Eines der schönsten Open des Jahres

30.07.2012 – Schach mit Urlaub verbinden, Urlaub mit Schach verbinden - der Campingplatz La Rochade in Frankreich, unweit von Bordeaux gelegen, ist der ideale Ort dafür. Die Leiter von La Rochade, Rike und Jules Armas, sind beide Internationale Meister und so ist dieser Campingplatz vielleicht der einzige der Welt mit Schachhaus, wo man rund um die Uhr blitzen kann. Und seit 15 Jahren organisieren Jules und Rike Armas jeden Sommer das Wein-Open, bei dem man kein Geld, sondern Wein gewinnen kann. Schließlich liegt Naujac in einer der bekanntesten Weingegenden Frankreichs, dem Médoc. Evi Zickelbein berichtet von einem unterhaltsamen Turnier und einem wunderschönen Urlaub mit Schach, Meer, Fußball, Minigolf, Hüpfburgen, Grillfesten und jeder Menge Spaß.Zum virtuellen Campingplatz La Rochade..., Zum Endstand des Wein-Open...Zum Bericht...

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Naujac 2012: 15. Wein-Open
Text: Eva Maria Zickelbein Fotos: Eva Maria Zickelbein, Katrin Kramer, Ute Glöckner

Bereits zum 15. Mal fand in diesem Sommer das Wein-Open in Naujac-sur-Mer statt. Das Dorf liegt auf der Halbinsel des Médoc ungefähr 60 Kilometer von Bordeaux entfernt. Nur circa 8 Kilometer sind's bis Pin Sec, einem der schönsten Strände Frankreichs (5. Platz, siehe http://fr.voyage.yahoo.com/p-promotions-3362535). Zur anderen Seite sind es auch nur wenige Kilometer bis ins Médoc, eine der bekanntesten Weingegenden Frankreichs.

Das Turnier findet alljährlich zu Saisonbeginn in der NaujacerSalle des Fêtes statt. Eröffnet wird damit die Saison auf dem Campingplatz "La Rochade", der seit 1994 von den Internationalen Meistern Rike und Jules Armas betrieben wird. Der Campingplatz liegt malerisch im Pinien- und Birkenwald und verfügt neben viel Platz für Zelte und Wohnwagen mittlerweile auch über fast 50 so genannte Mobile-Homes, die sehr komfortabel mit zwei Schlafzimmern, Wohnzimmer, Dusche, Toilette und Küche ausgestattet sind. So müssen Campingmuffel nicht auf ein bisschen Bequemlichkeit verzichten und können trotzdem diese absolut gelungene Mischung aus Schach und Urlaub genießen.

Der Campingplatz verfügt darüber hinaus über folgende Annehmlichkeiten und Freizeitattraktionen: Zwei Waschhäuser, Waschmaschine, zwei Grillplätze, Pool, Badesee mit Wasserrutsche und Strand, Beachvolleyballfeld, Fitnessparcours, Minigolf, Kicker, Trampolin, Hüpfburg, Waterballs und einen Bouleplatz! Außerdem gibt es eine kleine Restauration, hier bekommt man morgens Frühstück, mittags ein Tagesgericht und Kleinigkeiten und abends Pizza und andere Snacks.

Und natürlich gibt es auch ein Schachhaus, in dem den ganzen Tag - und die ganze Nacht - geblitzt werden kann und ein Draußen-Schach, das natürlich besonders von den Kindern geliebt wird. Der Campingplatz ist sehr ruhig und eignet sich auch sehr für Familien mit Kindern - die Kinder können sich einfach frei bewegen und den ganzen Tag ungehindert spielen. Autos verkehren kaum und wenn im Schritttempo. Und für uns Schachnerds gibt es auf dem ganzen Platz gratisWirelesslan, das allerdings nicht in jedem Mobile-Home funktioniert.

Es ist aber immer möglich, in ein kleines Internetcafé zu gehen, das sich in der Nähe der Rezeption befindet. Wenn man gern Fahrrad fährt, kann man wunderbar zum Schach oder in die Bar oder zum Einkaufen ins Dorf fahren, für ambitioniertere Radfahrer ist natürlich auch der Weg zum Strand, ca. 8 Kilometer, kein Problem. Auf dem Weg zum Strand befindet sich übrigens das Dorf St. Isodore, das zur Gemeinde Naujac-sur-Mer gehört und wo sich zwei Tennisplätze in sehr gutem Zustand befinden, die man für einen geringen Stundenpreis mieten kann.


Die Einfahrt zum Campingplatz La Rochade.


Zelten im Birkenhain für Naturfreunde ist ebenso möglich wie…


…das Logieren in einem komfortablen Mobile-Home mit zwei Schlafzimmern, Küche, Bad, Toilette und Wohnzimmer.


Birkenallee auf dem Campingplatz mit Mobile-Homes und Wohnwagen.


Neu in diesem Jahr ist die Minigolfanlage, natürlich im Schachdesign (links im Hintergrund der Pool).


Liebevoll gestaltete Details - dem Springer fehlt ein Zahn, der wohl von einem Amateur mit einem scharfen Ball ausgeschlagen wurde - machen die Anlage zu einer belieben Freizeitbeschäftigung bei Kindern und Erwachsenen, Schachspielern und Nicht-Schachspielern.


Natürlich auch sehr beliebt, besonders bei den Kleinen: Die Hüpfburg! Davor die Fitnessgeräte, links der Spielplatz und die Tischtennisplatte.


Ebenfalls eine Attraktion: Die so genannten Waterballs! Die Bälle werden mit einer Art Föhn mit Luft gefüllt und dann kann man in einem flachen Bassin nach Herzenslust "rumkugeln".


Mia und Alina Kramer aus Hamburg macht's sichtlich Spaß.



Zahlreiche Aktionen während der Sommermonate machen den Aufenthalt auf dem Campingplatz zu einem Erlebnis: Neben größeren und kleineren Schachturnieren und Lehrgängen gibt es auch Grillfeste, Paellaessen, Tanzabende, Spielturniere, ein Bouleturnier u. v. m. Auf der Homepage des Campingplatzes findet man das Programm für die Sommermonate.


Der Chef Jules Armas teilt beim Grillfest persönlich die südfranzösischen Würsten Merguez aus. Ursprünglich kommen die zumeist aus einer Mischung aus Rind und Lamm hergestellten Würstchen aus Nordafrika.


Natürlich freuten wir uns wieder besonders, während des Wein-Opens die letzten EM-Spiele sehen zu können. Leider nur wurden wir durch das 0:2 gegen Italien unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt…


…was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat - hier Merijn van Delft mit Anthony, Sohn von Silvia und Didier Collas.

Wenn nicht gerade Schach oder Minigolf gespielt oder im Pool geplanscht wird, ziehen der Strand und der herrliche Atlantik natürlich magisch an:



In den Sommermonaten ist die Badestelle am Strand von Pin Sec bewacht, die Kraft des Meeres sollte nämlich auf keine Fälle unterschätzt werden. Ende Juni und in der ersten Julihälfte ist auch noch fast nichts los, später füllt sich der Strand schon erheblich. Neben Franzosen sind hier natürlich auch viele Deutsche anzutreffen, außerdem Niederländer und Belgier.


Die gesamte Küste bis runter nach Spanien ist ein Surferparadies. Am Strand von Pin Sec können auch Surfkurse belegt werden.


Wer möchte da nicht reinspringen?



Das kleine Dörfchen Naujac-sur-Mer aus der Vogelperspektive. In der Dorfmitte gibt es um den obligatorischen Platanenplatz alle, was in einem französischen Dorf standardmäßig vorhanden ist: Kirche, Hôtel de Ville (Rathaus), Schule, Bar, Post und eine Alimentation (kleiner Lebensmittelladen). Quelle: http://naujac2008.canalblog.com.


Der Festsaal in dem das Wein-Open nun schon zum 15. Mal ausgespielt wurde.



Blick in den Turniersaal: In diesem Jahr war die Teilnehmerzahl mit 64 leider nicht so hoch, dafür hatte jeder einen Tisch für sich. Das Turnier ging in diesem Jahr vom 24. Juni bis 02. Juli, das ist für viele Franzosen zu früh, da die Sommerferien erst am 5. Juli beginnen. Auch in vielen deutschen Bundesländern beginnen die Ferien später. Die Organisatoren überlegen, das Turnier im 2013 eine Woche später zu starten.



In diesem Jahr spielten keine Großmeister, dafür aber fünf internationale Meister mit: Vincent Colin, Silvia und Didier Collas, Adrien Demuth und Merijn van Delft. Weiterhin eine relativ große Gruppe von Spielern von 2100 bis 2300, darunter viele junge französische Talente.

Das Turnier wurde am Ende eine sichere Beute des Lokalmatadoren Adrien Demuth, der 7 aus 9 erreichte und der seine vier Remispartien schlau auf seine jungen französischen Freunde und auf zwei IM's verteilte. Die turnierentscheidende Partie zeigt ihn auf diesem Foto gegen Antoine Favarel, der am Ende durch einen Schlussrundensieg gegen Merijn van Delft noch fünfter wurde. Adrien Demuth spielte diese Partie in der achten Runde und schlug mit Weiß in einer spannenden und langen Partie Antoine Favarel aus Bordeaux.



Merijn van Delft gelang es bei seiner siebten Teilnahme beim Wein-Open zum ersten Mal nicht, in die Preisränge zu kommen. Hier spielt er in der vierten Runde gegen seinen Hamburger Schüler Julian Kramer, der seinem Trainer arg zusetzte und ihn zum Schluss noch ins Remis entwischen ließ. Mit einem Sieg in der neunten Runde gegen Antoine Favarel hätte sich Merijn van Delft dann noch noch "in den Wein" spielen können, konnte seine deutlich bessere Stellung jedoch nicht umsetzen und verlor am Ende sogar noch.


Freundschaftliche Analyse auf der Terasse des Mobile-Home: Merijn van Delft, Tobi Dierkes, Thomas Willemze und Julian Kramer.


Zur Siegerehrung versammelten sich alle Sieger und die Offiziellen zum Gruppenfoto mit Wein und Waage.



Die Motoren des Turniers: Der Präsident des Naujacer Schachklubs Stéphane Bastin mit Rike und Jules Armas. Stéphane Bastin und Jules Armas tragen T-Shirts des renommierten Châteaus Haut Marbuzet (St. Éstephe), das neben Langoa Barton (St. Julien) und der Sociendo Mallet (Haut Médoc) zu den Sponsoren des Turniers gehört. Weitere unterstützende Weingüter: La Cardonne, Peyrabon, Blaignan, Grand Art und Micalet.


Der Sieger mit Pokal auf der Waage und der Taktik, sich möglichst weit nach hinten zu lehnen, um das Gewicht zu erhöhen. Dies ist Adrien Demuth gelungen, den 84 Flaschen waren die Ausbeute.


Der dritte Platz ging an den bulgarischen IM DimitarMarholev, bei einem solchen Turnier natürlich der Schrecken eines jeden Ausrichters. Er brachte 108 Flaschen auf die Waage, die zum Glück ja noch durch 3 geteilt wurden.


Familienpreis: Zwar verfehlte IM Didier Collas genau wie die beiden anderen IM's Vincent Colin und Merijn van Delft die Preisränge, dafür feierte er seinen Geburtstag und seinen Hochzeitstag! Und nicht zu vergessen: Seine Frau Silvia Collas stellte die Familienehre wieder her und holte den Damenpreis!


Julian Kramer drehte nach seiner Remise gegen seinen Trainer groß auf und schlug mit Schwarz den französischen Meister U20 Paul Velten, musste dann jedoch zwei hoffentlich lehrreiche Niederlagen hinnehmen und endete auf 5,5 aus 9 als bester U16-Spieler. Das Foto zeigt ihn mit seiner kleinen Schwester Mia, die so auch noch einmal aufs Podium durfte!


Nicolas Faugerolle wurde bester Spieler aus Naujac.

Fußball

Auch in diesem Jahr wollten die Franzosen unbedingt ein Fußballmatch auf dem Platz des Naujacer Fußballklubs austragen. Nachdem sie in den letzten Jahren immer ziemlich chancenlos untergegangen waren, witterten sie in diesem Jahr ihre Chance, weil extrem viele junge Franzosen teilnahmen und relativ wenig Ausländer vor Ort waren.


Das Team Frankreich vor dem Anpfiff, es fehlen aber noch einige Spieler.


Das Team International, eigentlich ein Team Holland-Deutschland. Obere Reihe von links: David Thalwitzer, Denis Resnjanskij , Henning Voß, Klaus-Peter Kramer, Tobi Dierkes, Benjamin Zickelbein. Untere Reihe: Eva Maria Zickelbein, Merijn van Delft, Julian Kramer und Thomas Willemze. Zaungäste: Anthony Collas und Mia Kramer.


Zu Beginn war es wirklich ein ausgeglichenes Spiel, doch dann steckten die beiden Niederländischen IM's ihre Köpfe zusammen und entschieden: So kann es nicht weitergehen. Die beiden drehten auf und machten quasi im Alleingang die entscheidenden Treffer.


Schönes holländisches Passspiel: Merijn van Delft startet durch, Thomas Willemze spielt den genauen Pass.


Bekommt den Ball zurück und dreht nach dem 1:0 zufrieden ab.


Schiedsrichter Jules Armas stellt die internationale Mauer vor einen Freistoß der Franzosen.


Eva Maria Zickelbein, im falschen Trikot, stellt sich dem französischen Angreifer Quentin Loiseau entgegen.


Beim Stand von 5:2 für das Team International hatten bisher "nur" Niederländer die Tore gemacht: Thomas Willemze zwei und Merijn van Delft drei. Da hielt es Benjamin Zickelbein nicht mehr in seinem Kasten und er schaltete sich gegen Spielende immer wieder mit nach vorn ein. Als Krönung machte er dann den 6:2 Entstand.


Auffälligster Spieler der Franzosen war Ezra Kirk, hier am Ball. Er brillierte nicht nur beim Fußball, auch im Wein-Open schaffte er es mit 6,5 aus 9 aufs Podest!


Ein schöner Fußballvormittag geht zu Ende - à l'annéeprochaine, les Français!

Visite de Château

Ebenfalls ein fester Programmpunkt ist die Weingutbesichtigung, schließlich befinden wir uns in einem der besten Weinanbaugebiete der Welt!


In diesem Jahr besichtigten wir das Château Noaillac im kleinen Örtchen Jau-Dignac et Loirac.


Natürlich dauert es noch ein paar Monate bis zur Ernte.


Hier lagert aber schon der Wein aus 2011 in so genannten Barriques, Eichenfässern, ca. 12 Monate, bevor er in die Flaschen umgefüllt wird.


Das Besondere in diesem Jahr: Seniorchef Xavier Pages höchstpersönlich führte uns durch das Weingut und erläuterte den Herstellungsprozess von der Ernte bis zur Abfüllung.


Zum Abschluss steht dann natürlich auch immer die Weinprobe an, die mit einem Rosé begann. Dann folgten die verschiedenen Weine des Château Noaillac und mit Monsieurs Pages' Erläuterungen sind wir wieder ein bisschen weiter auf dem Weg zum Weinkenner gekommen!


Das Château Noaillac produziert 350.000 Flaschen im Jahr - hier wird gerade der 2010er Jahrgang abgefüllt.


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