Geschichte der Dortmunder Schachtage

von André Schulz
09.03.2021 – Die Dortmunder Schachtage steuern dem 50. Jahr ihres Bestehens zu. Im Sommer wird es die 48. Auflage mit einigen reizvollen Events geben. Auf der offiziellen Seite ist ein Überblick über die lange und abwechslungsreiche der Dortmunder Turniere erschienen.

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Vom 10. bis 18. Juli werden in der Dortmunder Westfalenhalle die 48. Dortmunder Schachtage ausgetragen. Vladimir Kramnik, 14. Weltmeister der Schachgeschichte und Viswanthan Anand, 15. Weltmeister der Schachgeschichte werden einen Wettkampf mit spezieller Regelung spielen - es darf nicht rochiert werden. Das "No Castling"-Schach ist eine neue Idee, um beim Spitzenschach mehr Entscheidungen herbeizuführen - ein interessantes Experiment. 

Neben dem Wettkampf wird es ein Großmeisterturnier mit zehn Spielern geben, darunter die besten deutschen Spieler. ChessBase ist Medienpartner des Turniers. Im Rahmen der Dortmunder Schachtage werden auf dem Playchess-Server Online-Turniere organisiert.

Die Geschichte der Dortmunder Schachtage begann mit einer Bewerbung für den Wettkampf Fischer gegen Spassky. Der fand dann bekanntlich in Reykjavik statt. Trotz der Absage war dies der Beginn der langen Dortmunder Schachtradition mit zahlreichen Höhepunkten.

Zu diesen gehören unter anderem Kasparovs Sieg bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1980 in Dortmund. 1992 wurde das GM-Turnier in der Westfalenhalle in einer Art Boxring gespielt. Robert Hübner gelang ein sensationeller Sieg gegen den amtierenden Weltmeister Kasparov.

1992 gab es zwar schon ein ChessBase-Programm, das lief aber noch auf dem Betriebssystem DOS und war in seinen Möglichkeiten noch eingeschränkt. Robert Hübner war damals Mitarbeiter beim ChessBase Magazin und hat die Partie kommentiert, in dem damals noch üblichen "Informator"-Stil, d.h. mit Kommentarsymbolen.

 

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2002 war Dortmund Austragungsort des Braingames-Kandidatenturniers. Peter Leko gewann und spielte 2004 in Brissago einen WM-Kampf gegen Vladimir Kramnik.

Die ganze Weltelite gab sich alljährlich im Sommer bei den Dortmunder GM-Turnieren die Klinke in die Hand.

Die Dortmunder Organisatoren entwickelten dabei schon sehr früh ein zuschauerfreundliche visuelles Übertragungsformat für die Schachfreunde vor Ort, die den Partien auf der Bühne aus dem Zuschauerraum heraus folgten. Im Bühnenhintergrund gab es riesige Diagramme mit den Brettstellung und über Kopfhörer konnten die Schachfreunde den Kommentaren der Experten folgen. Das System wurde dann in Perfektion bei der Weltmeisterschaft 2008 zwischen Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik im Theatersaal der Bonner Bundeskunsthalle genutzt. Die Weltmeisterschaft wurde damals vom Dortmunder Organisationsteam durchgeführt und war ein großartiger Publikumserfolg. 

Experimentierfreudig war man in Dortmund übrigens schon immer. 2000 spielte das israelische Programm Deep Junior im regulären GM-Turnier mit und erreichte bei zehn Teilnehmern den sechsten Platz. 2001 spielte Robert Hübner am Rande des GM-Turniers einen Wettkampf gegen das Programm Deep Fritz (sechs Remis).

Matthias Langrock gibt auf der Turnierseite in einem langen Artikel einen Überblick über die Höhepunkte der Dortmunder Schachgeschichte.

Zum Artikel auf der offiziellen Seite der Dortmunder Schachtage...


André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.

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