Gemischtes Doppel in Chengdou

von André Schulz
09.07.2014 – In Chengdou endete heute ein Turnier in einer im Schach selten geübten Disziplin, dem gemischten Doppel. Zwölf Spieler und Spielerinnen nahmen teil, darunter fünf Weltmeisterinnen, und zogen in den Partien so wie beim Tischtennis immer abwechselnd. Nach fünf Runden gewannen Seirawan/ Zhu Chen (4 aus 5 ) vor den punktgleichen Xu Yuhua/ Yu Shaoteng. Mehr...

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Gemischtes Doppel in Chengdu

Gerade war Angela Merkel auf ihrer China-Reise zu Besuch in Chengdu, einer 14-Millionen-Einwohner-Metropole, die eigentlich im Süden ziemlich zentral gelegen ist, von den Chinesen selbst aber als "im Westen" liegend bezeichnet wird. Chengdu ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan. Die Kanzlerin besuchte in Begleitung ausgesuchter Medienvertreter den Wochenmarkt und kauft dort vor laufenden Kameras Schwarze Bohnen und ein Tütchen Chili. Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts war Chengdu schon das Zentrum der chinesischen Druckkunst, zu einer Zeit also, als in Europa Bücher noch von Mönchen per Hand kopiert wurden. Heute ist Chengdu das Zentrum der Elektronik- und IT-Industrie. Unter den zahlreichen Chipfabriken hat auch Apple hier seine Fertigungsstätten für seine iPods, iPdas und iPhones.

Würde Angela Merkel sich für Schach interessieren, dann hätte sie vielleicht das Schach-Turnier im Wangjian Hotel im Südosten der Stadt besucht und wäre dort sogar auf einen deutschen Spieler getroffen, Artur Jussupow.

Plakat für das Gemischte Doppel-Schachturnier

Die Spieler werden vorgestellt

Allerdings hätte die Kanzlerin einen nicht sehr typischen Eindruck vom Schach erhalten, denn das Turnier wurde als "Doppelturnier" gespielt. Das "Doppel" im Zuge eines fröhlichen Schachabends ist im Amateurschach durchaus eine beliebte Variante, doch unter Turnierbedingungen wurde es bisher selten, eigentlich gar nicht, gespielt.

Beim Doppel im Schach wird, so wie beim Tischtennis, abwechselnd gezogen. Man kann damit schön auch große Spielstärkeunterschiede ausgleichen, indem man einen sehr guten Spieler im Team mit einem weniger guten Spieler spielen lässt. Es ist verboten, sich während der Partie zu beraten und dann muss der schlechtere Spieler vor seinem nächsten Zug erraten, was der gute Spieler mit seinem Zug davor wohl beabsichtigt hatte. Da ist anregend. Manchmal funktioniert es, manchmal nicht.

Beim Doppel in Chengdu gab es allerdings praktisch nur gute Spieler. Neben den Chinesen Xu Yuhua und Ye Jiangchuan, den Chinesinnen Xu Yuhua, Zhu Chen (seit vielen Jahren für Katar spielend), Liu Shilan und Xie Jun wurden als ausländische Gäste Nigel Short, Yasser Seirawan, Artur Jussupow, Maia Chiburdanidze und Alisa Maric eingeladen.

Eröffnungsbankett

Alisa Maric spricht im Namen der ausländischen Spieler

Bei der Auslosung beabsichtigte man "gemischte Doppel" aufzustellen, doch wegen der Überzahl der weiblichen Teilnehmer ließ sich das nicht für alle Teams realisieren und am Ende gab es ein rein weibliches Doppel.

Die Spieler nach der Auslosung

Short ist zufrieden mit der Auslosung

Die Mannschaften

1) Xu, Yuhua und Yu, Shaoteng

2) Maric, Alisa und Ye, Jiangchuan

3) Zhu, Chen und Seirawan, Yasser

4) Xie, Jun  und  Liu, Shilan

5) Hou Yifan und Short, Nigel D

6) Chiburdanidze, Maia und Jussupow, Artur.

Das Turnier

Nigel Short zieht

Im Laufe des Turniers schienen Nigel Short und Yifan Hou sich als bestes Team durchzusetzen. In der vorletzten Runde traf das chinesisch-englische Doppel mit den schwarzen Steinen auf Zhu Chen/ Yasser Seirawan. Short und Hou bekamen die Partie bald gut in den Griff und standen überlegen. Doch nach ungenauem Spiel kipppte die Partie plötzlich und Chen/ Seirawan trugen den Sieg und später auch den Turniergewinn davon.

 

 

 

 

Xu, Yuhua und Yu, Shaoteng gegen Yifan Hou und Nigel Short

Short und Hou, hier gegen Jussupow und Chiburdanidze

Die erste chinesische Weltmeisterin Xie Jun, links

 

Abschlusstabelle

 

Alle Partien:

 

 

Besuch im Zoo

Eingang im Panda-Look

Das Chengdou- Forschungszentrum für die Riesen-Panda-Zucht

Auch nicht so tolles Wetter

Yifan Hou mit ihrer Mutter

Yasser Seirawan und Artur Jussupow

Der Pressechef des chinesischen Verbandes Ling Ziming

Jussupow fotografiert zurück

Yifan Hou mit Strauss, nein, mit Pfau (danke für den Hinweis im Kommentar)

Die Weltmeisterin

Star des Zoos: Ein Riesenpanda

Schnarch...

Gibt es auch: rote Pandas, oder auch kleine Pandas genannt. Derzeit gibt es nur noch geschätzte 10.000 Exemplare in freier Wildbahn, weswegen die Art der roten Pandas als bedroht angesehen wird.

Klick, klick, klick...

"Haben Sie auch Häschen oder Schildkröten?"

Black Swans

 

Fotos: Alejandro Ramirez, Chinesischer Verband

Turnierseite...

 

 



André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Rainbow66 Rainbow66 09.07.2014 10:28
Das Foto "Yifan Hou mit Strauss" bereitet mir Kopfzerbrechen. Ist das Tier nicht ein Pfau?
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