Bei der Schacholympiade
in Dresden gehören die deutschen Teams nicht zu den Favoriten. Dennoch
können wir schon einen Olympiasieger 2008 vermelden! Vor wenigen Tagen
machten Fritz Baumbach, Robert von Weizsäcker und ihre Mitstreiter mit dem
deutschen Team den vorzeitigen Sieg bei der Fernschach-Olympiade perfekt.
Einige Partien laufen noch, aber das mit 38:21 Punkten deutlich führende
deutsche Sextett kann nicht mehr eingeholt werden.

v.l.n.r.: Siegfried Kluve, Dr. Martin Kreuzer, Dr. Fritz Baumbach, Prof.
Dr. Robert von Weizsäcker,
Roland Pfretzschner und Dr. Matthias Kribben.
Robert von Weizsäcker
kam gerade aus einer Vorlesung an der TU München, als er die freudige Kunde
hörte: Deutschland ist Fernschach-Olympiasieger! Der Ökonomie-Professor
gehört als Großmeister dem Team an, das die 13. Olympiade in dieser
Disziplin souverän gewonnen hat. Gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen
Schachbundes freuen sich nicht nur die fünf Spieler, die alle schon ihre
Meriten im Fernschach haben. Besonders der Berliner Fritz Baumbach,
Fernschachweltmeister von 1988, der 1996 bereits Olympiagold sowie zuvor mit
der DDR Bronze holte. Baumbach, die Fernschachlegende unseres Landes
schlechthin, sagt: „Es ist für mich ein erhebender Augenblick, am Ende
meiner Laufbahn noch einmal Olympiasieger geworden zu sein. Besonders stolz
macht mich, dass ich am ersten Brett 6,5 Punkte aus 10 Partien geholt habe“.
Als Präsident des Deutschen Fernschachbundes wird der heute 72-jährige
Patentingenieur nicht müde, für das Spiel der Könige zu werben. Der Mann ist
hyperaktiv, spielt auch noch viel Nahschach, neben seinen Partien im Klub SC
Friesen-Lichtenberg z. B. auch bei den Senioren und im Berliner
Betriebsschach.
Kapitän des deutschen Teams ist Matthias
Kribben, der die Truppe immer zusammenhielt und mit 7,5 Punkten eine weitere
Fernschach-Großmeisternorm erzielte.

Der DSB-Vizepräsident verweist auf die
besondere Tradition des Fernschachs hierzulande. Mit 3000 Mitgliedern ist
der
Deutsche
Fernschachbund der weltweit größte nationale Verband. Selbst der
russische ist kleiner, nachdem die Sowjetunion in viele Teilstaaten
zerfallen ist.

Kribben nennt noch ein anderes Kuriosum. In
seinem Erfolgsteam spielte Roland Pfretzschner (SK König Plauen), der 1978
Jugendmeister der DDR war, während Kribben im gleichen Jahr westdeutscher
Jugendmeister im Fernschach wurde. Jetzt haben die beiden drei Jahrzehnte
später zusammen den Olympiasieg für das vereinte Deutschland errungen.
Das Spielniveau im
Fernschach ist sehr hoch. Nicht nur, weil im Gegensatz zum Nahschach
Hilfsmittel wie Computer oder Fachliteratur verwendet werden dürfen. Die
Spieler brüten zu Hause neue Züge und Kombinationen aus, die im Normalschach
auf Grund der begrenzten Bedenkzeit nicht gefunden werden. Matthias Kribben
schmunzelt: „Unsere Neuerungen werden selbst von den Weltklasseleuten nicht
so bemerkt. Es liegt daran, dass in den Datenbanken nur wenige
Fernschachpartien zu finden sind“. Der 47-Jährige sagt dem Spiel über
Ländergrenzen eine glänzende Zukunft voraus: „Es wird immer interessanter
und stärker“.
Lange Tradition
Fernschach und Korrespondenzpartien haben
eine lange Tradition. Die Züge werden per Postkarte, Brief oder aber
elektronisch übermittelt. Im vorigen Jahrhundert korrespondierte man auch
per Telegraf und Funk, manchmal sogar über eine Telefonzentrale. Damals
waren Fernpartien vor allem als Wettkämpfe zwischen Vereinen oder Städten
populär. Selbst im kalten Krieg wurde Fernschach gespielt, es gab viel
beachtete Radio-Matches zwischen USA und UdSSR. Die meisten Turniere und
Partien finden jedoch unter Einzelspielern statt.

Wer wie Robert von Weizsäcker sehr
beschäftigt ist, wählt den schnellsten Übertragungsweg. „Beruflich bin ich
viel unterwegs und kann fast gar nicht per Post spielen. Weil ich nicht dort
bin, wo der Briefkasten ist. Deshalb gehe ich vorwiegend über das Internet
und spiele Web Chess“. Mit 7,5 Punkten erzielte der Münchner ein
herausragendes Ergebnis. Beim Fernschach gehe es darum, einen langen Atem zu
haben und über lange Zeit auf hohem Niveau zu arbeiten, um erfolgreich zu
sein. Und der Olympiasieg hat doppelten Wert, weil das deutsche Team mit
diesem Titel auch gleichzeitig Mannschaftsweltmeister geworden ist, betont
der Schachpräsident:
In fünf Monaten findet
nun in Dresden die Schacholympiade statt. Den deutschen Nahschachspielern
werden dort aufgrund der übermächtigen Konkurrenz keine Medaillenchancen
eingeräumt. Mit dem Olympiasieg der Fernschächer haben die DSB-Teams nach
den Worten von Weizsäckers jedoch einen kleinen Ansporn erhalten.
Seit langem kennen wir Live-Übertragungen von Weltmeisterschaften und
Turnieren der normalen Schachelite im Web. Ist das Netz also auch für die
Fernschachspieler das Medium der Zukunft?
Ja unbedingt. Bei mir
ist fast alles über das Internet gelaufen. Spielen ohne reisen zu müssen,
hat schon seine Attraktion. Die Kunst bestand darin, es über eine so lange
Strecke durchzuhalten.
Die meisten Fernschachspieler nutzen den Computer. Steckt Ihre Disziplin
dadurch in der Krise?
Zum Glück gilt das
noch nicht für das Fernschach auf hohem Niveau. Die Datenbanken bilden nur
einen Teil der Vorbereitung und haben vor allem für die Eröffnung Bedeutung.
In strategisch angelegten Partien hingegen sind elektronische
Schachprogramme häufig weniger hilfreich, da sie den roten Faden des Spiels
nicht wirklich erkennen.
Früher dauerten Fernschachturniere ewig. Mit einem Gegner in Australien zog
sich eine Partie bis zu fünf Jahren hin. Ist die gute alte Postkarte heute
passé?
Für mich ja. Ich bin
beruflich sehr eingespannt, viel unterwegs und kann fast gar nicht per Post
spielen. Weil ich nicht dort bin, wo der Briefkasten ist. Deshalb gehe ich
vorwiegend über das Internet und spiele Web Chess.
Aber nicht alle Spielpartner mögen das.
Ich fragte während der
Olympiade sämtliche Gegner, ob sie bereit sind umzusteigen. Fast alle
stimmten zu, nur der Amerikaner hat sich kategorisch geweigert. Mit ihm
musste ich bis zum Schluss per Post spielen. Das hat mich nicht gehindert,
7,5 Punkte aus zehn Partien zu holen.
Wer war der schwerste Gegner?
Unser härtester
Konkurrent waren über lange Zeit die Tschechen. Sie werden auch Silber
holen. Und ich habe den tschechischen Spieler mit Schwarz geschlagen. Es war
ein mühsames positionelles Ringen über 52 Züge. Meine eigentliche
Glanzpartie, die gegen den Slovaken, war viel kürzer.
Wissen Ihre Studenten in München schon von Ihrem Erfolg?
Nein. Weder, dass wir
Olympiasieger sind, noch mein Einzelergebnis, bei dem ich eine weitere
Großmeisternorm erzielte. Ich komme gerade aus einer Vorlesung, wo ich über
ökonomische Ungleichheit gesprochen habe. Ein Ungleichgewicht besteht ja
auch häufig auf dem Schachbrett. Wir kennen Michail Tals berühmten
Ausspruch, dass man die Harmonie einer Stellung stören muss, wenn man die
Möglichkeit dazu hat.
Reden Sie in Ihren Vorlesungen auch über Schach?
Durchaus, es fallen
dort nicht nur Begriffe wie Zugzwang oder Bauernopfer. Ich bin gerade dabei,
eine Heuristik aus dem Schach zu isolieren, die auch im sonstigen Leben
angewendet werden könnte. Also Kernelemente des Denkens der Schachmeister zu
identifizieren, um es für andere Lebensbereiche nützlich zu machen. Ich
finde zum Beispiel die Frage spannend, wie man Managern beibringen kann,
strategisch noch präziser zu denken.
Gibt Ihr Erfolg den deutschen Nahschachspielern einen Push für die Olympiade
2008 in Dresden?
Ich hoffe, dass wir
Ihnen damit eine kleine Vorlage gegeben haben.
Eigentlich eine Steilvorlage, Herr von Weizsäcker. Vielen Dank für das
Interview!
Vom Können unserer
Fernschachspieler zeugen folgende Partien, die uns drei der Olympiasieger
freundlicherweise kommentiert zur Verfügung gestellt haben. Am ersten Brett
gewann Fritz Baumbach u. a. gegen den Österreicher Peter Valent.

Partien zum
Durchklicken...
F. Baumbach – P. Valent
13. Fernschacholympiade
Damenindisch (E12)
Anmerkungen: Fritz Baumbach
1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 b6 4.Sc3 Lb7 5.a3 d5
6.cxd5 Sxd5 7.Dc2 Sxc3 8.bxc3 Le7 9.e4 0–0 10.Ld3 c5 11.0-0 Dc8 12.De2 La6
13.Td1 Lxd3 14.Txd3 Sd7 15.e5 cxd4
In der Partie Radjabow - Anand (Linares
2003) folgte 15. ... Dc6 16. Lg5 Tfe8
17. Lxe7 Txe7 18. Sg5 cxd4 19. cxd4 f6 20. exf6 Sxf6 mit späterem Remis.
16. cxd4 Te8 17. Lg5

17. … Da6?!
Mit diesem Zug geht Schwarz eigene Wege.
Üblich sind an dieser Stelle 17. ...
Sf8 oder 17. ... Lf8. Nach dem Textzug ist die Dame zu weit vom
Kampfgeschehen entfernt. Mein Gegner räumte den Fehler nach der Partie ein.
18. Lxe7 Txe7 19. Tad1 Sf8
Ich habe diese Stellung einige Wochen lang
analysiert. Es ist offensichtlich, dass Weiß am Königsflügel angreifen muss,
aber wie soll es weiter gehen? Auf meiner Postkarte hatte ich schon 20. h4
notiert, aber dann gefiel mir die Antwort nicht wegen der Variante 20. h4
Td8 (20. ...
Tc8 21. Sg5 Tec7 22. Se4)
21. De3 Ted7 22. h5 h6!
(Wenn
der weiße h-Bauer einen Schritt weiter nach vorn kommt, ist Schwarz
ernsthaft in Gefahr).
Später prüfte ich 20. De3. Nach 20. …
Tc8 21. Sg5 Tec7 22. Se4 Tc1 hat Schwarz sein Ziel erreicht und kann einen
Turm tauschen. Meine dritte Analyse schließlich erbrachte den stärksten Zug,
ein Springermanöver.
20. Sg5 Tc7 21. Df3 Td8 22. h4
h6 23. Se4 Sg6 24. h5 Se7

25. g4!
Weiß startet den entscheidenden Angriff.
25. ... Db7 26. g5 hxg5
Hier war es extrem schwer, sich zwischen
den beiden guten Zügen d5 und Dg4 zu entscheiden. Es kribbelte mir in den
Fingern, 27. d5 auszuführen, weil der d-Bauer nur durch den Springer
geschlagen werden kann: 27. d5 Sxd5
(27. ... Txd5 28. Sxg5; 27. ... exd5 28. Sd6) 28. Sxg5 Dc6 29. De4
Dc4 30. Dh7+ Kf8 31. Se4 Ke7 32. Tf3 Sf4 33. Te1 (33. Txd8? Df1+! und
Matt.) 33. ... Se2+ 34. Kg2 Tf8 35. Te3 Tcc8 36. Sd6, und Weiß gewinnt.
Weil ich einige Konterchancen für meinen Gegner entdeckt hatte, wählte ich
die sichere Fortsetzung.
27. Dg4 Tc4
Die beste Antwort. Schwarz gibt die
Qualität und stellt seine Figuren auf aktive Positionen. Hier war es
überhaupt noch nicht abzusehen, dass Weiß in nur zehn Zügen auf der
Gewinnerstraße sein wird.
28. Sd6 Txd6 29. exd6 Sf5 30. Dxg5 Dd7
Hier gibt es für Weiß zwei fundamentale
Wege: 31. Df4 oder 31. Tc1. Das sind menschliche Züge. Der Computer hingegen
empfahl einen anderen, und für diesen entschied ich mich.
31. h6 f6 32. Dg6 Sxh6 33. Th3
Sf7
Mit großer Freude
fischte ich die Karte mit dieser Antwort aus dem Briefkasten, weil die
nächsten zehn Züge bereits in meinem Analysebuch standen. Die Alternative
war 33. … Sf5. Danach plante ich 34. d5 e5 35. Dh7+ Kf7 36. Kh2 mit dem praktisch unparierbaren 37. Tg1,
zum Beispiel 36. … Tf4 37. Tc1 Sxd6 38. Thc3 Se8 39. Dh5+ Ke7 40. Tc8 oder
36. … e4 37. Dh5+ Kf8 38. Tg1 Sxd6 39. Thg3, und Weiß gewinnt in beiden
Fällen.
34. Dh7+ Kf8 35. Tg3 Sg5 36. Dd3 b5 37. f4
Sf7 38. Dh7 g5 39. fxg5 Dxd6 40. Tg4 Dxa3 41. g6 De3+ 42. Kh1
Df4
Auf 42. ... Df3+ folgt 43. Tg2 Dxd1+ 44. Kh2; Oder 42. ... Dh6+ 43. Th4 Dxh7
44. gxh7.
43. Dxf7 matt.
Gegen Vladimir Hefka aus der Slowakei
gewann Robert von Weizsäcker auf schöne Weise, indem er seinen Gegner von
zwei Seiten in die Zange nahm.
R. von Weizsäcker – V. Hefka
13. Fernschacholympiade
Königsindisch E 84
Anmerkungen: Robert von Weizsäcker
1. d4 Sf6 2. c4 g6 3.
Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. f3 0–0 6. Le3
Sc6 7. Sge2 a6 8. Dd2
Tb8 9. Tc1!?
Weicht vom standardmäßigen Vorgehen in
dieser Untervariante des Sämisch-Systems der Königsindischen Verteidigung
ab. Normalerweise bereitet man z.B. mit 9. h4 oder zunächst 9. Sc1 bzw.
direkt 9. 0–0–0 einen Königsflügelangriff vor, der dann in das übliche
Wettrennen (Weiß am Königsflügel und Schwarz am Damenflügel) mündet. Mit dem
Textzug verfolgt Weiß einen positionellen Gedanken, der auf Aktivitäten am
Damenflügel gerichtet ist.
9. ... Ld7 10. Sd1! Te8 11. Sf2 e5 12. d5
Se7 13. b4
Weiß startet sofortige Operationen am
Damenflügel, u. a. mit Blick auf die c- und b-Linien. Damit werden
eventuelle schwarze Absichten an diesem Flügel eingeschränkt. Gleichzeitig
ist ein Angriff des Nachziehenden am Königsflügel nicht wirklich in Sicht.
Ein Problem hat Weiß allerdings: Wohin mit dem Lf1? 13. Sc3 (mit der Idee
Ld3) wäre z.B. zu langsam gewesen. Schwarz antwortet darauf unmittelbar 13.
... Sh5 nebst ... f5. Ich habe mich daher für den Plan g3 nebst Lg2
entschieden, auch um den Springer zunächst auf e2 zu halten.
13 ... h5!?
Das kam für mich überraschend. Ich hatte eher mit 13. ... c6 oder auch
13. ... a5 gerechnet. 14. Sc3! Nun geht ... Sh5 ja nicht mehr.
14. ... c6 15. a3 cxd5!?
Aktiver ist vielleicht 15. ... b5.
16. cxd5 b5 17. Le2
Ändert den ursprünglichen Entwicklungsplan,
da g3 jetzt den sofortigen Aufrollpunkt h4 schafft und ein anschließendes
Lh3 den Punkt c4 schwächt (... Se7-c8-b6-c4).
17. ... Sh7 18. 0–0 f5 19. g3
Nun fast erzwungen, da 19. f4!? dem
Nachziehenden stellungsdynamisch in die Hände spielt.
19. ... h4 20. Tc2
Mit der Idee Ta1 oder Tb1 gefolgt von a4.
20. ... Tf8 21. Tb1! De8

22. Tbc1!
Nach langen Überlegungen. Ein wesentliches
Motiv ist hier das Optionsprinzip, wonach ceteris paribus derjenige Zug den
Vorzug verdient, der die Möglichkeiten guter Alternativen maximiert (bzw. am
wenigsten beschränkt).
22. ... Kh8!?
Schwarz gehen die guten Züge aus. Der Textzug plant u. a. ... Tg8 nebst
... g5.
23. Scd1 hxg3!?
23. ... Sf6 hätte m. E. den Vorzug verdient.
24. hxg3 Tc8 25. Txc8 Lxc8
Auf 25. ... Sxc8 könnte 26. a4 oder auch 26.
Dc3 folgen.
26. Tc7 Sf6 27. Lg5!
Unterbindet u. a. ... Sh5.
27, ... Seg8
Jetzt geht ... Sh5 wieder, aber die schwarzen Figuren stehen immer
bedrängter.
28. Dc1 Sh5 29. Kg2 f4 30. g4
Lf6
Oder 30. ... Sg3 31. Ld3 (vielleicht sogar
31. Ta7!? Sxe2 32. Dc7)
31. ... Lf6 32. Sh3+-.
31. Lxf6+ Shxf6 32. a4!
Geschwindigkeit ist jetzt alles.
32. ... bxa4
Sonst könnte axb5 gefolgt von Sc3 und Da1 folgen.
33. Sb2 Se7
Schwarz befindet sich fast im Zugzwang. Es
gibt keine wirklich gute Alternative. 33. ... Sd7 erhielte 34. Sc4 und 33.
... Ld7 einfach 34. Lxa6 zur Antwort.
34. Sxa4! Sd7
Oder 34. ... Dxa4 35. Txe7; 34. ... Ld7 35. Sb6; 34. ... Tf7 35. Sb6;
34. ... Dd8 35. Sb6 jeweils mit weißem Gewinn.
35. Sh3
Weiß nähert sich den Raumvorteil nutzend von
zwei Seiten.
35. ... Kg7

36. Dg1!
Die Drohung 37. Da7 ist entscheidend. 1-0
Die folgende Partie von Matthias Kribben gegen Wjatscheslaw Ljukmanow
brachte dem deutschen Team den wichtigen Mannschaftssieg über Russland ein.
M. Kribben – W. Ljukmanow
13. Fernschach-Olympiade
Sizilianisch (B33)
Anmerkungen: Matthias Kribben
1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.d4 cxd4
4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 e5 6.Sdb5 d6 7.Lg5 a6 8.Sa3 b5 9.Lxf6 gxf6 10.Sd5 Lg7
11.Ld3 Se7 12.Sxe7 Dxe7 13.c4 f5 14.0–0 0–0 15.Df3 Te8
Die Alternativen sind 15. … d5
und 15. … bxc4 sowie das überraschende 15. … Db7 mit erzwungenem
Damentausch, der Schwarz gute Remisaussichten bietet.
16. Tfe1 b4 17. Sc2 f4 18. Sxb4
Tb8
19. Sd5!
Weiß jagt nicht der Qualität
hinterher. Bekannt war in dieser Stellung bisher nur 19. Sc6, und Schwarz
kann nach 19. … Dg5 seinen Turm wegen der Drohung 20. … Lg4 retten.
19. … Dg5 20. Le2 Txb2
Mein Gegner ist auf der b-Linie
eingedrungen, doch Weiß wird sie in einigen Zügen
beherrschen, und der schwarze Bauernangriff am Königsflügel ist zu langsam.
21. Da3 Td2 22. Tad1 Txd1 23.
Txd1 Lf8 24.
Tb1 Kh8 25. Lf3
f5 26. Tb8 Dg6 27. Dd3
Df7 28. Dd1 Da7 29. Db1 Df7
Nach dieser kuriosen
Damen-Umgruppierung hat Weiß seine optimale Aufstellung erreicht. Nach der
Schaffung des notwendigen Luftlochs kann der Schlussakkord erfolgen.
30. h3 a5
Dieser Zug macht keinen großen
Sinn. Aber wenn man die Position genau untersucht, bemerkt man, dass sich
Schwarz praktisch im Zugzwang befindet. Eine Zugzwang-Situation im
Mittelspiel ist ein Phänomen, das man in Nahschach-Partien nur sehr selten
antrifft. Im Fernschach jedoch kann sie durch die dort mögliche Präzision
hin und wieder erreicht werden.
31. Lh5!
Der Läuferzug entscheidet die
Partie. Weiß opfert zwei Leichtfiguren gegen den Turm und raubt Schwarz
damit den Schutz der Grundreihe. Die auf ihren Ausgangsfeldern verharrenden
Läufer sind danach nicht mehr gleichzeitig zu verteidigen. Weiß kann auf der
achten Reihe Material einsammeln.
31. … Dxh5 32. Sf6 Dg6 33. Sxe8
f3 34. g3 Dxe8 35. Db5

1-0
| |
 |
Datenbank
ChessBase Corr Database 2006
Fernschachdatenbank -
Insgesamt über 588.000 Partien von über 75.000 Spielern aus über
48.000 Turnieren. Das Fernschachlexikon umfasst jetzt ca. 63.000
Spieler.
Mehr Information...
€ 79,90 |
|