DSOL: Kastellaun mit Chancen

04.08.2020 – Der SC Kastellaun hat gut 50 Mitglieder und spielt mit seiner 1. Mannschaft in weniger seltsamen Zeiten in der Rheinland Pfalz Liga Nord. In der DSOL spielt das Team nun in der 1. Liga Gruppe B mit und hat dort sogar Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runden. | Foto: SC ML Kastellaun, die 1. Mannschaft: v.l. oben: Tim Pfrengle, Zeljko Kojic, Achim Michels, Frank Schneider v.l. unten: Fabio Michels, Jan Boder, Marc Brodam, Holger Michels

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Von Tim Pfrengle (SC Kastellaun)

Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des SC Kastellaun.

Kantersieg gegen den SC Diogenes in der DSOL

Zum ersten Mal in der diesjährigen DSOL Saison konnten wir nahezu alle 4 Bretter mit unseren besten Spielern besetzen und es zahlte sich sofort gewaltig aus. Doch zunächst zum Anfang. Nach dem überzeugenden Sieg gegen Solingen in der vorherigen Woche machten sich langsam unerwartete Hoffnung auf ein Teilnehmen an der Endrunde der DOSL breit, für die sich die beiden Erstplatzierten einer jeden Vorgruppe qualifizieren. Da wir mit unserer Mannschaftstärke eher am unteren Ende unserer Vorgruppe angesiedelt sind, war das vorher nie ein Thema. Auch die Erstrundenniederlage gegen Porz ließ keine Zweifel daran aufkommen, doch Stück für Stück konnten wir uns steigern und haben nun eine einmalige Ausgangslage erreicht. Der nächste Schritt dazu musste am 31.07 im „virtuellen Hamburg“ getan werden, denn da ist nicht nur der Sitz von Chessbase, dem Ausrichter der DSOL, sondern auch unsere Gegner vom SC Diogenes verortet. So trafen sich am Freitagabend pünktlich um 19:30 und ohne technische Schwierigkeiten, die Organisation wird immer besser, folgende Mannschaften zum Kampf:

An allen Brettern konnten wir mehr als 100 DWZ mehr aufweisen, doch auch diese Spiele müssen erst einmal gewonnen werden. Außerdem hatte der SC Diogenes unserem Mitkonkurrenten SK Ettlingen bereits ein Punkt abnehmen können, weswegen wir auf der Hut waren und den Gegner keineswegs unterschätzten. Es entwickelten sich faszinierende Partien, bei der beide Parteien gut mitspielen konnten. Jan hatte mit weiß nach bekannter Eröffnung die Fragestellung, wie hier die kompakte schwarze Stellung am besten zu öffnen sei (Diagramm 1). 

Leider entschied er sich für das etwas ungenaue 11.f3? statt 11.d3 und Schwarz kam zu gutem Spiel. Nach d3 wäre die weiße Stellung sehr angenehm geworden, unsere eigene Analyse am Abend ohne Verstärkung des Computers deckt sich mit dessen Empfehlung: 11.d3 exd3 12. e4 Lxe4 13. Sxe4 Sxe4 14. Lxe4 dxe4 15. Dxe4 Le7 16. Te1 De6 17. Dxe6 fxe6 18. Txe6 lässt schwarz mit geschwächter Struktur zurück, nach Kd7 und der d-Bauer fällt bzw. Kf7 und Txc6 ist der schwarze d-Bauer eher Schwäche statt Trumpf. In der Folge nach f3? konnte schwarz die Oberhand gewinnen und Jan musste von Beginn an mit Weiß verteidigen. Mein Gegner spielte sehr schnell in der Eröffnung und auch wenn wir sehr schnell unbekanntes Terrain erreichten konnte ich seine Ungenauigkeiten nutzen, um direkt mit Ausgleich aus der Eröffnung zu kommen. In der Folge verbrauchte ich allerdings sehr viel Zeit, um die genauste Fortsetzung zu finden (Diagramm 2), was mir glücklicherweise bis zu einem gewissen Punkt gelang. Mein Gegner spielte recht schnell und ungenau, wodurch ich eine Gewinnstellung bekommen konnte, in der ich dann leider fehl griff (Diagramm 2).

Hier kam ich mit bxc6 16. Lxc6 Sdxe5! in Vorteil. Der weiße König in der Mitte ist trotz fehlender Damen ein Angriffsziel und die schwarzen Figuren sind sehr gefährlich aktiv. Mein Gegner patze mit Le4??, was sofort verliert, meine Zeit hatte ich auf das kritische Lxa8 verwendet, wo ich nach Sd3+ Kf1 Sxd2+ Kg2 Le6 trotz minus Qualität dank Läuferpaar und aktiver Figuren leichten Vorteil gehabt hätte. In der Partie folgte nach 17. Le4 Lg4 18. Lc3 Sf3 19. Lxf3 Lxf3 20. Tg1 Lc5?! 21. Ld4 Tfe8 22. Se3 Lb4+ 23. Lc3 (Diagramm 3) 

Hier fand ich leider nicht die starke Fortsetzung Lxc3 Sxc3 und Tad8, womit Weiß komplett paralysiert wäre. Stattdessen nahm ich mir einen Bauern und musste im Endspiel weiter kämpfen ...23. Sxe3 24. fxe3 Lxc3 25. Sxc3 Txe3 26. Kd2 Te6 mit Spiel auf zwei Ergebnisse. Achim hatte an Brett drei ebenfalls schwarz und legte seine Partie richtigerweise scharf an, um den Unterschied in der Spielstärke in Komplikationen zum Tragen kommen zu lassen. Dafür nahm er eine passive Stellung aus der Eröffnung in Kauf, die aber keineswegs einfach für weiß zu spielen ist. Sein Gegner spielte zunächst genau und griff dann positionell fehl (Diagramm 4).

Weiß schlug nun mit dem falschen Bauern, das natürliche cxd5 war angebracht. Wahrscheinlich mit der Intention das Feld b5 stärker unter Kontrolle zu halten spielte Weiß hingegen 20. exd5 und Achim nutze den Fehler gekonnt sofort aus mit f5!, was das wichtige Feld e4 unter Kontrolle nimmt und später einem Springer als Vorposten dienen kann. Julius an Brett 4 hatte weiß und auch hier entstand schnell eine scharfe Stellung, in der Julius sehr aggressiv spielte. Schnell ergaben sich für ihn Chancen (Diagramm 5).

In der Analyse nach der Partie wurde der gespielte Zug Dg5 zuerst als stark erachtet, wir konnten allerdings in der Folge nach diversen schwarzen Erwiderungen keinen weißen Vorteil finden. Stattdessen hätte 15. h4!! wohl sofort gewonnen, da die Idee h5 hxg6 nebst Th4 den schwarzen Königsflügel zum Kollabieren bringt. Nach 15.Dg5 Se8 hingegen entwickelt sich noch eine komplizierte Partie. Dass diese aber Dank der Schärfe der Partie schnell vorbei sein konnte zeigte Julius dann wenig später, er war der erste, der gewinnen konnte, in dem er einen groben Fehler des Gegners ausnutzte (Diagramm 6). 

Hier war der coole Zug Db4 gefragt und schwarz hätte noch leichten Vorteil trotz komplizierter Stellung behalten, aber nach fxe4? und Dxe4 Db4?? konnte weiß einfach mit Dxd5 + Material und wenige Züge später den vollen Punkt einsammeln. Dies gelang kurz darauf auch Achim, der seinen Vorteil sehr präzise immer weiter ausbaute und dann eiskalt zuschlug und den Gegner nach Materialgewinn im Mattnetz fangen konnte (Diagramm 7).

 

Hier konnte Achim stark mit De8! Den Turm fangen. Andere weiße Züge statt Tc7 hätten aber auch nicht mehr geholfen, der Vorposten auf e4 und die bessere Struktur sowie der schlechte weiße Läufer reichen dicke zum schwarzen Gewinn. Damit war der Mannschaftskampf fast gewonnen, lediglich ein halber Punkt fehlte noch. Jan stand mittlerweile sehr bedenklich, die Analyse zeigte, dass es wohl verloren war. Aber mein Gegner konnte sich in einem Turmendspiel wohl nicht mehr verteidigen, es blieb trotz Zeitnot immer bei schwarzer Gewinnstellung. Nach 72 Zügen gab mein Gegner auf und wir hatten gewonnen. Dass Jan noch gewinnen könnte dachte wohl niemand mehr, aber Achim hatte so eine Ahnung und diese bestätigte sich sogar (Diagramm 8). 

 

Tabelle:

  Mannschaft Rating 1 2 3 4 5 6 7 8 Sp MP BP SB
1. SG Porz I 2235  +      3 4   4 8 13 14
2. SK Ettlingen 2300    +    2   4 7   9½ 10,5
3. SC ML Kastellaun I 2124 ½    +    3 4   4 6 11   6
4. Hamburger SK II 2212    +  2 3   5 5 10½   4,5
5. SG Solingen 2137   1 2  +    5 3   8½   3,5
6. Hamelner SV I 2170 1 ½ 1  +      5 2   6½   3
7. SC Diogenes 2092 0 2 0    +    5 1   5   3,5
8. SC Garching 2173                +         

(Rückzug SC Garching)

 

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Gsus Gsus 05.08.2020 10:17
Hallo liebe Schachfreunde und Schachfreundinnen,

Ich möchte erneut auf folgendes hinweisen:

Nach meinen Recherchen steckt hinter dem Namen Donauspringer offiziell nach der Auswertung der DSAM Jan Koholka vom SK Langen.
Es handelt sich somit um einen Spieler Jahrgang 2003, hat eine DWZ von 1041. Seit 2016 gibt es kein DWZ gewertetes Turnier mehr, weder ein DWZ gewertetes Open o. ä. noch eine gewertete Mannschaftssaison, nicht in der Jugend und auch nicht bei den Erwachsenen. Ein Schulschach Schnellturnier hat er 2020 mitgespielt.
Ich habe bisher keinen 17 jährigen kennen gelernt, der nach 2 Stunden online Schach so müde wird, dass man von der Maus abrutscht.

Gestern hat Donauspringer folgendes geschrieben:
Übrigens Karl Es gibt auch Leute die stört eine Maske naturbedingt z.b. Brillenträger, Bartträger. Ich kenne das und will nicht das ich alle paar Minuten wieder die Brille putzen muss.

Nein Corona ist nur eine harmlose Grippe und der Terror muss aufhören, denn ich will auch Mal wieder normal am Brett spielen können.
Zitat Ende

Mit 17 gibt es mit Sicherheit nur sehr Wenige, die einen derartigen Bart haben, wodurch das Tragen eines Mund und Nasenschutzes zu einer derartigen Last wird. Ich habe außerdem ein Bild einer Schülermannschaft mit Jan Koholka gefunden aus Februar 2020. Auf diesem Bild trägt nur ein Junge eine Brille und das ist definitiv nicht Jan Koholka.

Erstens habe ich mitlerweile den berechtigten Verdacht, dass hinter Donauspringer nicht Jan Koholka steckt.
Dies wäre insbesondere interessant, da Jan Koholka bei der DSAM in den C-Turnieren mehrere Preise abgeräumt hat.
Zweitens erinnern mich die Bemerkungen zum Corona Virus, auch an anderer Stelle, an Internet Trolle und andere Personen.
Drittens stimmt die vehemente Forderung von Donauspringer wieder am Brett spielen zu können, insbesondere Mannschaftskämpfe, nicht mit der Inaktivität seit 2016 im Mannschaftsbetrieb überein.
Rainbow66 Rainbow66 05.08.2020 01:56
Wenn ein Spieler beim Online-Schach bereits nach zwei Stunden so müde ist, dass ihm die Maus abrutscht, dann kann er sich auch im "richtigen Spiel" vergreifen und wegen der Regel "Berührt-geführt" aufgeben müssen.
Ohne Online-Turniere gäbe es zur Zeit überhaupt kein Schach. Deshalb lieber mit dem Spatz in der Hand vorlieb nehmen als der Taube auf dem Dach nachtrauern.
Donauspringer Donauspringer 04.08.2020 02:46
Online Schach mit so langen Beenkzeiten ist überhaupt ungeeignet. Wenn eine Partie ca 2h dauert wird man müde und zudem kommt bei uns es jede Runde vor ,dass jemanden die Maus abrutscht und so eine Partie in einem Zug einstellt.

Nein online Ligen sind kein gleichwertiger Ersatz.
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