Gespräch mit der DSB-Spitze

20.12.2011 – Mit dem Gewinn der Europameisterschaft erzielte die deutsche Nationalmannschaft und der Deutsche Schachbund den größten sportlichen Erfolg seit dem Krieg. Statt sich gemeinsam darüber zu freuen, kam es nach kritischen Äußerungen von Arkadij Naiditsch erneut zu einer Kontroverse, die auch öffentlich ausgetragen wurde. Im Gespräch mit André Schulz kommentieren Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes, und sein Stellvertreter Michael Langer die Vorgänge um die Nationalmannschaft - "die Angriffe gegen Uwe Bönsch sind primitiv und egoistisch."- und äußern sich auch zu anderen aktuellen und drängenden Themen unseres Verbandes. Zum Interview...

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Gespräch mit Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes,
und Michael S. Langer, Vizepräsident Finanzen und stellv. Präsident des Deutschen Schachbundes




Das neue DSB-Präsidium hättet ja viel Grund zur Freude – gerade einmal die berühmten 100 Tage im Amt, und nun hat die deutsche Nationalmannschaft gleich sensationell mit dem Gewinn der Goldmedaille für den größten Erfolg des DSB überhaupt gesorgt…?

Herbert Bastian: Das ist gewiss ein herausragender Erfolg, den wir in erster Linie dem großartigen Einsatz unserer Spieler zu verdanken haben. Sie haben nach dem Tief in letzten Jahr gezeigt, wozu sie fähig sind und insgesamt sichtbar gemacht, welches Potential im Deutschen Schachbund steckt.

Vor der letzten Schacholympiade 2010 führten die Verhandlungen über die Honorare der Nationalspieler in eine Sackgasse – am Ende nur Platz 64 ohne A- Nationalspieler. War es im Nachhinein gesehen nicht ein Fehler, die Verhandlungen scheitern zu lassen?

Herbert Bastian: Als neu gewählter Präsident antworte ich mit einem klaren „Ja“! Eine Korrektur wurde noch im alten Präsidium begonnen und im neuen Präsidium zu einem guten Ende gebracht.

Michael Langer: Das mit dem Ja! kann ich so nicht unkommentiert stehen lassen. Ich bin der Ansicht, dass auch der Knall den weiteren Weg maßgeblich vorgezeichnet hat. Den zweiten Satz unterstreiche ich gern.



Der große Leistungsunterschied ist allerdings auffällig, mit der A-Mannschaft spielt Deutschland oben mit, ohne die ersten vier landet man nur im ganz tiefen Mittelfeld. Offenbar hat das deutsche Schach zu wenig Topspieler, ist die Lücke zwischen der A-Nationalmannschaft und dem Nachwuchs zu groß…?

Herbert Bastian: Diesmal hat alles gestimmt, wir hatten zwar einige Reibungsverluste im Vorfeld, aber insgesamt haben alle Räder ineinander gegriffen und in die gleiche Richtung gewirkt. Die Mannschaft im letzten Jahr nahm all den Ärger mit, der sich angestaut hatte, und war international noch zu unerfahren.

Mit Arik Braun, der seine Schachkarriere allerdings inzwischen gegenüber seiner beruflichen Ausbildung zurück gestellt hat, hatte der DSB noch einen Jugendweltmeister. Insgesamt gesehen spielen die deutschen Jugendlichen bei den Jugendweltmeisterschaften zunehmend kaum eine Rolle. Werden wir international im Nachwuchsbereich abgehängt?

Herbert Bastian: Momentan scheint es so auszusehen, doch das kann sich auch wieder ändern. Das neue Präsidium hat das internationale Abschneiden unserer Jugendlichen bisher nicht thematisiert, das ist die Sache der DSJ. Wir setzen große Hoffnungen auf die HonorarKonzept Prinzengruppe, die (mit Matthias Blübaum) ja schon einen wesentlichen Beitrag zum Gewinn des Mitropa-Cups geleistet hat.

Michael Langer: Mit Hanna Marie Klek konnten „wir“ in diesem Jahr noch einen Vizeweltmeistertitel einheimsen! Herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe und gehe davon aus, dass wir zukünftig einen positiven Trend verzeichnen können.

Es fällt auf, dass es in Deutschland so gut wie keine Rundenturnier für Spitzenspieler oder auch Nachwuchsspieler gibt. Wäre das nicht eine Aufgabe für den DSB?

Herbert Bastian: Wir arbeiten bereits an diesem Thema.

Manche Spieler beklagen eine gewisse Ablehnung des „teuren und nutzlosen“ Leistungsschachs innerhalb der Landesverbände. Gibt es diesen Konflikt Breitenschach-Leistungsschach und wie stellt sich das DSB-Präsidium dazu?

Herbert Bastian: Am häufigsten wird darüber geklagt, wie manche Spitzenspieler sich in der Öffentlichkeit über Angestellte des DSB oder über gewählte Funktionäre äußern. Das größte Problem sehe ich aber darin, dass es keinen konstruktiven Dialog zwischen den Profis und den gewählten Funktionären gibt. Die Profis sind auf Kongressen und Versammlungen praktisch nicht vertreten, die Funktionäre lassen sich auf wichtigen Turnieren zu wenig blicken. Wie kann man produktiv zusammenarbeiten, wenn man sich nicht kennt und nicht miteinander redet? Sehr viele Kontakte laufen über „Boten“ wie zwischen verfeindeten Parteien. Das Präsidium bekennt sich voll zum Leistungsschach und versucht, das Breitenschach dafür zu gewinnen, unsere Spitze zu unterstützen. Umgekehrt müssen die Spitzenspieler ihre Vorbildfunktion positiv wahrnehmen und dürfen sich der Basis gegenüber nicht arrogant verhalten.

Nach dem Erfolg der deutschen Mannschaft könnte man sich ja nun gegenseitig auf die Schulter klopfen. Arkakdij Naiditsch hat aber inzwischen seine Kritik am DSB, bzw. am Bundestrainer wiederholt. Wie sieht man das im Präsidium?

Herbert Bastian: Die angesprochene Kritik ist in Stil und Inhalt eines Nationalspielers unwürdig. Es fehlt jegliches Eingehen auf bereits erfolgte positive Entwicklungen. Solche öffentlichen  Auftritte können nicht toleriert werden. Bei mir sind viele Beschwerden eingegangen. Die Entwicklung der Nationalmannschaft – wir wollen sie aufwerten – wird seit Monaten intensiv im Präsidium und mit der Kommission Leistungssport diskutiert. Nun werden wir Europameister und die Kritik hört nicht auf! Dies zeigt doch, dass es hier um persönliche Interessen geht und nicht um die Interessen des Deutschen Schachbundes!

Michael Langer: Ich „muss“ mich Herbert anschließen. Ich empfinde es als Desaster, dass wir im Moment des größten sportlichen Erfolges, den der DSB je erreicht hat, fast nur negative Schlagzeilen produzieren. Ich hätte es als normal und notwendig empfunden, wenn wir erst mal miteinander „gefeiert“ hätten und dann gemeinsam die Schritte für eine positive Ausnutzung dieses Erfolges besprochen und bearbeitet hätten.

Aus der von Arkadij Naiditsch nach der Europameisterschaft erneut geäußerten Kritik am Bundestrainer, erschienen im Rahmen eines Interviews im Internet, entstand eine Diskussion, die letztlich dazu geführt hat, dass Naiditschs Vertrag als Nationalspieler ausgesetzt wurde, um das Wort Suspendierung zu vermeiden. Dazu zwei Fragen:  Wäre es für das DSB-Präsidium nicht möglich gewesen, das Thema auf Sparflamme zu kochen und seinen Spieler intern zur Mäßigung aufzurufen? Welcher Nutzen wird darin gesehen, eine solche Diskussion mit größtenteils anonymen Personen, denen es zumeist auch gar nicht um die Sache geht, in Foren außerhalb des DSB zu führen?

Michael Langer: Zu Frage 1: Nein! Es war ob der mittlerweile unendlich langen Vorgeschichte und mehrfach intern vorgenommenen Versuchen, die Thematik nicht eskalieren zu lassen, leider nicht mehr möglich, die entstandenen Probleme hinter den Kulissen zu bearbeiten. Zur zweiten Frage haben Herbert und ich intern kontrovers diskutiert. Ich möchte es ihm überlassen, seine Beweggründe, sich so stark in den Foren einzubringen, zu schildern.

Herbert Bastian: Zu Frage 1: Die Veröffentlichungen und weitere vorliegende Berichte ließen keinen Handlungsspielraum mehr. An konstruktiven Versuchen hat es im Vorfeld nicht gemangelt. Wenn sich dann aber herausstellt, dass den gewählten Präsidiumsmitgliedern nicht mehr der nötige Respekt entgegengebracht wird, so dass sie ihr Amt souverän ausüben können, besteht Handlungsbedarf.

Zu Frage 2: Ich bin der Meinung, dass diese Diskussion unbedingt notwendig war. Ob sie am richtigen Ort und auf die richtige Art und Weise geführt wurde, ist eine andere Frage. Jedenfalls war der Druck, der sich entladen hat, vorhanden. Und dieser Druck wäre ohne Ventil weiter angewachsen. Öffentlich geäußert habe ich mich nur im Forum von Jörg Hickl, der ehemaliger Nationalspieler ist und den DSB intern kennt. Ich bin davon ausgegangen, dass den Diskussionspartnern in diesem Forum die nötige Seriosität zugetraut werden kann. Es gibt eine Reihe strittiger Fragen im DSB, die in den vergangenen Jahren einfach ignoriert wurden, anstatt sie mit den Mitgliedern zu diskutieren und Lösungen voran zu bringen. Zum Teil liegt das daran, dass es keine geeignete Bühne dafür gibt. So ist es verständlich, dass sich immer mehr Unmut angestaut hat. Es wäre besser, wenn der DSB ein eigenes, streng moderiertes Forum anbieten würde, aber so weit sind wir noch nicht und das ist auch umstritten.

Der inhaltliche Grund für mein Eingreifen war durch das öffentliche Mobbing gegen Uwe Bönsch gegeben, das einen enormen Schaden angerichtet hat. In Subforen wurden die falschen Behauptungen als Tatsachenbehauptungen aufgegriffen und diskutiert. Ziel meines Eingreifens war eine Versachlichung der Diskussion, indem ich auf einige, aber nicht alle sachlichen Hintergründe der Attacken gegen Uwe Bönsch hingewiesen habe. Danach wurde das Thema ausgewogener diskutiert.

Wenn man die Diskussion einmal entpersonalisiert betrachtet, stellt Arkadij Naiditsch offenbar die Frage, ob es richtig ist, dass der Verband für das Amt des Bundestrainers jemanden fest eingestellt hat, - was ja finanzielle Mittel in bestimmter Größe bindet -, während die eigentlichen Leistungsträger der Wettkämpfe, - das sind die Spieler -, um bessere Honorare kämpfen müssen. Wie ist hier die Position des Verbandes? Warum wurde das so eingerichtet?

Herbert Bastian: Diese Frage kann man so stellen. Aber sie gehört nicht in die Öffentlichkeit, sondern in die zuständigen Gremien. Dort wird sie bereits seit einiger Zeit, auch mit dem jetzigen Bundestrainer, in Ruhe und mit Augenmaß diskutiert. Der öffentlich ausgeübte Druck bringt uns einer Lösung nicht schneller näher, sondern er verlangsamt den Prozess. Dann sind zwei Dinge dazu zu sagen: Erstens hat gerade Uwe Bönsch den Kontakt zum Sponsor der Nationalmannschaft hergestellt. Dass gerade er dennoch persönlich von Spielern aus der Mannschaft angegriffen wird, ist primitiv und egoistisch. Zweitens erhielten Rustam Kasimdschanow und die Spieler für ihre Teilnahme an der EM ein erheblich besseres Salär als der angestellte Bundestrainer, der während der EM die Funktion des Teamchefs ausübte.

Michael Langer: Die Stelle des Bundestrainers ist Teil unseres beim BMI eingereichten und von dort bewilligten Personalplans. Inhaltlich möchte ich ergänzen, dass sich die Stelle des Bundestrainers nicht ausschließlich auf die A-Nationalmannschaft einschränken lässt.

Mit Rustam Kasimdzhanov wurde diesmal ein Eröffnungstrainer engagiert. Eine Idee der Spieler, die sich als voller Erfolg erwies, auch weil man mit Kasimdzhanov einen Glücksgriff tat. Soll das Konzept auch in Zukunft verfolgt werden?

Herbert Bastian: Ob dies so eine Idee der Spieler war, weiß ich nicht. An mich wurde diese Idee schon vor etwa einem Jahr von Uwe Bönsch herangetragen, und nach meiner Wahl zum Präsidenten am 5.6. wurde Uwe Bönsch beauftragt, eine Einigung mit den Spielern herbeizuführen. Anfangs waren ca. vier Namen im Gespräch, es wurde auch überlegt, für jeden Spieler einen persönlichen Eröffnungstrainer zu engagieren, der zuhause am Computer sitzen und zuarbeiten sollte. Nach langen Verhandlungen einigte sich Uwe Bönsch mit den Spielern auf Rustam. An der Vorbereitung der Olympiade sollen die Spieler konstruktiv beteiligt werden. Dann wird man sehen, wer als Eröffnungstrainer gewünscht wird, zur Verfügung steht und bezahlbar ist.

Michael Langer: Es stimmt schon! Die Spieler haben beim Treffen mit dem Präsidium im November 2010 genau diese Ergänzung des Trainerstabes gefordert. Die weiteren Schritte bis zum Engagement von Rustam Kasimdzhanov wurden, so wie von Herbert beschrieben, in enger Abstimmung aller Beteiligten gemeinsam angegangen.

Mit Honorakonzept und UKA hat der Schachbund zwei Sponsoren gewonnen, die sich im Bereich der Nationalmannschaft engagieren, die dadurch wohl für den Erfolg auch mitverantwortlich sind. Sehen Sie Möglichkeiten, jetzt nach dem Erfolg der Nationalmannschaft die „Marke Nationalmannschaft“ noch besser zu verkaufen und weitere Sponsoren zu gewinnen?

Herbert Bastian: Die öffentlichen Angriffe auf Uwe Bönsch haben uns weit zurückgeworfen, es gibt deswegen großen Unfrieden. Wir werden unser Ziel dennoch weiter verfolgen, die „Marke Nationalmannschaft“ weiter aufzubauen. Die Chancen dürften mittelfristig besser geworden sein. Es ist aber klar, dass niemand mit jemandem, der sich nicht respektvoll gegenüber seinen Mitmenschen benimmt, für sich werben will.

Michael Langer: Ich hoffe, dass wir auf der Basis unseres großartigen Erfolges schnellstmöglich gemeinsam die Marke Nationalmannschaft wieder stärken und damit für die bisherigen aber auch für weitere Sponsoren Anreize für eine auch aus ihrer Sicht erfolgreiche Zusammenarbeit schaffen.

Nicht nur die Spieler zeigten sich von der öffentlichen Resonanz auf den Gewinn der Europameisterschaft enttäuscht. Es gab einige Kurzmeldungen und einige wenige Artikel der Schachjournalisten in der Tagespresse. Die Schacholympiade Dresden vor drei Jahren war ja medientechnisch auch eher ein Desaster. Was läuft hier schief? Wenn man  z.B. mit der Presseecho bei der WM Anand-Kramnik in Bonn vor Augen hat, sieht man, was möglich ist.

Herbert Bastian: Das ist ein schwieriges Thema. Wir befinden uns in einem harten Wettbewerb, vor allem mit den olympischen Sportarten, und sind nicht der einzige Sportverband, dem es so geht. Die Präsidien vergangener Tage hatten nicht die Möglichkeiten, wirklich  professionelles Marketing in die Verbandarbeit zu integrieren. Diese Lücke muss so schnell wie möglich geschlossen werden

Michael Langer: Wir müssen diese Dauerbaustelle (- siehe mein letztes Interview bei Dir!) schnellstmöglich schließen. Wir müssen unsere Mitglieder in die Lage versetzen, dass sie für eine Professionalisierung dieses Teilbereiches bereit sind, finanziell zu investieren!

Die Anzahl der Mitglieder im DSB ist bekanntlich rückläufig – aus vielerlei Gründen. Wie will der DSB gegensteuern, oder ist ein Schachverein im digitalen Zeitalter ein Anachronismus und wir müssen uns damit abfinden?

Herbert Bastian: Die Schachvereine müssen sich grundlegend verändern. Das ist ein Breitensportthema, das wir aus vielen Richtungen angreifen. Im nächsten Jahr starten wir in Zusammenarbeit mit der DSJ eine Großoffensive mit Vereinskonferenzen, die für das Jahr 2013 den ersten  bundesweiten Vereinskongress vorbereiten sollen. Die traditionellen Schachturniere müssen mehr durch Schachevents ergänzt werden. Stellvertretend nenne ich das Weißgerber-Event zum 90-jährigen Jubiläum des Saarländischen und des Pfälzischen Schachverbandes, das ausgezeichnet von den Teilnehmern angenommen wurde.

Sarah Hoolt hat kürzlich  in einem Interview über ihre Erfahrung als junge Frau in der Schachszene gesprochen. “ Wenn man als Mädchen in einen Schachclub geht, sind dort nur alte Männer. Das ist wenig attraktiv.“ Was kann man hier tun, vielleicht Mädchenschachclubs gründen?

Herbert Bastian: Das Thema Frauenschach muss zu einem großen Thema gemacht werden. Wir haben sogar beim Zonentreffen in Wien ins Auge gefasst, dieses Thema international anzupacken. Meiner Meinung nach wird eine zukunftsweisende Veränderung unserer Schachvereine nur unter breiter Einbeziehung von Frauen und Mädchen machbar sein. Wenn wir diese Metamorphose nicht schaffen, werden wir weiter schrumpfen, und zwar gewaltig. Was dazu im Einzelnen zu tun ist, muss noch ausgearbeitet werden.

Michael Langer: Wir brauchen in Schachdeutschland endlich eine Atmosphäre, in der Frauen sich  willkommen fühlen. Ich sehe Frauen als die letzte uns verbleibende „neue“ Zielgruppe an! Wenn sie am Ende auch noch ihre Kinder und last but not least ihre Partner mitbringen, haben wir die Wende geschafft. Klar! Der Weg dorthin ist nicht einfach. Aber haben wir eine Alternative!?

Schachnachwuchs kann doch eigentlich nur an den Schulen angeworben werden. An vielen Schulen wird Schachunterricht angeboten. Die Schüler selber haben aber immer weniger Zeit, Schach auch außerhalb der Schule zu spielen. Welche Möglichkeiten gibt es für den Verband, sich hier einzubringen?

Herbert Bastian: Diese Frage kann man auch für das Schach im Internet stellen. Mein Zauberwort heißt „Vernetzung“. Die Vernetzung von Schulen und in der Nähe befindlichen Vereinen eröffnet einen Kanal vom Verein in die Schule. Man muss nicht jede Woche in der Schule präsent sein, um auf sich aufmerksam zu machen. Gute lokale Pressearbeit im Wochenrhythmus und mehrere Schachveranstaltungen im Jahr in der Schule können schon ausreichen, um etwas zu bewirken. Dann gehören in alle Schulen Schachspiele. In Pausen und Freistunden bieten sich vielfältige Gelegenheiten, Schach zu spielen. Es muss nicht alles verschult und benotet werden. An meiner Schule habe ich beste Erfahrungen mit dem „Sickerlernen“ gemacht: Bei passenden Lerngelegenheiten gebe ich einen Input, z.B. ein Plakat oder ein Aufgabenblatt, der Input sickert dann allmählich durch die Schule durch. So kann man auch bei geringem Zeitbudget etwas erreichen.

Michael Langer: Ich lasse dem Lehrer an dieser Stelle das Schlusswort ;-)


Das Interview führte André Schulz.

 

 

 


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