Erstes Super-GM-Turnier in Indien

01.09.2004 – Morgen beginnt in Poona (Indien) das erste Super-GM-Schachturnier in der Geschichte Indiens. Fünf indische Spitzenspieler treffen auf fünf internationale Spieler, darunter FIDE-Weltmeister Rustam Kasimdzhanov. Die Stadt im Maharashtra District erhielt in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts großen Bekanntheitsgrad durch das Wirken des Philosophieprofessor "Bhagwan Shree" Rajneesh, der 1974 hier ein Zentrum für Meditation und Selbsterfahrung (Ashram) gründete. Turnierseite...Schach und Erleuchtung...

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Pune International Chess Festival
2.-12.Septemper 2004



Das Pune Chess Festival umfasst ein Super-GM-Turnier der Kategorie 16 und ein internationales Open. Veranstalter ist die Pune District Chess Association mit Unterstützung der Maharashtra Chess Association (MCA). Spielort ist der Le Royal Residency Club in Poona. Auf der Turnierseite gibt es zusätzliche Informationen. Außerdem wird eine Live-Übertragung der Partien angekündigt. Folgende Spieler bestreiten das GM-Turnier

Spieler:

1. Nisipeanu (2686, ROM)
2. Azmaiparashvili (2679, GEO)
3. Beliavsky (2679, SLO)
4. Sutovsky (2679, ISR)
5. Kasimdzhanov (2640, UZB)
6. Sasikiran (2666, IND)
7. Harikrishna (2609, IND)
8. Ganguly (2574, IND)
9. Sandipan (2555, IND)
10. Kunte (2532, IND)

 

Poona (Pune)

Poona (2 Mio Einwohner) liegt im Maharashtra District, im mittleren Teil der Westküste. Die Hauptstadt von Maharashtra ist Bombay (indisch: Mumbai). Die Lage der Stadt auf einer Höhe von 560 Metern über dem Meeressspiegel und umgeben von Bergen sorgt dafür, dass auch die Monsunzeit einigermaßen gut auszuhalten ist. Viele Bewohner Bombays, das etwa 100 km entfernt an der Küste liegte, verbringen deshalb hier gerne die Regenzeit. Poona ist Universitätsstadt und Industriestadt. Der von Baghwan Rajneesh im vornehmen Stadtteil Koregaon Park gegründete Ashram machte die Stadt zum Anlaufpunkt vieler Ausländer bis der Meister 1981 mit seinen Anhängern nach Oregon/USA ging. Nach dessen Rückkehr 1989 lebte das Interesse wieder auf.

In Poona fleißen die beiden Flüsse Mula und Mutha zusammen, von nun an Mula-Mutha-River genannt. Seine Glanzzeit hatte die Stadt als Zentrum des Reiches der Peshwar Mitte des 18 Jahrhunderts bis 1817. Danach wurde es Residenzstadt der Briten. Im Agha Khan Palast waren Mahatma Ghandi und andere Anführer des Indian National Congress 1942 interniert. Kasturba Gandhi, die Frau des Mahatmas, starb während der Internierung und ist im Garten des Palasts begraben. Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Peshawar Palast, der etwa 1000 Jahre alte Pataleshwar Tempel,  der außerhalb auf einem Berg gelegene Parwati Tempel, Schrein der Pehaswar-Herrscher, sowie einige sehr schöne Gärten und das private Raya Kelkar Museum und natürlich der Rajneesh Ashram im Koregaon Park.

Schon 1966 gründete Rajneesh Chandra Mohan in Poona eine Kommune und zog Tausende von Erfahrungswilligen an, den Predigten des "Bhagwan" (Gott) lauschten. 1974 entsteht hier ein spirituelles Zentrum für Meditation und Selbsterfahrung. 1981 verlässt Rajneesh auf der Flucht vor den indischen Steuerbehörden Indien und gründet in Ohio (USA) ein zweites Zentrum. Auch hier gerät er bald in Konflikt mit den Behörden und ist zusammen mit seinen Gefolgsleuten in zahlreiche Skandale verwickelt.

In der Zeit seines Wirkens gewinnt er auch dank prominenter Anhänger wie George Harrison oder der Schauspielerin Eva Renzi unter den Jugendlichen der USA und Europas einigen Einfluss. Tanzende und singende Anhänger in orangefarbenen Gewändern waren zeitweise in den Straßen europäischer und amerikanischer Metropolen nichts Ungewöhnliches. Gleichzeitig wird die Popularität des Baghwan kommerziell ausgebeutet, hauptsächlich durch den Vertrieb von inzwischen 1500 Buchtiteln und 400 verschiedenen Aufzeichnungen des Meisters an seine Anhänger weltweit, aber auch durch Institute für Meditation in Oshos Namen. Zu den Geschäftsmodellen gehörten allerdings auch Drogengeschäfte und Geldwäsche, mit denen man ebenso in die Schlagzeilen geriet wie durch Sex-Skandale. Der Baghwan selbst hatte nicht nur einen ausgeprägten Hang zur Meditation, sondern wusste auch weltlichen Luxus zu schätzen. Er soll Besitzer von 90 Rolls Royce gewesen sein. Spaß, sinnlicher Genuss und weltliche Werte standen keineswegs im Widerspruch zu seiner Lehre, die allerdings auch nicht eindeutig zu fassen ist, wie die große Anzahl der darüber geschriebenen Bücher belegen mag.

Die Sekte wurde schließlich in den USA verboten und Rajneesh für drei Wochen inhaftiert. Seine Versuche in Frankreich und Deutschland eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, misslingt. Schließlich kehrt er 1987 nach Indien zurück, wo er, der sich nun "Osho" (Erleuchteter) nennt, 1990 stirbt. Seine engsten Gefolgsleute ("inner circle") führen das Zentrum weiter, dass bis heute besteht und sich inzwischen als Dienstleistungsbetrieb für Meditationsbedürftige versteht.

 

 

 

 

 


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