"Geisterpartien"

von Thorsten Cmiel
20.02.2019 – Eine merkwürdige Situation: Gestern begann das Aeroflot Open, doch nach einer Bombendrohung wurde die 1. Runde nach 45 Minuten abgebrochen. Ein Neustart ist erforderlich. Welche Lehren ziehen die Spieler aus den abgebrochenen Partien der ersten 1. Runde und wie reagieren sie darauf? Thorsten Cmiel macht sich Gedanken.

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Geisterpartien in Moskau

Die Spieler beim Aeroflot-Open in Moskau müssen eine für die meisten Spieler völlig neue Entscheidungssituation meistern: Die Erstrundenpaarungen wurden nach etwa 45 Minuten abgebrochen, da es Bombendrohungen in Moskau gab. Die Partien aus der ersten Runde sollten daher am Mittwochmorgen nachgeholt werden. Da man in Zeiten moderner Schachengines und mit Datenbanken die gute alte Hängepartie – für die Jüngeren, die das nicht kennen sei das Prozedere erläutert: eine Partie wird unterbrochen und dann mit einem versiegelten Zug eines der Spieler fortgesetzt – neu ansetzen muss, sind einige Geisterpartien entstanden.

Die Entscheidungssituation: Soll man in der Wiederholung eine andere Eröffnungsvariante oder sogar einen neuen ersten Zug wählen? Wie reagiert der Gegner, wenn die gespielte Variante ausgeglichenes Spiel versprach? In einigen Partien hatten die Weißen zudem sehr aggressive Aufstellungen gewählt und ihre Gegner überrascht. Der Zug der Runde war „Gary 4“ (g2-g4), der in den meisten Partien zu weißem Vorteil führte, jetzt aber wohl verbrannt sein dürfte zumindest für eine Partie gegen den identischen Gegner.

 

Wie schnell Bewertungen heutzutage verfügbar sind, konnte man am Dienstag auf den Servern von ChessBase direkt nach der Partie beobachten. Der eine oder andere Spieler wird sich dort schnellstmöglich selbst kundig gemacht haben.

Ansonsten war in Runde 1 zu beobachten, dass Praggnanandhaa über den klassischen Sizilianer die Drachenvariante spielte.

 

Ein interessantes Theorieduell im Londoner System war bei den Geisterpartien ebenfalls dabei.

 

Weitere Fragmente:

 

 

 

 

 

 

 



Thorsten Cmiel ist Fide-Meister lebt in Köln und Milano und arbeitet als freier Finanzjournalist.

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