EOCCC-Finale: Clichy und Deizisau führen nach Tag 1

von Klaus Besenthal
30.03.2021 – Die Finalrunde des "European Online Chess Club Cup" (EOCCC) hat am Dienstag mit den Runden 1 bis 4 begonnen. Der französische Verein Clichy Echecs 92 und die Schachfreunde Deizisau haben dabei mit jeweils sechs Mannschaftspunkten am besten abgeschnitten; weil die Franzosen einen Brettpunkt mehr geholt haben, belegen sie aber zurzeit Platz 1. Recht erfolgreich war auch der Hamburger SK, der es auf vier Mannschaftspunkte bringt. Erfolglos verlaufen ist der Tag dagegen für das Frauenteam von Cercle d'Echecs de Monte Carlo: Die Mannschaft von Elisabeth Pähtz hat am ersten Finaltag alle vier Mannschaftskämpfe verloren. Das 15+5-Onlineturnier endet am Mittwoch mit den Runden 5 bis 9 (ab 14.30 Uhr).

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European Online Chess Club Cup

Französische Spieler sucht man in der Mannschaft des französischen Vereins Clichy Echecs 92 vergeblich. An den Spitzenbrettern des Tabellenführers haben zwei junge Spieler bislang sehr erfolgreich agiert, was vielleicht die These stützt, dass Online-Schnellschach etwas ist, das von Spielern dieser Generation besonders gut bedient werden kann. So ist der Verein aufgestellt:

Br.   Name Elo Land FideID Gr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Pkt. Anz EloDS
1 GM Van Foreest Jorden 2701 NED 1039784   0 ½ 1 1           2,5 4 2670
2 GM Maghsoodloo Parham 2676 IRI 12539929   1 1 ½ 0           2,5 4 2606
3 GM Amin Bassem 2695 EGY 10601457   1 ½ ½ ½           2,5 4 2604
4 GM van Wely Loek 2620 NED 1000268   1 ½ 1 0           2,5 4 2555

Die Gemeinde Deizisau im Landkreis Esslingen ist ein paar Kilometer südöstlich von Stuttgart gelegen. Dass die Schachfreunde Deizisau viele junge und jugendliche Spieler in ihren Reihen haben, weiß ja jeder, der die Schachbundesliga in den letzten Jahren aufmerksam verfolgt hat. Blübaum, Donchenko, Keymer: Alle spielen sie für die SF Deizisau. Dies ist die Ergebnisübersicht von der ersten Hälfte der EOCCC-Finalrunde:

Br.   Name Elo Land FideID Gr 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Pkt. Anz EloDS
1 GM Bluebaum Matthias 2670 GER 24651516   ½ ½ 1 0           2,0 4 2728
2 GM Donchenko Alexander 2659 GER 24603295   ½ ½ ½ 1           2,5 4 2673
3 GM Meier Georg 2628 GER 4675789   1   ½ ½           2,0 3 2678
4 GM Heimann Andreas 2606 GER 24624632     0               0,0 1 2697
5 GM Keymer Vincent 2591 GER 12940690   ½ ½   1           2,0 3 2645
6 GM Kollars Dmitrij 2598 GER 12909572       ½             0,5 1 2598

"Schwächere" Spieler gibt es in dieser Finalrunde gar nicht mehr. Ein Blick auf die Namen bei den Teams auf den weiteren Plätzen zeigt, wie die Spitzenposition von Clichy bzw. Deizisau zu bewerten ist: Bei "Mednyi Vsadnik" spielen ausschließlich russische Spitzengroßmeister, angeführt von Vladimir Fedoseev, bei "Novy Bor" haben sich David Navara und Radoslaw Wojtaszek mit den Indern Harikrishna, Vidit und Sasikiran verstärkt, die "Poland Husars" werden von dem polnischen Topspieler Jan-Krzysztof Duda angeführt. Diese drei Teams haben fünf Mannschaftspunkte. Auf den weiteren Plätzen folgen "Odlar Yurdu" mit Shakhriyar Mamedyarov und der Hamburger SK, die beide vier Mannschaftspunkte haben. 

Tabelle nach der 4. Runde

Rg.   Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10  Wtg1   Wtg2   Wtg3   Wtg4 
1
 
Clichy Echecs 92  *  3   3         6 10,0 0 20
2
 
SF Deizisau e.V.  *            6 9,0 0 24
3
 
Mednyi Vsadnik 1    *  2   3       4 5 10,0 0 13
4
 
Novy Bor   2  *          5 9,5 0 23
5
 
Poland Hussars 1        *      2 3 5 8,5 0 7
6
 
Odlar Yurdu   1      *      3 4 9,0 0 8
7
 
Hamburger Schachklub 1830         ½  *  1   4 6,5 0 14
8
 
Ladya Kazan       ½ 2   3  *    3 7,0 0 13
9
 
4NCL Guildford          *    2 7,0 0 6
10
 
Cercle d'Echecs de Monte-Carlo   0   1 1        *  0 3,5 0 0

In nachstehender Partie gewann der 23-jährige Matthias Blübaum gegen den 35-jährigen schachlichen Superstar Shakhriyar Mamedyarov, als dieser einzügig seine Dame einstellte. Nicht zuletzt dank dieses vollen Punktes gewannen die SF Deizisau den Mannschaftskampf gegen "Odlar Yurdu" aus Aserbaidschan.

 

Der Hamburger SK wiederum gewann gegen das starke "Novy Bor". Verantwortlich dafür war die beeindruckende Endspielleistung von Julian Kramer gegen den tschechischen Topstar David Navara an Brett 4:

 

Partien

 

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Klaus Besenthal ist ausgebildeter Informatiker und ein begeisterter Hamburger Schachspieler. Die Schachszene verfolgt er schon seit 1972 und nimmt fast ebenso lange regelmäßig selber an Schachturnieren teil.

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