Dubai ("Do buy"): Im Goldrausch

13.04.2005 – Am Sonntag dachten beim Dubai Open die meisten nur noch an Gold. An der Tabellenspitzen wurde der Massenspurt vorbereitet, der unter großer chinesischer Beteiligung stattfindet, und Andrea Albers besuchte den örtlichen Gold-Souk (-Markt) in der Altstadt, wo an die 100 Juweliere ihre Waren anbieten. Dank fehlender Steuern sind die Goldpreise in Dubai die niedrigsten in der Welt. Also nichts wie hin. Mehr noch als das Geschmeide entzündete sich die Fantasie unseres Korrespondenten allerdings an der Arbeitskleidung für Bauchtänzerinnen, die in vielen Läden der Altstadt ausgestellt wurde. Vollständig arabisiert hat er sich aber noch nicht. Als man ihm in seinem Stamm-Internetcafé diesmal ein Notebook zu Verfügung stellte, dass von rechts nach links schreibt, musste er passen. Offizielle Seite mit Livepartien... Alle Berichte vom Dubai Open 2005...Do buy....

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...


4.-13. April 2005

Offizielle Seite mit Livepartien...



Do buy - eine Stadt aus Gold und ein chinesisches Finale

Von Andreas Albers

Für knapp 3 Euro bringt mich der pakistanische Taxifahrer die 6 Kilometer zum weltberühmten Goldsouk. (Souk=Markt.) Dank der nicht vorhandenen Steuern ist Dubai dafür bekannt, den niedrigsten Goldpreis der Welt zu haben. Auf dem historischen Areal der orientalischen Basare haben sich mittlerweile an die 100 Juweliere und Goldschmiede niedergelassen.












Das gesamte Gebiet leuchtet golden und man findet jeden nur erdenklichen Schmuck. Natürlich ist auch dieses Gold immer noch nicht wirklich billig, aber man kriegt es halt nirgendwo günstiger.





Jeder Tourist der nach Dubai kommt muss diese kleinen Gassen einmal gesehen haben, auch wenn er nicht über das nötige Kleingeld verfügt. Neben dem Zentrum des Souks mit all den kunstvollen Geschmeiden haben sich auch zahlreiche kleine Läden mit "normalen" Souvenirs angesiedelt.






Neben klassischen arabischen Bekleidung findet man die bekannten Schnabelschuhe, aber auch aufreizende Kostüme, die beim Bauchtanz getragen werden und die einen etwas an der Reserviertheit der Araber zweifeln lassen.







Ich schlendere durch die Gassen, ein Geruch von Weihrauch und anderen orientalischen Gewürzen liegt in der Luft, man vergisst einfach die Welt um sich herum (zum Beispiel ein schlecht laufendes Turnier).





Natürlich wird einem alles mögliche Angeboten, Uhren, Schuhe, Wasserpfeifen, Spielzeug, Getränke einfach alles.






Die Preise für all diese Dinge sind sensationell, man bekommt das Gefühl jede Ware kostet dasselbe: 10 Dirham (ca. 3 Euro). Schweren Herzens verlasse ich nach ca. 2 Stunden  diesen Bienenkorb und fahre zurück ins Hotel.

Dort angekommen bin ich überrascht. Nicht nur das Dragan Solak sensationell früh aufgestanden ist (es ist immerhin erst 13.00Uhr), er hat sich auch Verstärkung geholt. In Zusammenarbeit mit seinem Doppelgänger (siehe Foto)

versucht er seinen chinesischen Gegner auszupräparieren. Nach ca. einer Stunde beschließt der doppelte Dragan doch kein Slawisch zu spielen und entscheidet sich für 1. ...d6, das muss für heute reichen.

Angekommen im Spielsaal wird zuerst natürlich die Kicker-Revanche von gestern gefordert.



Ein besonders lustiges Duo geben Benjamin und Yousef ab.  Der junge Kerl von den Seychellen verliert einfach nie seine Laune und sein Partner vom örtlichen Klub schließt sich bald dem Reggea-Rythmus an, den Benji vorgibt.

Am Billardtisch versuchen sich die Großmeister Svetushkin und Ni Hua und beweisen, des sie auch Geometrie gut aufgepasst haben. Als Ni Hau jedoch einmal die schwarze Kugel zu früh versenkt schaltet sich Sergei Kayumov ein: "Oh you blunderd queen in one move" alle lachen.


Ni Hua





Wesentlich ernster wird es als die Runde beginnt. Da die Chinesen für ihren Kampfgeist berühmt sind, gibt es heute keine kurzen Remisen. Aber Merab Gagunshvili kann mit einiger Mühe doch Zhang Zhong neutralisieren.


Spitzenduell


Zhang Zhong



Und auch Zhang Pengxiang muss gegen den bärenstarken Georgi Kacheishvili mit einem halben Punkt zufrieden sein.


Zhang Pengxiang


Kamerafrau Alisa Maric


Durch diese Remisen gelingt einer ganzen Reihe von Verfolgern der Anschluss, im Radsport würde man heute sicher von einem Massensprint sprechen. Mit Bu Xiangzhi (Sieg gegen Tamas Gelashvili) und Wang Hoa (Sieg gegen  Alexander Riazanstev) sind zwei weitere Chinesen dazugekommen.


Bu Xianzhi besiegt Tamas Gelashvili

Und auch die Großmeister Miroshinenko, Anastasian und Iordachescu haben 6/8Punkte auf ihrem Konto. Einen Tipp fürs Final abzugeben scheint unmöglich, aber da die Chinesen dafür bekannt sind keine schnelle Remisen zu machen könnte es heute sogar im direkten Duell auf der Bühne zwischen Bu Xiangzhi und Zhang Pengxiang eine Entscheidung geben.

Etwas schade ist, dass die chinesischen Organisatoren ihren Flug zu früh gebucht haben. Deswegen müssen alle Paarungen mit chinesischer Beteilung 90 Minuten eher beginnen, was natürlich für die Dramatik nicht gerade vorteilhaft ist.


Wang Yue

Und bei der Siegerehrung, die erst morgen stattfinden wird, werden die Chinesen bereits wieder in der Heimat sein und können so leider nicht vom Scheich beglückwünscht werden. Zwei GM-Normen scheinen sie aber auf jeden Fall schon mal sicher zu haben, Wang Hao hat mit einer Performance von fast 2700 sowie schon alles erreicht und auch der junge Zhou Jianchao braucht heute mit Weiss gegen Ghaem Maghami nur ein remis zur Norm.


Wang Hao

Heiß gekämpft wird heute sicher auch noch um die Preise für die arabischen Spieler.


Saud Mohamed


Mohamed Ahmed Al Rais


Nagueb Saleh


Omar Abdulwahab


Mohamed Saud


Beste Aussichten haben hier Nabil Saleh mit 3,5 Punkte und der erst 11jaehrige Ishaq Saeed.


Nabil Saleh


Ishaq Saeed

Aber auch die anderen arabischen Jugendlichen um meine Kickerkollegen, Omar, Yousef und Marwan werden heute sicher noch einmal groß kämpfen.

Nach dem das deutsche Duell gestern zu Gunsten von Stefan Schmidt entschieden wurde geht es heute für uns beide nur noch um die Ehre und darum das Elo-Minus zu verkleinern.

Es wird ein heißes Finale heute (auch weil das Wetter gewechselt hat und es nun beständig 40 Grad warm ist), mit möglicherweise Zeit versetzten Entscheidung, hoffen wir das nicht zuviel taktiert wird.



Srinath aus Indien


Aswin Jayaram vs Kulicov


Yuri Kuzubov


David Navara


FM Eltaj Safarli


Parimarjan Negi


Alexander Arashenko


Alexander Motylev



Erkin Gurbanadze


Kiril Georgiev


Djakhangir Agaragimov


Turkan Mamedjarova


Vadja C



 

 

 

 

 

 



Themen: Dubai Open 2005
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren