Dubai Nachbetrachtungen

25.04.2005 – Für alle, die dabei gewesen sind, war das Open von Dubai das schönste Turnier der Welt. Und alle, die nicht dort waren, haben es durch die bunte Berichterstattung von Andreas Albers dennoch hautnah miterlebt. Mit Hao Wang gab es einen Überraschungssieger, der bisher noch nicht einmal einen Titel eingesammelt hat und beim Interview mit Al-Jasira zugeben musste, dass er Englisch höchstens als Schacheröffnung beherrscht. Da Sprachen leichter zu lernen sind, als erfolgreich Schach zu spielen, dürfte dieser Mangel bald beseitigt sein. Spätestens wenn Hao Wang sein nächstes Turnier gewinnt. Mehr...

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Dubai zum Letzten,
Von Andreas Albers

nun bin ich schon wieder seit ein paar Tagen in Hamburg und doch sind spuken immer noch Gedanken und Bilder der letzten knapp 2 Wochen durch meinen Kopf. Knapp verpasst habe ich eine letzte Sensation: Es soll gestern geregnet haben in Dubai! Das passiert höchstens einmal im Jahr, und ich war so nah dran, na ja so habe ich noch was fürs nächste Mal.

Über den Turnierausgang mit dem Überraschungssieger Wang Hao habe ich ja schon geschrieben. Die Nacht vor der Siegerehrung verbrachte Wang Hao in aller Ruhe in seinem Hotelzimmer, aber die anderen Spieler, die noch nicht abgeflogen waren nutzten den letzten Abend und ließen es noch mal so richtig krachen. Das diese Abschiedsfeier einige Kraft kostete sah man vor allem Hans-Kristian Simonsen an, der den Vormittag schlafend in der Hotellobby verbrachte,

während Benjamin Hoareau und Martin Poulsen fleißig e-Mail Adressen austauschten.

Ansonsten stand relaxen auf dem Programm, bis es am Abend gegen 18.00 Uhr noch ein letztes Mal zur Abschlusszeremonie ging. Noch einmal eine waschechte arabische Rushhour erleben und dann noch einmal den Dubai Chess&Culture Club in der Abendsonne leuchten sehen.

Die Preisträger bekamen feste Plätze in der „Winner-Section“ zugewiesen und die Journalisten brachten sich in Stellung.


Viorel darf neben dem Sieger sitzen


Zahar Efimenko studiert nochmal die Tabelle


Die geschlagenen Zweiten


Anastasia ist trotzdem gut drauf


Die Journalisten warten

Nach den üblichen 15Minuten Warten kam, wie schon zur Eröffnung des Turniers der Scheich Rashid Bin Hamdan Al Maktoum, um „seinen“ Pokal sowie die weiteren Preise zu vergeben.


Der Scheich gibt sich die Ehre


Die edlen Pokale


Der große Cup geht nach China

Der „Vater“ des Turniers Mr.Husseiny hielt eine kurze Ansprache auf arabisch und English und dankte allen Teilnehmer für das faire und aufregende Turnier.


Mr. Husseiny hält die Schlussrede


Preisverleihung: Der Scheich in der Mitte

Beim Aufruf der einzelnen Preisträger brauste zweimal besonderer Applaus auf, zum einen natürlich für den Sieger


und der verdiente Sieger


Wang Hao mit dem Scheich

und dann für den kleinen Ishaq Saeed, der den Preis als zweitbester Spieler der Emirate überreicht bekam.


Der Publikumsliebling Ishaq Saeed


Der beste Spieler der Emirate

Hier wächst ein ganz großes Talent heran. Immer bescheiden und ein wenig unsicher wirkend, konnte einem Wang Hao hingegen fast leid tun.

Es sah fast so aus als wollte er sich bei der Riege der enttäuschten Großmeister entschuldigen, aber er wird sicher bald in ihre Riege aufsteigen und hat sich diesen wunderschönen vollauf verdient.




Die beste Dame Koneru und der Sieger

Al-Dschasira war zum dritten Mal in diesen Tagen vor Ort und wollte natürlich unbedingt ein Interview mit dem Sieger, das aber an den mangelnden Englisch-Kenntnissen Wang Haos scheiterte.


Al Dschasira bittet zum Interview


Das Problem...


Wang Hao spricht kein Englisch


Mr. Ravi versucht sich als Übersetzer

Für die Siegerfotos brauchte man glücklicherweise keine Sprache und auch das Interview wurde nachgeholt, man verabredete sich für den nächsten Tag in einem der örtlichen China-Restaurants und würde dort sicher einen Übersetzer finden.

Nach der Siegerehrung versammelten sich alle Spieler und Organisatoren noch zu einem kleinen Bankett, auf dem orientalische Köstlichkeiten serviert wurden.

Die frisch geschlossenen Freundschaften lebten noch einmal auf.


Anastasia Sorokina, Dragan Solak und Stefan Djuric


Rausis, Iordachescu und Sulskis im Gespräch

Das Bild des Turniers ist mir wohl hier gelungen. Amerikanisch-irakische-Freundschaft ist so einfach. Andrew Rea aus den USA und Kasib Laith aus dem Irak plauderten lange Zeit und es ging wohl nicht um Politik, sondern einfach ums Gott und Welt und das gemeinsame Hobby Schach.


Amerikanisch-irakische Freundschaft

Dragan Solak und Ich hatten sogar noch eine weitere Nacht gebucht und verbrachten so noch einen letzten Abend in dieser Stadt (23.Uhr und 27Grad auf der Straße), der am Ende in einer Kentucky-Fried-Chicken-Orgie endete, die uns ordentlich Bauchschmerzen bescherte, mich aber für den gesamten kommenden Reisetag mein Hungergefühl vergessen ließ.


Dragan Solak besucht mich im Oktober in Hamburg


eine letzte nächtliche Fastfoodschlacht

So geht sie zu Ende, meine Reise nach Dubai und erneut war es eine großartige Zeit mit dem vielleicht schönsten Turnier der Welt. Viele Spieler haben bereits ihr kommen im nächsten Jahr angekündigt, aber erst mal steht das Hamburger Jubiläums-Open auf allen Turnierkalendern.


Früh morgens geht mein Flieger

 

 

 


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