Franz Reisgis' Schach-Curriculum in 3. Auflage

von ChessBase
05.04.2019 – Schach ist noch ein relativ junges Unterrichtsfach. Franz Reisgis ist einer der Pioniere und hat für den Schachunterricht ein umfangreiches Schachcurriculum entwickelt, das er jetzt in einer neuen stark überarbeiteten und ergänzten Auflage zum Download zur Verfügung stellt.

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Aus dem 

Curriculum und Schachlehrplan Wahlpflichtfach Schach des Gymnasium Ohlstedt

Vorwort

Die lebenslange Leidenschaft für das Phänomen Schach verbunden mit der zunehmenden Beschäftigung mit Studien über die Wirkungen des Schachspielens auf Schüler und die erfolgreiche Umsetzung von Schach als Fach an vielen deutschen Grundschulen ließen den Entschluss reifen, auch an meinem Gymnasium (Gymnasium Ohlstedt in Hamburg) Schach als reguläres Fach einzuführen.

Die Vorstellung dieses Vorhabens im Eltern- und Schülerrat wurde mit großem positivem Interesse aufgenommen. Auch die Schulleitung und der Mittelstufenabteilungsleiter unterstützten das Vorhaben sofort sehr aktiv.

Die Kontaktaufnahme mit Verlagen und Autoren und die Vorstellung meines Vorhabens führten zu einer Welle von Unterstützung: Schachbücher, DVDs, Arbeitsunterlagen und viele Anregungen, ausführliche schriftliche Vorschläge und vieles mehr. Diese Unterstützung hält bis heute an. Zu nennen sind hier: Rainer Woisin und Martin Fischer von der Firma Chessbase, Bernd Jehle von der Firma Chessware, Mathias Graul vom Schachversand Euro Schach Dresden, Jürgen Daniel von iSchach/Stappenmethode, Robert Ullrich von Schachversand Ullrich. Heinz Brunthaler, Klaus Lindörfer, Harald Schneider-Zinner und Bernd Mallmann stehen für die ständige Begleitung per Email und Materialvermittlung, Frank Ewers und Mirco Klingenberg vom Golf House (OhlChess-Sweatshirt mit Logo) sowie Professor Tobias C. Stubbe von der Universität Dortmund für die wissenschaftliche Begleitung des Schachunterrichtes.
Allen gilt mein besonderer Dank! Diese Welle der Unterstützung gab einen zusätzlichen Motivationsschub. In den Sommerferien 2014 erarbeitete ich die erste Fassung des Schach-Curriculums (neueste Version (3. Auflage) zu finden auf der Schulwebsite veröffentlicht).
Unmittelbar vor und in den Sommerferien 2015 entstand die in vielen Teilen überarbeitete und erweiterte Fassung. Diese Arbeit wird nie zu Ende sein. Deshalb bin ich allen Lesern dankbar, die mir kritische Anmerkungen, Kommentare, Vorschläge und Diskussionen zukommen lassen (freisgis@gmx.de).

Beim Nachweis von Zitaten und Literatur wende ich die von Unisa vorgeschriebene Harvard-Methode an und folge dabei den Regeln in:
Christof Sauer (Hg.) 2004. Form bewahren: Handbuch zur Harvard-Methode. (GBFE-Studienbrief 5). Lage: Gesellschaft für Bildung und Forschung in Europa e.V. sowie Bahr, J & Frackmann M. 2011. Richtig zitieren nach der Harvard-Methode. Eine Arbeitshilfe für das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. Solothurn (Schweiz): Institut für Praxisforschung.

Auch meiner Frau habe ich besonders zu danken, da ich oft (sonst gemeinsame) Zeit über den Materialien und am Computer verbracht habe!

September 2015

Vorwort zur 2. Auflage Februar 2016 bis September 2017

Das Curriculum wurde wieder durchgesehen und teilweise korrigiert und ergänzt (v.a. Unterrichtsstunden sowie Erfahrungsbericht nach den ersten drei Jahren Unterricht) sowie neue Werke in die Bibliographie aufgenommen.

September 2017

Vorwort zur 3. Auflage März 2019

Das Curriculum wurde redaktionell überarbeitet. So wurden Teile hinzugefügt, ergänzt (Lösungen zu den Klausuren), Teile umgestellt, gelöscht oder verändert. Eingeflossen sind nun vor allem die Erfahrungen mit einer anderen, zum Teil schwächeren Lerngruppe (ab Schuljahr 2018/19) mit mehr Schülern, die als fortgeschrittene Anfänger bezeichnet werden können. Außerdem konnte der Autor Teile der Inhalte (methodischer wie praktischer Art) verschiedener interessanter weiterer Lehrbücher (siehe Kapitel 8.1), produktiv in die Praxis umsetzen und wird die diesbezüglichen Erfahrungen versuchen darzustellen.

März 2019

Franz Reisgis 

 

Einleitung

Es gibt bisher kein Curriculum Schach für das Gymnasium in Deutschland. Deshalb stellt dieses Curriculum einen ersten Versuch dar, den im Schuljahr 2014/15 begonnen Unterricht im Wahlpflichtbereich (Klasse 8-10) am Gymnasium Ohlstedt in Hamburg auf eine entsprechende Grundlage zu stellen.

Orientierung dabei boten die schachlichen Aktivitäten an vor allem schulischen Unterrichtsversuchen und Arbeitsgemeinschaften in Deutschland und weltweit.

Besonders genannt werden müssen dabei der „Lehrplan Schach“ der IGS Trier, erstellt von Bernd Mallmann, der ‚Lehrplan Schachunterricht’ der St.-Sebastian-Schule (Katholische Grundschule Raesfeld) sowie der bisher unveröffentlichte Rahmen-Lehrplan für das Kultusministerium Baden-Württemberg des ehemaligen Weltklassespielers und GM Ludek Pachmann, der 1985 im privaten Gymnasium in Altensteig den Schachunterricht gab und dabei tatkräftig von Klaus Lindörfer unterstützt wurde.

Dieses Curriculum soll nach jedem Unterrichtsjahr weiter an die Praxis angepasst werden.

Der Schachunterricht findet am Gymnasium Ohlstedt im Wahlpflichtbereich der Mittelstufe statt (Klasse 8-10).

Die Schüler 1 (gilt im Folgenden auch für Schülerinnen) sollen in den drei Jahren, wenn sie ab Klasse 8 den Wahlpflichtkurs besuchen, die in 1.5 genannten allgemeinen Ziele sowie ein erhöhtes Spielverständnis und -niveau erreichen. Das Alter der Schüler (14-16 Jahre) spielt nicht mehr die entscheidende Rolle für die Auswahl der Unterrichtsinhalte und -methoden, sondern vielmehr Auffassungsgabe, Merkfähigkeit, Umsetzungsfähigkeit und das Spielverständnis. Entsprechend sind die Anforderungen an die Binnendifferenzierung.

Die mögliche und nützliche Zusammenarbeit mit einem örtlichen Schachverein wird aufgezeigt, Möglichkeiten dargestellt, den Unterricht über vielfältige Möglichkeiten sogenannter Events zu erweitern.

Dass natürlich diese vielfältigen Aktivitäten heute von jeder Schule auch nach außen dargestellt werden müssen, schließt dieses Kapitel ab.

Dieses Curriculum bildet die Grundlage für einen zu erstellenden ‚Lehrplan Schach für das Gymnasium‘, durchgehend für die Klassen 5-12 (13).

Grundlage der Untersuchung ist vielfältige nationale und internationale Literatur über didaktische und methodische Grundlagen und Zugänge sowie die fast unüberschaubare Schachliteratur, wobei in erster Linie Literatur Verwendung findet, die Arbeitsgrundlage für Schulunterricht sein könnte.

Im 1. Kapitel sollen die didaktischen Grundlagen des Unterrichts dargestellt und erläutert werden. Dabei soll der Stellenwert deutlich werden, den regelmäßiger Schachunterricht auf Einstellungen, Verhalten und Leistungen der Schüler haben kann.

Im 2. Kapitel werden die methodischen Grundlagen vorgestellt. Dabei wird auch deutlich, dass aufgrund der außerschulischen (Vor-)Erfahrungen der Schüler die Leistungsunterschiede erheblich sein können, was natürlich Auswirkungen auf die Unterrichtsgestaltung hat. 

Im 3. Kapitel werden die Anforderungen und Beurteilungskriterien vorgestellt. Unter den Anforderungen sind die konkret schachlichen, die mentalen sowie die sozialen Anforderungen zu verstehen. Da die Leistungen im Fach Schach als (reguläres) Fach wie andere Fächer beurteilt werden müssen, wird dargestellt, wie die Beurteilung sich auf die Bereiche laufende Kursarbeit – und was darunter zu verstehen ist - und Klausuren verteilen. Die Schüler haben im Wahlpflichtbereich (Klasse 8-10) drei Jahre Schachunterricht. Auf diesen begrenzen Zeitraum wird versucht die Inhalte auszurichten.

Im 4. Kapitel werden die Inhalte vorgestellt, von denen ausgegangen werden kann, dass sie für ein schachliches Fundamentum notwendig sind. Darauf aufbauend werden auch Inhalte für die leistungsstärkeren Schüler angeboten, so dass diese sich nicht unterfordert fühlen und sich schachlich weiter entwickeln können.

Im 5. Kapitel geht es um die Organisation des Unterrichtes. Raum- und Materialausstattung, Software und Filme werden benannt, die sich für den Einsatz im Unterricht eignen.

Im 6. Kapitel wird der Wahlpflichtbereich am Gymnasium Ohlstedt in Hamburg mit den damit verbundenen Erfahrungen nach viereinhalb Jahren vorgestellt.

Im 7. Kapitel wird die Literatur aufgezeigt, die für den didaktischen, methodischen und inhaltlichen Bereich als Grundlage diente und dienen kann. Sicher gibt es noch viele Werke, die ganz oder zum Teil für den Unterricht geeignet ist. Das wäre jetzt aber eine eigenständige Arbeit, die schachliche Literatur ausführlich dahingehend zu untersuchen. Aufgezeigt wird hier die Literatur, die allgemein am häufigsten für Unterricht genutzt wird.

Im 8. Kapitel sind Materialen angehängt, die für den Unterricht grundsätzliche Verwendung finden können und auch gefunden haben.

Im 9. Kapitel stellt sich der Autor kurz vor.

1)  Aus Gründen der Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet, welches weibliche wie männliche Personen gleichermaßen einschließt.

Webseite beim Gymnasium Ohlstedt (mit Download)...

 

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