FIDE-Wahl: Arkady Dvorkovich neuer FIDE-Präsident

von André Schulz
03.10.2018 – Im Rahmen der Schacholympiade in Batumi wurde heute vom FIDE-Kongress ein neues Präsidium gewählt. Von den drei Kandidaten Arkady Dvorkovich, Nigel Short und Georgios Makropulos erklärte Short vor der Wahl seinen Rückzug. Arkady Dvorkovich gewann die Wahl gegen Georgios Makropoulos mit 103:78 und ist der neue FIDE-Präsident. | Foto: Arkady Dvorkovich

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Im Rahmen der Schacholympiade in Batumi trafen sich die Delegierten der Verbände zum FIDE-Kongress. Bei jeder zweiten Schacholympiade, nach vier Jahren Amtszeit, wird ein neues Präsidium gewählt. Seit 1995 hatte Kirsan Ilyumzhinov die Amtsgeschäfte geführt. Zuletzt wurde er vor vier Jahren bei der Schacholympiade in Tromsö wiedergewählt worden und hatte sich dort gegen Garry Kasparov durchgesetzt. Nachdem das US-Schatzministerium Ilyumzhinov wegen seiner Beteiligung an der russischen Alfa-Bank und deren Geschäfte mit der syrischen Assad-Regierung auf seine Boykottliste gesetzt hatte, hatte auch die FIDE mit Problemen bei ihren finanziellen Transaktionen zu kämpfen. Ihr Konto bei der UBS-Bank wurde gekündigt. Das FIDE-Präsidium drängte Ilyumzhinov zum Rücktritt, doch der hielt an seinem Amt fest. Immerhin ließ er seinen Plan fallen, sich erneut zur Wahl zu stellen.

Im Vorweg zu heutigen FIDE-Wahl hatte der bisherige langjährige Vize Georgios Makropoulos als Erster seine Kandidatur erklärt. Es folgten Nigel Short und dann Arkady Dvorkovich. Der frühere Stellvertretende Ministerpräsident Russlands darf sich der Unterstützung der russischen Regierung sicher sein. Makropoulos holte Malcolm Pein in sein "Ticket" und bekam damit auch in Verbindung zu Rex Sinquefield, denn Pein ist einer der Köpfe der von Sinquefield mit finanzierten Grand Chess Tour. Nigel Short steht seit langem in Opposition zum FIDE-Präsidium und hatte bei den vergangenen Wahlen erst Karpov, dann Kasparov unterstützt. Nun wollte er selber antreten.

Auch dieser Wahlkampf wurde von allen Seiten mit harten Bandagen geführt. Das Twitter-Gefecht dauerte noch bis heute, dem Wahltag an.

Die Wahlen waren einer der ersten Tagesordnungspunkte im Kongress. Die drei Kandidaten stellten sich, ihr "Ticket", das heißt ihre Mannschaft, und ihr Programm in der Reihenfolge Dvorkovich, Short, Makropoulos vor. Nigel Short erklärte in seinen Verzicht auf die Kandidatur. Dafür hatte es schon Wochen vor der Wahl Anzeichen gegeben.

Nach einer Debatte inspizierten die Kandidaten noch die Wahlkabinen, dann wurde ab ca. 13 Uhr zur Wahl geschritten. 182 Delegierte waren stimmberechtigt.

Die Auszählung ergab einen einen Sieg für Arkady Dvorkovich mit 103:78 (eine ungültige Stimme). Arkady Dvorkovich ist neuer FIDE-Präsident.

Foto: Macauley Petersen

 



Themen: FIDE

André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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