Grand Chess Tour London: Noch keine Entscheidung

von André Schulz
04.12.2019 – Auch am zweiten Tag der Halbfinals bei der Endrunde der Grand Chess Tour in London gab es keine Entscheidung. Maxime Vachier trennte sich in einer seltenen Offenen Variante von Magnus Carlsen ebenso remis wie Ding Liren von Levon Aronian. In der Sonderwertung der London Chess Classic steht es nun in beiden Halbfinals 6:6. | Fotos: Grand Chess Tour/ Lennart Ootes

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Gestern wurde in den beiden Halbfinals des Finales der Grand Chess Tour in London jeweils die zweite lange Partie gespielt. Maxime Vachier-Lagrave wurde nach seinem Eröffnungszug 1.e4 in der Spanischen Partie mit einem eher seltenem Abspiel in der Offenen Variante konfrontiert, die in jüngster Zeit wieder modern geworden ist. Eine Überraschung kann das eigentlich nicht gewesen sein, denn Carlsen hat diese Variante im Frühsommer schon beim Turnier in Zagreb gegen Caruana ausprobiert.

 

Schwarz hatte in der Offenen Variante 7...Le7 statt der Hauptvariante 6... b5 und 7...d5 gezogen. Hier ging es weiter mit 7... b5 8.Txe4 d5 9.Sxe5 Sxe5 10.Txe5 bxa4. Vachier-Lagrave verzichtete nun auf das prinzipielle 11.Sc3, gefolgt von 12.Txd5 und zog stattdessen 11.b3, gefolgt von 12.La3, wonach die Luft recht schnell raus war. In der Folge wurde schnell und viel getauscht und die Partie mündete in ein ausgeglichenes Turmendspiel. Remis.

Diese Eröffnungsvariante wurde erstmals 1916 zwischen Emanuel Lasker und Siegbert Tarrasch gespielt und dann komplett vergessen, wohl auch weil Tarrasch die Partie sehr schnell verlor. Das nächste Mal kam sie erst wieder 1976 aufs Brett. In den 2000er Jahren wurde das Potenzial der Variante wiederentdeckt und zur Zeit wird sie häufiger gespielt.

Am Nebentisch führte Ding Liren gegen Levon Aronian die weißen Steine. In der Nimzoindischen Verteidigung entstand eine Isolanistellung. Schwarz hatte dort das bessere Spiel, weil Weiß seine Königsstellung mit dem Zug g2-g4 früh geschwächt hatte. 

 

Aronian fand aber keinen überzeugenden Weg, aus den Schwächen im weißem Lager Kapital zu schlagen und so endete die Partie nach Stellungswiederholung im 28. Zug remis.

Levon Aronian

Partien:

 

 

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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Esswolf Esswolf 04.12.2019 11:59
Welch ein tolles Halbfinale zwischen Carlsen und MVL, diesmal mit dem glücklicheren, obwohl auch spielerisch nicht unterlegenen Ende. Endlich für MVL mal ein gewichtiger Sieg gegen diesen immer wieder fantastischen Carlsen, der auch die seltsamsten Stellungen für meistens für sich ausbeuten kann.
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