10.05.2024 – Auf der Suche nach Möglichkeiten, den Gegner aus dem Konzept zu bringen und ungewöhnliche Stellungen herbeizuführen, haben Spieler wie der amerikanische GM Brandon Jacobson und Magnus Carlsen in letzter Zeit in Blitzpartien das sogenannte "Meadow Hay Gambit" ausprobiert: 1.a4 e5 2.Ta3!?. Dieses Qualitätsopfer kann Schwarz eigentlich nicht ablehnen - allerdings bekommt Weiß überraschend viel Kompensation. Gambit-Experte Robert Ris hat jetzt ein 60 Minuten Videokurs über diese Variante gemacht, und ChessBase-Leser, die ihre Gegner mit diesem Opfer überraschen wollen oder davon nicht überrascht werden wollen, können sich diesen Kurs jetzt bis Sonntag kostenlos sichern.
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Eine Überraschungswaffe: Das Meadow Hay Gambit
Schon im zweiten Zug eine Qualität zu opfern, ist gar nicht so leicht, aber auf der Suche nach Möglichkeiten, den Gegner zu überraschen und schon in der Eröffnung vor Probleme zu stellen, sind die jungen amerikanischen Großmeister Andrew Hong und Brandon Jacobson eines Tages auf die Idee gekommen, 1.a4 zu spielen, um nach 1...e5 (oder 1...e6) mit 2.Ta3 eine Qualität zu opfern.
Man sollte meinen, solche Eröffnungszüge kommen eigentlich nur in Partien von Spielern vor, die gerade die Schachregeln gelernt haben, denn nach 2...Lxa3 steht Schwarz, wenn man den Engines Glauben schenken darf, klar besser, wenn nicht sogar schon auf Gewinn.
Aber wie so oft beim Schach sind die Dinge nicht so einfach und Weiß hat überraschend viel Kompensation für die Qualität und kann im weiteren Verlauf der Partie auf den schwarzen Feldern Druck entfalten.
Für Furore sorgte diese Eröffnung, als Brandon Jacobson, der auf der chess.com Plattform unter dem Namen "Viih_Sou" antrat, am dieses ausgefallene Manöver am 2. Mai in einem langen Blitzmatch gegen Daniel Naroditsky unbeirrbar immer wieder ausprobierte - mit Weiß und mit Schwarz. Mit Weiß zog Jacobson in allen Partien 1.a4 und 2.Ta3, mit Schwarz eröffnete er stets mit 1...a5 und 2...Ta6.
Nun ist Naroditsky nicht nur ein bekannter und beliebter Moderator, sondern glt auch als einer der besten Bullet- und Blitzspieler der Welt, aber trotzdem fand er kein Rezept gegen Jacobsons provokante Qualitätsopfer und verlor den Wettkampf mit 29-40 (+26, -37, =6). Dies wiederum führte dazu, dass Jacobsons "Viih_Sou"-Account wegen Cheating-Verdachts gesperrt wurde, was dann im Internet zu langen Diskussionen und einer ausführlichen Erklärung von Jacobson führte.
Magnus Carlsen zeigte sich von Jacobsons Eröffnungsbehandlung allerdings inspiriert und folgte beim "Early Titled Tuesday" vom 7. Mai dem Vorbild des amerikanischen Großmeisters und spielte in allen 11 Blitzpartien des Turniers mit Weiß 1.a4 und 2.Ta3 und mit Schwarz 1...a5 und 2...Ta6. Mit 8,5 aus 11 fiel auch dieses Eröffnungsexperiment auf den ersten Blick erfolgreich aus, allerdings landete die Nummer 1 der Welt am Ende nur auf dem 14. Platz.
Im "Late Titled Tuesday" verzichtete Carlsen dann auf allzu viele Eröffnungsexperimente und gewann das Turnier mit 9,5 aus 11.
Robert Ris hat sich diese Variante jetzt genauer angeschaut und erklärt in einem 60-minütigen Video, worauf Weiß und Schwarz in dieser Variante achten müssen. Zugleich warnt er "Benutzung auf eigene Gefahr"!
Aus aktuellem Anlass stellt ChessBase dieses Video von Robert Ris jetzt allen Lesern und Leserinnen bis Sonntag kostenlos zur Verfügung!
Holen Sie sich die brandneue Ausgabe von Robert Ris' 60 Minutes: The surprising Meadow Hay Gambit. Kostenlos bis Sonntag!
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