
Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der
Neuen Westfälischen

Herford (NW). Kaum war das Simultanturnier mit
Großmeister Christopher Lutz beendet (wir berichteten), da hatte der Herforder
Schachverein Königsspringer schon wieder organisatorische Aufgaben zu
bewältigen, stand doch sein 34. Internationales Schnellschachturnier an, das
immerhin als Qualifikation zur Deutschen Schnellschach-Meisterschaft diente. Mit
zwei Großmeistern und fünf Internationalen Meistern unter den 70 Teilnehmern war
das Grand-Prix-Turnier der Sparkasse Herford ordentlich besetzt.

Überragender Spieler war der 40-jährige russische
Großmeister Vladimir Epischin, der sich mit acht Siegen und drei Remis (das
entspricht 9,5 Punkten aus elf Runden) schon zum zweiten Mal Platz eins beim
Herforder Turnier sicherte.


GM Vladimir Epishin
Für Epischin, der erst kürzlich noch bei der
russischen Meisterschaft gegen den inzwischen zurückgetretenen Gary Kasparow ein
Remis erreichte, war dies nach eigener Aussage der 175. Turniersieg.

GM Vladimir Epishin
Die ehemalige Nummer zehn der Weltrangliste
verwies mit seinen 9,5 Punkten die Internationalen Meister Thomas Henrichs
(Dortmund, 9,0 Punkte) und Carsten Lingnau (Gescher, 8,5) auf die nächsten
Plätze. Der in Wismar lebende Russe zeigte bis zur letzten Runde Kampfgeist und
suchte trotz Wertungsvorteil vor den Verfolgern auch in dieser kompromisslos den
Sieg. Entsprechend zufrieden war der Profi anschließend: "Ein gutes Turnier,
aber es war anstrengend", urteilte er.
"Epischins Spiel war eine Klasse für sich",
zollte der Turnierzweite Thomas Henrichs dem siegreichen Großmeister Respekt.
Aber auch mit seinem eigenen Spiel war er zufrieden. "Ich habe schnell gespielt
und bin nie in Zeitnot gekommen.

IM Thomas Henrichs
Und ich hatte den Papst in der Tasche", lachte
der Dortmunder.

IM Carsten Lingnau
Auch Carsten Lingnau als Dritter zeigte
Zufriedenheit: "Am ersten Tag spielte ich schlecht, der zweite lief gut. Der
dritte Platz ist ein Erfolg", fasste er die eigene Leistung zusammen.
Die besten Platzierungen von Spielern aus der
Region erreichten der Meller Großmeister Lev Gutman als Vierter und der
Bielefelder Herbert Kruse, der sensationell (nach einer Niederlage gegen
Epischin in der Schlussrunde) den sechsten Platz belegte. Als bester Herforder
kämpfte Michael Lömker. Er verpasste nach einer Schlussrunden-Niederlage den
siebten Platz und belegte schließlich mit 6,5 Punkten den 18. Rang, kassierte
zudem auch noch einen Ratingpreis für den besten Turnierspieler unter 2.100 Elo.
Helmut Quelle kam mit einem halben Punkt weniger auf Platz 28, Andre Wolf wurde
33. Den Preis für den besten Jugendlichen erhielt der 16-jährige Ilya Bäumler
auf Rang acht. Überreicht wurde ihm der Preis von der stellvertretenden
Bürgermeisterin Angelika Schmalhorst.

Paul-Gabriel Elefteriadis (SK Werther)

IM Anatoli Donchenko

IM Alexander Kabatianski

Bettina Blübaum (SG Lemgo)
Die Sparkasse Herford indes sagte bereits zu,
dass es im kommenden Jahr auch eine 35. Auflage des Schnellschachturniers geben
wird - voraussichtlich wegen der Fußball-Weltmeisterschaft allerdings schon im
Mai.