Durch Schach zu Landbesitz

30.12.2012 – Am 29. Dezember fand im Moskauer Zentralschachklub ein ungewöhnliches Turnier statt. Schnellschachweltmeister Sergey Karjakin, Blitzweltmeister Alexander Grischuk, Ian Nepomniachtchi und Dmitry Jakovenko traten im Blitz- und Schnellschach gegeneinander an. Erst stand ein Rundenturnier im Schnellschach, dann ein Rundenturnier im Blitzschach auf dem Programm. Wer in beiden Turnieren zusammen die meisten Punkte erzielte, war Gesamtsieger und erhielt als Preis 10 Hektar Land in der Nähe des Flusses Piterenka in der Region Moskau. Die Entscheidung über den Turniersieg fiel erst in einer dramatischen Blitzpartie, in der Karjakin mit viel Glück das bessere Ende für sich hatte.Turnierseite...Mehr...

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Zum Auftakt spielten die vier Großmeister ein doppelrundiges Schnellturnier gegeneinander. Die Bedenkzeit betrug 10 Minuten für die gesamte Partie plus 5 Sekunden Zeitaufschlag pro Zug. Mit 4 aus 6 teilten sich Karjakin und Grischuk den ersten Platz.



Partien des Rapid-Turniers


Danach wurde geblitzt. Bedenkzeit: 3 Minuten für die ganze Partie, plus 2 Sekunden Zeitaufschlag pro Zug. Hier gab es drei Sieger: Grischuk, Nepomniachtchi und Karjakin erzielten jeweils 3,5 aus 6 und teilten sich den ersten Platz.



Partien des Blitzturniers


Damit lagen Karjakin und Grischuk mit 7,5 aus 12 nach den beiden Turnieren gleichauf an der Spitze. Die Entscheidung, wer Turnier und Land gewinnt, sollte in einer Armageddon-Partie fallen. Weiß erhielt fünf Minuten, Schwarz vier, aber dafür musste Weiß gewinnen. Über die Farbverteilung entschied das Los. Grischuk spielte mit Weiß und musste gewinnen, Karjakin reichte ein Unentschieden, um Turniersieger zu werden.

Gesamttabelle



Natürlich ist bei einer einzigen Armageddon-Partie alles möglich, aber da Grischuk nicht nur amtierender Blitzweltmeister ist, sondern auch im Blitzturnier beide Partien gegen Karjakin gewonnen hatte, konnte er sich durchaus Hoffnungen machen, das Turnier zu gewinnen. Tatsächlich kam er in der Blitzpartie bald in Vorteil und hatte erst eine Qualität und später einen ganzen Turm mehr. Karjakin blieb nur die Hoffnung auf die Uhr. Die half ihm schließlich auch, denn wenige Züge vor dem Matt übersah Grischuk, der nur Sekunden auf der Uhr hatte, einen Patt-Trick, mit dem Karjakin buchstäblich in letzter Sekunde ins Remis entschlüpfen konnte. Als der Schiedsrichter die Uhren anhielt, hatte Karjakin noch eine Sekunde auf der Uhr, Grischuk zwei.

A. Grischuk - S. Karjakin, Stellung nach 103. a7.


Schwarz spielte 103...Tc6+ und nach 104.Kxc6 war Schwarz patt.

Die Stichkampfpartie


Video der Armageddon-Partie Grischuk-Karjakin (Teil 1)



Video der der Armageddon-Partie Grischuk-Karjakin
(Teil 2)




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