Ein Türke in Paderborn

06.04.2004 – Rechtzeitig zum 200sten Todestag des Ingenieurs Wolfgang von Kempelen präsentierte das Heinz Nixdorf Museum in Paderborn einen funktionstüchtigen Nachbau des berühmten Schachtürken. Das Original hatte im 18. und 19.Jahrhundert die Welt in Staunen versetzt und viele Künstler inspiriert. War es möglich, dass ein mechanischer Automat denken konnte? Von 1770 bis 1840 verblüffte der Schachtürke auf zahlreichen Tourneen die Zuschauer in Europa und den USA, bevor das Wunderwerk 1854 in einem Museum in Philadelphia einem Brand zum Opfer fiel. Nun wurde in Paderborn vor Hunderten von Zuschauern Wiederauferstehung gefeiert. Matthias Feist und Karsten Bauermeister waren dabei. Mehr...

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Ein Türke in Paderborn
Von Mathias Feist
Fotos: Karsten Bauermeister und Mathias Feist



Der Türke im HNF...
Die Rekonstruktion des Schachtürken (Artikel bei HNF)...

Seit fast 250 Jahren geistert der legendäre Türke von Wolfgang von Kempelen durch die Schachwelt. Viele Mythen ranken sich um ihn, viele Leute haben sich mit ihm beschäftigt. Einer der bekanntesten dürfte wohl Edgar Alan Poe gewesen sein, doch auch dieser scharfe Verstand konnte das Geheimnis dieser Multimedia-Applikation der Renaissance nicht lüften. 

Eine Einstufung dieses Gerätes in die frühe KI wäre verfehlt, man kann es eher mit heutigen Shows des Magiers David Copperfield vergleichen. Es ist alles dabei gewesen, Show, Theater, Irreführung, Unterhaltung. Selbst nach heutigen Maßstäben ist das ein sehr guter Trick. 




Prof. Dr.phil. Ernst Strouhal hielt einen beeindruckenden Vortrag über den Schachtürken des Wolfgang von Kempelen


Dr. Beiersdörfer, Geschäftsführer des Heinz Nixdorf Forums


Dr. Stefan Stein leitete die Rekonstruktion des Schachtürken

Warum gerade ein Türke? Orientalisches Aussehen war gerade in Mode, auch damit war der Apparat auf der Höhe der Zeit. Stellvertretend für den Orient ist hier die Bezeichnung Türke zu verstehen. Er war aufregend und geheimnisvoll, auch das passte wunderbar zu dem Gesamtkonzept des Türken. 

Das Heinz Nixdorf Museums Forum hat nun diesen Türken rekonstruiert. Dafür war viel Tüftelei nötig, da es keine Bauanleitung oder genaue Beschreibung des Originals mehr gibt. Am Anfang stand also geschichtliche Recherche, welche Techniken zu dieser Zeit schon bekannt waren. Das Ergebnis ist überzeugend, der moderne Türke sieht aus wie das Original, er funktioniert und braucht dafür keinerlei Elektrik oder Elektronik. 

Vorgestellt wurde der Türke in Form einer kleinen Show, in der die damaligen Veranstaltungen nachgestellt wurden, inklusive einer gespielten Partie. Der Herr Anthon, Diener von Wolfgang von Kempelen, heute würde man wohl persönlicher Assistent sagen, stellte das Gerät seines verstorbenen Arbeitgebers vor. 



Vielleicht wird es ja noch einmal die Möglichkeit geben, diesen legendären Türken in Aktion zu sehen. Das sollte sich niemand entgehen lassen. Im Unterschied zu damals wurde diesmal hinterher gezeigt, wie alles funktioniert. Das entzaubert den Türken etwas, schmälert aber nicht die Faszination und die Bewunderung über die Leistung. Vor 250 Jahren wurde etwas gebaut, was auch heute noch nicht so einfach zu realisieren ist. 

Im Moment steht der Türke im Foyer des Heinz Nixdorf Musems Forum, später kommt er hoch in die Ausstellung. Jeder der die Abbildungen der Stiche kennt, wird ihn sofort wieder erkennen, inklusive Samtkissen und Pfeife.




Michael Barz, der Vorsitzende des Paderborner Schachvereins, spielte eine Partie gegen den Türken.

































Der Türke wird entzaubert:


Er saß im Türken: Achim Schwarzmann


Brett und Pantograf. Mit letzterem wurde der Arm des Türken bewegt.


Das Brett von unten.


Türke mit Karsten Bauermeister


Fritz-Programmierer Mathias Feist holt sich neue Anregungen für Fritz9

 

 

 

 


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