Frauenolympiade: Rückschlag für Titelverteidiger Indien

von ChessBase
21.09.2026 – In einem der Spitzenspiele der Frauenolympiade traf Titelverteidiger Indien in Runde fünf auf Polen. Die Inderinnen gingen als Favoritinnen in den Wettkampf, mussten am Ende aber einen Rückschlag hinnehmen. Aleksandra Maltsevskaya besiegte an Brett zwei Vaishali und sorgte für einen polnischen Sieg | Fotos: Michal Walusza, Rafal Oleksiewicz / FIDE

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Indien ist in den letzten Jahren zur Schachgroßmacht geworden. Nicht nur bei den Männern, auch im Frauenschach haben die Inderinnen sich mit vielen jungen und starken Spielerinnen in die Weltspitze vorgespielt. Humpy Koneru gehört schon seit vielen Jahren zu den besten Spielerinnen der Welt, ebenso wie Harika Dronavalli. In letzter Zeit sind aber viele junge Spielerinnen hinzugekommen. Divya Deshmukh (21) hat sich hinter Koneru auf den zweiten Platz der nationalen Rangliste gespielt. Auch Vaishali Rameshbabu (25), die ältere Schwester von Praggnanandhaa, hat mit vielen Erfolgen auf sich aufmerksam gemacht. Die Namen anderer indischer Top-Spielerinnen muss man erst noch lernen. Modipalli Deekshitha ist gerade einmal 14 Jahre alt, aber schon die Nummer vier im indischen Frauenschach. Kalyani Sirin ist zwei Jahre älter und hinter Harika die Nummer sechs. In der aktuellen Rangliste weisen gut 30, zumeist junge, Spielerinnen Elozahlen über 2200 auf. 

In der Länderliste mit dem Eloschnitt der zehn besten Spielerinnen wird Indien hinter China auf Rang zwei geführt. In der Startrangliste der Frauenolympiade nimmt Indien sogar Platz eins ein, da China einige ihrer Spitzenspielerinnen zu Hause gelassen hat. Die Inderinnen spielen in Samarkand als Titelverteidigerinnen, denn vor zwei Jahren gewannen sie in Budapest Gold, nachdem sie zwei Jahre zuvor in Chennai schon Bronze geholt hatten.

Zu den bedeutenden Schachnationen im Frauenschach gehört aber auch Polen. Auch wenn es nur einmal zu einer Medaille bei einer Schacholympiade gereicht hat, 2002 in Bled gewann das polnische Team Bronze, so spielte die polnische Auswahl doch zumeist oben mit und war für die Favoritenteams immer ein sehr ernstzunehmender Gegner. 

In der FIDE-Länderliste nimmt Polen bei den Frauen Rang sieben ein. Die beste Spielerin war über Jahrzehnte Monica Socko, inzwischen aber fast 50 Jahre alt. Sie wurde von Alina Kashlinskaya als Nummer eins abgelöst, als diese Radoslaw Wojtaszek heiratete und vom russischen in den polnischen Verband wechselte. Mit Oliwia Kiolbasa, Aleksandra Maltsevskaya und Alicja Sliwicka haben sich einige weitere jüngere Spielerinnen nach vorne gespielt. In Samarkand belegt das polnische Team, ohne Alina Kashlinskaya, Platz neun in der Setzliste. 

Am Sonntag trafen Indien und Polen aufeinander. Die Inderinnen hatten alle ihre vorherigen Wettkämpfe klar gewonnen, ebenso die Polinnen. Trotzdem war Indien Favorit und auf dem Weg zur erwünschten Titelverteidigung musste ein Sieg gegen Polen her. Doch es kam anders.

Humpy Koneru gelang es am ersten Brett trotz eines deutlichen Eloübergewichts nicht, Oliwia Kiolbasa zu besiegen. Auch Divya Deshmukh und Vantika Agrawal kamen gegen ihre sehr erfahrenen Gegnerinnen Klaudia Kulon und Monika Socko nicht über die Punkteteilung hinaus.

Das Match wurde an Brett zwei entschieden, wo Vaishali mit Schwarz gegen Aleksandra Maltsevskaya spielte.

Im Londoner System entstand eine anspruchsvolle Stellung, in der es beiden Seiten schwerfiel, Aktivität zu entwickeln. Vaishali nahm dabei einige schwache Bauern in Kauf. Die Partie war lange in der Schwebe, doch im Endspiel erwiesen sich die schwachen schwarzen Bauern als entscheidender Nachteil.

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In der Tabelle gibt es jetzt noch fünf Teams ohne Punktverlust. Neben Polen sind das China, Kasachstan und Aserbaidschan.

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