Erstes Presseecho auf Naiditschs Erfolg

20.07.2005 – Zeitungen sind dankbar für Sensationen und so gibt es bereits erste Berichte über den Erfolg von Arkadi Naiditsch beim Sparkassen Chess Meeting in Dortmund. Conrad Schormann weist in einem Beitrag in der heutigen Ausgabe der Neuen Westfälischen darauf hin, dass seit Emanuel Laskers Sieg im New Yorker Turnier von 1924 kein Deutscher ein ähnlich starkes Turnier gewonnen hat. Und er erwähnt die Spannungen, die zwischen Arkadi Naiditsch und dem Deutschen Schachbund herrschen.Neue WestfälischeMehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Junger Deutscher überflügelt die Weltelite

Von Conrad Schormann
1924 hatte zuletzt ein deutscher Schachspieler ein Turnier vor der versammelte Weltelite gewonnen. 81 Jahre nach Emanuel Laskers Sieg in New York ist dem 19-jährigen Dortmunder Arkadij Naiditsch ein vergleichbarer Triumph geglückt. Der Außenseiter, Lokalmatador und nominell schwächste Spieler im Feld gewann die Dortmunder Schachtage.

Die Veranstalter der drei jährlichen "Grand-Slam-Turniere des Schachs" (Linares, Wijk an Zee und Dortmund) laden ausschließlich die Allerbesten ein. In Dortmund 2005 warteten einige dicke Brocken auf Naiditsch, mit Elo 2.612 die Nummer 112 der Weltrangliste: Veselin Topalow, mit Elo 2.788 die Nummer eins, Vladimir Kramnik, Weltmeister und sechsfacher Dortmund-Gewinner, und weitere Top-Ten-Spieler stritten um den Sieg.

Arkadij Naiditsch profitierte vom wechselhaften Spiel der Favoriten. Weil sich weder Kramnik noch sein WM-Gegner Peter Leko noch Topalow vom Feld absetzten, führte eine Runde vor Schluss plötzlich der Deutsche. Mit Schwarz gegen Peter Swidler, Nummer sieben der Welt und einen halben Punkt hinter Naiditsch, zementierte er seine Führung. Ohne unter Druck zu geraten, rang er dem Russen ein Remis ab und gewann das Turnier mit 5,5 Punkten aus neun Partien, frenetisch beklatscht von einigen hundert Zuschauern im Dortmunder Schauspielhaus, die dem jungen Mann aus der Nachbarschaft die Daumen gedrückt hatten.

Vor neun Jahren kamen Naiditschs von Lettland nach Deutschland. Seitdem fördert die Dortmunder Schachszene insbesondere Filius Arkadij, das größte Talent des deutschen Schachs, der ohne die Dortmunder Schachtage nicht gegen Kramnik, Topalow&Co. spielen könnte. Jetzt hat sich der 19-Jährige in die Top 100 der Welt und an die Spitze der deutschen Rangliste geschoben. Das Verhältnis zwischen ihm und dem Deutschen Schachbund (DSB) ist angespannt. Für die Nationalmannschaft war Naiditsch nie nominiert, obwohl der Mannschaft auf dem Weg zur Schacholympiade 2008 in Dresden das Aushängeschild fehlt. Bundestrainer Uwe Bönsch hat gesagt, Naiditsch stehe die Tür offen, aber der DSB nahm vom größten Erfolg eines deutschen Spielers seit Jahrzehnten keine Notiz. Auf der Internetseite des Verbands stand bis gestern kein Wort über Naiditschs Sieg.

Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren