I am woman, I am president - „Ich bin Frau, ich bin Präsidentin“
FIDE-Pressemitteilung
Text: Milan Dinic
Von den 201 Mitgliedsverbänden der Fide werden nur 13 von Frauen geleitet. Die Entwicklungen sind langsam, dennoch lässt sich beobachten, dass Frauen immer mehr Führungspositionen im Schach einnehmen. Es kommen vier Frauen zu Wort, die nationale Schachverbände als Präsidentinnen leiten: Xie Jun, ehemalige Weltmeisterin und Präsidentin des Schachverbands Chinas, Bouchra Kadiri, erste Marokkanische Meisterin und Präsidentin des marokkanischen Schachverbands, TrisAnn Richards, Präsidentin des Schachverbandes aus St. Lucia, und Johanna Bjorg Johannsdottir, Nationalspielerin und Präsidentin des isländischen Schachverbands. Sie erzählen, welche Rollen Frauen im Schach abseits vom Brett spielen können.
Das Lied „I am woman“ von der australischen Sängerin Helen Reddy, eine Hymne feministischer Bewegungen, kam 1971 raus. Es erreichte 1972 den ersten Platz der US-Billboard Hot 100 Charts. Der Refrain „I am strong, I am invincible, I am woman“ ging in die Geschichte der feministischen Bewegungen ein. An einem anderen Ort im Jahr 1971 haben sich Frauen Gehör verschafft. Die FIDE organisierte das erste Interzonenturnier der Frauen, ein überregionales Qualifikationsturnier, das vor dem Kandidatenturnier vorgeschaltet war über das man sich zur Weltmeisterschaft qualifizieren konnte. Beim Interzonenturnier konnten die Spielerinnen teilnehmen, die sich in ihrer jeweiligen Zone hierfür qualifiziert hatten. Das Turnier fand in Ohrid (damals Jugoslawien) statt. Dies war ein erster Schritt, die Qualifikationsabläufe bis zur Weltmeisterschaft für Frauen vergleichbar mit den Abläufen zu gestalten, die bei den Männern üblich waren. Im folgenden Jahr verteidigte Nona Gaprindashvili ihren Weltmeisterinnen-Titel gegen Alla Kushnir: 8,5-7,5. In Skopje dominierte das Team der Sowjetunion, zu dem beide Spielerinnen gehörten, die Schacholympiade. Im selben Jahr wurde Olga Rubtsova die erste Weltmeisterin im Fernschach. Sie war auch die einzige Person der Geschichte, die einen WM-Titel im klassischen Schach und im Fernschach innehielt. Es war das erste Mal seit Vera Menchik, dass die Öffentlichkeit wieder mehr über Frauen im Schach sprach.
Der Königsindische Angriff ist eine universelle Eröffnung: leicht zu erlernen, flexibel und reich an taktischen und positionellen Möglichkeiten.
Am Brett hatten Frauen ihre Durchbrüche, aber in den Nebenräumen, dort, wo Schach organisiert wurde und, wo die Entscheidungen getroffen wurden, waren Frauen beinahe nie anwesend. Es waren auch Männer in Machtpositionen, die Spielerinnen wie Nona Gaprindashvili, die erste Frau, die einen GM-Titel erreichte, nicht ernst nahmen.
Es sollte noch drei weitere Dekaden nach den globalen feministischen Bewegungen der 1970er dauern, bis der US-amerikanische Schachverband zum ersten Mal eine Frau als Präsidentin wählte. Dies war Beatriz Marinello im Jahr 2003. Heute sind wir bei 13 Präsidentinnen von nationalen Schachverbänden in der FIDE.

Beatriz Marinello war die erste Frau, die als Präsidentin des US-amerikanischen Schachverbands gewählt wurde | Foto: Beatriz Maronellos Facebook profile
Zeiten ändern sich
In den letzten Jahren bekommt das Thema „Frauen im Schach“ mehr Aufmerksamkeit. Frauen werden mit ihren schachlichen Zielen unterstützt und gleichzeitig wird geschaut, wie Schach Frauen dabei helfen kann, ihre Karrieren voranzubringen.
Die FIDE hat Frauenschach zu einer ihrer Top-Prioritäten gemacht. Die Anzahl, Größe und Unterstützung von Schachveranstaltungen für Frauen wurde erhöht. Außerdem wurde die Frauenschachkommission eingerichtet. Personell wurde Dana Reizniece als Vorsitzende des Management Boards der FIDE eingesetzt und jahrelang kümmerte sich Zhu Chen, ehemalige Weltmeisterin, um die Finanzen der FIDE als Schatzwartin. Frauen kommen in Entscheidungspositionen des Weltverbandes an.
Die Kommission für Frauenschach hat Programme unterstützt, die beispielsweise Ländern dabei helfen, Frauenteams zur Schacholympiade zu schicken. Auf diesem Weg werden ganze Teams neu aufgebaut. 2024 haben neun nationale Schachverbände so Unterstützung bekommen und konnten zum ersten Mal ein Frauenteam zur Schacholympiade schicken. Es geht aber auch um Veranstaltungen wie einer Konferenz zum Thema Schach und Balance im Leben, wo es um die Vereinbarkeit von Schach und Mutterschaft für Spielerinnen und ihren Schachkarrieren ging. Projekte wie die Queen's Gambit Challenge haben mehr als 580 Frauen aus 80 Ländern zusammengebracht, um miteinander zu trainieren, sich zu vernetzen und zu unterstützen.
Die Hürden, denen Frauen im Schach begegnen sind dieselben, denen sie auch in der Berufswelt begegnen, ob als Spielerin oder Entscheidungsträgerin. Ein aktueller Global Gender Report des Weltwirtschaftsforums gibt an, dass Frauen zwar einen großen Anteil der Arbeitskraft ausmachen, aber nur eine kleine Gruppe unter den Personen bilden, die Führungspositionen einnehmen. 2024 veröffentlichte Deloitte den „Women in the Boardroom“-Bericht. Demzufolge nehmen Frauen weniger als ein Viertel (23,3%) der Vorstandspositionen weltweit ein.
Schachverbände verhalten sich in diesem Bereich wie Unternehmen. Die Gesellschaft in der Frauen als Arbeitnehmerin leben, ist dieselbe, wie die, in der Frauen als Schachspielerinnen leben. Schachverbände sind als Sportverbände organisiert, sind aber auch Arbeitgeber, Veranstaltungsorganisatoren und öffentliche Einrichtungen. Wenn Frauen Führungspositionen in einem Schachverband einnehmen, dann ist das nicht nur ein Symbol. Diese Positionen geben die Möglichkeiten, grundlegende Entscheidungen in einem Bereich zu treffen, in dem es auch zum Beispiel darum geht, wie Millionen von Kindern und jungen Menschen zum Schach kommen und wie sie Schach ihr Leben prägen lassen.
Von der Schachweltmeisterin zur Präsidentin des nationalen Schachverbands
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Xie Jun begann mit 6 Jahren Xiangqi, Chinesisches Schach, zu spielen. Im Alter von 10 Jahren wechselte sie zu dem Spiel, was in China unter dem Begriff „internationales Schach“ bekannt ist. Mit 16 schaffte sie es bereits ins Schach-Nationalteam. 1991 wurde sie Weltmeisterin, die erste von außerhalb Europas. Sie sagt, nichts sei damit vergleichbar, die eigene Nationalflagge zum ersten Mal für ein Weltmeisterschaftsmatch gehisst zu sehen. Parallel zu ihrer Schachkarriere promovierte sie auch in Psychologie, eine seltene Kombination.
Ihr Wechsel von der Schachspielerin zur Entscheidungsträgerin verlief schrittweise. Zuerst begann sie Training zu geben, dann unterrichtete sie an der Universität. Sie arbeitete als Sportadministratorin und 2024 wurde sie Präsidentin des Chinesischen Schachverbandes.
„Jeder Karriereschritt nach oben fühlte sich wie ein logischer 'nächster Zug' auf einem größeren Schachbrett an. Wenn du die Regeln ändern willst, dann musst du sie mitschreiben“, erklärt Xie Jun.

Xie Jun macht den ersten zeremoniellen Zug beim Weltmeisterschaftskampf der Frauen 2025 | Foto: Stev Bonhage
Auf Work-Life-Balance angesprochen, sagt Xie: „Ich behandle mein Leben wie ein langes Spiel mit zwei Uhren: Familie und Karriere. Wenn du hart genug arbeitest und dich mit ganzem Herzen dafür einsetzt, dann kannst du definitiv ein Gleichgewicht erreichen.“
Ihr Rat für junge Frauen, die Entscheidungspositionen im Schach anstreben, ist praktisch gehalten: „Spielt stark, euer bestes Empfehlungsschreiben ist eure Performance. Kompetenz lässt Vorurteile verstummen. Baut Netzwerke auf, sucht euch sowohl weibliche Verbündete als auch männliche Mentoren. Schach ist ein Mannschaftssport, der Brett für Brett gespielt wird. Bildet euch weiter. Schachverbände brauchen Leute vom Fach, nicht mehr ehemalige Spieler. Gebt euer Wissen weiter und zieht andere mit euch mit, sobald ihr einen Platz am Tisch erreicht habt. Wie auch im Schach verwandeln wir einen unaufhaltsamen Freibauern zu einer Dame und Königin.“
Xie Juns Geschichte zeigt den Weg einer Top-Leistungsspielerin, die zur Funktionärin wurde. Die Wege der meisten Anderen beginnen jedoch weitab von der Bühne der Weltmeisterschaft.
„Gute Nachrichten“ aus Marokko
In Marokko ist Bouchra Kadiri die erste Frau, die Präsidentin des Schachverbandes ihres Landes ist. Ihre Geschichte beginnt mit ihrem Namen. Auf Arabisch bedeutet „Bouchra“ nämlich „gute Nachrichten“. Ihr Vater wählte den Namen aus, weil er am Tag ihrer Geburt eine Schachmeisterschaft gewonnen hatte. Seit diesem Moment war Schach Teil ihrer Identität, verbunden mit ihrem Namen und ihrem Vater, einem leidenschaftlichen Schachspieler.
1984 wurde sie die erste Marokkanische Meisterin. Ein Jahr später gewann sie die Bronzemedaille der Arabischen Meisterschaft. „Schach ist mehr als eine Leidenschaft für mich“, betont sie. Es sei eine Mission. Von den glamourösen Feiern zum 100-jährigen Jubiläum der FIDE zum Transport von Schachbrettern zu ländlichen Regionen Marokkos, Kadiri bringt Menschen in den Bann des Schachspiels, um Leute zusammenzubringen.
Die jahrelange Basisarbeit im Schach brachte sie dorthin, wo sie heute ist. Sie beschreibt ihre Wahl zur Präsidentin des Königlichen Marokkanischen Schachverbandes als das Resultat dessen, was man bekommt, wenn man Leidenschaft, Erfahrung und den Willen, der Schachcommunity zu dienen, miteinander vermischt. In ihrer Amtszeit stieg die Zahl der registrierten Schachvereine in Marokko von 12 auf 39 an. Dies ist ihrem Fokus darauf zu verdanken, Strukturen für organisiertes Schach zu schaffen und notwendige Bürokratie aufzubauen.

Bouchra Kadiri mit Patrick Van Hoolandt und Magnus Carlsen | Foto: Anna Shtourman
Ein Gleichgewicht zwischen Verbandsarbeit, Privatleben und weiteren Verpflichtungen zu schaffen, ist nicht immer einfach für sie. Wie die erfahrende Führungskraft, die sie ist, sagt sie, dass strikte Organisation und ein starkes Team notwendig sind und, dass die Unterstützung durch ihre Familie eine entscheidende Rolle hierbei spielt. Sie nennt dieses Gleichgewicht „eine strategische Kunst“, bei der jeder Zug zählt und eine Balance dadurch aufgebaut wird, dass man jeden Zug mit Geduld und Entschlossenheit ausführt.
„Was ich weitergeben möchte: Es ist möglich sich in mehreren Bereichen zu engagieren, aktiv und im Moment präsent zu sein. Die Voraussetzung ist, dass man mit Methode und Leidenschaft arbeitet.“
„Entscheidungsträger zu sein, ist nicht nur eine Rolle“, sagt sie, „sondern auch eine Verpflichtung gegenüber anderen, die Menschen, die einen umgeben, zu inspirieren, zu ermutigen und zu unterstützen und dabei sich den eigenen Werten treu bleiben.“
Die Isländische Präsidentin - geprägt von zwei Generationen
Der Weg zur Präsidentin des isländischen Schachverbands beginnt auch bei Johanna Bjorg Johannsdottir mit ihrer Familiengeschichte. Schach wurde ihr von ihrem Vater und Urgroßvater beigebracht. Als sie acht Jahre alt war, begann sie mit dem Training in einer Schach-AG und dort verliebte sie sich in beide Aspekte des Schachs, den Wettkampf und die soziale Komponente.
In Johannas Fall war es so, dass ihre Mutter Mitglied des Vorstands des isländischen Schachverbands war. Damit hatte sie das Vorbild schlechthin direkt in ihrer Familie, wenn es um Frauen in Funktionärsrollen im Schach ging. Durch ihre Mutter bekam Johanna ihr Interesse an Themen wie Steuerung von organisiertem Schach und Fairness. Sie erinnert sich, dass es ein prägender Moment war, als sie der ersten weiblichen Präsidentin des Verbandes begegnet war. Es zeigte ihr, was möglich war.
Setzen Sie die Prioritäten im Mittelspiel richtig und lassen Sie sich nicht vorschnell zu einer Linienöffnung oder einem Bauernklau verführen. Mihail Marin gibt Ihnen die Prinzipien an die Hand, die Sie für eine gelungene Partieführung unbedingt brauchen!
Anders als im Falle von Xie Jun und Bouchra Kadiri, begann Johannas Weg beinahe sofort im Bereich der Schach-Administration. Als Jugendliche half sie bei großen Jugendturnieren mit. Nach dem Schulabschluss gab sie Schachtraining, besonders für Mädchen, und sie engagierte sich besonders dafür, Frauen und Mädchen im Schach zu fördern und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen. Sie half dabei, Trainingsstunden für Mädchen zu organisieren und unterstützte dabei, die Strukturen um das Frauen-Nationalteam herum zu stärken.

Von links nach rechts: Jóhanna Björg Jóhannsdóttir, Emilía Klara Tómasdóttir (U8), Katrín María Tómasdóttir (U12), und Guðrún Fanney Briem (U16). Das Foto stammt von der Isländischen Jugendmeisterschaft 2025. Alle drei Mädchen sind Schülerinnen von Johannas Mädchen-Trainingsgruppe und jedes Mädchen gewann den Titel in der entsprechenden Altersgruppe. | Foto: Tómas Tandri Jóhannsson
2020 wurde sie zur Vizepräsidentin des nationalen Schachverbands gewählt. Sie war Vorsitzende der Frauenkommission und war weiterhin als Schiedsrichterin und Spielerin im Frauen-Nationalteam aktiv. Nachdem sie ihren Abschluss in Psychologie beendete und Arbeitserfahrung sammeln konnte, entschied sie sich dazu, als Präsidentin des Verbands zu kandidieren. In diese Position wählte man sie 2025.
Sie sagt, dass sie besonders stolz darauf ist, sich „für Mädchen und Frauen im Schach einzusetzen und dabei zu helfen, Räume zu schaffen, wo diese sich unterstützt und ernstgenommen fühlen“. Dies habe ihr immer mehr bedeutet als Medaillen und Titel.
In Vollzeit als Psychologin zu arbeiten und Präsidentin eines nationalen Schachverbands zu sein, das ist eine anspruchsvolle Kombination. In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben viele Menschen mehr als zwei Jobs. Die Frage ist, wie man da eine Balance findet. Regelmäßige Abendessen mit ihrer Familie helfen ihr. Ihr Rat für junge Frauen, die Führungspositionen anstreben ist eindeutig: „Trau dich und glaube daran, dass deine Meinung zählt. Habe keine Angst, deine Meinung zu sagen und teile deine Ideen. Sag, was verbessert werden kann und nimm am Schachleben auf die Art und Weise teil, wie du möchtest. Geh deinen eigenen Interessen nach. Selbstbewusstsein wächst durch Teilnahme und deine stimme zählt.“
„Du musst kein Großmeister sein, um etwas zu bewirken“
Für viele Menschen in der Schachwelt war das Spiel seit der Kindheit Teil des Familienlebens, aber nicht für alle. TrisAnn Richards lernte Schach in der Oberstufe, aber erst in ihrem Erwachsenenleben begann es eine größere Rolle zu spielen. Von der ehrenamtlichen Helferin zur Präsidentin des Schachverbands von Saint Lucia – sie war es, die St. Lucia zu einem der aktivsten FIDE-Mitgliedsverbänden der Karibik machte.
„Schach wurde zu einem bedeutenden Mittel, um mit anderen in Kontakt zu treten, um Verbindungen aufzubauen, um langfristige Freundschaften zu bilden“, sagt sie.
In einer Region, in der Athletik und Cricket traditionell die Sportwelt dominieren, ist es keine leichte Aufgabe, Schach in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken. Durch die Queen's Gambit Challenge, durch die mehrere Länder Frauenteams für die Schacholympiade 2024 losschicken konnten, hatte sie die Möglichkeit, aktiv zu werden. Weitere vergleichbare Projekte halfen ihr dabei, Schach in Saint Lucia zu fördern und in der Karibik bekannter zu machen.

Foto: Lennart Ootes
„Ich bin stolz darauf, dass Frauen, die als Anfängerinnen in unseren Programmen begonnen haben, mittlerweile Nationalspielerinnen, Schiedsrichterinnen, Trainerinnen und Funktionärinnen auf dem nationalen Parkett geworden sind. Abseits vom Schach bin ich stolz, eine Frau von einer kleinen karibischen Insel zu sein, die auf globalem Level etwas bewirken kann“, so Richards, die auch noch als Zahnärztin arbeitet. Zwei Karrieren zu managen, das sei nicht einfach, aber „Glaube, Freundschaft und mein persönliches Wohlbefinden helfen mir, das Gleichgewicht zu bewahren“, erklärt sie.
Für diejenigen, die ihren eigenen Weg im Schach suchen, hat Richards eine einfache, aber tiefgreifende Nachricht: „Du musst kein Großmeister sein, um etwas zu bewirken.“
Ihr Rat ist klar: „Warte nicht, bis du eingeladen wirst. Geh los und verhalte dich so, als würdest du dazugehören, das tust du nämlich. Bau dir echte Kompetenzen auf und lerne, wie das System funktioniert – vom Spiel selbst bis zu den Strukturen, die das Spiel steuern.“
Von der Repräsentation zur Macht
In diesem Videokurs untersuchen Experten die Partien von Judit Polgar. Lassen Sie sich von ihnen zeigen, welche Eröffnungen Polgar wählte, wo ihre Stärken im Mittelspiel lagen oder wie sie ihre Gegner im Endspiel überspielte.
Die Geschichten von Xie Jun, Bouchra Kadiri, TrisAnn Richards und Johanna Bjorg Johannsdottir sind alle sehr unterschiedlich und zeigen gerade so, wie unterschiedlich die Wege sein können, die in der Schachwelt existieren.
Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie verbinden ihren eigenen Weg mit dem der nächsten Generation. Xie Jun spricht von dem Freibauern, der zur Dame umgewandelt wird, und davon, andere mit sich zu ziehen, sobald man einen Platz an einem Tisch für Entscheidungsträger*innen ergattert. Bouchra Kadiri spricht davon, dass die Rolle von Funktionär*innen mit einer Verpflichtung für die Menschen, die einen umgeben, verbunden ist. Johanna Bjorg Johannsdottir betont, dass die eine Sache, die für sie wirklich etwas bedeutet, nicht Medaillen sind, sondern Räume zu schaffen, in denen sich Frauen und Mädchen unterstützt fühlen.
Während Studien zeigen, dass es noch viele Herausforderung für Frauen sowohl im Schach wie auch in der Berufsfeld gibt, wächst gleichzeitig die Unterstützung für entsprechende Förderprogramme. Dies gibt einen Hinweis darauf, dass die Zukunft anders aussehen kann als die Vergangenheit es tat.
1872 waren die Worte „I am woman, hear me roar“ ('Ich bin Frau, hört mich brüllen') eine Herausforderung an eine Welt, die von Männern dominiert wurde. Dies lag nicht an ihren Fähigkeiten, sondern wurde stattdessen mit ihrem Geschlecht und Vorurteilen gegenüber Frauen begründet. 2025 ist die Herausforderung spezifischer. Die Zahl von Frauen in Vorstandspositionen wächst, es gibt 13 Frauen, die Vorsitzende von nationalen Schachverbänden sind. Ein wichtiger Punkt ist, sicherzustellen, dass dies nicht nur eine vorübergehende Phase ist, sondern Teil einer tiefgreifenden Veränderung dessen, wer entscheidet, wer spielt und wer das Spiel für die nächsten fünfzig Jahre prägt.
DIE SCHACH-HORIZONT-ERWEITERUNG
In ChessBase gibt es immer wieder Ansätze, die typischen Pläne einer Eröffnungsvariante zu zeigen. Zwar ist Schach im Zeitalter der Engines viel konkreter als früher gedacht. Doch gerade Amateure lieben Eröffnungen mit klaren Plänen, siehe Londoner System. In ChessBase ’26 beschäftigen sich gleich drei Funktionen mit der Darstellung von Plänen. Im neuen Eröffnungsreport wird für jede wichtige Variante untersucht, welche Figurenzüge oder Bauernvorstöße darin wichtig sind. In der Referenzsuche sieht man jetzt auf dem Brett, wo die Figuren üblicherweise hingehen. Und startet man die neue Monte-Carlo-Analyse, zeigt auch hier das Brett die häufigsten Figurenpfade.