf jeder Openspieler die Großmeisterpartien kostenlos im Theater live verfolgen, und sogar den großmeisterlichen Kommentaren von Klaus Bischoff und Helmut Pfleger lauschen. Wer soll sich das entgehen lassen!  

A-Open Spieler können sich bei diesem Wetter glücklich schätzen. Das Raum ist zwar ein bisschen eng für 132 Spieler, doch er ist klimatisiert. Die Anzahl der Amateure steigt ständig, dafür spielen immer weniger Profis mit. Lediglich ein Großmeister (der aber kaum zu sehen ist, weil das Duell an Brett 1 im A-Open live im Internet übertragen wird und auf der Bühne des Theaters zusammen mit den Großmeistern ausgetragen wird.), Sergey Kalinichev und 3 Internationale Meister unter den 132 Teilnehmern ist nun wirklich nicht sehr viel.


IM Thomas Henrich

Dafür gibt es eine ganze Menge junger Mädchen, die mein Frauenherz besonderes erfreuen und für die Zukunft des deutschen Damenschachs hoffen lassen. Alle drei Schwestern von Arkadij spielen im A-Open erfolgreich mit.


Marija Naiditsch (2032)


Links: Jevgenija Naiditsch (2140)


Irina Najditsch (2114)

Ebenfalls meine Mannschaftskameradin Wenke Heinicke und Mira Kierzek aus Fulda, die ich sonst nur bei den Ländermeisterschaften sehe. Und noch sehr viele unbekannte und talentierte Spieler aus den verschiedensten Städten des Ruhrgebiets. 


Wenke Heinicke


Mira Kierzek

Auch beim Openturniere gibt es Zuschauer. Mona Goil besuchte am Donnerstag das Rathaus.


Mona Goihl

Zum ersten Mal seit zehn Jahren spielt sie hier nicht mit. „Warum nicht?“, fragte ich. „Zu wenig starke Spieler und zu hohes Startgeld, 90 Euro. Auch etwas zu eng und wenig bekannten Gesichter; mit denen man sich gern unterhält.“ Ok, das wären auch meine Grunde gewesen, falls mich jemand gefragt hätte, warum ich nicht mitspiele. Aber man kann es ja nicht allen Recht machen. Für die meisten jedoch, besonderes für die Kids, ist das doch ein gutes  Training, ein großes Event , die Möglichkeit Elogegner zu bekommen und so in die große weite Schachwelt einzusteigen.  

 

 

 

 

 

 


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