Eine bessere Welt für die Kinder: Schach dem Jodmangel!

17.05.2002 – Anatoli Karpow will als UNICEF-Sonderbotschafter seiner Region (Mittel- und Osteuropa sowie GUS und Baltikum) helfen, den Jodmangel zu bekämpfen. Im Rahmen der UN-Sondersitzung in New York zum Thema "Kinder" ("Weltkindergipfel"; 8.-10. Mai 2002) eröffnete er am 8. Mai die UN-Aktion 'A Smart Start for Children' mit dem Ziel, bis zum Jahre 2005 alle auf Jodmangel beruhenden Krankheiten und Behinderungen zu beseitigen.Mehr bei der UN...Mehr bei der Unicef...Bericht von Gerald Schendel...

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Mehr als 60 Staats- und Regierungschefs, rund 200 Parlamentarier aus über 70 Ländern, 2000 Vertreter von Nichtregierungs-Organisationen und mehrere hundert Kinder unter 18 Jahren nahmen an der Konferenz teil. Dieser "Weltkindergipfel" hätte schon im September 2001 stattfinden sollen, wurde jedoch wegen der Terroranschläge (zunächst auf unbestimmte Zeit) verschoben. Die erste Veranstaltung dieser Art fand 1990 anläßlich der im Vorjahr verabschiedeten UN-Kinderrechtskonvention statt. Kaum eine andere internationale Konvention wird - zumindest auf dem Papier - von so vielen Ländern respektiert wie die Kinderrechtskonvention; nur Somalia und die USA haben sie bisher noch nicht ratifiziert.

In dem 100-Seiten-Bericht des UN-Generalsekretärs ("We the children"), in dem Daten aus 150 Ländern verarbeitet wurden, ist nachzulesen, dass es trotz der Konvention um die Kinder auf der Welt nicht gut bestellt ist. Das Problem der Unterernährung hat sich in Asien kaum verbessert und auf dem afrikanischen Kontinent südlich der Sahara verschlimmert. Zwei von fünf Menschen leben ohne sanitäre Einrichtungen. Einer von sechs Menschen hat keinen Zugang zu Trinkwasser. Eines von zwölf Kindern wird keine fünf Jahre alt und stirbt an Krankheiten, die leicht zu behandeln bzw. zu verhindern wären.

Zu den politisch umstrittenen Themen gehört der Zugang von Kindern zu Gesundheitsdiensten (u.a. die USA sind gegen ein Recht auf Abtreibung). Problematisch ist auch das Thema "Kinderarbeit": Industrieländer neigen zu einem Verbot, Entwicklungsländer favorisieren die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. In manchen Bereichen dagegen wurden in den letzten Jahren ermutigende Fortschritte erzielt. Hierzu gehört die Bekämpfung des Jodmangels.

Jodmangel ist ein weltweites Gesundheitsproblem, das Wachstum und Entwicklung von Millionen von Kindern beeinflusst. In früher Kindheit wirkt sich ein solcher Mangel auf die Sprechfähigkeit, das Gehör, die motorische Entwicklung und das körperliche Wachstum aus. Jodmangel ist die wichtigste Ursache von Hirnschäden und kann den durchschnittlichen Intelligenzquotienten einer Population um 10 bis 15 Punkte verringern.  Dabei gibt es ein sehr einfaches, effektives und billiges Mittel, den betroffenen Menschen das benötigte Jod zu verschaffen. In der industrialisierten Welt wird seit Anfang des 20. Jahrhunderts regelmäßig jodiertes Speisesalz verwendet.

Als man sich 1990 beim ersten Weltkindergipfel vornahm, den Jodmangel bis zum Jahre 2000 zu beseitigen, wurde nur in 20 Prozent aller Haushalte weltweit jodiertes Salz verwendet. Seither konnten beträchtliche Fortschritte registriert werden. Nach UN-Schätzungen wird nun in 70 Prozent der Haushalte in Entwicklungsländern jodiertes Salz benützt. In den nächsten Jahren sollen die letzten 30 Prozent geschafft werden.

An der UN-Aktion, die von Anatoli Karpow eröffnet wurde, beteiligen sich UNICEF, die Micronutrient Initiative, der International Council for Control of Iodine Deficiency Disorders, Kiwanis International, die Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Verband europäischer Salzproduzenten, das Salt Institute, der Verband der chinesischen Salzindustrie, die US-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention und die Emory University School of Public Health. UNICEF-Botschafter Anatoli Karpow interessierte sich besonders für dieses Thema: "Man braucht kein Weltklasse-Schachspieler zu sein um zu wissen, dass man für den Sieg ein gesundes und leistungsfähiges Gehirn braucht. Besonders Schachspieler sind wie kaum eine andere Gruppe von Menschen geeignet, diese Initiative zu unterstützen." Karpow will sich in dieser Sache an die Schachklubs seiner Region wenden

Gerald Schendel/ 15.05.2002
 

 



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