Falkland Gambit

von André Schulz
04.06.2019 – Der Englische Schachverband ist empört, nachdem auf den Falklandinseln eine Schachwettkampf gespielt wurde, der vom argentischen (!) Schachverband zur Eloauswertung eingereicht wurde. Die FIDE hat auf den förmlichen Protest des ECF mit eine Stellungnahme reagiert. | Karten: Google

ChessBase 15 - Megapaket ChessBase 15 - Megapaket

Kombinieren Sie richtig! ChessBase 15 Programm + neue Mega Database 2019 mit 7,4 Mio. Partien und über 70.000 Meisteranalysen. Dazu ChessBase Magazin (DVD + Heft) und CB Premium Mitgliedschaft für ein Jahr!

Mehr...

 

Der Englische Schachverband schickte einen förmlichen Protest an die FIDE, nachdem Ende März auf den Falklandinseln ein Wettkampf durchgeführt wurde, der vom Argentinischen Schachverband bei der FIDE zu Eloauswertung eingereicht wurde. 

Beschwerde des Englischen Schachverberbandes (pdf)...

 

Beim argentinischen Schachveband wurde das Turnier als "Tourneo de Ajedrez Islas del Sur" registriert. Als Turnierort wurde "Puerto Argentino" angegeben. So hatten die argentinische Armee den Hauptort der Falkland -Inseln, Stanley, umbenannt, nachdem die damalige argentinische Militärregierung die Inseln am 2. April 1982 besetzt hatten. Großbritannien erklärte Argentinien daraufhin den Krieg, entsandte eine große Einsatzflotte in den Südatlantik und eroberte die Inseln am 15. Juni 1982 zurück. Der Krieg kostete 650 Argentiniern und 250 Briten das Leben. 

Der Wettkampf wurde über vier Partien zwischen den Argentiniern Jose Jimenez und Marc Towsend ausgetragen und endete 2,5:1,5. 

     

Rk. No.Ini. Nombre FED Elo Club/Ciudad Pts.  Des 1   Des 2   Des 3 
1 1 Jimenez Corbalan Lautaro Jose ARG 0 Coronel Mayor 2,5 0,0 2 3,75
2 2 Towsend Marc Villiers ARG 0 Teniente Royal Navy 1,5 0,0 1 3,75

Im September 2018 hatte es bereits ein Schnellschachturnier unter argentinischer Organisation in Stanley gegeben, das aber offenbar zunächst unbemerkt blieb.

Der Englische Schachverband sieht die Durchführung des Wettkampfes unter der Ägide des argentinischen Schachverbandes auf englischem Überseegebiet als Provokation. 

Malcolm Pein kommentierte auf Twitter...

 

Ob die Durchführung der Turnier aber tatsächlich so gemeint waren und doch einen weniger politischen Hintergrund hatten, bleibt offen. Die FIDE hat auf die Beschwerde nun jedenfalls mit mit einer Stellungnahme reagiert:

"FIDE hat eine Beschwerde darüber erhalten, dass zwischen September 2018 und März 2019 in Stanley, im britischen Überseegebiet der Falklandinseln, zwei Turniere und ein Wettkampf stattfanden, die zur Eloauswertung vom argentinischen Schachverband eingereicht wurden.

Die Verbände haben auschließlich das Recht, Turniere zur Auswertung einzureichen, die in ihrem Gebiet stattfinden.

Da dies nicht geschehen ist und kein Versuch unternommen wurde, die Erlaubnis einzuholen oder gar den englischen Schachverband zu informieren, unter dessen Zuständigkeit das Schachspiel auf den Falklandinseln fällt, wird die FIDE-Qualifikationskommission diese Turniere von der Bewertung ausschließen.

FIDE fordert alle Verbände auf, davon abzusehen, Schachturniere für politische Zwecke zu nutzen."

 

Protestschreiben der Falkland Regierung an die FIDE (pdf)...

Stellungnahme der FIDE...

Artikel im Telegraph...

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

rafagasi10 rafagasi10 05.06.2019 09:18
Diese Inseln gehören ganz klar zu Argentinien!
RevTiberius RevTiberius 04.06.2019 05:38
Man kann Nigel Short allerdings nur dazu raten, auf Twitter den Ball etwas flacher zu halten; aber Zurueckhaltung und Maessigung waren noch nie seine Staerke
1