Eröffnung des Grand Prix: Vachier-Lagrave zieht Weiß

von André Schulz
05.11.2019 – Gestern Abend wurde im traditionsreichen Curiohaus die Eröffnung des Hamburger Grand Prix gefeiert und die Auslosung vorgenommen. Arkady Dvorkovich gab einige Neuigkeiten preis, zum Beispiel, wo die nächste Weltmeisterschaft stattfinden könnte. | Fotos: Nadja Wittmann, André Schulz

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Am Montag Abend fand im ehrwürdigen Curiohaus die Eröffnungsveranstaltung für den Hamburger Grand Prix statt. Das Haus wurde von 1908-1911 nach den Plänen der Architekten Johann Emil Schaudt und Walther Puritz an der Rothenbaumchaussee erbaut. Auftraggeber war die "Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens". Nach dem Gründer der Gesellschaft, Johann Carl Daniel Curio, wurde das Haus benannt. Heute befindet es sich im Besitz des Landesverbands Hamburg der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Das Haus dient als Büro-und Veranstaltungsgebäude und steht heute unter Denkmalschutz.

Einen besseren Ort für die Eröffnungsfeier hätte man sich in Hamburg kaum aussuchen können. Abgesehen von der ohnehin schönen Location kann man in dieser Ecke Hamburgs sehr viel Schachgeschichte atmen. Die Mannschaftseuropameisterschaft wurde nämlich 1965 in eben diesem Curiohaus ausgetragen. Die UdSSR gewann das Turnier, aber Lothar Schmid holte gegen Ex-Weltmeister Mihail Botvinnik einen 1,5:0,5-Sieg.

 

Und nur wenige Schritte weiter, im Gebäude der Niedersächsischen Freimaurer-Loge, fand 1930 anlässlich des 100sten Geburtstages des Hamburger Schachklubs eine Schacholympiade und eine Frauen-Weltmeisterschaft statt. Berühmte Schachspieler der Geschichte, wie Alexander Aljechin, Akiba Rubinstein, auch Marcel Duchamp, Michail Botvinnik, Tigran Petrosian und viele mehr, sind also in diesem Teil Hamburgs umher gewandelt. 

Für die Eröffnungsfeier hatte Worldchess auch eine Reihe von Hamburger Schachfreunden eingeladen und so war die Veranstaltung auch ein kleines who-is-who der Hamburger Schachszene. Unter den Gästen befand sich mit Matthias Deutschmann aber auch der spielstärkste Kabarettist des Landes. 

Niclas Huschenbeth, Ilya Zaragatzki, Evi Zickelbein, Matthias Deutschmann

Die Moderation des offiziellen Teils des Abends übernahm der lettische TV-Moderator Martin Kapzem. Wahrscheinlich wäre es nicht nötig gewesen, aber sicherheitshalber hatte man ihm einen Übersetzer zur Seite gestellt, und zwar einen sehr elostarken. Niclas Huschenbeth übernahm diese Aufgabe und zeigte, dass er auch auf diesem Gebiet großes Talent besitzt. 

Ilya Merenzon und Arkady Dvorkovich sprachen im Namen der Veranstalter, Worldchess und FIDE. Der FIDE-Präsident gab in seiner Rede ein paar Neuigkeiten preis.

Arkady Dvorkovich

So wird es im nächsten Jahr zum ersten Mal eine Schach-Paralympics geben. Diese finden in Khanty-Mansiysk statt. Die Schacholympiade 2020 wird in Moskau ausgetragen. Der nächste Weltmeisterschaftskampf, ebenfalls im nächsten Jahr, wird entweder in Dubai oder in Buenos Aires stattfinden. Aus diesen beiden Städten gibt es ernsthafte Bewerbungen. Ullrich Krause begrüßte die Spieler im Namen des Deutschen Schachbundes,

W. Sean Ford und Peter Neumeier hielten schwungvolle Ansprachen im Namen der Sponsoren Algorand und Kaspersky. Peter Neumeier fand es bemerkenswert, dass er als Deutscher in Deutschland eine Rede auf Englisch hielt, die ins Deutsche übersetzt wurde. Eine interessante  Ansprache hielt auch Natallia Dean, die Leiterin der ältesten noch bestehenden Hamburger Werft Sietas.

Natallia Dean

Das 1635 gegründete Unternehmen drohte 2014 konkurs zu gehen und wurde von der russischen Pella Werft durch Kauf gerettet. Die Werft mit Sitz in Hamburg-Neuenfelde firmiert jetzt als Pella Sietas Gmbh weiter und beteiligt sich ebenfalls als Sponsor des Hamburger Grand Prix. Natallia Dean gab der Hoffnung Ausdruck, dass mit dem Engagement der deutsch-russischen Werft auch eine Brücke zwischen den beiden Ländern geschlagen wird. 

Gruppenbild mit Dame

Im Anschluss wurden die Spieler auf die Bühne gebeten und die Auslosung verkündet. Maxime Vachier-Lagrave durfte als Setzlistenerster die Farbauslosung vornehmen und zog Weiß.

Maxime Vachier-Lagrave bei der Auslosung

Die Paarungen der ersten Runde

Maxime Vachier-Lagrave - Wei Yi
Hikaru Nakamura - Veselin Topalov
David Navara - Nikita Vitiugov
Radoslaw Wojtaszek - Alexander Grischuk
Teimour Radjabov - Daniil Dubov
Peter Svidler - Pentala Harikrishna
Dmitry Jakovenko - Yu Yangyi
Jan-Krzysztof Duda - Ian Nepomniachtchi

FIDE...

Worldchess...

Interview mit Natallia Dean...




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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R700 R700 06.11.2019 03:27
Nichts geht über ein gut gepflegtes Erscheinungsbild, 0b nun gelenkig oder demokratisch gut gerührt. Hauptsache, der Heiligenschein sitzt mittig.
Julian111 Julian111 06.11.2019 12:45
Mal abgesehen von ihrem Inhalt, Dubai in Saudi Arabien? :D welchen clown haben sie denn gefrühstückt?
Super-marius Super-marius 05.11.2019 11:33
Nicht Saudi Arabien, sondern Vereinigte Arabische Emirate. Dennoch herrscht dort auch eine gelenkte Demorkatie.
athlon athlon 05.11.2019 01:52
Die nächste Schachweltmeisterschaft findet also entweder in einem Pleiteland (Argentinien) oder in einer Diktatur (SaudiArabien) statt.

Was ist mit den weit über 42.000 Hamburger Millionären los,oder den über 2.000.000 Millionen Millionären in ganz Deutschland?

Keiner interessiert sich für Schach?

Das Erscheinungsbild des Kapitalismus lässt mehr und mehr zu wünschen übrig.
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