Europaeinzelmeisterschaften in Kusadasi

04.04.2006 – Heute beginnen in Kusadasi die Europaeinzel-meisterschaften für Frauen und Männer. Die Topspieler auf den Setzlisten sind Vassily Ivanchuk, der den Titel vor zwei Jahren bereits einmal gewann, und die gerade entthronte Weltmeisterin Antoaneta Stefanova. Zum Favoritenkreis gehören aber auch Arkadij Naidtsch und Elisabeth Pähtz. Zusammen mit Christopher Lutz, Thomas Luther, Alexander Graf, David Baramidze, Falko Bindrich, Alexander Gasthofer, Georg Meier, Thomas Michalczak, Sebastian Bogner, Ketino Kachiani-Gersinska, Jessica Nill und Vera Jürgens bilden sie eine starke deutsche Delegation. In den folgenden Tagen werden je 11 Runden Schweizer System gespielt (Spielbeginn 14.00 MESZ, 11.4. ist Ruhetag). Die Spitzenbretter werden live übertragen. Falls es in der Antike schon Schachturniere gegeben hätte, wären die Notationsplatten in der Bibliothek des nahe gelegenen Ephesos (Bild) aufbewahrt worden. Turnierseite...Mehr...

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Europaeinzelmeisterschaft
Kusadasi, 3.-16.April 2006

Gastgeber der diesjährigen Europaeinzelmeisterschaft ist erneut der türkische Schachverband mit seinem rührigen Präsidenten Ali Nihat Yacici. Die Männer- und die Frauenmeisterschaft finden parallel im Hotel Korumar in dem westtürkischen Badeort Kusadasi statt. Neben den Badetouristen zieht der Hafenort viele Kulturreisende an, die das etwa 20 km entfernte Selcuk besichtigen möchten, besser bekannt unter seinem antiken Namen Ephesus.


Kusadasi


Hotel Korumar





Der Gesamtpreisfonds für die Europameisterschaften beträgt für beide Turniere 78.000 Euro, davon werden 48.000 Euro im Männerturnier verteilt, 30.000 Euro im Frauenturnier. Der Europameister erhält 7.000 Euro, die Europameisterin 4.000 Euro. 16 Spieler qualifizieren sich für den nächsten FIDE World-Cup, der im letzten Jahr Sprungbrett für die Kandidatenwettkämpfe war. Vielleicht ist es beim nächsten mal genau so.

Die top gesetzten Spieler des Männerturniers sind: Vassiliy Ivanchuk, Kiril Georgiev, Arkadij Naiditsch, Alexander Moissenko, Zviad Izoria, Baadur Jobava, Vugar Gashimov, Mikhail Gurevich, Alexander Delchev, Konstantin, Laurent Fressinet, Suat Atalik, usw.. Insgesamt haben sich 138 Spieler angemeldet. Außer Arkadij Nnaiditsch, der als Dritter der Setzliste zu den Favoriten gerechnet werden darf nehmen mit Christopher Lutz, Thomas Luther, Alexander Graf und David Baramidze vier weitere deutsche Topspieler teil.

Die Setzliste des Frauenturniers wird von Frauenturnier: Antoaneta Stefanova, Yelena Dembo, Lilit Mkrtchian, Nana Dzagnidze, Natalija Pogonina, Elisabeth Pähtz, Maria Sebag, Nino Khurtzidze und Natalia Zhukova angeführt. Hier haben sich 96 Spielerinnen angemeldet. Als Sechsts der Setzliste zählt auch Elisabeth Pähtz zum Kreis der Favoritinnen.

Schaut man sich die Liste der Spieler und Spielerinnen an, so wird klar, dass das Turnier zwar Europameisterschaft heißt, aber keine ist. Die besten europäischen Spieler sind nicht am Start. Selbst vom erweiterten Kreis der Topspieler hat sich nur ein kleiner Teil angemeldet. Zudem fehlen beide Titelverteidiger. Will die ECU die Europameisterschaft zu mehr als einem gut besetzten Open aufwerten, muss sie sich überlegen, woran es liegt, dass die besten Spieler sich nicht beteiligen. (André Schulz).
 

Spielbedingungen:

11 Runden Schweizer System, Spieltage 4.-15.4, jeweils 15 Uhr, 11.4: Ruhetag
Bedenkzeit:  90 Minuten/40 Züge, 30 Minuten7Rest plus 30 Sekunden pro Zug
1. Sonderwertung: Median Buchholz (Buchholz ohne den besten und schlechtesten Gegner)


Details:

European Men's Championship Regulations...

European Women's Championship Regulations...

Gestern Abend wurde die Eröffnungsfeier begangen. Heute werden die ersten Runden gespielt. Die Turnierseite bietet eine Liveübertragung an.


Der Europameister von 2004 Vassily Ivanchuk ist auch in diesem Jahr Favorit.


Organisatoren und ECU-Offizielle

 

Ephesos und Scala Nova


Karte des antiken Ephesos

Der heutige Urlaubsort Kusadasi befindet sich an der Stelle des antiken Neapolis und gehörte einst zum unmittelbaren Einflussgebiet der großen Hafenstadt Ephesos, die 296 v. Chr. vom Diadochen (Heerführer Alexander des Gr.) -König König Lysimachos von Thrakien an seine heutige Stelle verlegt wurde. 189 bis 133 v. Chr. war Ephesos Teil des Königreich Pergamon, nach 133 v. Chr. gehörte die Stadt zum Römischen Reich. Eine Besiedlung der Region ist schon im 5 Jahrtausend v. Chr. nachweisbar. Die Hethiter erwähnen in ihren Aufzeichnung im 2.Jt. v. Chr. hier die Stadt Apasa, eine Siedlung in dem zu jener Zeit bedeutenden Reich Arzawa. 560 v.Chr. wurde sie vom sagenhaften lydischen König Kroisus erobert.


Das Amphitheater


Bibliothek


Friese an der Bibliothek


Die Hauptstraße


Steinplatte mit griechischem Waffen

553 v.Chr. wurde der griechische Philosoph Heraklit hier geboren. Der Brandstifter Herostratos setzte 356 v.Chr. in Epheos den Tempel der Artemis, eines der Sieben Weltwunder in Brand, um seinen Namen unsterblich zu machen.

Zu römischer Zeit war Ephesos eine der größten römischen Zentren und Sitz des Proconsuls der Provinz Asia. In der Spätantike wurde die Stadt Bischofssitz und Hauptstadt der Diözese Asia. 431 tagte hier das von Kaiser Theodosius II. einberufene 3. Ökumenische Konzil, 449 die so genannte Räubersynode.

Durch die zunehmende Verlandung verlor die Stadt in der Spätantike nach und nach an Bedeutung. 867 eroberten die Paulikianer, eine christliche Sekte in Kleinasien, unter Johannes Chrysocheires die Stadt. Kurz vor dem Ersten Kreuzung zogen 1090 die Seldschuken in Ephesos ein. In der Nähe entstand der Ort Selçuk.

Mit dem Niedergang von Ephesos erlangte Kusadasi, das bis zum 15.Jh. als „Scala Nova“ bekannt war, eine größere Bedeutung als Handelszentrum und Anlaufstelle für Schiffe aus Genua und Venedig. 1413 wurde Kusadasi von den Türken unter Sultan Mehmet Celebi erobert und dem Osmanischen Reich angegliedert.

Heute ist Kusadasi ein beliebter Badeort und die Ruinen von Ephesos geben beredtes Zeugnis einer gewaltigen untergegangene Kultur. Seit der Entdeckung der Türkei für den europäischen Massentourismus ist die Bevölkerung des Ortes von 5000 Einwohnern in den 70er Jahren auf jetzt 50.000 Bewohner angestiegen.

 

 

 

 


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