Ein vergessenes Turnier: Bad Salzbrunn 1933

15.06.2009 – Im vergangenen Jahr hätte der Schlesische Schachverband sein 100-jähriges Jubiläum gefeiert - sofern er noch existierte. Gegründet 1908, feierte der Schlesische Schachverband 1933 seinen 25-jährigen Gründungstag mit einem Meisterturnier, das heute völlig vergessen ist. Im malerischen Kurort Bad Salzbrunn, heute Szczawno Zdrój trugen acht Meister, einige mit Bezug zum schlesischen Schach, Anfang August 1933 im mondänen Grand Hotel „Schlesischer Hof“ das "Deutsche Meisterturnier" aus. Parallel fand an gleicher Stelle noch das "Schlesische Meisterturnier" statt. Der in Zabrze (dt. Hindenburg) lebende Schachhistoriker Henryk Konaszczuk, den Lesern dieser Seite durch sein Portrait über Paul Mross bekannt, hat bei seinen Forschungen über das schlesische Schach zwischen 1922 und 1939 das Turnier wiederentdeckt und macht es an dieser Stelle den Schachfreunden in Deutschland mit den teils sehr namhaften Teilnehmern und den überlieferten Partien bekannt. Thomas Lemanczyk hat den Text aus dem Polnischen übersetzt. Mehr...

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Henryk  Konaszczuk: Ein vergessenes Turnier – Bad Salzbrunn 1933
(Übersetzung aus dem Polnischen: Thomas Lemanczyk)


Grand Hotel, Bad Salzbrunn

   Im vergangenen Jahr hätte der Schlesische Schachverband sein 100jähriges Jubiläum gefeiert – . 75 Jahre zuvor fand der Jubiläumskongreß zur 25-Jahr-Feier im malerischen Bad Salzbrunn (heute Szczawno Zdrój) statt; das Grand Hotel „Schlesischer Hof“ war vom 31. Juli bis zum 6. August 1933 die Spielstätte. In der Zwischenkriegsphase war Bad Salzbrunn ein bekannter Kurort. Berühmte und wohlhabende Menschen, später auch führende Staatsfunktionäre, pflegten hierher anzureisen. Ein zusätzlicher Magnet, von dem diese Berühmtheiten angezogen wurden, war die Vielzahl an Golfplätzen, auf welchen dreimal um die Deutsche Meisterschaft gespielt wurde. Daher waren auch die hier ausgetragenen Schachturniere kein Zufall. Der erste Schlesische Schachkongreß nach dem Ersten Weltkrieg fand 1922 in Neisse (heute Nysa) statt, die folgenden in dieser Reihenfolge in Beuthen (heute Bytom), Bad Salzbrunn, Breslau, Bad Altheide (heute Polanica-Zdrój), Gleiwitz, Reichenbach (heute Dzierżoniów), Bad Warmbrunn (heute Cieplice Śląskie-Zdrój), Breslau, Bad Salzbrunn und Ratibor (heute Racibórz). In den  Bad Salzbrunn 1933 folgenden Jahren waren Ottmachau (heute Otmuchów) (1934), Beuthen (1937), Liegnitz (heute Legnica) (1938) und Bad Warmbrunn (1939) Gastgeber.


Evangelische Kapelle, Bad Salzbrunn

   Das Jubiläumsturnier wurde mit großem Aufwand organisiert. Neben dem „Deutschen Meisterturnier“, welches das größte Interesse weckte, wurden ein „Schlesisches Meisterturnier“, an welchem nur Träger des schlesischen Meistertitels teilnahmen und dessen Sieger zum Schlesischer Meister 1933/34 gekürt wurde, ein „Meisterschaftsturnier“, an dem die Sieger der vorherigen Hauptturniere sowie anerkannte starke Spieler teilnehmen konnten sowie ein allgemein zugängliches Turnier ausgerichtet.

   Am deutschen Meisterturnier, bei dem folgende Preise vergeben wurden: 100, 80, 60, 40 Reichsmark, nahmen acht Meister teil: Carl Ahues, Walther von Holzhausen, Walter John, Gottlieb Machate, Ludwig Rellstab, Kurt Richter, Ludwig Schmitt und Dr. Adolf Seitz. Dies war eine ziemlich starke Besetzung; von den anerkannt stärksten deutschen Spielern dieser Zeit fehlte nur Bogoljubow.

   Carl Ahues (1883-1968) wurde 1929 in Duisburg Deutscher Meister und spielte für Deutschland an den Schacholympiaden 1930 in Hamburg (1. Brett) und 1931 in Prag 82. Brett). Im Jahr 1930 hatte er gute Resultate erzielt bei Turnieren in San Remo, Scarborough und Liége. 1931 erzielte er ebenfalls ein gutes Resultat bei der Deutschen Meisterschaft in Swinemünde.


Carl Ahues (Bilder: Archiv Knaak)

   Der Schachmeister und Problemkomponist Walther von Holzhausen (1878-1935) redigierte seit 1931 den Problemteil der deutschen Schachblätter.


Walther von Holzhausen

   Walther John (1879-1940), geboren in Thorn, nahm seit 30 Jahren an internationalen Turnieren teil. 1918 gewann er in Breslau ein Adolf-Anderssen-Gedenkturnier. 1934 sollte er in Bad Aachen den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft belegen.

   Gottlieb Machate (1904-1974) nahm oftmals an den Schlesischen Schachkongressen teil. Er wurde 1925 in Bad Altheide Zweiter nach Fritz Sämisch und erhielt den Titel Schlesischer Meister verliehen, 1928 gewann er den Schlesischen Schachkongreß in Reichenbach. In Ratibor 1932 kam er auf den zweiten Platz. Er spielte für Deutschland (am 1. Brett) bei der inoffiziellen Schacholympiade in Budapest  1926.


Gottlieb Machate

   Ludwig Rellstab (1904-1983) wurde beim Berliner Turnier 1931 Zweiter. Im selben Jahr wurde er bei der Deutschen Meisterschaft in Swinemünde Vierter. Ein Jahr darauf kam er in Berlin auf den zweiten Platz, in Swinemünde hingegen wurde er Fünfter.


Ludwig Rellstab

   Kurt Richter (1900-1969), Mitautor der Deutschen Schachzeitung und der Deutschen Schachblätter, Teilnehmer an zahlreichen nationalen und internationalen Turnieren (Berlin 1922 – 1. Platz; Berlin 1928 – 1.-2. Platz; Wiesbaden 1928 – 1. Platz; Swinemünde 1932 – 4. Platz; Bad Aachen 1933 – 2. Platz). Richter nahm für Deutschland an den Schacholympiaden in Hamburg 1930 (4. Brett) und in Prag 1931 (ebenfalls 4. Brett) teil.


Kurt Richter

   Ludwig Schmitt (1902-1980), aus Augsburg stammend, aber seit längerem in Breslau ansässig, der „genius loci“ des schlesischen Schachs, nahm an zahlreichen schlesischen Kongressen teil: Gleiwitz 1926 – 1. Platz, Bad Salzbrunn 1931 – 3. Platz. Er gewann die Meisterschaft Sachsens in den Jahren 1927, 1932 und 1933.

Quelle: Süddeutsche Schachzeitung 1956 (Archiv Negele)

   Adolf Seitz (1898-1970), Schachmeister und Schachjournalist, war Teilnehmer an zahlreichen internationalen Turnieren: Triest 1923 – 6.-7. Platz, Hastings 1923/24 – 5.-6. Platz, London 1927 – 3. Platz, Debrecen 1925 – 6.-10. Platz, Hastings 1925/26 – 3.-4. Platz, Scarborough 1926 – 3.-4. Platz, London 1927 – 3.-4. Platz, Cheltenham 1928 – 3.-4. Platz, Dortmund 1930 – 3.-4. Platz, Tenby 1928 – 1.-2. Platz, Duisburg 1929 (Deutsche Meisterschaft) – 4.-7. Platz, Scarborough 1930 – 3.-4. Platz, Nizza 1930 – 7. Platz, Nizza 1931 – 5.-8. Platz.


Adolf Seitz

   Der Turniersieger Ludwig Schmitt ist eine spärlich dokumentierte Figur unter den historischen Schachspielern. Er kam 1902 in Augsburg zur Welt. 1923 und 1928 gewann er die Bayerische Meisterschaft, 1924 nahm er am Hauptturnier in Meran teil. Er wohnte in den 1930er  Jahren in Breslau, wo er zu einem regelmäßigen Teilnehmer an schlesischen und sächsischen Turnieren wurde. Er spielte in Wien 1926, Magdeburg 1927, Brünn 1931, Bad Aachen 1934, Bad Oeynhausen 1937 und 1938, Augsburg 1946, wo er nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder ansässig wurde und in der Stadtverwaltung arbeitete. Seinen größten Erfolg feierte Schmitt 1953: In diesem Jahr gewann er zunächst erneut die Bayerische Meisterschaft und anschließend die bis zur Wiedervereinigung letztmals ausgerichteten Gesamtdeutschen Meisterschaften in Leipzig gemeinsam mit Wolfgang Unzicker. Schmitt unterlag Unzicker im anschließenden Stichkampf 1954 mit 0,5:3,5. 1956 wurde er nochmals Meister von Bayern. Er nahm für die Bundesrepublik an einigen Mannschaftsländerkämpfen teil, allerdings spielte er nicht in der Olympiamannschaft.
 

   Die Schlußtabelle des Turniers:

Bad Salzbrunn 1933

   1

   2

   3

   4

   5

   6

   7

   8

   P

1.L.Schmitt           

   X

   1

   0

   1

   1

   1

   =

   1

5.5

2.C.Ahues             

   0

   X

   =

   1

   =

   =

   1

   1

4.5

3.A.Seitz         

   1

   =

   X

   0

   0

   =

   1

   1

4.0

4.L.Rellstab           

   0

   0

   1

   X

   1

   0

   1

   =

3.5

5.K.Richter            

   0

   =

   1

   0

   X

   0

   1

   1

3.5

6.W.John               

   0

   =

   =

   1

   1

   X

   0

   0

3.0

7.G.Machate          

   =

   0

   0

   0

   0

   1

   X

   1

2.5

8.W.von Holzhausen 

   0

   0

   0

   =

   0

   1

   0

   X

1.5




Partien:


 

Ahues,C - Richter,K [A44]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 c5 2.d5 e5 3.e4 d6 4.f4 f5 5.Nc3 Nf6 6.Nf3 a6 7.fxe5 dxe5 8.Bg5 Bd6 9.exf5 Bxf5 10.Bd3 Bxd3 11.Qxd3 0-0 12.0-0 Nbd7 13.Kh1 Qe8 14.Ne4 Nxe4 15.Qxe4 h6 16.Bh4 Rf4 17.Qe3 Qf7 18.Bg3 Rf5 19.c4 Rf8 20.Rfe1 Nf6 21.Nd2 Ng4 22.Qe2 Qg6 23.Ne4 Rh5 24.h3 Nf6 25.Nxd6 Qxg3 26.Qe3 Qg6 27.Rf1 Rd8 28.Qxc5 Rg5 29.Rf2 Nh5 30.Nf7 Ng3+ 31.Kg1 Ne4 32.Qe7 Nxf2 33.Nxg5 Re8 34.Qd7 hxg5 35.Kxf2 Rf8+ ˝-˝

John,W - Richter,K [A25]
Bad Salzbrunn, 1933

1.c4 e5 2.Nc3 Nc6 3.g3 Nf6 4.Bg2 Be7 5.e3 0-0 6.Nge2 d6 7.0-0 Be6 8.Nd5 Qd7 9.d3 Bh3 10.f4 Bxg2 11.Nxe7+ Qxe7 12.Kxg2 e4 13.d4 Nb4 14.Bd2 Nd3 15.b3 c5 16.d5 b5 17.h3 bxc4 18.bxc4 Nd7 19.g4 Rab8 20.g5 f5 21.Kg3 Rb2 22.Bc3 Rxe2 23.Qxe2 Nb6 24.Rab1 Nxc4 25.Rb3 Nb6 26.Rfb1 Qf7 27.Ba5 c4 28.Rb5 Rc8 29.Bxb6 axb6 30.Rxb6 Qxd5 31.Rb8 Qc5 32.R1b5 Qc6 33.R8b7 Qe8 34.Kh4 c3 35.Qc2 Ne1 36.Qb3+ Kh8 37.Rb8 c2 38.Rxc8 Qxc8 39.Qc3 Qf8 40.Qxe1 h6 41.Qc3 hxg5+ 42.Kg3 Qe8 43.Rxf5 Qh5 44.Rxg5 Qf3+ 45.Kh2 1-0

Machate,G - Seitz,J [D19]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 d5 2.Nf3 Nf6 3.c4 c6 4.Nc3 dxc4 5.a4 Bf5 6.e3 e6 7.Bxc4 Bb4 8.0-0 0-0 9.Qe2 c5 10.Rd1 Nc6 11.Ne5 cxd4 12.Nxc6 bxc6 13.Rxd4 Qe7 14.Rd1 e5 15.e4 Bg4 16.f3 Be6 17.Be3 Nd7 18.Rac1 Nb6 19.Bxe6 Qxe6 20.Qc2 Rac8 21.Ne2 c5 22.b3 c4 23.bxc4 Rxc4 24.Qd3 a5 25.Bxb6 Qxb6+ 26.Kf1 Rxc1 27.Nxc1 Qc6 28.Qb3 Rb8 29.Na2 g6 30.Rd5 Rb7 31.g3 Be7 32.Rb5 Rd7 33.Rd5 Rb7 34.Rb5 Rd7 35.Qc3 Qe6 36.Qc2 Qh3+ 37.Kg1 Bg5 38.f4 Bxf4 39.gxf4 Qg4+ 40.Kf2 Qxf4+ 41.Ke1 Qe3+ 42.Qe2 Qg1+ 43.Qf1 Rd1+ 44.Kxd1 Qxf1+ 45.Kc2 Qe2+ 46.Kb3 Qd1+ 47.Ka3 Qd3+ 48.Kb2 Qxe4 49.Nc3 Qg2+ 50.Kb3 e4 51.Rxa5 f5 52.Rd5 e3 53.Re5 f4 0-1

Rellstab,L - Machate,G [D46]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 c6 4.e3 Nf6 5.Nf3 Bd6 6.Bd3 Nbd7 7.0-0 0-0 8.e4 dxe4 9.Nxe4 Nxe4 10.Bxe4 Nf6 11.Bc2 c5 12.dxc5 Bxc5 13.Qe2 b6 14.Bg5 Bb7 15.Ne5 h6 16.Rad1 hxg5 17.Rxd8 Raxd8 18.Rd1 Rd4 19.Rxd4 Bxd4 20.b3 Rd8 21.h3 Kf8 22.Nf3 Bxf3 23.Qxf3 Bc5 24.Qe2 Rd4 25.g3 Ke7 26.Kg2 g6 27.Bb1 Nd7 28.Qb2 a5 29.a3 e5 30.b4 axb4 31.axb4 Bd6 32.Qc3 Kf6 33.Ba2 Ke7 34.Qb3 Kd8 35.Qa4 Ke7 36.Qa3 Kd8 37.Qc3 Ke7 38.Bb3 Kf8 39.Ba4 Nf6 40.Bc6 Bc7 41.Bf3 Ne8 42.c5 bxc5 43.bxc5 Ng7 44.Qa3 Ne6 45.Bb7 Rd8 46.Bf3 f5 47.Be2 Rd4 48.Qa8+ Ke7 49.Qc6 e4 50.Ba6 Be5 51.Bc8 Nf8 52.Qb7+ Kf6 53.c6 Rc4 54.Qb5 Rc2 55.Qb4 Nh7 56.Qa5 e3 57.Qd8+ Kg7 58.Qe7+ Kh6 59.Qxe5 Rxf2+ 60.Kg1 1-0

Rellstab,L - Schmitt,L [B29]
Bad Salzbrunn, 1933
 

1.e4 c5 2.Nf3 Nf6 3.e5 Nd5 4.Nc3 e6 5.d4 Nxc3 6.bxc3 d5 7.Bd3 c4 8.Be2 Be7 9.0-0 Nd7 10.Ne1 b5 11.f4 Nb6 12.Nf3 Na4 13.Bd2 Ba3 14.Qe1 Bd7 15.Qg3 g6 16.Rae1 Qe7 17.f5 gxf5 18.Bh6 Nxc3 19.Nd2 Nxe2+ 20.Rxe2 Bc6 21.Bg5 Qf8 22.Rf3 Be7 23.Bf6 Rg8 24.Qh4 Kd7 25.Qxh7 Bxf6 26.exf6 Rh8 27.Qg7 Qxg7 28.fxg7 Rhg8 29.Rg3 Ke7 30.Nf3 Kf6 31.Ne5 Be8 32.Ree3 Rxg7 33.h4 Rxg3 34.Rxg3 b4 35.Rg8 Bc6 36.Nd7+ Ke7 37.Rxa8 Bxa8 38.h5 f6 39.Nc5 e5 40.Kf2 a5 41.Ke3 Bc6 42.h6 Kf7 43.Ne6 Kg6 44.dxe5 fxe5 0-1

Richter,K - Seitz,J [C13]
Bad Salzbrunn, 1933

1.e4 e6 2.d4 d5 3.Nc3 Nf6 4.Bg5 Be7 5.Bxf6 gxf6 6.exd5 exd5 7.Qf3 Be6 8.Nh3 Nc6 9.Bb5 Qd7 10.Nf4 0-0-0 11.h3 a6 12.Bxc6 Qxc6 13.0-0-0 Kb8 14.Rhe1 Bb4 15.a3 Bxc3 16.Qxc3 Qd6 17.g3 Bf5 18.Re3 Rhe8 19.Rde1 Re4 20.Rxe4 dxe4 21.Rd1 h5 22.Qc5 Bg6 23.Qxd6 Rxd6 24.c4 Rd8 25.d5 Rh8 26.h4 Bf5 27.Re1 Kc8 28.Kd2 Kd7 29.Kc3 Kd6 30.b4 b5 31.cxb5 axb5 32.Kd4 c6 33.Rc1 cxd5 34.Rc5 Be6 35.Rxb5 Ra8 36.Ra5 e3 37.fxe3 Rg8 38.Nxh5 Rg4+ 39.Nf4 Rxg3 40.Nxd5 Rg4+ 41.e4 f5 42.Ra6+ 1-0

Seitz,J - Rellstab,L [D52]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 d5 2.Nf3 Nf6 3.c4 e6 4.Bg5 c6 5.e3 Nbd7 6.Nc3 Qa5 7.Bxf6 Nxf6 8.Bd3 Bb4 9.Qc2 dxc4 10.Bxc4 c5 11.0-0 cxd4 12.exd4 0-0 13.Ne4 Be7 14.Ne5 Nd7 15.Nxf7 Kxf7 16.Bxe6+ Kxe6 17.Qb3+ Qd5 18.Nc5+ Bxc5 19.Rfe1+ Kd6 20.dxc5+ Nxc5 21.Qg3+ Kc6 22.Rad1 Re8 23.Rf1 Qe5 24.Qf3+ Kc7 25.Rd5 Bg4 26.Rxe5 Bxf3 27.Rxc5+ Bc6 28.Rc2 Rad8 29.f4 Rd4 30.g3 Red8 0-1

Von Holzhausen,W - John,W [C01]
Bad Salzbrunn, 1933

1.e4 e6 2.d4 d5 3.exd5 exd5 4.Nf3 Bd6 5.Bd3 Ne7 6.0-0 h6 7.Re1 Be6 8.Nbd2 Nd7 9.Nh4 0-0 10.c3 c5 11.Ndf3 Qc7 12.h3 Rae8 13.g4 c4 14.Bb1 Bf4 15.Qc2 g6 16.Rxe6 fxe6 17.Nxg6 Bxc1 18.Nxf8 Kxf8 19.Qxc1 Kg7 20.Qe3 Qb6 21.Qd2 Rf8 22.Kg2 Rf7 23.Bc2 Ng8 24.Re1 Ngf6 25.Bb1 Qc6 26.Ne5 Nxe5 27.Rxe5 Nd7 28.Re2 b5 29.f4 Qd6 30.f5 exf5 31.Bxf5 Nf8 32.Qe3 Rf6 33.Qe7+ Qxe7 34.Rxe7+ Rf7 35.Re5 Rb7 36.a3 a5 37.Rxd5 b4 38.axb4 axb4 39.Rc5 bxc3 40.bxc3 1-0

Von Holzhausen,W - Seitz,J [A35]
Bad Salzbrunn, 1933

1.e4 c6 2.d4 d5 3.exd5 cxd5 4.c4 Nf6 5.Nc3 Nc6 6.Nf3 g6 7.Bf4 Bg7 8.c5 0-0 9.Bb5 Nh5 10.Be3 Bg4 11.Bxc6 bxc6 12.h3 Bxf3 13.Qxf3 e5 14.dxe5 Bxe5 15.0-0 Rb8 16.Bh6 Re8 17.b3 Qa5 18.Rac1 Qxc5 19.Rfd1 Qd6 20.Na4 Nf4 21.Rc2 g5 22.Bxg5 Qg6 23.Bxf4 Qxc2 24.Qg3+ Qg6 25.Bxe5 Qxg3 26.Bxg3 Rbd8 27.Kf1 d4 28.Nc5 Rd5 29.b4 a5 30.a3 axb4 31.axb4 f5 32.Nd3 Ra8 33.Rc1 Ra6 34.Rc2 Rd8 35.Be5 Ra3 36.Ke2 Ra6 37.Kd2 Kf7 38.g3 Rd5 39.Bf4 Kf6 40.h4 Rb5 41.Bd6 Rd5 42.Bc5 Rd8 43.Rc4 Ke6 44.Nb2 Ra2 45.Rc2 Kd5 46.Be7 Rd7 47.Bc5 Rd8 48.Nd3 Rda8 49.Nb2 R8a3 50.Nd3 Ra8 51.h5 Ke4 52.Nb2 R8a3 53.b5 Rb3 54.bxc6 Raxb2 55.Rxb2 Rxb2+ 56.Kc1 Rb3 57.Kd2 Rc3 58.f3+ Kxf3 59.Bxd4 Rxc6 0-1

Ahues,C - Machate,G [D16]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Nc3 dxc4 4.Nf3 Nf6 5.a4 c6 6.e3 Bb4 7.Bxc4 0-0 8.0-0 Nbd7 9.Qe2 Bd6 10.Rd1 Qc7 11.e4 e5 12.d5 Nb6 13.Bb3 Bg4 14.a5 Nbd7 15.a6 Nc5 16.axb7 Qxb7 17.Bc4 cxd5 18.Nxd5

18. ...Nfxe4? 19.b4 Rad8 20.bxc5 Nxc5 21.Ba3 Rfe8 22.Ne3 Bxf3 23.Qxf3 Qxf3 24.gxf3 Bf8 25.Bb4 Rxd1+ 26.Rxd1 Ne6 27.Bc3 Bc5 28.Bxe6 fxe6 29.Bxe5 Re7 30.Bd6 Bxd6 31.Rxd6 Kf7 32.Ra6 1-0

 

Schmitt,L - Ahues,C [A05]
Bad Salzbrunn, 1933

1.c4 Nf6 2.Nf3 e6 3.b3 b6 4.g3 Bb7 5.Bg2 Be7 6.0-0 0-0 7.Bb2 d6 8.Nc3 Nbd7 9.Qc2 c5 10.e4 a6 11.d4 Qc7 12.d5 exd5 13.exd5 Rfe8 14.Ng5 Nf8 15.Nce4 Nxe4 16.Nxe4 Nd7 17.Bh3 Bc8 18.f4 Nf6 19.Bxc8 Nxe4 20.Bf5 Nf6 21.g4 h6 22.g5 hxg5 23.fxg5 Nd7 24.Bh7+

1-0!  auf Kf8 folgt Txf7+!

 

Schmitt,L - Richter,K [A25]
Bad Salzbrunn, 1933

1.c4 e5 2.Nc3 Nc6 3.g3 Nf6 4.Bg2 Be7 5.e3 0-0 6.Nge2 d6 7.d4 exd4 8.Nxd4 Ne5 9.b3 d5? 10.Nxd5 Nxd5 11.cxd5 Bb4+ 12.Bd2 Nd3+ 13.Ke2 Bxd2 14.Qxd2 Ne5 15.f4 Ng4 16.h3 Nf6 17.Nb5 Re8 18.d6 cxd6 19.Nxd6 Re7 20.Rhd1 h5 21.Rac1 Bd7 22.Nxb7 Bb5+ 23.Kf2 Qb6 24.Qd4 Qa6 25.Nc5 Qc8 26.Bxa8 Qxh3 27.Rh1 Ng4+ 28.Kf3 Nh2+ 29.Rxh2 Qxh2 30.Nd3 Bd7 31.Nf2 g6? 32.Rh1 Bg4+ 33.Nxg4 Qxh1+ 34.Kf2 Qxa8

35.Nf6+!! Kf8 36.Nd5 1-0

 

Seitz,J - Schmitt,L [E15]
Bad Salzbrunn, 1933

1.d4 Nf6 2.Nf3 b6 3.c4 e6 4.g3 Bb7 5.Bg2 c5 6.d5 exd5 7.Nh4 d6 8.Nc3 Qc8 9.cxd5 Be7 10.e4 a6 11.Nf5 Bf8 12.0-0 Nbd7 13.f4 g6 14.Nxd6+ Bxd6 15.e5 0-0 16.exd6 Re8 17.f5 c4 18.fxg6 Qc5+ 19.Kh1 hxg6 20.Bg5 Qxd6 21.Qd4 Nh7 22.Bh6 Qe5 23.Qf2 f5 24.Rae1 Qf6 25.Be3 Ne5 26.Bxb6 Nd3 27.Rxe8+ Rxe8 28.Qd4 Qxd4 29.Bxd4 Nxb2 30.Rb1 Nd3 31.Rxb7

31. ...Re1+ 32.Bf1 Rxf1+ 33.Kg2 Re1 34.Rg7+ Kh8 35.Rxg6+ Ne5 36.Re6 Ng5 37.Rxe5 1-0

 

Von Holzhausen,W - Ahues,C [C53]
Bad Salzbrunn, 1933

1.e4 e5 2.Nf3 Nc6 3.Bc4 Bc5 4.0-0 d6 5.c3 Bb6 6.d4 Qe7 7.h3 Nf6 8.d5 Nb8 9.Bd3 h6 10.Nbd2 g5 11.Nh2 Rg8 12.Nc4 g4 13.Nxb6 axb6 14.h4 Nh5 15.g3 Qf6 16.Be3 Rg6 17.Be2 Qg7 18.Qc2 Nd7 19.Bb5 Ke7 20.Bxd7 Bxd7 21.c4 Rf8 22.Rfe1

22. ... Nf4 23.gxf4 g3 24.fxg3 Rxg3+ 25.Kh1 Rg8 26.Rg1??

26. ... exf4 27.Rxg3 fxg3 28.Nf3 Qf6 29.Qe2 Bg4 30.Kg2 Bxf3+ 31.Qxf3 Qxb2+ 32.Bd2 Qxd2+ 33.Kf1 g2+ 34.Kg1 Qd4+ 0-1


John,W - Schmitt,L [A36]
Bad Salzbrunn (7), 06.08.1933

1.c4 Nf6 2.Nc3 c5 3.g3 Nc6 4.Bg2 g6 5.e3 Bg7 6.Nge2 d6 7.d3 Bd7 8.0-0 Qc8 9.Nf4 Rb8 10.d4 0-0 11.d5 Ne5 12.b3 a6 13.Nd3 Nxd3 14.Qxd3 b5 15.Bd2 Ng4 16.cxb5 axb5 17.Rac1 b4 18.Nd1 Bb5 19.Qe4 f5 20.Qxe7 Bxf1 21.Bxf1 Qd8 22.Qxd8 Rfxd8 23.h3 Ne5 24.Be2 Ra8 25.Rc2 Ra7 26.f4 Nd7 27.g4 Rda8 28.a4 bxa3 29.Ra2 Rb8 30.Bc4 Nb6 31.Bb5 Kf8 32.Bc6 Nc8 33.Ba4 Rxa4 34.bxa4 Rb1 35.Kf2 Rxd1 36.Ke2 Ra1 37.Rc2 a2 38.a5

38. …Re1+!  0-1

Im Schatten des „Deutschen Meisterturniers“ fanden die übrigen Turniere statt. Im „Schlesischen Meisterturnier“ wurden diese Preisgelder ausgeschüttet: 60, 45, 30,20 Reichsmark. Da Grohmann und Sikorski außer Konkurrenz starteten, wurde Absalon aus Ratibor Schlesischer Meister 1933/34, Dr. Müller aus Breslau erhielt den Titel „Schlesischer Meister“ verliehen.

 

SchlesischesMeisterturnier

   1

   2 

   3

   4

   5

   6

    7

   P

1. Grohmann, Dresden

   X

   1

   =

   =

   1

   1

   =

 4,5

2. Sikorski, Beuthen

   0

   X

   1

   1

   1

   0

   1

 4,0

3. Absalon, Ratibor

   =

   0

   X

   =

   1

   1

   =

 3,5

4. Dr Mueller, Breslau

   =

   0

   =

   X

   0

   1

   1

 3,0

5. Galonska, Gleiwitz

   0

   0

   0

   1

   X

   1

   0  

 2,0

6. Hecker, Breslau

   0

   1

   0

   0

   0

   X

   1

 2,0

7. Ruester, Neusalz

   =

   0

   =

   0

   1

   0

   X

 2,0



Partien:

Sikorski  – Galonska

1.e2-e4 e7-e6 2.d2-d4 d7-d5 3.Nb1-c3 Ng8-f6 4.Bc1-g5 d5xe4 5.Nc3xe4 Bf8-e7 6.Bg5xf6 Be7xf6 7.Ng1-f3 Nb8-d7 8.Qd1-d2 b7-b6 (wenn Schwarz jetzt oder später rochiert, so folgt g2-g4) 9.0-0-0 Bc8-b7 10.Bf1-d3 Qd8-e7 11.Qd2-e2!! 0-0-0 12.Bd3-a6 Nd7-b8 13.Ba6xb7 Kc8xb7 14.Rd1-d3 Nb8-c6 15.Rh1-d1 Nc6-b4? (Ein verfrühter Ausfall) 16.Rd3-a3 a7-a5 (Es drohte einfach c2-c3 nebst Qa6+ usw.)


 

17.Ne4-c5+!! ( Das Springopfer darf nicht angenommen werden, da nach 17. ...bc 18.Qb5+ Kc8 19. Ra3xa5 Schwarz mindestens die Dame verliert) Kb7-a7 (auch andere Königszüge verlieren ) 18.Qe2-b5! c7-c6 19.Qb5xb4 Bf6xd4 (Verzweiflung!) 20.Nf3xd4 Qe7-g5+ 21.Kc1-b1 Rd8-d5  Weiss setze in 3 Zügen matt, beginnend mit Ra3xa5 usw

 

Sikorski  – Absalon

1.e2-e4 d7-d5 2.e4xd5 Qd8xd5 3.Nb1-c3 Qd5-a5 4.b2-b4 Qa5-b6 (besser ist die Annahme des waghalsigen Gambits ) 5.Nc3-d5 Qb6-d6 6.Nd5-e3 Ng8-f6 7.Ng1-f3 Nb8-c6 8.Bc1-b2! Bc8-g4 9.Ne3xg4 Nf6xg4 10.b4-b5 Qd6-c5 11.Qd1-e2 Nc6-b4 12.Nf3-d4 Ng4-f6 13.c2-c3 Nb4-d5 14.Nd4-b3 Qc5-d6 15.g2-g3! e7-e6 16.Bf1-g2 0-0-0 17.a2-a3! Nf6-d7 18.c2-c4 Nd5-b6 19.Qe2-f3 Nd7-c5!! (Diese versteckte Parade hatte Weiss nicht genugend gewurdigt) 20.0-0! (alles andere ist fur Weiss nachteilig, wie man sich leicht uberzeugen kann) 20. ...Nc5xb3 21.Qf3xb3 Qd6-d3 22.Bb2-c3 Qd3xc4 23.Qb3-d1 Nb6-d5 24.Qd1-f3 f7-f6 25.Rf1-c1 Qc4-a4 26.Qf3-e2 e6-e5 27.Bc3-b4! a7-a5 28.Qe2-c4 a5xb4 29.Bg2xd5 Bf8-d6 30.Bd5-e6+ Kc8-b8 31.a3xb4 Qa4xb4 32.Qc4-a2 Schwarz gab auf 1-0

 

Sikorski  – Dr Mueller

1.e2-e4 e7-e6 2.d2-d4 d7-d5 3.Nb1-c3 Ng8-f6 4.Bc1-g5 Bf8-e7 5.e4-e5 Nf6-d7 6.Bg5xe7 Qd8xe7 7.Bf1-d3 a7-a6 8.f2-f4 c7-c5 9.d4xc5 Nd7xc5 10.Ng1-f3 Nb8-c6 11.0-0 Bc8-d7 12.a2-a3 Nc5xd3 13.c2xd3! (Der Punkt c4 soll bewacht werden ) 0-0 14.Ra1-c1 Qe7-c5+? 15.Kg1-h1 Nc6-e7 16.Nf3-g5 h7-h6 17.Nc3-e4 Qc5-b6
 

 

18.Ne4-f6+!? ( Die Korrektheit dieses Opfers ist bezweifelt worden; 18. ...Ne7-f5 ist tatsächlich die stärkste Fortsetzung für Schwarz, die Widerlegung ist aber doch nicht einwandfrei bewiesen. Vom Standpunkt des praktischen Angriffs ist aber ein solches Opfer, das übrigens sehr viel Mut erfordert, durchaus gerechtfertigt ) 18. ...g7xf6 19.e5xf6 Ne7-g6?? (So allerdings ist es sofort aus.) 20.Qd1-h5 h6xg5 21.Qh5-h6 mit undeckbarem Matt.


Henryk Konaszczuk
konash@interia.pl


 

Über den Autor:

Henryk Konaszczuk (Jg. 1955), von Beruf Chemiker, wohnhaft in Zabrze (dt. Hindenburg). Beschäftigt in Gliwice am Institut für Nichtorganische Chemie. Konaszczuk publiziert schachhistorische Artikel auf der polnischen Schachseite Vistula. Er bereitet zur Zeit eine Publikation zur Geschichte der Schlesischen Schachkongresse in deutscher Zeit vor und sammelt Material aus der Zeit von 1922 bis 1939. Neben Turnierinformationen liegen ihm bereits über 150 Partien aus dieser Zeit vor. Außerdem bereitet er eine Arbeit anläßlich des in diesem Jahr wiederkehrenden 100. Todestages des Breslauer Meisterspielers Arnold Schottländer vor. Eine Arbeit Konaszczuks über Paul Mross erschien 2005 auf den Online-Seiten von Chessbase in deutscher Sprache.

 

 

 

 

 


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