11.02.2022 – Der sechste Spieltag beim Grand Prix in Berlin brachte noch einmal eine Reihe von spannenden Partien mit unerwarteten Ergebnissen. Hikaru Nakamura erreichte als zweiter Spieler das Halbfinale, benötigte aber Caissas Hilfe. Wojtaszek und Rapport sowie So und Dominguez müssen in die Stichkämpfe. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Bahn AG und in seiner Jugend ein starker Schachspieler, eröffnete die Runde.| Foto: World Chess
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Spannung in der Schlussrunde
In der Gruppe C stand Levon Aronian schon vor der letzten Runde als Semifinalist fest. So war es keine große Überraschung, dass die Partie zwischen Aronian und Dubov ohne großen Kampf schnell remis endete. Vidit und Vincent Keymer lieferten sich aber noch eine lange und interessante Partie. Vidit übte mit den weißen Steinen nach der Eröffnung einen dauerhaften Druck aus. Vincent Keymer hielt dem aber stand, verteidigte sich aufmerksam und erreichte schließlich ein Remis.
In den drei anderen Gruppen war der Kampf um den Gruppensieg aber noch offen. In Gruppe A lag Hikaru Nakamura mit einem halben Punkt vor Andrey Esipenko vorne und musste mit den schwarzen Steinen gegen seinen Verfolger antreten. Beim Übergang ins Schwerfigurenendspiel geriet Nakamura in eine sehr ungemütliche Stellung.
Hikaru Nakamura
[Weiß hat einen Bauern gegeben und am Königsflügel eine Druckstellung aufgebaut.]
32.T1f3 Sc6? [32...Sd5!?]
33.Sxc6 bxc6 34.e7 [Weiß hält seinen Freibauern fest, der das schwarze Spiel nun enorm einschränkt.]
34...Kh7 35.Df4 [Mit der Absicht Tg3.]
35...Tg8 36.Tg3 [Da Schwarz gelähmt ist, hätte Weiß Zeit, die schwarzen Bauern zu pflücken. 36.Dxc4!?+–]
36...De6 37.Te3 Dg6
38.Tf8 [Der Tausch der Türme befreit das schwarze Spiel und erhöht die schwarzen Remischancen. 38.Dxc4!?+–]
38...Te8 39.Txg8 Kxg8 40.Dxc4+ Df7 41.Dxa6 Txe7 42.Txe7 Dxe7 43.Dxc6 [Den Mehrbauern hat Weiß nur für den Moment, der Vorteil ist verschwunden.]
Die Partie ging noch lange weiter. Im 73. Zug gab Bacrot auf.
Auch in Gruppe D gab es mit Wesley So einen Spieler, der alleine in Führung lag.
Wesley So
Wenn aber Leinier Dominguez gegen Alexey Shirov zu einem Sieg käme und So gegen Harikrishna nicht gewönne, dann konnte der gebürtige Kubaner seinen Kollegen aus der US-Mannschaft noch ein- oder sogar überholen. Und so kam es. Dominguez gewann seine Partie gegen Shirov. So und Harikrishna spielten remis.
FIDE Grand Prix-I Pool-D 2022 Berlin (6.7), 10.02.2022
1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d3 h6 5.0–0 d6 6.c3 g5 [Das ist die "Black Lion" Idee in der Italienischen Version. Im Original steht der schwarze Springer statt auf c6 auf d7 (Philidor-Version).]
7.Sbd2 Lg7 [7...g4 8.Se1 h5 9.Sc2 Lh6 10.Lb3 Le6 geschah letztes Jahr in einer Online-Partie. 1–0 (67) Zhigalko,S (2572)-Shirov,A (2662) Chess.com INT 2021]
8.Lb3 g4 [Meist wurde hier 8...0–0 fortgesetzt.]
9.Se1 h5 10.f4 exf4 11.Txf4 d5 12.Tf1 [Die Alternative war 12.exd5 Sxd5 13.Tf2]
Wesley So und Leinier Dominguez sehen sich also im Stichkampf.
Ganz offen war das Rennen um den Gruppensieg in Gruppe B. Hier lagen Radoslaw Wojtaszek und Vladimir Fedossev punktgleich in Führung (3 P.) und Richard Rapport einen halben Punkt dahinter. Fedoseev hatte mit Weiß gegen Richard Rapport zu spielen, Wojtaszek mit Schwarz gegen den abgeschlagenen Oparin.
Die Partie zwischen Wojtaszek und Oparin endete remis. Rapport kam gegen Fedossev hingegen zu einem Sieg und bestreitet nun einen Stichkampf gegen Wojtaszek um den Gruppensieg.
Die Stichkämpfe werden am Freitag Nachmittag um 15 Uhr ausgetragen. Es werden zwei Schnellschachpartien mit einer Zeitkontrolle von 15 Minuten + 10 Sekunden gespielt. Ist der Punktestand nach diesen Partien gleich, werden zwei Partien mit 3 Minuten + 2 Sekunden gespielt. Ist der Spielstand immer noch gleich, wird eine Armageddon-Partie gespielt, um einen Sieger zu ermitteln.
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