13.04.2022 – Es gibt eine Reihe von Frauen, die sich im Schach betätigen, an Turnieren teilnehmen oder sogar Profis sind, aber im vergleich zu den Männern ist der Anteil gering. Im Jahr der Frau im Schach ist die FIDE besonders stark daran interessiert den Anteil zu erhöhen. Großmeister David Smerdon präsentierte in einem Youtube-Meeting seine Forschungen über das Geschlechtergefälle im Schach.
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Pressemitteilung der FIDE
Global Exchange Forum: Fakten und Mythen über Gender im Schach
Das Jahr der Frau im Schach ist in vollem Gange mit dem starken Engagement von Frauen im Schach weltweit durch Workshops, Trainingsseminare, Spendenaktionen und Veranstaltungen zum Frauentag, organisiert von der FIDE-Kommission für Frauenschach.
Eine weitere Online-Veranstaltung - das Global Exchange Forum, ein vierteljährlich stattfindendes Seminar, das darauf abzielt, Schachfunktionäre, Organisatoren und Einflussnehmer, die sich für Frauen auf der ganzen Welt einsetzen, zusammenzubringen - wurde in Zusammenarbeit mit Chess24 organisiert. Das erste einer Reihe fand gestern statt. Die Veranstaltung wurde von Agnieszka Milevska, Direktorin von Woman's Chess, und Eva Repkova, Vorsitzende der FIDE-Kommission für Frauenschach, moderiert.
Der besondere Gast des Forums, GM David Smerdon, präsentierte Forschungen über das Geschlechtergefälle im Schach: "Facts and Myths about Gender in Chess". David Smerdon ist Doktor der Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Amsterdam und am Tindergen Institut. Er wurde 2009 mit dem Titel eines internationalen Großmeisters ausgezeichnet und hat Australien bei sieben Schacholympiaden vertreten. Smerdon war Teil eines internationalen Forschungsteams von Akademikern, dem auch GM Hou Yifan angehörte, eine der besten Spielerinnen der Geschichte und die derzeitige Nummer 1 in der Rangliste. Sie untersuchten eingehend einige der Herausforderungen, mit denen Frauen im Schach konfrontiert sind, und die möglichen Ansätze, diese zu bewältigen.
Den Forschungsergebnissen zufolge brechen Mädchen in allen Altersstufen schneller ab als Jungen, aber nach dem Alter von 16 Jahren ist der Abbruch besonders gravierend. Außerdem gibt es sowohl bei der Teilnahme als auch bei der Leistung von Frauen im Schach Unterschiede. Dies ist sowohl auf soziale als auch auf biologische Faktoren zurückzuführen. Stereotype gehören zu den sozialen Faktoren, die sich negativ auf die Leistung von Frauen auswirken. Mehrere Studien haben ergeben, dass Schachspielerinnen gegen Männer schlechter spielen als gegen andere Frauen, während Männer ihren Spielstil ändern, wenn sie auf Frauen treffen - sie brauchen länger, um gegen Frauen aufzugeben und spielen riskantere Eröffnungen gegen attraktive Frauen. Einiges deutet darauf hin, dass Frauen und Männer einen ähnlichen Lebenszyklus der Schachstärke aufweisen, mit Ausnahme von Frauen, die Kinder haben, was sowohl auf biologische als auch auf soziale Faktoren zurückzuführen ist.
Im Zusammenhang mit der Förderung der Beteiligung von Frauen am Schachspiel wurde festgestellt, dass Vorbilder für Minderheiten in einem wettbewerbsorientierten Umfeld wichtig sind. Zum Beispiel hatten ugandische Mädchen, die vor ihren Matheprüfungen den Film "Queen of Katwe" sahen, eine um 44 % höhere Wahrscheinlichkeit, die Prüfungen zu bestehen. Eine weibliche Führungspersönlichkeit unter den indischen Politikern bedeutet, dass Mädchen eher in die Politik gehen und Heirat und Kinder aufschieben. Das Gleiche geschieht im Schach. Nicht nur Spitzenspieler können Vorbilder für schachspielende Mädchen sein. Es können Trainer auf allen Ebenen, Verwalter, Schiedsrichter, Organisatoren, Kommentatoren und Streamer sein.
Der Peer-Effekt ist ein weiterer Faktor, der das Geschlechtergefälle im Schach verringern kann. In einem von Männern dominierten Umfeld hilft es den Frauen erheblich, mehr weibliche Gleichaltrige zu haben. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass das alleinige Training, der Druck, alle weiblichen Spielerinnen zu vertreten, und das Fehlen sozialer Gruppen/Freundschaften weibliche Spielerinnen davon abhalten, weiterzumachen.
Smerdons Empfehlungen, wie die Zahl der Schach spielenden Frauen erhöht werden kann, sind:
- Sponsoring einer jährlichen FIDE-Klausur für talentierte Mädchen mit Vorbildern
- Erwägung der Einführung einer "sanften" Quote in den nationalen Ligen
- Entwicklung und Veröffentlichung einer jährlichen Rangliste der Frauen im Schachverband
Für weitere Informationen über die Forschung können Sie sich das Austauschforum auf dem Youtube-Kanal der FIDE ansehen oder die Präsentation "Facts and Myths about Gender in Chess" von David Smerdon herunterladen.
ChessBaseDie ChessBase GmbH, mit Sitz in Hamburg, wurde 1987 gegründet und produziert Schachdatenbanken sowie Lehr- und Trainingskurse für Schachspieler. Seit 1997 veröffentlich ChessBase auf seiner Webseite aktuelle Nachrichten aus der Schachwelt. ChessBase News erscheint inzwischen in vier Sprachen und gilt weltweit als wichtigste Schachnachrichtenseite.
Ob das so sinnvoll ist, Mädchen und junge Frauen zu etwas ermutigen zu wollen, wofür sie kein natürliches Interesse entwickeln oder was ihnen wesensfremd ist? Wenn das weibliche Geschlecht sich nicht für Schach interessieren mag, dann ist das völlig in Ordnung, genauso wie Jungs sich nicht für Bastelkunst oder Oregami interessieren.
Dieses ewige Angleichen von Menschen führt nur zur Verausgabung von wertvollen Ressourcen auf wenig fruchtbaren Boden. Magnus Carlsen hat relativ früh von aus ein außergewöhnliches Interesse für Schach entwickelt und dafür seinen Schulabschluss geopfert. Eine solche Hingabe oder Opferbereitschaft bringt unausweichlich Erfolg im Schachsport.
In ihren jungen Jahren sind Mädels und Frauen eben auf Kommunikation, soziale Interaktion und vor allem darauf aus, sich "präsentieren" zu können. Stundenlang können sie sich in sozialen Netzwerken zu Markte tragen. So etwas hat das Schach sicherlich nicht zu bieten.
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