Ex-Weltmeister in der 2. Liga

08.02.2011 – Das Niveau in der 1. und 2. Bundesliga steigt kontinuierlich, aber ein Ex-Weltmeister in der 2. Liga ist trotzdem selten. So war der Auftritt von Anatoli Karpov, der sich vom Turnierschach eigentlich zurückgezogen hat, beim Kampf Hockenheim gegen Böblingen eine kleine Sensation. Wie stark die Gegner in der 2. Liga sein können, erfuhr Karpov dann auch. Er spielte mit Schwarz eine umkämpfte Partie gegen den französischen GM Anthony Wirig, mit Elo 2466 Nummer 41 der französischen Rangliste, und kam über ein Remis nicht hinaus. Der Kampf selbst endete 4:4 und damit ist Hockenheim weiter Tabellenführer und hat gute Chancen in die 1. Liga aufzusteigen. Karpov bleibt nach dem Kampf noch ein paar Tage in Deutschland und leitet am Montag und Dienstag ein Trainingsseminar mit der Deutschen Nationalmannschaft.Homepage des SV Hockenheim...Zum Bericht...

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Anatoli Karpow im Brennpunkt des Geschehens
Schachvereinigung 1930 Hockenheim verteidigt die Tabellenführung und hat die 1.Bundesliga im Visier

Von Dieter Auer

Niemand wollte so recht daran glauben, dass Anatoli Karpow sich bereit erklären würde, für seinen deutschen Verein - er ist Ehrenmitglied seit 1994 - aktiv Schach zu spielen. Dass der hiesige Schachclub in den vergangenen Jahren eine Erfolgsstory mit dem Aufstieg aus der Bereichsklasse über die Landesliga Mannheim, die Verbandsliga Nordbaden, die Oberliga Baden bis zum unangefochtenen Tabellenführer der 2. Bundesliga schaffen würde, hätte man ebenfalls nicht prognostizieren können.

Am 6. Februar aber wurde nun ein Schachtraum wahr: das erste Spiel nach über 20 Jahren von Anatoli Karpow in einem Mannschaftskampf in einer deutschen Liga. Der Auftritt des Weltmeisters der Jahre 1975-1985 und 1993-1999 schreibt damit Hockenheimer Schachgeschichte. Das Ambiente hierzu bot die Zehntscheune vor historischer Kulisse im Herzen der Großen Kreisstadt mit über 200 Besuchern und Schachfans.

Zur sechsten Runde im Heimspiel gegen Böblingen begrüßte Bürgermeister Zimmermann pünktlich um 11 Uhr die Gäste und gab zusammen mit Schiedsrichter Matthias Kramer die Bretter frei.


Karpow wird von Bürgermeister Werner Zimmermann begrüßt, dessen Vater Gustav Zimmermann den Hockenheimer Schachklub 1930 mit begründete.

1... Sf6 war die Antwort des ehemaligen Weltmeisters Anatoli Karpow auf den Eröffnungszug des französischen Großmeisters Anthony Wirig.


Wirig gegen Karpow

Die Partie war hart umkämpft und sollte bis zum Schluss andauern. Aber was geschah an den anderen Brettern? Immerhin traten die Rennstädter als Tabellenführer an mit zwei weiteren Großmeistern an Brett 2 und 3. GM Rainer Buhmann allerdings musste nach seiner Rückkehr aus Gibraltar, wo er gemeinsam mit Nationalspieler GM Daniel Fridman die deutschen Farben gut vertrat, seinem Gesundheitszustand Tribut zollen und erklärte sich frühzeitig mit einem Remis einverstanden.


GM Rainer Buhmann an Brett 2

Den Rückstand nach einer Niederlage an Brett 7 von FM Alexander Postojev egalisierte GM Zoltan Ribli mit einem nie gefährdeten Sieg an Brett 3.

Aber frühzeitig konnte man erkennen, dass mit Böblingen sich eine Hürde auftat, die nicht leicht zu überspringen sein würde. So war man froh, dass IM Alexander Gasthofer die Niederlage seines Schachfreundes IM Hannes Rau ausgleichen konnte. Nach zwei weiteren Unentschieden der IM Oleg Boguslavskyy und IM Roman Vidonyak war der Zwischenstand 3,5 :3,5 und am Brett des ehemaligen Weltmeisters musste die Entscheidung fallen. Das Brett war umringt von zahlreichen Kiebitzen aus Nah und Fern, die den unentschiedenen Ausgang an diesem Brett und auch im Mannschaftskampf registrierten.


Spannung bis zum Schluss: Schiedsrichter Matthias Kramer verfolgt die Partie von Ex-Weltmeister Karpow.

Zu der unabhängig vom Ausgang der Spielbegegnung gegen Böblingen vorbereiteten Feier nach dem Ende der Veranstaltung im Knossos Palace stießen noch die Nr. 1 im deutschen Schach GM Arkadij Naíditsch und GM Georg Meier, die Montag und Dienstag ein Trainingsseminar unter Leitung von Anatoli Karpow im Racket Center Nußloch absolvieren werden. Dabei stellte sich heraus, dass die deutschen Spitzenspieler dem Ausbau des Racket Centers als Trainingsstätte für deutsche Spitzenspieler und Nachwuchskräfte großes Interesse entgegen bringen. Am Ende war man sich einig, dass das geplante Treffen nicht das letzte sein würde. Die Verantwortlichen im Schach und in der Sportregion Rhein-Neckar dürfen sich mit der Thematik ernsthaft beschäftigen, ob künftig die deutsche Schachelite in der Region ein- und ausgehen wird.


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