Frauen-EM in Batumi: Peglau mit Überraschungssieg – DSB-Spielerinnen noch ungeschlagen

von Matthias Muth
27.05.2026 – Die zweite Runde der 26. Frauen-EM in Batumi wurde am georgischen Nationalfeiertag ausgetragen. Die DSB-Spielerinnen sind noch immer ungeschlagen. Dabei waren an den ersten zwölf Brettern gleich vier deutsche Starterinnen im Einsatz – am erfolgreichsten war Charis Peglau (Titelbild). Das deutsche-deutsche Duell endete im Endspiel remis. | Fotos: Matthias Muth

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Am zweiten Brett fand sich Charis Peglau ein und erwischte mit IM Yuliia Osmak (2451) eine Mammutaufgabe. Die Ukrainerin stand bereits 2021 auf dem Treppchen der Europameisterschaft und wollte die Partie gegen die junge Deutsche wohl unbedingt gewinnen. Jeglicher Versuch, entscheidenden Druck aufzubauen, wurde jedoch abgewehrt. Nach einem verzweifelten Bauernopfer der Favoritin fing das Blatt an, sich zu wenden. In einem langen Endspiel nutzte das deutsche Talent den erzielten Vorteil dann aus und machte die Sensation perfekt.


 

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Sieber und Klek trennen sich unentschieden

Die beiden DSB-Spielerinnen Fiona Sieber und Hanna Marie Klek saßen sich bereits oft gegenüber – in Runde 2 der EM gab es ein Remis. | Foto: Matthias Muth

Hanna Marie Klek zeigte sich alles andere als begeistert über die Auslosung: „Ich hatte mich bereits gefreut, dass fast alle deutschen Spielerinnen eine ungerade Setzlistenposition haben.“ Üblicherweise werden direkte Duelle innerhalb des DSB dadurch erschwert. Die Auslosung gegen Fiona Sieber in Runde 2 blieb Klek aber trotzdem nicht erspart. „Gegen Fiona habe ich wohl die meisten Partien in der Datenbank“, fügte die Spitzenspielerin der Schachfreunde Deizisau an. Tatsächlich handelte es sich um eine Jubiläumspartie, denn zuvor trafen die beiden neunmal in ELO-gewerteten Wettbewerben aufeinander.

In der zehnten Begegnung hatte die nach Wertung favorisierte Klek als Nachziehende eine angenehme Stellung erreicht, die zwischen Ausgleich und Gewinnstellung hin und her wogte. Schließlich konnte sich die Anziehende im Leichtfigurenendspiel gerade noch ins Remis retten. 

Safarli spielt sich ans Topbrett

Josefine Safarli (2253) fuhr derweil ihren zweiten ungefährdeten Sieg ein. Sie gewann gegen die Ukrainerin Milanika Lozovych (ohne Elo) schnell eine Figur und alsbald auch die Partie. In Runde 3 spielt sie gegen die aserbaidschanische Europameisterin von 2024, Ulviyya Fataliyeva (2450), an Brett 1 neben Charis Peglau, die auf Narva Mai (2426) aus Estland trifft.

Guter Auftakt für Josefine Safarli: In den Runden 1 und 2 konnte sie lockere Siege einfahren. | Foto: Matthias Muth

Die ukrainische Nachwuchshoffnung Bozhena Piddubna (2235) opferte gegen Dinara Wagner viel Material und kreierte so einen gefährlichen Freibauern. Die deutsche Nummer eins sah sich gezwungen, den Materialvorteil zurückzugeben, sodass ein ausgeglichenes Endspiel entstand, das keine Seite mehr ernsthaft auf Gewinn spielen konnte.
 
Ein Déja-Vu erlebte Jana Schneider. Auch in der zweiten Runde erreichte sie ein Endspiel mit zwei Figuren gegen einen Turm. In diesem hatte die Unterfränkin keine Probleme, den Punkt einzufahren.
 

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Luisa Bashylina setzte die Französin Sophie Milliet gehörig unter Druck und war dem Sieg deutlich näher als ihre höher gesetzte Gegnerin. Am Ende verflachte die Partie jedoch, sodass eine Punkteteilung durch Zugwiederholung entstand.


Die deutschen Damen starteten damit ausgesprochen stark ins Turnier: Alle deutschen Spielerinnen stehen bei mindestens 1,5 Punkten aus zwei Partien. Die volle Punktzahl haben – wie 15 weitere Teilnehmerinnen – Charis Peglau, Josefine Safarli und Jana Schneider auf ihrem Konto.

Die deutschen Spielerinnen in der Übersicht

Rd. Br. Srg. Name Elo Pkt. Erg. Pkt. Name Elo Srg.
2 2 2
IM Osmak Yuliia 2451 1 0 - 1 1 WFM Peglau Charis 2238
59
2 6 64
WIM Piddubna Bozhena 2235 1 ½ - ½ 1 IM Wagner Dinara 2408
9
2 12 70
WGM Sieber Fiona 2224 1 ½ - ½ 1 WGM Klek Hanna Marie 2369
23
2 17 75
WFM Bashylina Luisa 2208 1 ½ - ½ 1 IM Milliet Sophie 2361
29
2 27 124
WFM Hayrapetyan Nvard 2057 1 0 - 1 1 WGM Schneider Jana 2283
51
2 31 165
Lozovych Milanika 0 1 0 - 1 1 WGM Safarli Josefine 2253
55
Srg Name Elo 1 2 Pkt. Rg.
9 IM Wagner Dinara 2408 1 ½ 1,5 21
23 WGM Klek Hanna Marie 2369 1 ½ 1,5 23
51 WGM Schneider Jana 2283 1 1 2 12
55 WGM Safarli Josefine 2253 1 1 2 14
59 WFM Peglau Charis 2238 1 1 2 15
70 WGM Sieber Fiona 2224 1 ½ 1,5 38
75 WFM Bashylina Luisa 2208 1 ½ 1,5 33

Die Paarungen in Runde 3

Erg.

Rd. Br. Srg. Name Elo Pkt. Pkt. Name Elo Srg.
3 1 3
IM Fataliyeva Ulviyya 2450 2 2 WGM Safarli Josefine 2253
55
3 2 5
IM Narva Mai 2426 2 2 WFM Peglau Charis 2238
59
3 7 51
WGM Schneider Jana 2283 2 2 WIM Aydin Gulenay 2204
78
3 15 9
IM Wagner Dinara 2408 WGM Radeva Viktoria 2242
56
3 22 23
WGM Klek Hanna Marie 2369 WGM Rodshtein Tereza 2218
72
3 24 25
IM Mkrtchian Lilit 2366 WGM Sieber Fiona 2224
70
3 26 27
IM Bivol Alina 2361 WFM Bashylina Luisa 2208
75

Partien

Links

 

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Matthias Muth, Jahrgang 1996, arbeitet als Jurist in München und gibt zudem Schachkurse für die Münchener Schachakademie GmbH. Er hat zuvor die laotische Nationalmannschaft trainiert und zur Schacholympiade 2022 in Chennai begleitet. Für seinen Verein SC 1934 Gelnhausen spielte er einst in der Hessenliga. Darüber hinaus konnte er sich als Hessischer Jugendeinzelmeister für eine Deutsche Jugendmeisterschaft qualifizieren.
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