Fritz 17 – der neue Eröffnungstrainer (Teil 1)

von Martin Fischer
19.11.2019 – Eine der starken, unterhaltsamen und neuen Funktionen von Fritz 17 ist die Möglichkeit, das eigene Eröffnungsrepertoire aufzubauen und zu lernen, wobei man hier seinen Lernerfolg im Wettbewerb mit anderen Nutzern vergleichen kann. Mit diesem ersten Tutorial zäumen wir das Pferd sozusagen von hinten auf und beschäftigen uns zunächst einmal mit dem Lernen und Abfragen des Eröffnungsrepertoires. In den nächsten Folgen geht es dann um den Aufbau des Eröffnungsrepertoires.

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Fritz, genau jenes Schachprogramm, das seit über 25 Jahren (!) die gesamte Schachwelt fasziniert: Siege gegen Garry Kasparov und den damaligen Weltmeister Vladimir Kramnik, innovative Trainingsmethoden für Amateure & Profis, fast 20 Jahre Internetschach auf dem Fritz-Server u.v.m.

Fritz, das „populärste deutsche Schachprogramm“ (Der Spiegel), bietet alles, was Sie als Schachfreund brauchen. Und das Sahnehäubchen: mit Fritz17 sind Sie teilnahmeberechtigt für die 1. Deutschen Online-Meisterschaft***!

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Teil 1 – Der Einstieg

Für das Lernen des Eröffnungsrepertoires ist es zunächst wichtig, dass man sich mit seinem Nutzernamen anmeldet:

Durch die Anmeldung mit Ihrem Nutzernamen wird sichergestellt, dass auch Ihr Eröffnungsrepertoire aufgerufen, trainiert und abgefragt wird.

Loggen Sie sich jetzt für eine „Leichte Partie“  ein und wählen Sie in der Funktionsleiste die Option "Eröffnungen":

Danach wählen Sie im Notationsfenster die Registerkarte „Meine Züge“ und haben folgendes Bild vor sich:

Im nächsten Schritt laden Sie das eigene Eröffnungsrepertoire. (Wie man ein Eröffnungsrepertoire erstellt wird in den nächsten Tutorials besprochen).

Für das weiße Eröffnungsrepertoire klicken Sie auf „Lade Weiß“, für das schwarze Repertoire auf „Lade Schwarz“. Das entsprechende Repertoire erscheint in der Notation:

Teil 2 – Das Lernen

Für das Lernen, bzw. für das Wiederholen, bietet Fritz 17 eine neue Funktion: Das Vorspielen des Repertoires, so dass man entspannt auf den Bildschirm schauen und sich sein Repertoire vorführen lassen kann.

Klicken Sie auf „Partie vorführen“ (ganz rechts in der Funktionsleiste):

Daraufhin öffnet sich das folgende Menü:

 

Mit Hilfe dieser Leiste kann man einstellen, ob das Repertoire von hinten (rückwärts) oder von vorne (vorwärts) gezeigt wird. Mit dem blauen Knopf in der Mitte kann man die Vorführung starten und stoppen.

Über "Tempo" können Sie regulieren, mit welcher Geschwindigkeit das Repertoire vorgespielt werden soll. Je langsamer die Vorführung ist, desto mehr Zeit bleibt zum Nachdenken und Sie bekommen einen Eindruck, ob das Repertoire schon sitzt. Je schneller die Einstellung, desto weniger Zeit wird für eine komplette Wiederholung benötigt.

Mit dieser Auswahl können Sie festlegen, wie oft jede Variante angezeigt werden soll. 

Hier können Sie wählen, was genau Ihnen angezeigt werden soll. Dabei steht "Variante wechseln" dafür, dass nach dem Erreichen der vorgegebenen Varianten zu einer anderen Variante gewechselt wird.

Hier können Sie erkennen, welchen Anteil Ihres Repertoires Sie sich angesehen haben

Sobald Sie sich sicher sind, dass das Repertoire sitzt, ist es an der Zeit Ihre Kenntnisse mit Hilfe der Funktion "Drill" einem Test zu unterziehen.

Teil 3 – Der Drill

Die Drill-Funktion ist eine der neuen Funktionen in Fritz 17, mit dessen Hilfe die Eröffnungskenntnisse nachvollziehbar in harten Zahlen, einem Test unterzogen werden.

Das eigene Eröffnungsrepertoire ist durch „Lade Weiß/Lade Schwarz“ aktiviert. Jetzt klicken Sie einfach auf Drill Weiß oder Drill Schwarz

und folgendes Menü erscheint auf dem Schirm:

Sie können jetzt auf dem Brett die Ausgangsstellung eingeben, mit der Sie den Drill jeweils starten wollen, oder auch aus der Grundstellung beginnen. Für den Start des Drills klicken Sie den Button „Drill starten“.

Ihr Repertoire umfasst insgesamt 269 Züge, die Sie (im Idealfall) alle korrekt erinnern müßten. In einer vorherigen Drillsitzung wurden bereits 19,4 Punkte an Gedächtnisleistung erbracht (ca. 7 % der Züge). Für dieses Ergebnis haben 22 % der Stellungen besucht. Da ist noch Raum nach oben!

Beginnen Sie jetzt den Drill und führen Sie die Züge auf dem Brett aus, von denen Sie meinen, dass diese zu Ihrem Repertoire gehören.

Haben Sie Ihre Züge erfolgreich nachgespielt und sind am Ende der Variante angekommen, dann erhalten Sie eine entsprechende Mitteilung und die Möglichkeit, gegen „Fritz-Online“ eine Trainingspartie zu spielen. (Dazu mehr in einem gesonderten Tutorial.)

Klicken Sie auf "Drill wiederholen", dann wird Ihr Repertoire erneut abgefragt, wobei Ihre bisherigen Kenntnisse bei der Auswahl des Prüfungsstoffes berücksichtigt werden.

Haben Sie Ihren Repertoirezug nicht getroffen, so erscheint ein entsprechender Hinweis sowie ein Tipp zu Ihrem Repertoire. Probieren Sie es einfach noch mal.

Neben den Zahlen und Prozente zeigen auch noch die Glühbirnen Ihren Lernfortschritt an. Je mehr Lampen leuchten, umso mehr Züge Ihre Repertoires haben Sie im Kopf.

Teil 4 – Das Drill-Ranking

Eine weitere spielerische Wettbewerbskomponente ist das "Drill-Ranking". Um zu sehen, wo Ihre Erinnerungsleistung im Verhältnis zu anderen Schachfreunden liegt, klicken Sie auf

Vorausgesetzt Sie sind online, werden Sie mit der ChessBase-Opening App verbunden und hier mit der Ranglistenseite. Hier werden die Punkte gezählt, die Sie im Drill erziehlt haben und in einer Rangliste gesammelt. Dort können Sie sehen, wo Sie stehen:

Durch weitere Drills können Sie Ihre Kenntnisse vertiefen und weitere Punkte machen und so in der Rangliste nach oben kommen. Was nicht geht ist auf den Punkten ausruhen. Denn mit Zeitablauf werden immer wieder Punkte abgezogen, womit dem menschlichen Vergessen Tribut gezollt wird.

Teil 5 – Freier Drill

Gesetzt den Fall, Sie haben kein Eröffnungsrepertoire mit Fritz 17 erstellt oder wollen nur mal schnell, z.B. zur Vorbereitung, überprüfen, wie gut Sie eine Variante beherrschen, dann ist der Freie Drill das genau das Richtige für Sie!

Laden Sie die Variante, die Sie drillen wollen und spielen Sie vor bis zur Stellung, mit der Sie beginnen wollen. Dann klicken Sie auf die Option:

Und starten den Drill in dem folgenden Menü:

Hier können Sie den freien Drill an der Stelle starten, die Ihnen passend erscheint.

 

Verfolgen Sie hier den Fortschritt Ihrer Bemühungen.

Soweit der Überblick über die Drillfunktion. In den nächsten Tutorials wird es darum gehen, wie man mit Hilfe von Fritz 17 ein Eröffnungsrepertoire aufbaut, welches man drillen kann.

Sollten Sie zum Thema Nachfragen haben oder Anregungen für weitere Tutorials, dann schreiben Sie mich unter Martin.Fischer@chessbase.com an.

Links



Themen: Fritz 17, Tutorial

Martin Fischer, Jahrgang 1962, ist ChessBase-Mitarbeiter. Unter anderem organisiert er und hält Seminare über ChessBase und ist Turnierleiter auf playchess.com. Für ChessBase stellt er das vierteljährliche Taktik-Heft „Schach-Problem – Die rätselhaften Seiten von Fritz” zusammen. Er lebt in Hamburg und spielt Schach beim Schachklub Johanneum Eppendorf.
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Anmagor Anmagor 07.12.2019 10:46
Ergänzung:

Mit dem Update Version 5 läuft alles in etwa wie ich es mir vorgestellt hatte ;8°]
Klasse ;B]
Anmagor Anmagor 01.12.2019 12:10
Ich habe mir wegen dieser Funktion Fritz 17 doch noch gekauft, nur leider funktioniert sie bei mir nicht.
- Fritz 17 ist mit meinem Premiumkonto angemeldet
- Ich habe zum Ausprobieren 76 Züge für Weiß abgespeichert (dürften etwa 15 Markierungen sein)
- Ich habe die Drillfunktion für Weiß gestartet.
- Ein paar Varianten werden abgefragt und ich ziehe stets korrekt
- Die Varianten wiederholen sich ununterbrochen

Obwohl ich mich fast drei Stunden in hohem Tempo mit der Funktion beschäftigt habe, wurden stets die selben Varianten gespielt. Ich hatte am Ende, als mir von Langeweile irgendwie übel wurde (amüsanter Fakt), nur einen kleinen Bruchteil der abgespeicherten, langweiligen Züge gesehen, und die Gedächtnisleistung ging nicht über 14,8%. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles ist was die Funktion bietet? Später möchte ich tausende Züge speichern und üben. Warum hat es bei mir nicht funktioniert? Ich habe keine Fehler gespielt und nach Abschluss des Drills habe ich immer auf "Drill wiederholen" geklickt und keine Testpartie gespielt. Zum Üben braucht man dringend eine intelligentere Abwechslung der abgespeicherten Varianten. Ich möchte nicht nur meinetwegen fünf Varianten durchspielen, die ich immer korrekt spiele und die dennoch immer wiederholt werden (meistens sogar eine Variante etliche Male hintereinander). Das macht einen echt kaputt im Kopf ;8°] Also was ist da passier? So kann man die Funktion ja nicht nutzen.
Matthias Matthias 22.11.2019 04:09
Lieber Harry,

man braucht einen Account, der ist in Fritz17 inbegriffen. Ohne Account und ohne Internet kann man mit eigenen Variantenbäumen den "Freien Drill" betreiben, der auch durchaus pädagogischen Nutzen mit sich bringt.

Gruß, Matthias
oberlehrer oberlehrer 20.11.2019 09:31
"Für das Lernen des Eröffnungsrepertoires ist es zunächst wichtig, dass man sich mit seinem Nutzernamen anmeldet."

1. Ist die Verwendung dieser Funktion nur mit einem Chessbase-Account möglich?
2. Muss dies ein kostenpflichtiger Account sein.
3. Funktioniert dieses Feature nur mit einer ständigen Internetverbindung?

Ich freue mich auf die Antworten.

Grüße
Harry
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