Einstimmung auf die Schacholympiade

von Hartmut Metz
11.06.2014 – Inzwischen ist die Durchführung der Schacholympiade in Tromsø in trockenen Tüchern. Auch der gemeldete Fehlbetrag von 1,8 Mio. Euro wird nun von der norwegischen Regierung übernommen. Als Hartmut Metz kürzlich Tromsø besuchte, war das noch unklar, doch es gab schon einen Alternativplan, falls die Regierung in Oslo sich verweigert hätte. Mehr...

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Olympiade-Absage wäre eine „Blamage“

"Politische Muskelspiele“: Norwegische Tourismus-Experten glauben an finanzielle Rettung



Im Süden des Landes misst sich jetzt die Weltspitze in Stavanger – im hohen Norden Norwegens funkt die Schachwelt dagegen an der Küste S.O.S.: Zwei Monate vor dem ersten Zug bei der Olympiade in Tromsø fehlen 15 Millionen Norwegische Kronen (rund 1,8 Millionen Euro) – und das trotz Magnus Carlsen als Aushängeschild. Die Organisatoren haben sich offenbar nicht nur bei der Sponsorensuche verschätzt.

Die Lage scheint allerdings nicht ganz so hoffnungslos in der 72.000-Einwohner-Stadt, wie die letzten Meldungen der FIDE und anderer Quellen suggerieren. Die Flaggen vor der Spielhalle flattern bereits im Wind – und die Einheimischen wie die Experten von Innovation Norway, der Tourismusbehörde der Skandinavier, können sich nicht vorstellen, dass die öffentlichen Haushalte nicht doch einspringen, um das Aus zu verhindern. „Das wäre eine Blamage“, glaubt nicht nur Fremdenführer Knut Hansvold in Tromsø und fügt an, „die Olympiade wird nicht abgesagt. Das sind doch nur Muskelspiele der Regierung.“ Die Touristiker von Innovation Norway können sich auch kaum vorstellen, dass die neue konservative Regierung stur bleibt und die 4000 Hotel-Betten während der Mitternachtssonne leer bleiben. „Momentan sind die Hotelzimmer auch viel billiger als sonst, weil die Geschäftsleute im Sommer wegbleiben“, setzt Hansvold auf die Zusatzeinnahmen durch die Schach-Olympiade.

Angesichts des Reichtums des Landes sollten die 1,8 Millionen Euro ohnehin aufgetrieben werden – solche Kleckerbeträge gab Norwegen bisher ohne mit der Wimper zu zucken aus, um beispielsweise Einwohner von der Landflucht abzuhalten. In zahlreiche Hundert-Seelen-Orte werden Riesenbeträge für die Infrastruktur gepumpt, damit die Menschen sich in dem reichen Land über das gesamte Staatsgebiet verstreuen und nicht alle in die Städte drängen.

Scherzhaft könnte man der Regierung ja die Rechnung aufmachen, dass sich der Fehlbetrag allein durch die Teilnehmer, Betreuer und Zuschauer bei der Olympiade nahezu mühelos finanzieren lässt: Sie müssen nur fleißig an jedem Abend ein Bier trinken – eine kleine Flasche kostet in den Bars von Tromsö an die zehn Euro ...

 

 



Hartmut Metz ist hauptberuflich Redakteur beim Badischen Tagblatt mit Hauptsitz in Baden-Baden. Er schreibt außerdem unter anderem für das Schach-Magazin 64 und Schach-Aktiv (Österreich).
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