Frauenbundesliga: Baden-Baden führt, Hamburg ohne Team

von André Schulz
11.04.2022 – Am dritten Wochenende der Frauenbundesliga kamen die Topteams aus BAden-Baden, Deuzisau, Schwäbisch-Hall und Königshofen zu teilweise sehr deutlichen Siegen. In Rodewisch gab es nur am Sonntag einen Wettkampf. Reisepartner Kisschess wurde wegen wiederholten Nichtantretens ausgeschlossen. Hamburg bekam wegen Krankheitsfällen kein Team zusammen.

ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022 ChessBase 16 - Megapaket Edition 2022

Dein Schlüssel zu frischen Ideen, präzisen Analysen und zielgenauem Training! ChessBase ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Jetzt mit den neuen Datenbanken Mega 2022 und der Fernschachdatenbank Corr2022! Außerdem neu im Megapaket: 1 Gutschein für ein Profi-Powerbook Ihrer Wahl + 250 ChessBase-Dukaten!

Mehr...

Am vergangenen Wochenende spielte die Bundesliga, und auch die Frauenbundesliga trug ihre Wettkämpfe aus, wobei die Frauen schon einen Doppelspieltag weiter sind. In Rodewisch, Hemer und Baden-Baden wurden  gemäß Spielplan die Wettkampfes des 7. und 8. Spieltagesausgetragen. Die Wettkämpfe des 3. und 4. Spieltages sind aber auf Ende Mai verlegt worden und werden kurz vor den zentralen Endrunden gespielt. De facto war es also das dritte Spielwochenende. 

Zu Beginn des Saison hatte es einige Verwerfungen zwischen der Spielleitung der Frauenbundesliga und der Mannschaftsführung von Aufsteiger Kisschess gegeben. Das Team wollte im letzten November wegen der ansteigenden Corona-Infektionszahlen zu den Mannschaftskämpfen in Baden-Baden nicht antreten, obwohl Sportveranstaltungen in Baden Württemberg zu diesem Zeitpunkt erlaubt waren und durchgeführt wurden. Die Wettkämpfe wurden kampflos zugunsten des Gegners gewertet. Die Diskussion um diesen Vorgang fand nicht nur sachlich statt, weshalb die Mannschaftsleitung von Kisschess mit einer Geldbuße belegt wurde. Über den Einspruch ist bisher noch nicht beraten worden. Kisschess trat auch zum zweiten Spielwochenende nicht an und wurde deshalb gemäß dem Reglement vom Spielbetrieb ausgeschlosen.

Der Reisepartner von Kisschess sind die Rodewischer Schachmiezen, die ihre Wettkämpfe nun also alleine austragen müssen. Am vergangenen Wochenende hätte Rodewisch gegen den Hamburger SK und TuRa Harksheide gespielt, doch kurz vor der 7. Runde musste Andreas Albers, Teamleiter des HSK für die Frauenbundesliga folgende Nachricht verschicken:
 

Zum heutigen Match in der Frauenbundesliga-Match Rodewischer Schachachmiezen - Hamburger SK

Mit großem Bedauern müssen wir mitteilen, dass der Hamburger SK am heutigen Samstag kein spielfähiges Team zur Frauenbundesliga in Rodewisch an den Start gehen lassen kann. Team und Verein haben alles Mögliche versucht, um diese Absage zu verhindern, aber nach allen organisatorischen Schwierigkeiten, die wir am lösen waren, erreichte uns mehrere positive Covid-Befunde, so dass eine gemeinsame Fahrt schlicht und einfach nicht möglich war.

Natürlich sind Wettkämpfe, die nicht am Brett entschieden werden, immer unglücklich, aber wir hoffen auf Verständnis unter diesen Umständen. Allen anderen Teams wünschen wir ein interessantes Wochenende mit spannenden Partien und beim Saisonfinale in Lehrte ist das Team Hamburger SK auf jeden Fall wieder am Start!

Mit den besten Grüßen

Andreas Albers (Teamleitung Hamburger SK Frauenbundesliga)


Der ganze Spieltag in Rodewisch fand also nur mit einem Wettkampf am Sonntag statt, allerdings auch dieser nicht vollständig, denn TuRa Harksheide war wegen Krankheitsfällen auch nur mit vier Spielerinnen angereist. Die zwei oberen Bretter wurden freigelassen. Am Ende stand es auch hier 6:0 für die Gastgeberinnen.

An den anderen beiden Spielorten sah es in dieser Hinsicht besser aus. In Baden-Baden schlugen die Gastgeberinnen am Samstag Weißblau Leipzig mit 4,5:1,5 und am Sonntag Löberitz mit dem gleichen Ergebnis. Die Löberitzer waren mit ihrem Spitzenbrett Dana Reizniece-Ozola angetreten, der früheren Wirtschafts- und Finanzministerin Lettlands. Jetzt ist FIDE-Managerin. Sie nahm Elisabeth Pähtz (Baden-Baden) am Sonntag einen halben Punkt ab, ebenso Hanna Marie Klek (Deizisiau) am Samstag. Mitfavorit Deizisau gewann am Samstag gegen Löberitz mit 5:1, am Sonntag gegen Leipzig aber nur knapp mit 3,5:2,5. 

Der SV Hemer und sein Reisepartner Lehrte empfingen in Hemer mit dem SC Königshofen und Schwäbisch Hall zwei Top Teams. Diese nahmen alle Mannschaftspunkte mit. Am Samstag gewann Schwäbisch Hall 6:0 gegen Hemer, wobei auch hier ein Brett kampflos abgegeben wurde. Königshofen besiegte Lehrte 5:1. Am Sonntag gab es ein 6:0 beim Wettkampf Schwäbisch Hall gegen Lehrte und ein 4,5:1,5 zwischen Königshofen und Hemer, wobei Carmen Voicu-Jagodzinsky (Hemer) am Spitzenbrett Iulia Osmak den ganzen Punkt abnahm.

In der Tabelle führt nun Baden-Baden mit fünf Siegen und zehn Punkten.

 

Tabelle

  Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Sp MP BP BW
1. OSG Baden-Baden  +      4       5 10 21 74½
2. Schachfreunde Deizisau    +  5   3   4   5   5 9 20½ 72
3. Rodewischer Schachmiezen 1  +  2 6   6 4         6 6 20½ 69
4. SK Schwäbisch Hall     4  +    6         6 3 6 16 56
5. TuRa Harksheide 2 3 0    +  4         4   5 5 13 43
6. SV Hemer 1932       0 2  +  4     6 4 14½ 52½
7. Hamburger SK 2 0      +          5 4 12½ 43
8. SC Bad Königshofen 1957     2        +      5 3 4 11½ 39½
9. SV Weißblau Allianz Leipzig       2      +    5   4 2 11 42
10. SG 1871 Löberitz 1              +    4 2   8½ 29½
11. SK Lehrte       0 2   1 1  +    6 0   7 25
12. Kisschess                +         

Partien

 

Ergebnisdienst des Deutschen Schachbundes...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
Discussion and Feedback Submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren

Thomas Schumacher Thomas Schumacher 11.04.2022 07:37
Die Frauenmannschaft des Hamburger Schachklubs hätte durchaus in Rodewisch antreten können. Von den sechzehn gemeldeten Spielerinnern haben drei in der 2. Mannschaft mitgewirkt, die in der 2. Frauenbundesliga West in untypisch starker Aufstellung (erstmals in der Saison mit den Ranglistennummern 1 bis 3) angetreten ist, während eine weitere Spielerin der Teilnahme an der DSAM in Potsdam den Vorzug gegeben hat.
1