GEO: "Semiotik: Schach ohne Damen"

von ChessBase
15.02.2006 – Das Magazin Geo hat in seiner Januar-Ausgabe einen Artikel über verschiedene Schachvarianten veröffentlicht und dabei untersucht, welche Rolle die gesellschaftlichen Bedingen der jeweiligen kulturellen Heimat spielen. Zitiert wird der österreichische Semiotiker Hans Petschar, im Hauptberuf Archivar der Österreichischen Nationalbibliothek, der die Veränderungen im Schach als Spiegel gesellschaftlichen Wandels sieht. Auffällig wäre, dass die älteren Schachvarianten weniger dynamisch seien: Im chinesischen Schach könne der König seinen "Palast" nicht verlassen. Im indischen Tschaturanga dominierten die unveränderlichen sozialen Schichten. Im Unterschied dazu böte das japanische Schach viele Möglichkeiten für die Figuren, ihre Funktion zu verändern und gleiche damit dem militärisch-aristokratischen System seit dem 12.Jh, das raschen gesellschaftlichen Aufstieg tüchtige für Adlige ermögliche. Das europäische Schach machte der "Dame" zur mächtigsten Figur, ein Reflex auf die veränderte Rolle der Frau in der mittelalterlichen Gesellschaft. Neure Vorschläge zur Veränderung, wie das Koalitionsschach von Arnold Schönberg, blieben bisher wenig erfolgreich. Artikel bei GEO online... Koalitionsschach von Arnold Schönberg...

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