Grand Chess Tour, Paris: Schnellschachriese Wesley So

von André Schulz
21.06.2018 – Nach dem zweiten Tag des GCT-Schnellschachturniers in Paris hat sich Wesley So schon wieder an die Spitze gesetzt. Heute gewann der US-Großmeister zwei Partien und spielte einmal remis. In der Live-Rapid-Eloliste hat So nun 86 Punkte zugelegt und ist Zweiter hinter Magnus Carlsen. | Foto: Lennart Ootes

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Zweiter Spieltag: So geht in Führung

Heute wurde in Paris schon ab 12 Uhr gespielt, denn um 17 Uhr stand in Russland das Spiel Frankreich gegen Peru an und da wollte man beim Partner Canal plus vorher mit dem Schachturnier zu Ende sein.

Runde vier

Der zweite Spieltag der Grand Chess Tour in Paris mit den Schnellschachrunden 4 bis 6 begann sehr lebendig und brachte in der 4. Runde gleich vier entschiedene Partien. Wesley So setzte seinen Siegeszug fort und kam gegen Vladimir Kramnik zu einem "Zweier" (Die Schnellschachpartien zählen doppelt). In einer symmetrischen Englischen Variante nahm die Partie im Mittelspiel rasch an Fahrt auf, mit Verwicklungen zum Vorteil von Wesley So:

 

Hier folgte 22...De2, was 23...Se3 droht. Nach 23. Lc1 Lf8 kam der Sb5 in Bedrängnis.

Die Partie zwischen Shakhriyar Mamedyarov und Levon Aronian war lange Zeit ausgeglichen. Doch dann war Mamedyarov wohl zu optimistisch oder zu sorglos.

 

Im 31. Zug wäre Mamedyarov wohl mit 31.Dxa6 am besten gefahren. Er spielte stattdessen 31.Dd7 und nach dem Tausch der Türme auf d6 und dem Tausch der letzten Leichtfigur geriet sein König in einen Angriff der beiden schwarzen Schwerfiguren. Aronian wickelte in ein günstiges Turmendspiel ab und gewann.

Mit Maxime Vachier-Lagrave möchte kaum noch jemand die Grünfeld-Verteidigung spielen. Der französische GM ist einfach zu gut darin. Eine beliebte aktuelle Mode, diese zu umgehen, besteht im Aufbau mit e3 und Le2. Gegen Alexander Grischuk konnte Vachier-Lagrave in einer Benoni-Strukter wohl nie völlig ausgleichen, hatte aber etwas Gegenspiel. Dann unterlief dem Franzoden jedoch ein Missgeschick:

 

Vachier-Lagrave spielte 28...d4 und hatte nach 29.Txg7 Dxg7 30.Txe6 einen Stein weniger.

Die Seeschlange des Turniers, wahrscheinlich der ganzen Grand Chess Tour 2018, produzierten Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana. Nach 50 Zügen war dieses Endspiel enstanden.

 

Sieht aus wie Remis? Aber man kann auch weiterspielen. Im 81. Zug stellte Caruana einen Bauern ein.

 

82.Lxh5 gewinnt einen Bauern. Schwarz kann wegen der Gabel auf f5 nicht wiedernehmen. Schließlich gewann Nakamura einen zweiten Bauern und dann auch die Partie. Im 123. Zug gab Caruana auf.

Fabiano Caruana, nicht aufgepasst?

Ergebnisse der 4. Runde

 

Runde fünf

Auch nach der fünften Runde stand auf dem Notationszettel hinter dem Namen von Wesley So eine Eins. Unglaublich - es war sein vierter Sieg im fünften Spiel. Das Opfer war diesmal Alexander Grischuk. Die Partie wurde auf dem Terrain einer ziemlich komplizierten Variante der Grünfeld-Verteidigung gespielt. Nach zehn Zügen war diese Position erreicht:

 

Aus den folgenden Verwicklungen kam So aber besser heraus, gewann eine Qualität und erreichte ein günstiges Endspiel. An der Verwertung des materiellen Vorteils werden die Endspielfreunde viel Vergnügen haben:

 

Es folgte 35.e4 fxe4 36.Txe4 usw.

Den zweiten Sieg der Runde feierte Sergey Karjakin gegen Shakhriyar Mamedyarov. 

 

Weiß spielte 29.Tg3, wonach 30.De5, aber auch 30.Ld3 drohte, und erlangte in der Folge am schwarzen Königsflügel große Überlegenheit.

Die übrigen drei Partien endeten remis.

Ergebnisse der 5. Runde

 

Die Kommentatoren in Paris

Runde 6

In der Schlussrunde trennten sich Levon Aronian und Wesley So mit einem Remis, wodurch So seine Führung festhielt. Aronian ist Zweiter. 

Sergey Karjakin legte gegen Vladmir Kramnik nach und feierte den zweiten Sieg in Folge.

 

Mit 35...Dg6 leitete Karjakin einen unwiderstehlichen Angriff ein: Die nächsten Züge nach 36.Lxf8 waren 36....Txg4 (droht Txg3) 37.De1 Th4 und die Partie dauerte nicht mehr lange.

Opening package: 1.b3 and Black Secrets in the Modern Italian

Wesley So hat bei ChessBase 2 Eröffnungs-DVD veröffentlicht: 1.b3, der so genannte Nimzowitsch-Larsen-Angriff, aus weißer Sicht und seine Geheimnisse im modernen Italienisch (mit c3 und d3) aus schwarzer Sicht.

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Wesley So führt also das Turnier an und hat in der Live-Rapid Eloliste 86 Punkte zugelegt.

Ergebnisse der 6. Runde

 

Partien

 

Tabelle

 

 

Turnierseite der Grand Chess Tour - Paris 2018...

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André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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primat primat 21.06.2018 08:57
Hier sind mal wieder einige Fehler zu korrigieren, aber wichtiger ist es tatsächlich die Aussagen zu den Stellungen mit konkreten und korrekten Varianten zu erklären. Das mögliche Remis in Mamedyarovs Stellung ist einfach zu schön, um es nicht zu zeigen.
Thomas Richter Thomas Richter 21.06.2018 05:57
"Im 31. Zug wäre Mamedyarov [gegen Aronian] wohl mit 31.Dxa6 am besten gefahren." Aber nur, wenn er nach 31.-Txa6 32.Txe6!! Txe6 33.Sg5+ Kh6 34.Tc8 findet. Es droht Matt, Schwarz kann das mit 34.-Dxg5+ und ausgeglichenem Turmendspiel verhindern oder hübscher mit 34.-Te8!? 35.Txe8 Dxf2+! 36.Kxf2 patt.
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