Ehrung für Wolfgang Uhlmann

11.09.2020 – Die ehrwürdige New York Times würdigte den kürzlich verstorbenen Wolfgang Uhlmann mit einem Nachruf von Dylan Loeb McClain. Dafür räumte das Blatt sogar einen Platz auf seiner Seite zwei ein. | Foto: Anefo/ Nationaal Archief

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Dr. Uwe Furchtbar hatte mit seiner Lebensgefährtin und einem befreundeten Ehepaar Anfang September einen Ausflug nach Wien unternommen. In einem kleinen Café im ersten Bezirk gehörte auch ein Zeitschriftenstand mit Auswahl von aktuellen Zeitungen, auch internationale. darunter befand sich auch eine Ausgabe der ehrwürdigen New York Times. Bei einem Stück Sachertorte und einem Fiaker blätterte Dr. Furchtbar in der Zeitung und konnte kaum glauben, was er dort sah.

Dr. Uwe Furchtbar im Café in Wien

Eine der bedeutendsten Zeitungen der Welt widmete dem am 24. August 2020 verstorbenen DDR-Weltklasse-Großmeister Wolfgang Uhlmann einen ausführlichen Nachruf.

Titelblatt der NY Times

Nachruf auf Seite 2

Dylan Loeb McClain, der Schachkolumnist der NY Times, hatte ihn verfasst und die Redaktion der NY Times befand das Ereignis so bedeutsam, dass sie für den Nachruf Platz auf der zweiten Seite einräumte. Auch in Deutschland gab es einige Nachrufe der allgemeinen Presse, aber nicht auf Seite zwei.

Wie gewohnt, hatte Dylan Loeb McClain seinen Nachruf gut recherchiert und wusste den New Yorker Lesern zu berichten, dass Wolfgang Uhlmann einer der besten deutschen Schachspieler aller Zeiten war und erwähnte, dass Uhlmann im Laufe seiner Karriere viele Weltklassespieler und sogar Weltmeister schlagen konnte. Darunter war auch Bobby Fischer, der sich bei der ersten Begegnung am französischen Beton von Uhlmann die Zähne ausbiss. Entschieden wurde die Partie jedoch mit einer wunderschönen Kombination des Dresdners.

 

Uhlmanns Vater Alfred war Bäcker und brachte seinem Sohn das Schachspiel bei, als dieser zehn Jahre alt war. 1945, als Bomben Dresden in Schutt und Asche legten, befand sich die Familie in der Stadt, überlebt den Feuersturm aber unverletzt. Mit 16 Jahren erkrankte Wolfgang Uhlmann an Turberkulose und litt Zeit seines Lebens an den Folgen. Uhlmann schloss seine Schulausbildung nicht ab, begann zunächst eine Druckerlehre, bevor er im Schach schnell so stark wurde, dass er Profi werden konnte. Die DDR unterstützte ihn dabei finanziell. Eine einzigartige Schachkarriere nahm ihren Anfang.

Dr. Uwe Furchtbar ist ein begeisterter Schachfreund, auch ChessBase-Anwender der ersten Stunde, also noch noch zu Atari-Zeiten (für Insider: Dongle-Nr. 553), und gründete seinerzeit sogar mit Freunden in Essen einen eigenen Schachclub, "Schachclub Rochade Rüttenscheid 1983",  inzwischen ist er dort Pressewart. Bald feiert der Klub seinen 40sten Geburtstag. So schnell kann es gehen.

Die Würdigung des großen deutschen Schachspielers in der New York Times, entdeckt in einem Wiener Caféhaus, war ein überraschendes und positives Erlebnis: "Und wieder einmal bewahrheitete sich die Weisheit, dass Reisen bildet; manchmal eben auch auf nicht erwartete Weise", lautete seine Erkenntnis dieser Reise.

Der Nachruf in der New York Times...



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Thomasius Thomasius 14.09.2020 02:45
Auch die altehrwürdige Londoner "The Times" widmete ihm am 8.9. einen Nachruf; übrigens mit identischem Photo vs Panno. P.S. Ein "Fiaker" ist übrigens (auch) eine Kaffeespezialität aus Österreich. Was sollen da die bemühten Assoziationen mit einer Kutschfahrt? Ist doch klar, dass das Getränk gemeint ist.
schachkwak schachkwak 13.09.2020 09:15
Vielleicht hat die nette Kremserfahrt seiner Frau ja trotzdem gefallen?
KlausausRE KlausausRE 13.09.2020 07:39
Während der Fiakerfahrt lesen? Hinausgeschmissenes Geld! Im Riesenrad spielt man ja auch nicht
Schach! Ich tippe mal, dass hier eine Verwechselung mit einem "Einspänner" vorliegt. Köstlicher Kafee, und klingt auch nach Pferd und Kutsche.
schachkwak schachkwak 13.09.2020 03:41
Könnte es sein, dass der Autor nach der opulenten Mahlzeit die Zeitung mitnehmen durfte und dann auf dem Gefährt für G'scherte sich nicht Wien, sondern den schönen Schachartikel angesehen hat?
KlausausRE KlausausRE 13.09.2020 09:44
Der Verfasser blättert bei einem Stück Sachertorte und einem FIAKER in der Zeitung?
Hält er Pferd und Kutsche für ein Getränk, oder verzehrt er die Sachertorte während einer Fiakerfahrt?
Powerwolf Powerwolf 12.09.2020 08:18
Die Zeitung heißt TIMES nicht TIME. Das ist auch detlich auf dem Foto zu erkennen.
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