Erste Meinungen zur Spitzenschachumfrage

11.03.2011 – In seinem gestern bei ChessBase News veröffentlichten Interviews wünschte sich DSB-Vize Michael S. Langer eine "Volksbefragung" zum Thema Spitzenschachförderung: Sind die deutschen Schachfreunde dafür, dass die Topspieler besser gefördert werden und würden sie dafür auch eine Beitragserhöhung in Kauf nehmen? Wir fragten außerdem, wie die Schachfreunde den Streit zwischen Verband und Spielern sehen und wo sie Fördergelder einsetzen würden. Das Meinungsbild der bisher eingesandten Rückmeldungen ist erwartungsgemäß vielschichtig. Eine Mehrheit ist allerdings für eine stärker Förderung der Spitzenspieler, die ja das Aushängeschild des Verbandes sind, und würden auch eine - moderate - Beitragserhöhung in Kauf nehmen. Einige Spieler werden wegen ihre unsachlichen Diskussionsführung kritisiert. Die Kritik am Verband, bzw. der Verbandsführung, ist jedoch, nicht nur in Bezug auf die Auseinandersetzung mit seinen Nationalspielern, noch viel stärker. Erste Ergebnisse der Umfrage...

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Michael S. Langer, Vizepräsident Finanzen des DSB, wünschte sich anlässlich eines Interviews in Bezug auf die Spitzenschachförderung eine "Volkbefragung". Wie sehen die Leser von Chessbase-News die Unterstützung des Spitzenschachs: Sollen die Spitzensportler finanziell gefördert werden, um als Galionsfiguren Werbung für das Schach zu machen (Boris Becker-Effekt)? Wären die Schachfreunde auch bereit, für diesen Zweck Beitragserhöhungen in Kauf zu nehmen? Oder soll der Schachbund sich mehr auf das Breitenschach konzentrieren? Wie sehen die Schachfreunde die Positionen von Schachbund und Schachprofis? Bitte schicken Sie uns Ihre Meinung an umfrage@chessbase.de . Unter allen Einsendern verlosen wir je eine DVD mit Original-Signatur von Weltmeister Viswanathan Anand My Career Vol. 1, Viswanathan Anand My Career Vol. 2, Vladimir Kramnik, My Path to the Top und Nigel Short, Greatest Hits, Vol 1.). Einsendeschluss: Donnerstag, 31. März 2011. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Veröffentlichung der Meinungen vorbehalten.

 

Bisher erreichten uns folgende Stellungsnahmen von Schachfreunden:

(10.-11.März 2011)
Die wiedergegebenen Stellungsnahmen sind Meinungen der genannten Schachfreunde und spiegeln nicht die Meinung der Radaktion oder der Firma ChessBase wider.

 


Die Konzentration sollte auf Jugendförderung und Spitzenschach gelegt werden. Mit spätestens 23 sollte der Durchbruch geschafft sein, also entweder der Nachwuchsspieler ist dann im A oder B-Kader oder keine Förderung mehr. Warum außerhalb des Jugendschachs der Breitensport finanziell gefördert werden soll erschließt sich mir nicht.

Wir brauchen wieder eine starke Nationalmannschaft und die Konzentration auf die stärksten Spieler.

Das  Budget für Funktionärssitzungen sollte dagegen halbiert werden.

Thomas Zeindlmeier


58 Jahre, Elo ca.2000 (Open´s Travemünde) Kein Vereinsschach seit ca. 15 Jahren - wg. Beruf.  (Zuletzt Barmbek-Stadtliga)

Hatte diese Euphorie vor der Dresdner Olympiade absolut nicht verstanden. Krasse Fehlbeurteilung der Situation durch DSB-"Führung". Alle rausschmeissen - wg. vorsätzlicher Unfähigkeit.

Sehe auf Opens nicht ein, wieso ich teures Startgeld allein dafür bezahlen soll, um sogenannte GMs durchzufüttern. Sollen sie Flaschen sammeln !!

Mein Geld wäre für Breitenschach und Jugendarbeit besser aufgehoben, wäre ich organisiert, was in wenigen Jahren wieder der Fall sein könnte, weil Rente.

Aber vorher muß der DSB einen Leistungsnachweis erbringen, ob er das sauer verdiente Geld der Mitglieder seriös verwalten kann.

J.Schümann


Ich finde die im Interview aufgeworfene Frage nach höheren Mitgliedsbeiträgen abstrus.

Der DSB sollte evtl. einmal beginnen, bei sich zu sparen, statt den Mitgliedsvereinen immer mehr Geld - und das ohne dass diese etwas davon haben - abzunehmen.

Die Frage muss erlaubt sein, ob der DSB hauptamtliche Mitarbeiter braucht. Die Frage muss gestattet sein, welche Kapazitäten beim DSB selbst einzusparen sind (Präsidiumssitzungen, Größe des Präsidiums, .....), bevor wieder an die Vereine herangetreten wird.

Gerade vom bayerischen Schachbund wird die finanzielle Situation des DSB sehr kritisch gesehen.

Eine Bemerkung noch zur Schacholympiade:
Wenn man wirklich einen positiven Effekt für das Schach hätte erreichen wollen, hätte man sich vlt. einfach etwas cleverer anstellen müssen.
Die "Sternfahrt" von München nach Dresden führte durch Bamberg. Dort war eine Veranstaltung geplant, über die der SC Bamberg nicht informiert wurde und auch auf explizites Nachfragen keinerlei Antwort erhalten hat. Werbung für Schach sollte man anders organisieren.

Wenn uns außerdem die Nationalmannschaft so am Herzen liegt, frage ich mich, warum nicht etwa auf Herrn Hilgert zugegangen worden ist (er hatte ja Bereitschaft signalisiert!), warum nicht der Herr Präsident seine Kontakte genutzt hat oder warum nicht jede Runde an einen Sponsor verkauft worden ist.

Christoph Kastner
Vorstand SC 1868 Bamberg e. V.

 


Was mir nicht einleuchten will, ist die Tatsache, dass in einem Land mit einer so breiten Masse an Vereinsspielern und einem so hohen öffentlichen Ansehen des Schachs kein anständiges Sponsoring auf die Beine zu stellen sein soll.

Mittelfristig ist der sportliche Erfolg nur dann möglich, wenn die jungen deutschen 2600er die Chance haben, gegen Spieler aus der Weltspitze anzutreten. Deshalb wäre es gut neben Dortmund ein deutsches Wijk ins Leben zu rufen.

Sollte das hierfür notwendige Sponsoring durch professionelle Agenturen auch in Zukunft nicht zu realisieren sein, wäre zu überdenken, ob man Fundraising betrieben möchte. Hierfür wären öffentlichkeitswirksame Events mit Prominenten geeignet. Die Promis (Magath, Klitschko usw.) würden dabei stark vom Image des Schachs profitieren.

Andreas Meyer


Beitragserhöhungen? Nein Danke!

Aber dass die Olympiade eine Fehlinvestition ist, war auch damals klar.

Klaus Henzelmann


- Sollen die Spitzensportler finanziell gefördert werden, um als Galionsfiguren Werbung für das Schach zu machen (Boris Becker-Effekt)?

Nein

- Wären die Schachfreunde auch bereit, für diesen Zweck Beitragserhöhungen in Kauf zu nehmen?

Nein


- Oder soll der Schachbund sich mehr auf das Breitenschach konzentrieren?

Ja


Wie sehen die Schachfreunde die Positionen von Schachbund und Schachprofis?

- Der Profi soll sich glücklich schätzen Nationalspieler sein zu dürfen. Sein Geld muss er schon auf anderen Turnieren oder Events verdienen.

Thomas Grönegres

 


Ich denke dass Spitzensport und Breitensport idealerweise parallel gefördert werden. Breitensport liefert eine gute Basis für Spitzensport, wenn die Strukturen des Breitensports effektiv genutzt werden. Ein positives Beispiel hierfür ist der deutsche Fußball der letzten Jahre. Umgekehrt macht ein erfolgreicher Spitzensport eine Breitensportförderung, insbesondere im Jugendbereich leichter. Man sollte diese Dinge also nicht entkoppelt betrachten.

Ich persönlich würde gerne eine moderate Beitragserhöhung mittragen, wenn diese Mittel zur parallelen Förderung des Spitzen- wie Breitensports Schach herangezogen würden. Ein Teil dieser Mittel würde ich dann auch nutzen um unsere Nationalmannschaft gut zu besetzen. Ob man neben den ELO-stärksten Spielern dann auch noch einen Platz für einen Nachwuchsspieler freihält oder nicht, muss dann der Bundestrainer entscheiden. Schach ist zum Glück kein teurer Sport. Die höchsten Kosten entstehen Amateuren durch die Fahrten zum Spielort. Viele Normalbürger geben weit mehr Geld für ihren Sport aus und damit sind nicht extravagante Hobbys gemeint.

Die Mehreinnahmen durch eine Beitragserhöhung kämen letztendlich allen zu Gute.

Jörg Kiefer
Orscholz
 


Als im letzten Jahr die Problematik um die "Olympiaauswahl" bzw. Nationalmannschaft lief, haben wir innerhalb des Landesschachbundes Bremen die Angelegenheit thematisiert. Ich hatte damals eine Stellungnahme an den Präsidenten des Landesschachbundes geschickt, da dieser sich ein Meinungsbild einholen wollte.

Teilweise sind die Punkte inzwischen überholt. Im wesentlichen aber passen sie noch heute in die Debatte. Ich betone, daß es sich ausschließlich um meine persönliche Meinung handelt. Es ist keine Stellungnahme des LSB Bremen oder meines Vereins.

Zur Stellungnahme...

Auf einen Punkt in Ihrer Fragestellung bin ich nicht eingegangen, nämlich den der Beitragserhöhung.

Finanzielle Förderung um aus erfolgreichen Profis Gallionsfiguren zu machen?

Ich sehe keinen direkten Zusammenhang zwischen zwischen dem Erfolg Einzelner und der Begeisterung beim "gemeinen Volk". In Dresden waren unsere besten Leute am Brett - ohne Ergebnis in der Mitgliederentwicklung. Die aktuellen Profis taugen nichts als Gallionsfiguren, weil sie sich selbst schlecht vermarkten. Nur Gustaffson geht einen recht guten Weg, lässt aber nichts unversucht, seinen Ruf als sympathischen Langschläfer und Raucher zu kultivieren. Ein Sportprofi sollte das nicht tun.

Fischer und Kasparov mussten keine Deutschen sein, um hier bekannt und auch bewundert zu werden.

Was will ich sagen: Beitragserhöhungen machen Sinn, wenn man sie z.B. in einen Trainer investiert, der dann auch wirklich trainiert und nicht auch noch Flugtickets besorgen muß. Kann man nicht Gustaffson als Trainer engagieren, Naiditsch und Meier wegen schlechtem Benehmen aussortieren und die nächste Generation mit Bönsch und Gustaffson ausbilden?

Dann hat man Verständnis für höhere Beiträge. Und diese Beiträge müssen ja von Leuten bezahlt werden, von denen ein großer Teil zu Fuß nach Sibirien gelaufen wäre, um dort für unser Land zu spielen.


Michael Woltmann
 


Schach hat einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Wenn die Schachspieler dies nicht sind, so ist wohl die Ursache bei den Schachspielern selbst zu suchen. Allein schon das Äußere ( nehmen Sie die Siegerfotos der letzten deutschen Meisterschaften - meinen Sie ein Sponsor sagt dann sofort " diese Typen will ich unterstützen" ).

Schach drückt etwas Seriöses aus. Ein Sponsor sucht sich dann eben Leute , wie Kramnik oder Leko. Und das man Sponsoren in Deutschland finden kann ,zeigt das Beispiel Leko sehr gut.

Daß der Schachbund für die Sponsorenfindung recht wenig tut, steht dann natürlich auf einem anderen Blatt. Ich kann es mir nicht vorstellen, daß die Persönlichkeit Weizsäcker keine Gelder bekommen hätte, wenn er sich bei den Vorständen von VW, Daimler oder Telekom angemeldet hätte.Dies sollte allerdings die Hauptaufgabe des Präsidenten des Schachbundes sein.

Wenn unsere Spitzenspieler  finanziell vom Schachbund unterstützt werden, dann sollten diese sich auch beim Schachvolk präsentieren.Simultanveranstaltungen in den Sommermonaten sollten Pflicht und Bedürfnis sein.

(Geld kassieren und sich ins stille Kämmerlein zurückziehen - das kann es nicht sein).

Die Frage Breitenschach oder Profischach stellt sich so gar nicht. Die Förderung des Breitenschach , insbesondere des Schulschachs ,ist ausschlaggebend wie sich unsere Schachkultur entwickelt.

Bernd Domsgen, Burg b. Magdeburg


Meiner Meinung nach muss der Spitzensport unterstützt werden. Nur über dort erzielte, gute Resultate kann Aufmerksam in  den Medien erreicht werden, die dann vielleicht auch das Interesse von Sponsoren findet. Eine Nationalmannschaft, die um den 60 bis 80 Platz rumdümpelt tut das nicht.

Andere Sportarten sind da doch gute Beispiele: Tennisboom durch becker und Graf, Golf durch Bernd Langer und jetzt durch Kaymer, Handball als Deutschland Weltmeister wurde, Basketball wenn Nowitzki mitspielt usw.

Allerdings sollte man auch endlich einmal die Illusion aufgeben, dass Schach die selbe Aufmerksamkeit wie Fußball erreichen kann...

Stephan Bröhl
(Redakteur)


Unbedingt den Spitzensport stärker fördern.

Skandalös, wie der DSB mit seinen Sportlern umgeht!

Silvio Wirth
 


Meine Meinung dazu: Spitzensportler sollten finanziell gefördert werden, ich würde auch eine Beitragserhöhung dafür akzeptieren.

Jörg Scheidt
 


Es ist unbedingt richtig, die aktuell 4 Spitzenspieler, die wir haben stärker zu unterstützen, jeder von denen kann m.E. 2700 als wichtige Marke schaffen - wer das ist kann man noch nicht einmal genau sagen.

Toll wäre auch ein Turnier á la London Chess Classics mit unseren 4 und dazu 4 Topgrandmaster aus den Top 10 der Welt.

Das wäre gut für das deutsche Schach und bringt viel mehr als Breitenförderung - denn wir haben ja schon die 2meisten Titelträger nach Russland, und sicher die spielstärksten Amateure der Welt. Was fehlt sind Topleute.

Weiter war das Thema Schacholympiade imagemässig ein Desaster für das deutsche Schach und darf sich so nicht wiederholen, sonst müssen die Ämter neu besetzt werden, mit Personen die einfach mehr konkrete Ergebnisse bringen und nicht nur nebenbei einen Nischensport verwalten.

Insgesamt ist das Thema Schach aktuell auch sehr vielschichtig: Einerseits gibt es immer stärkere Spieler, in der Spitze genauso wie in der Breite und mehr Schachpartien- auch durch das Internet, und andererseits weniger Turniere, weniger Preisgelder, die komische FIDE und einen chronischen Mangel an Sponsoren.

Den Beruf Schachspieler kann man einem normalintelligenten Westler (außer Carlsen) aus wirtschaftlicher Perspektive kaum als Beruf empfehlen! Und der Abstand bzw. Rückstand zum Big Business Poker, was m.E. weder Niveau noch Anspruch noch Tiefe noch Intensität wie Schach hat, aber wo aus wirtschaftlicher Gründen immer mehr Talente hingehen, wird immer größer. Dazu die früher kaum für möglich gehaltene enorme Spielstärke der Computer, die das Schachspiel doch grundlegend ändern.

Zusammengefasst gibt es Chancen und Risiken, aber mein Eindruck ist, dass der Schachbund - zumindest in seinem Außenbild - hierzu (leider) keinen Beitrag zu leisten vermag.

FM Dr. Achim Illner, Unternehmensberater
 


Sollen die Spitzensportler finanziell gefördert werden, um als Galionsfiguren Werbung für das Schach zu machen (Boris Becker-Effekt)?

Ja, aber über private Sponsoren.

Wären die Schachfreunde auch bereit, für diesen Zweck Beitragserhöhungen in Kauf zu nehmen?

Nein, die Beitragserhöhungen für die Schacholympiade waren schon nicht gerechtfertigt und wie gesehen erfolglos.

Oder soll der Schachbund sich mehr auf das Breitenschach konzentrieren?

Natürlich muß der Deutsche Schachbund als Dachorganisation des Schachs in Deutschland Breiten-und Spitzenschach vertreten.

Wie sehen die Schachfreunde die Positionen von Schachbund und Schachprofis?


Ehrlich gesagt, Najditsch und Meier MÜSSEN aufgrund ihres unverschämten Auftretens aus der Nationalmannschaft entfernt werden. Fridman und Gustafsson kommen ja auch ohne persönliche Beschimpfungen der Funktionäre aus und als Schachspieler sollte auch den Funktionären Konsequenz kein Fremdwort sein. Gerade Arkadij Najditsch ist jetzt schon des Öfteren unsportlich in Erscheinung getreten, ich erinnere nur an seine Verurteilung wegen Betrugs auf dem chessbase-Server. Wenn also das hier seine zweite Chance war, dann hat er sie mal grandios vergeigt.
Auch Georg Meier war ja bereits mehrfach mit negativen Schlagzeilen in der Presse vertreten, sei es bei Werder Bremen oder anderen Vereinen/Turnieren. Da hier mehrere Vertrags- und Geschäftspartner von Herrn Meier unabhängig voneinander ein schlechtes Bild von ihm zeichnen, wird auch dieser Eindruck wohl leider richtig sein.

Wenn die Herren Najditsch und Meier der Meinung sind, sie könnten sich auch sehr gut selbst vermarkten, dann sollen sie das in der Randsportart Schach und in der heutigen Zeit mal sehr gerne versuchen.

Dies ist meine persönliche Meinung.

Stefan Pick
 


Also generell muss ich sagen, ist die Position des deutschen Schachverbandes, wie man so intern in Clubs und Foren mitbekommt miserabel. Der Stand, den Deutschland hierauf im int. Vergleich genießt - noch schlechter. Wir sind ein Land mit relativ vielen Titelträgern und starken Spielern. Allein unsere Spieleranzahl ist sehr groß. Doch wie kommt es, dass andere Länder mit einer weitaus geringeren Anzahl an Spielern, schneller Titelträger hervorruft als unser eins?

Ich persönlich diskutiere dieses Thema schon sehr lange im Schachclub und muss sagen, dass ich den Deutschen Schachbund für mangelhaft halte. Die Organisation ist katastrophal, die Finanzen scheinbar noch schlimmer, wie sich bei der letzten Olympiade gezeigt hat. Was war das Resultat? - Ein Nachwuchsteam, für das die dabei gewonnene Erfahrung sicherlich hilfreich war, aber im Ranking haben wir halt doch irgendwo unsere mangelnde Unterstützung seitens der schachlichen Grundlage hier in Deutschland, dem DSB, gesehen.

Zu der Frage, ob sich der DSB mehr auf einzelne Spieler konzentrieren sollte um so dem Schach hier in Deutschland  ein paar "Galionsfiguren" zu präsentieren, oder ob er das ganze breiter Fächern sollte, kann ich mich persönlich nicht richtig festlegen, da beides Vorteile hat und idealerweise beide gewährleistet sein sollte.

Ich persönlich würde sagen, es ist vorerst wichtiger einzelne Spieler, die zu den besten hier in Deutschland gehören, zu fördern und hierauf eine Basis zu errichten, worauf man sich in Zukunft stützen kann. Alles was bis jetzt gemacht wird, ist doch nur ein rumgegurke. Ein Zitat von Michael Mittermaier kommt hier ganz passend muss ich sagen...: "Eunuchenpolitik.. viel Gefummel, null Penetration!" So kommt es einem zumindest vor, wenn man sich den internationalen Vergleich mal ansieht.

Für das Schach muss was in Deutschland gemacht werden, aber dafür ist es momentan nicht ganz so wichtig zu wissen, ob man es nun  konzentriert (einzelne Spieler) oder aber streut (Breitenschach)...   was halt schon seit Monaten durch die deutsche Schachszene? Ganz einfach...   MANGEL AN GELD!!!

 Das ist das erste was man sich vornehmen sollte, dann die Besetzung der jeweiligen Posten... da einige wohl nicht die "Eier" haben ihre Jobs zu machen und nicht standfest sind. Erst danach würde ich mich daran setzen den Schwerpunkt zu legen.

Ich denke vorerst benötigt Deutschland starke Spieler (wirklich starke, auch im int. Vergleich), die Werbung hierzulande machen! Und wenn diese Grundlage geschaffen ist, dann sollte man davon ausgehend wiederum weiter ausbauen!

Aber letzten Endes steht eines fest: Im DSB muss so einiges neu strukturiert und organisiert werden. Sonst kann man das Schach als einen Zukunftssport in Deutschland bald schon vergessen. Denn der DSB reitet momentan diesen wunderschönen Sport geradewegs in die Grube, wo er wohl nicht mehr so schnell herauskommen wird.

Lukas W.


Unbedingt sollte das Spitzenschach gefördert werden; dafür würde ich einen höheren Beitrag in Kauf nehmen - unabhängig von einer kreativen Suche nach Sponsoren, auf die mehr Kraft verwendet werden sollte!

Heinrich Burger
 


Sehr geehrter Herr Langer!

Wenn das deutsche Spitzenschach nicht in der medialen Versenkung verschwinden soll ist es unerlässlich die Spitzensportler zu fördern und eine bestmögliche Mannschaft zu internationalen Turnieren zu schicken. Es war eine Blamage das ein wohlhabendes Land wie Deutschland keine Top Mannschaft zur Olympiade schickt. Und ohne Erfolge und Idole gibt es keine Sponsoren wozu auch .....mit Verlierern kann man auch werbetechnisch nur verlieren. Das das nicht zum Nulltarif geht ist selbstredend, und ich persönlich habe kein Problem damit sollten die Mitgliedsbeiträge steigen. Da die Beiträge im Schachsport moderat sind dürfte das durchsetzbar sein.

Ich hoffe man findet kreative Köpfe die den Mut und die Entschlossenheit haben neue Wege zu gehen und gens unna sumus nicht nur als leere Phrase sehen.

Robert Kluge
 


Anhand der wechselvollen Geschichte eines Provinzvereins dargestellt:

Boris-Becker-Effekte mag es geben - wenn ich für meinen Verein genau hinschaue, liegt ein solcher - nachweisbarer - Effekt aber inzwischen fast vier Jahrzehnte zurück und hatte mit Bobby Fishers Sieg auf Island zu tun. Damals stieg die Zahl der Vereinsbeitritte stark an; aber dieser Effekt wäre verpufft, hätte es in unserem Verein nicht einen engagierten Vorsitzenden gegeben, der fast über Nacht und mit riesigem persönlichen Einsatz Strukturen geschaffen hätte, um die Neu-Mitglieder danach auch im Verein zu halten.

Alles weitere Auf und Ab in unserer Vereinsgeschichte hängt direkt mit diesem Engagement im Nahbereich zusammen. Eine aktive Vereinsführung, Jugendarbeit mit fortgebildeten Übungsleitern, ein konsequent aufgebautes Netzwerk unterstützender Eltern, nicht primär erfolgsorientierte Beteiligung möglichst vieler Jugendlicher an Bezirksmeisterschaften und Turnieren - das ist für meinen Verein in den 90er Jahren ein Erfolgsrezept gewesen. Solange solche Strukturen lebendig geblieben sind, ist es dem Verein gut gegangen.

Freilich, die Zeiten haben sich verändert. Die Abhängigkeit vom Sponsoring hat zugenommen, die Situation von Kindern und Jugendlichen hat sich deutlich verändert. Viele Kinder und Jugendliche schnuppern heute eher für eine begrenzte Zeit in unseren Schachverein hinein und probieren dann andere Hobbys aus. Die Reduzierung auf 12 Jahre bis zum Abitur belastet viele von ihnen so, dass sie die Zeit für ein Hobby kaum noch aufbringen. Klamme Landeskassen führen dazu, dass Geld nur noch für das Kerngeschäft, immer weniger für AG's bereit gestellt werden kann.

Boris-Becker-Effekte? Gerne. Ich fürchte aber, dass sich so etwas kaum planen lässt. Gewiss, mediale Präsenz, Sponsoring und Breitenwirkung hängen von Erfolgen ab - aber eben nicht nur. Bobby Fisher im Kampf mit der Phalanx der Sowjetmeister, das war eine identifikationsträchtige Geschichte. Boris Becker als underdog zum Wimbledonsieger, das auch. Bei allem Respekt vor den Leistungen unserer heutigen deutschen Schachelite, ich sehe niemanden, der zur Zeit in diese Rolle schlüpfen könnte. Und selbst, wenn es ihn - oder sie - gäbe und das dem deutschen Spitzenschach aufhelfen würde: wo bliebe die Nachhaltigkeit? Für einen Vier-Bauern-Angriff braucht es eben Bauern...

Mir scheint, der Weg muss heute konsequent über die Schulen führen.

Johannes Henning, Sk Meppen

 


Unsere Spitzensportler MÜSSEN finanziell unterstützt werden !!  90.000 Mitglieder = pro Kopf 2 Euro = 180.000 Euro das müßte fürs Erste reichen.

Adolf Oldigs

Seit 1951 im Turnierschach dabei, u. a. 25 Jahre Concordia- Palamedes und 35 Jahre SV Büsum, dazwischen Vaihingen-Enz , Hannover- Badenstedt und SC Aarau in der Schweiz, total 60 Jahre !!!
 


Eine Förderung kann nur stattfinden mir Sponsoren. Aus diesem Grunde sollten auch von Spitzenspielern eine Unterstützung stattfinden. Gerade durch eine gute Platzierung bei der Olympiade könnte durch Öffentlichkeitsarbeit neue Sponsoren gefunden werden. Wie soll bei dem jetzigen Status ein Sponsor überhaupt gefunden werden? Wenn kein Geld vorhanden ist, kann der Schachbund auch nichts fördern!

Über Statements hinsichtlich Jugendförderung und Talentsichtung kann ich mittlerweile nur lachen. Seit einem halben Jahr suche ich innerhalb des Schachbundes einen Ansprechpartner hinsichtlich Jugendtraining. Entweder wird auf Mails gar nicht geantwortet oder es werden meine E-Mails gar nicht richtig gelesen oder man bekommt standardisierte Antworten wie vom Callcenter.

Ich kann nur feststellen, das dem Schachbund Jugendarbeit gar nicht interessiert bzw. sind noch nichtmals in der Lage einen Ansprechpartner der einem helfen könnte zu nennen!

pokerhups@web.de
 


Ich bin dafür, die Spitzenspieler stärker zu unterstützen. Die Förderung des Breitensports muss man ja deshalb nicht vernachlässigen. Ich habe auch nichts gegen eine Erhöhung des Beitrags.
Im Übrigen müssten auch staatliche Stellen (Kultusministerien usw.) bereit sein, Mittel zur Verfügung zustellen, denn Schach hat anerkannterweise eine hohe erzieherische Funktion. Was wird heute nicht alles unterstützt...!

Aufgerufen sollten sich auch die großen Vereine (z.B. Bayern München) fühlen, deren riesiger Etat (und Gewinn) durch die Unterstützung des Schachspiels nur in marginaler Weise belastet würde.
In der Hoffnung auf baldige Besserung

Alois Höchtl
 


Viele Vereine in meiner Umgebung (westlich München) haben ein hohes Durchschnittsalter. Zur Gewinnung von Nachwuchs halte ich es für unerlässlich, das Spitzenschach mit Mitgliedsbeiträgen zu fördern. Auf Sponsoren zu warten ist m.E. illusorisch. Die werden erst kommen, wenn es medienwirksame Spitzenspieler gibt.
Man könnte es so machen wie beim Golf, nämlich den Beitrag für Landes- und Bundesverband gesondert auszuweisen.

Dr. Anton Ganslmayer


Ich finde es besser das Spitzenschach in Deutschland zu fördern, als das Breitenschach.

Wenn ich an Spitzenschach in Deutschland denke, dann habe ich Assoziationen an die Fußball-Bundesliga. Wäre es nicht schön bekannte, dauerhaft agierende Spitzenspieler zu beobachten und mit ihnen jede Saison mitfiebern zu können? Es würden sich dann wie im Fußball RICHTIGE Fan-Gruppen der Bundesligavereine im Schach bilden. Womöglich wäre es dann sogar möglich den Bundesligaspielbetrieb so zu verdichten, so daß man nicht ewig wieder auf ein Bundesligatreffen der Mannschaften in der Saison warten muss. Die Spieler hätten dann auch mehr davon: mehr finanziellen Rückhalt und Motivation dabei zu sein. Immerhin leben sie ja davon. Allerdings müssten sie sich aber dann auch verpflichten bei den Bundesligaspielen anwesend zu sein. Zum Beispiel wäre es dann so, daß Anand dann auch immer zu einem Bundesligaspiel antreten muss. So können Fans ihre Stars hautnah erleben und auch Motivation für das eigene Spiel tanken.

Gäbe es nicht Chessbase bzw. schachbundesliga.de , dann würde man "live" von den Bundesligaspielen wohl gar nichts mitbekommen. Oder die wöchentlichen Sendungen von Chessbase - wo Nachbetrachtungen zum Schachgeschehen (national / international) und auch aktuelle Meldungen mitgeteilt werden. Internet sei Dank.

Was hätten wir denn vom Breitenschach? Mehr Talente? Mehr schachspielende Leute? Aber was wäre dann mit diesen "neu -akquirierten" Schachspielern? Könnten sie dann gefördert werden? Wohl nicht so, der Schwerpunkt des DSB wäre ja beim Breitenschach. Also: lasst die Talente ab einem bestimmten Niveau sich selbst überlassen und kümmert euch um die neuen Talente. Beißt sich da die Katze nicht in den Schwanz? - Na gut, wir haben mehr Mitglieder in den Vereinen. Aber ich glaube, dass wird das Schach im Staate nicht verändern. Solange Schach nicht politisch wird, bleibt es in Deutschland wie es ist. König Fußball regiert.

Daher: für was sich für den Breitensport im Schach engagieren? - Gute Leute werden von sich aus selber besser, weil sie nach Wegen für ihre Verbesserung suchen. Gerade Schach bietet sich dafür wunderbar an. Und wer heutzutage im Schach besser werden will, kann dies auf vielerlei Wegen erreichen: über Privatunterricht, jede erdenkliche Literatur über Schach usw. Gerade die Sportart Schach bietet dem Individualisten die Möglichkeit sich ohne Fremdhilfe selbst enorm zu verbessern. Seien wir ehrlich: es hakt bei mangelnder Leistung im Schach am meisten an dem zu geringen Interesse und dem zu geringen Arbeitswillen. Den Breitenschach zu fördern wäre ungefähr so, wie sich um ein Schulkind mit Nachhilfestunden zu bemühen, das keinerlei Interesse für das Lernen mitbringt. Bitte nicht falsch verstehen: natürlich ist es ein Unterschied ob man hier jetzt von der Schule spricht oder vom Schach. Und gerade deswegen ist es im Schach nicht notwendig den Breitensport zu fördern, weil nur der "zum Schach finden soll der dorthin gehört," damit man keine Zeit für die falsche Sportart verschwendet.

Das ist beiden Parteien dienlich [dem Spieler (keine Zeitverschwendung) und dem Schachsport (nur gute Spieler und Talente)]

Für positive Einwirkungen auf die Jugend haben wir genügend andere Angebote im Staate, ganz zuförderst z.B. den Fußball oder alle möglichen anderen Vereine. Schach halte ich als positive Einwirkung auf die Jugend per se natürlich auch als sehr geeignet, aber sollte nicht sein, auf Kosten des Spitzenschachs; gerade ja auch weil eine Entscheidung für die Politik des DSB gefunden werden soll, der ja alles leisten und tragen muss.

(...)

Es gibt genügend gute und sehr gute Schachspieler in Deutschland um ein Spitzenschach so aufzubauen, dass alle Fans mehr von ihrem Sport haben. Für die eigene Motivation, für die Verfolgung der vermehrten Spiele in der Saison, und für die Akquirierung von Talenten im Schach, die zu ihrem Sport finden.

Ich finde davon hätte das Schach in Deutschland mehr, als man als Wirkung von der Förderung des Breitenschachs in Deutschland hätte, was sich wohl so auswirken würde, daß man in den Schachvereinen einen vielleicht 30-50prozentigen Zulauf an Schachbegeisterten hätte die nach ihrer "Schachphase" dann mit dem Sport aufhören, und das war's dann. Nach dem Motto: ja, früher, da habe ich auch viel Schach gespielt.
 
Und die Talente? Die würden sagen: ach, dass lohnt sich alles finanziell gar nicht. Und eine richtige Schachszene gibt es auch nicht. Ich trainiere nicht mehr konsequent, sondern zocke einfach so ein bisschen rum. Da steht dann der Erfolg zum Aufwand im Verhältnis. Und wieder ein Spitzenspieler der nie in der Szene oben auftaucht. Oder verspricht man sich vom Breitenschach mehr Interesse an sich, an dem Sport und damit auch mehr Sponsoren? - Dieses Resultat wage ich zu bezweifeln, weil Schach eben nur politisch angestoßen ein "Breitensport" wird oder weil es kulturell verankert ist. Und keines von beiden ist in Deutschland gegeben. Außerdem: Schach in unserer heutigen Form (ohne die geschichtliche Spur des Spiels mit zu berücksichtigen) war nie Breitensport, und in Deutschland schon gar nicht.

Gegen Veränderungen soll man sich nicht sträuben, sie sind natürlich. Aber man sollte sie nicht künstlich konstruieren (Stichwort: Rechtschreibreform)

Gruß
Victor Lopez

P.s.: Viele gehen auch zum Fußball, weil es sich lohnt (was man da alles bekommt, schon in jungen Jahren), und nicht, weil es so viel Spaß macht. Und es werden gute Spieler.

 


Ich sehe es nicht als Aufgabe eines Sportverbandes an, zweit- oder drittklassige Berufsspieler ohne Perspektiven auf Erstklassigkeit mit Mitgliedsbeiträgen zu subventionieren. Das Geld muss in die Nachwuchsgewinnung und in die größten Talente investiert werden in der Hoffnung, dabei einen "Boris Becker" zu bekommen. Wer dann bis zu einem bestimmten Alter die Kurve nicht gekriegt hat, muss sehen wo er bleibt.

Wer nicht für Deutschland spielen will soll es bleiben lassen. Ob 5. oder 50., die Schacholympiade ist für Nichtschachspieler so oder so ein Nichtereignis und die Aktiven können die Ergebnisse schon richtig einschätzen. Die Nationalmannschaft ist kein Aushängeschild, da Schach ein Einzelsport ist. Oder glaubt jemand ernsthaft, in Norwegen oder Indien würde sich die Öffentlichkeit über ein schlechtes Abschneiden bei der Schacholympiade aufregen solange sie einen Carlsen bzw. Anand haben?

Andreas Trinkl
 


Wer Schachprofi werden will, ist selbst schuld. Wer aus eigener Kraft kein Anand oder Kramnik werden kann, schafft es auch mit Förderung nicht, und für solche sinnlosen Versuche sollten nicht die Beiträge der Amateure ausgegeben werden, die aus Liebe zum Schach spielen und dies auch anderen ermöglichen.

Dr. Michael Schweizer

 


Hallo, ich bin dafür Spitzensportler zu fördern und wäre auch bereit dafür höhere Beiträge zu zahlen.

Andreas Gypser


Ich begrüße diese Form der Lösungsfindung!

Meine ganz persönliche Meinung: Gute (!) „ Spitzenspieler“ können gut für sich selbst sorgen. Der Verband sollte sich um den Kinder- und Jugend sowie den Breitensport verstärkt auch finanziell kümmern. Höhere Beiträge schaden besonders diesen Bereichen und damit auch der Mitgliederentwicklung! Die schwierige Situation des „Schachs“ in unserem Lande sollte nicht wegen der Ansprüche einiger weniger noch verschärft werden.

Joachim Bryx


Sollen die Spitzensportler finanziell gefördert werden, um als Galionsfiguren Werbung für das Schach zu machen (Boris Becker-Effekt)?

Nein, weil sich dieser Effekt nicht einstellen wird. Auch im Tennis haben wir im Moment keinen Boris Becker. Einen Magnus Carlson oder Anish Giri kann man nirgends bestellen, und wenn man nicht um die Medaillenränge kämpft, bekommt man in Deutschland keine mediale Aufmerksamkeit. Wir hatten vor 30 Jahren Dr.Hübner, aber sehr gut Schach spielen reicht halt auch nicht!

Wären die Schachfreunde auch bereit, für diesen Zweck Beitragserhöhungen in Kauf zu nehmen?

Wenn es funktionieren würde, ja, aber gerade daran glaube ich nicht (s.o.).

Oder soll der Schachbund sich mehr auf das Breitenschach konzentrieren?

Was heißt hier konzentrieren? Den Mitgliederschwund und das Vereinssterben verwalten? Nachdem ich kürzlich das Interview mit Hans-Jürgen Weyer bei deep-chess gesehen habe, habe ich keine große Hoffnung mehr, dass der Prozeß noch umkehrbar ist. Schach ist in Deutschland out und wird sich irgendwo in den nächsten Jahren auf einem viel geringerem Level stabilisieren. Trotzdem bitte weitermachen! ;-)

Thomas Niessen, Aachen


Spitzenspieler, die für den DSB spielen, sollten meiner Meinung nach honoriert werden. Andere Sportarten honorieren doch auch die Nationalspieler (s. Fußball). Wenn der Beitrag von ca 100 000 Mitgliedern des DSB um 1 Euro/Jahr erhöht wird, ist genügend Geld für eine Vergütung der Spitzenspieler vorhanden.

Hans Joachim Meffert
 


Kurz mein Standpunkt.
 
Ein großer Teil der Schwierigkeiten des DSB ist auf die mangelnde finanzielle Ausstattung zurückzuführen. Würde man die Beiträge zum DSB um 50 Cent je Monat und Mitglied anheben ergäbe das bei ~ 90.000 Mitgliedern eine Summe mit der man sowohl professionelle Strukturen als auch Nachwuchsförderung und Breitensport angemessen unterstützen könnte. Mir scheint eine solche Anhebung durchaus vertretbar. Natürlich bin ich mir der Tatsache bewusst das (sehr) viele Schachfreunde auch bei einer moderaten Anhebung des Obolus aufschreien werden. Da könnte man aber im Voraus mit einer Informations-Offensive den Boden bereiten. Der Schachsport verkauft sich gemessen an anderen Sportarten zu billig!

Walter Erhard
1.Vorsitzender Schachclub Bavaria Regensburg v. 1881
 


Natürlich sollte der DSB sich mehr der Profischachförderung widmen und dafür den überflüssigen Ramada Cup abschaffen. Dies geht dann auch ohne große Beitragserhöhungen. Der DSB sollte zuerst bei sich anfangen zu sparen. Brauchen wir wirklich 16 Landesverbände?
Genügen nicht 4-5 (Nord, Ost, Süd, West und meinetwegen auch Mitte). Auch sollte der Vorstand mehr oder weniger Vollzeit für das deutsche Schach arbeiten.

Es sollte auch zwei Trainer geben bei großen Veranstaltungen, einer der sich um die Organisation kümmert also mehr Managerfunktionen inne hat und jemand der Eröffnungen der Gegner vorbereitet und Trainigsaufgaben stellt etc.

Die Jugendarbeit muß mehr auf Leistung aufgebaut werden. Jugendturniere sollten nicht zum Kindergarten umfunktioniert werden. Um dem Mitgliederschwund entgegen zutreten wäre mal ein deutschlandweite Werbekampagne angebracht.
Und was Sponsoren betrifft, warum erarbeitet man nicht mit Herrn Schmitt (Mainzer Schachtage) ein Konzept aus und läßt sich von ihm beraten?

Und natürlich sollten für Deutschland immer die ELO-Besten plus der amtierende deutsche Meister spielen.

Andreas Schwarz, Troisdorf


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