Fünf Spieler in Dresden vorn

22.08.2012 – Zur Halbzeit kündigt sich beim ZMDI Schachfestival in Dresden ein spannendes Rennen an. Nach fünf von neun Runden liegen fünf Spieler mit je vier Punkten an der Spitze und mit Gerald Hertneck und Georg Meier gehören auch zwei Deutsche zu dieser Spitzengruppe. Vielleicht ist Georg Meier am Ende besonders motiviert, in Dresden gut abzuschneiden, denn mittlerweile ist der Weg in die Stadt an der Elbe für ihn ziemlich weit, studiert er doch mit Hilfe eines Schachstipendiums an einer amerikanischen Universität in Texas "International Business". In einem Interview verrät er, wie es dazu kam und warum er gern in Dresden spielt.Turnierseite...Mehr...

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Halbzeit beim ZMDI Schachfestival
5 von 9 Runden sind gespielt - Halbzeit beim ZMDI Open 2012
Text: Yvonne Ledfuß



Nach der heutigen 5. Runde geht das Turnier in die entscheidende Phase. Die mögliche Vorentscheidung blieb aber aus, da sich die beiden führenden Georg Meier und Gerald Hertneck heute Remis trennten. Das Turnier bleibt also spannend!

Im Anschluss an die Partie hatte Laura Jordan vom ZMDI Schachfestival e.V. die Gelegenheit ein kurzes Interview mit Georg Meier zu führen. Das Interview, in dem Georg Meier auch kurz seine heutige Partie anspricht, finden Sie am Ende des Artikels.

An Brett 2 konnte sich GM Surya Ganguly (2629) mit Weiß gegen den an 14 gesetzten GM Lev Gutman (2465) durchsetzen.

In der Gruppe B konnte Christian Zimmermann (1939) leider heute seine Siegesserie nicht fortsetzen. Er verlor mit Schwarz gegen den an 7 gesetzten Andreas Wolf (1956).

In der Gruppe C lässt die Leistung eines großen Nachwuchstalentes aufhorchen. Niklas Renger von der SG Grün - Weiß Dresden gewann heute an Brett1 mit Weiß gegen Simeon Sabejinski vom SV Striesen, der gestern den an 1 gesetzten Lothar Zilch vom SV Alsfeld bezwingen konnte. Niklas hat jetzt 4 ½ Punkte und spielt morgen an Brett 1 gegen Felix Heydick (1420).

Der Höhepunkt des diesjährigen Schachfestivals und ein Schacherlebnis der besonderen Art ist am 24. August vor der Frauenkirche zu erleben. Um 16.00 Uhr werden im erstmals stattfindenden "PEGASUS IGM Chess Summit", das vom ZMDI Schachfestival Dresden e.V. mitveranstaltet wird, Großmeister Marc Taimanov, Evgeni Vasiukov (beide Russland), Lothar Schmid, Burkhard Malich (beide Deutschland), Fridrik Olafsson (Island), Andreas Dückstein (Österreich) und der Dresdner Wolfgang Uhlmann in einem Team-Turnier mit lebenden Schachfiguren antreten. Diese kommen vom Lebendschach-Ensemble des Schachdorfs Ströbeck im Harz, wo das Spiel mit lebenden Figuren in originalgetreuen Kostümen auf eine mehr als 300-jährige Tradition zurückblickt.


Dresdner Schachlegende und ChessBase Autor: Wolfgang Uhlmann


Mark Taimanov

Interview mit GM Georg Meier
Von Laura Jordan


Georg Meier beim ZMDI Open

J: Wann hast Du mit dem Schachspielen angefangen und warum?

M: Meine Mutter hat mir das Schachspielen beigebracht, da war ich ungefähr 4 Jahre alt. Danach haben wir es in der Familie wie ein Gesellschaftsspiel gespielt. Als ich dann mit 10 Jahren auf meinem damaligen Sportplatz am Stand für einen Schachverein stand, wurde ich dort direkt angesprochen und seit dem spiele ich bei Turnieren mit.

J: Was fasziniert Dich denn beim Schachspielen besonders?

M: Im Schach passiert immer etwas Neues. Das macht es so aufregend. Man erlebt nie etwas zweimal und es gibt keine Routine. Zum Beispiel bei meiner heutigen Partie: mein Gegner hat eine Kombination gespielt, die ich schon mehrmals gesehen habe. Er hatte sie dann aber sehr interessant fortgesetzt. Das habe ich so noch nicht gesehen. Und natürlich macht einem etwas, das man gut kann, besonders Spaß. (lacht)

J: Ich habe gehört, dass du an eine Universität in Texas, Amerika gehst. Was genau studierst Du dort?

M: Ich studiere International Business. Das würde man hier mit Management übersetzen.

J: Und warum gerade Amerika?

M: Nun, zum einen habe ich ein ausgezeichnetes Stipendium für die Universität erhalten. Und zum anderen besteht für mich in Amerika die Möglichkeit, Schach und Studium zu verbinden. Durch die kommende Olympiade komme ich erst drei Wochen nach Semesterbeginn zurück. Das ist in Amerika kein Problem, aber in Deutschland wäre der verzögerte Beginn eines Semesters undenkbar.


J: Wenn Du zurück denkst an Deine bisherigen Erfolge im Schach, was würdest Du sagen ist für Dich persönlich der größte Erfolg gewesen?

M: Ich würde sagen, mein größter Erfolg bis jetzt war der Sieg in der Mannschaftseuropameisterschaft in 2011.

J: Was hast Du dir, in schachlicher Hinsicht, für die Zukunft noch vorgenommen?

M: Nun ja, als ich noch in den Zwanzigern war, war mein großes Ziel in der Weltmeisterschaft anzutreten und dort mein Bestes zu geben. Jetzt denke ich, strebe ich einfach danach noch besser zu werden und mein Spiel weiter zu perfektionieren.

J: Du bist ja nicht das erste Mal in Dresden. Wie oft genau warst Du denn schon in der sächsischen Hauptstadt?

M: Ich war schon vier oder fünf Mal in Dresden und meine Besuche hatten immer etwas mit Schach zu tun. Jetzt bin ich zum zweiten Mal beim ZMDI Open dabei, davor war ich für die Olympiade hier und ich habe auch schon mal am Porzellan - Cup teilgenommen.

J: Was gefällt Dir denn an Dresden und den Turnieren besonders gut?

M: Ich finde Dresdens Stadtzentrum einfach wunderschön. Das überwältigt mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich nach Dresden komme. Auch sind die Leute wirklich nett und sehr umgänglich. Das finde ich schön (lacht).

J: Vielen Dank.

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