Ein Rücken geht um die Welt

19.08.2004 – Als Maria Manakova sich in MK (Moskovsky Komsomolskaya) in einem Interview offen über Sex und die Beziehungen von Schachspielerinnen äußerte und sich außerdem noch recht offenherzig fotografieren ließ, gab es sehr gemischte Reaktionen in der Schachszene. Einige fanden Manakovas Forderung nach mehr Sex-Appeal im Schach in Ordnung, andere, wie der Chefredakteur Alexander Roschal, lehnen solche Trends völlig ab. Manakovas Fotos traten ungeachtet dessen ihre Reise um die Welt an. Wahrscheinlich deshalb, weil die Bilder dem herkömmlichen Image des Schachspielers widersprechen. Dadurch wissen wir jetzt auch genau, wie sich die restliche Welt den typischen Schachspieler vorstellt, nämlich so wie Maria Manakova, aber im Gegenteil. Mehr...

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Ein Rücken geht um die Welt

Im Interview mit Moskovsky Komsomolskaya äußerte sich Maria Mankova recht offen über Sex und über die Beziehungen der Schachspielerinnen und -spieler untereinander. Garniert wurde das Interview mit einigen teils freizügigen Fotos.

Die Geschichte über die lebensfrohe Schachgroßmeisterin wurde von weitern russischen Magazinen, z.B. dem Yellow Press-Magazin "Speed"  übernommen und mit verschiedenen meist doppeldeutigen Überschriften betitelt., z.B. "Ich esse gern ... Elefanten". Im Russischen ist "slon" (Elefant) die Bezeichnung für die Figur der Läufers. Wenn man eine Figur schlägt und vom Brett nimmt, sagen die russischen Spieler "ich esse die Figur".

Original Interview... (Russisch)
Additional Artikel in Komsomolskaya Pravda (Russisch)

Bald nach Erscheinen des Interviews wurden die englische Redaktion der ChessBase-Webseite auf den Fall aufmerksam (
Artikel bei chessbase.com... ). Nun war die Verbreitung des Bildes und der Geschichte über die Welt nicht mehr zu stoppen. Die ChessBase-Webseiten werden von Vielen aufmerksam und regelmäßig gelesen, z.B. auch von Nigel Short, der dem Frauenschach stets Sympathien und ein waches Interesse entgegen bringt. Short übernahm die Geschichte für seine wöchentliche Schachkolumne im Telegraph, auf Seite 17 des Blattes.

Nachdem er sein Manuskript abgeliefert hatte, bekam Nigel Short einen Anruf des Chefredakteurs, zum ersten Mal in seiner langjährigen Laufbahn. "Herr Short. Ich habe hier ihren Beitrag über Schach und Sex. Das geht so nicht!", meinte dieser. "Wir können so ein Thema nicht in der Schachkolumne vergraben. Schreiben Sie das etwas ausführlicher und wir gehen damit auf die Seite drei."


Short sonstige Kolumne im Telegraph


Manakova im Telegraph

Nachdem der Artikel im Telegraph abgedruckt wurde, nahm er seinen weiteren Weg um die Welt. Die New York Post schreib darüber und schließlich kam das Thema und mit ihm Maria Manakovas Rücken diese Woche wieder in Hamburg an, als der Spiegel dies in seiner aktuellen Ausgabe einer Meldung für würdig befand.


Maria Manakova im Spiegel
 


Manakova als Titelgirl von Speed

In ihrem Interview fordert die Großmeisterin mehr Sex-Appeal am Brett und ist der Meinung, dass dies dem Schach nur nutzen kann, weil es dadurch mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erzeugt. Mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da. Mehr breite öffentliche Aufmerksamkeit bedeutet auch mehr Sponsoren und mehr Geld. Die junge russische Großmeisterin Alexandra Kosteniuk hat als erste ganz konsequent auf diesen Aspekt gesetzt und neben ihren Turnieren zahlreiche Fotoshootings absolviert. Andere Spielerinnen haben die Effekte ebenfalls erkannt und versuchen sie für sich zu nutzen.

In jüngster Zeit sind bereits viele positive Reaktionen zu beobachten. Hat es in der Vergangenheit praktisch keinerlei Einladungsturniere für Frauen gegeben, so gab es in diesem Jahr gleich mehrere, in Warschau, in Biel und in Krasnoturinsk. Die Fraueneuropameisterschaft in Dresden wurde als großes und lebendiges Sportereignis wahr genommen, nicht zuletzt wegen der intensiven Berichterstattung auf den ChessBase-Seiten, mit breiter Unterstützung der Teilnehmerinnen.

Allerdings gibt es derzeit auch eine Vielzahl junger und starker Schachspielerinnen, viel mehr als als das früher der Fall war. Dafür ist sicher auch Judit Polgar verantwortlich, die mit ihren Leistungen gezeigt hat, dass Frauen bei entsprechendem Training genauso gut Schach spielen können wie Männer.

André Schulz


 

 

 

 

 


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