Pressemitteilung der FIDE
Die 2. Schacholympiade für Menschen mit Behinderungen in Astana markierte einen historischen Moment der Inklusion, Entschlossenheit und Einheit – zeitgleich mit dem Tag der Republik Kasachstan.
Der letzte Turniertag begann mit einer lebhaften kulturellen Darbietung mit traditionellen kasachischen Tänzen, Musik und lokaler Küche, die für die Teilnehmer eine festliche Atmosphäre schuf. Der zeremonielle erste Zug wurde von Andrey Gromov, Präsident der International Physically Disabled Chess Association (IPCA), zusammen mit Gulmira Dauletova, Geschäftsführerin des kasachischen Schachverbands (KazChess), ausgeführt.

Gulmira Dautelova bemerkte:
„Es ist das erste Mal, dass Kasachstan eine solche Veranstaltung organisiert hat. Nachdem wir vor wenigen Wochen die Weltmeisterschaft der Kadetten ausgerichtet hatten, war die Vorbereitung dieser Olympiade in nur 20 Tagen eine große Herausforderung – aber unser Team hat unermüdlich gearbeitet, und wir sind stolz darauf, dass alles so gut gelaufen ist. Die Spieler sind glücklich, und das bedeutet uns alles.
Unser Hauptziel war es, ein Lächeln auf die Gesichter zu zaubern. Zu sehen, wie die Spieler sich amüsierten, insbesondere während Momenten wie unserem ‚Hug Day‘, war das Schönste für uns.“

Die Schacholympiade für Menschen mit Behinderung hat eine kurze, aber inspirierende Geschichte. Sie begann 2020 mit der ersten Online-Olympiade, an der 61 Teams aus 45 Ländern und fast 400 Spieler teilnahmen – Polen holte sich bei dieser ersten Ausgabe die Goldmedaille.
Drei Jahre später wurde der Traum von einem Treffen am Schachbrett in Belgrad, Serbien, Wirklichkeit, wo 23 Teams an der ersten Präsenzveranstaltung teilnahmen – erneut ging Polen als Sieger hervor. In diesem Jahr erreichte die Olympiade in Astana mit 34 teilnehmenden Teams einen Rekord und war damit die bislang größte und inklusivste Ausgabe.
Die Geschichte geht weiter: Ab 2026 wird die Olympiade für Menschen mit Behinderungen parallel zur Hauptschacholympiade stattfinden, beginnend in Samarkand, Usbekistan.
Dana Reizniece, stellvertretende Vorsitzende des FIDE-Vorstands, sagte:
„Für mich ist es etwas Besonderes, dass Schach Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten die Möglichkeit bietet, unter gleichen Bedingungen gegeneinander anzutreten. Schach ist eine der inklusivsten Sportarten der Welt – und durch die Zusammenlegung dieser Olympiaden wird sichergestellt, dass alle Teil derselben globalen Schachfamilie bleiben.“
Thomas Luther, Vorsitzender der FIDE-Kommission für Menschen mit Behinderungen, fügte hinzu:
„Ab dem nächsten Jahr wird die Olympiade für Menschen mit Behinderungen parallel zur Hauptolympiade und zum FIDE-Kongress stattfinden – ein wichtiger Schritt, der die Kontinuität und das Wachstum dieser Veranstaltung gewährleistet.“

Die Inklusivität im Schach erstreckt sich auf alle Teile der Welt. Blessing Jemani, Kapitän der simbabwischen Mannschaft, erzählte eine beeindruckende Geschichte über seinen jungen Schüler Tinashe Mvududu, der mit seinen Beinen Schach spielt:
„Er lehrt uns, dass Behinderung nicht gleichbedeutend mit Unfähigkeit ist. Er ist eine Inspiration für unsere gesamte Schachgemeinschaft – und obwohl er dieses Jahr nicht dabei sein konnte, hoffen wir, ihn nächstes Jahr in Usbekistan im Wettkampf zu sehen.“
Die letzte Runde bot spannende Schachmomente – insbesondere die Partie zwischen Ihar Rasikhin (FIDE 2) und Luisa Fernanda Molina Valdes (Kolumbien) mit einem brillanten Opfer:
26.Lxh7+ Kxh7 27.Dxf7 Dd8?? (nach 27…Txe1! 28.Txe1 Dc4! steht Weiß nur etwas besser) 28.Dh5+ Kg8 29.g6
Schwarz gab auf – das Matt ist nicht zu verhindern.
Die Abschlusszeremonie war voller Emotionen und Stolz.
Dana Reizniece hielt eine gefühlvolle Rede, in der sie allen Mitwirkenden ihren Dank aussprach:
„Die 2. Schacholympiade für Menschen mit Behinderung war ein wahres Fest der Menschlichkeit – ein großartiger Beweis für den unzerbrechlichen Geist des Schachs. Im Namen der FIDE möchte ich der Regierung von Kasachstan und Präsident Kassym-Jomart Tokayev unseren tiefsten Dank für ihre kontinuierliche Unterstützung des Schachs und seiner Entwicklung aussprechen.
Unser Dank gilt auch dem Akimat von Astana und Bürgermeister Zhenis Kasymbek für ihre herzliche Gastfreundschaft sowie dem kasachischen Schachverband und seinem Präsidenten Timur Turlov für ihre hervorragende Organisation.
Wir sind unseren Partnern, der Freedom Holding Corporation und allen Sponsoren, für ihre unschätzbare Unterstützung sowie dem Nationalen Paralympischen Zentrum für die Bereitstellung von Spielbedingungen auf Weltklasseniveau zutiefst dankbar.
Abschließend möchten wir uns ganz herzlich bei den Schiedsrichtern, dem Fairplay-Team und den Freiwilligen bedanken, deren Engagement dafür gesorgt hat, dass alles reibungslos ablief.“

Die Endplatzierungen der 2. Schacholympiade für Menschen mit Behinderung:
Alle Ergebnisse: chess-results.com


Brett 1: 1. Amato, Leonel (Argentinien) 2. Varadi, Viktor (Ungarn) 3. Gruenfeld, Yehuda (Israel) – siehe Bild unten
Brett 2: 1. Glazar, Domagoj (Kroatien) 2. Pavicevic, Jovan (Serbien) 3. Ermakov, Maksim (FIDE 1)
Brett 3: 1. Musokeri, Prince (Simbabwe) 2. Rasikhin, Igor (FIDE 2) 3. Kishan, Gangolli (Indien)
Brett 4: 1. Cherono, Mercy (Kenia) 2. Ali Mohamed, Mohamed (Ägypten) 3. Salamon, Julia (IBCA)
Brett 5: 1. Kambarova, Aiganym (Kasachstan 2) 2. Sarkar, Md Ali Nawaz (Bangladesch) 3. Pavicevic, Jovana (Serbien)

Übergabe der Flagge an Usbekistan
Während der Zeremonie übergab Gulmira Dauletova offiziell die FIDE-Flagge an Askar Ibraimov, Beauftragter der Schachföderation Usbekistans für den paralympischen Bereich – als Symbol für die Übergabe der Ausrichtung an Samarkand im Jahr 2026.
Akaki Iashvili, Direktor für Sonderaufgaben der FIDE, sagte:
„Als alles vor Jahren begann, war es eine Herausforderung. Aber dank der FIDE DIS-Kommission, KazChess, der Regierung, den Freiwilligen, den Schiedsrichtern und dem Fairplay-Team haben wir optimale Bedingungen und eine wunderbare Atmosphäre geschaffen. Die Reise geht weiter.“
Mit diesem symbolischen Moment ging die 2. Schacholympiade für Menschen mit Behinderung offiziell zu Ende – sie hinterließ unvergessliche Erinnerungen und bereitete die Bühne für ein neues Kapitel der Inklusion und Exzellenz in Samarkand im Jahr 2026.
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