Grand Prix in Schweden - das Malmö Open 2018

von Holger Blauhut
27.12.2018 – Die schwedische Schach- und Turnierszene ist aktiv und lebendig. Dafür sorgt auch der schwedische Grand Prix, eine Serie von acht offenen Turnieren mit einem interessanten Format und einem attraktiven Preisfonds. Das Malmö Open, das Mitte Dezember stattfand, ist Teil der Grand Prix Serie. Holger Blauhut war dabei und berichtet.

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Die schwedische Grand Chess Tour heißt Svenskt Grand Prix

Jedes Jahr werden acht Turniere im schwedischen Grand Prix gespielt. In die Gesamtwertung gehen die in den fünf besten Turnieren erzielten Punkte jedes Spielers ein. Der Gesamtsieger erhält 25.000 schwedische Kronen. Die einzelnen Turniere werden in der Regel an Wochenenden ausgetragen, wobei in den ersten vier bis fünf der acht Runden Schnellschach gespielt wird. Neben dem Hauptturnier, welches für alle Spieler offen ist, gibt es auch noch den Kleinen Grand Prix für Spieler mit einer ELO unter 1600. Diese Turnierserie ist in Schweden sehr beliebt und erreicht pro Turnier etwa 200 – 250 Teilnehmer. 

Der Zyklus 2018/19 begann Anfang August in Lund mit dem Cellavision Chess Cup, bei dem Alexei Shirov seinen Vorjahressieg wiederholen konnte. Er gewann mit 7 Punkten aus 8 Partien vor dem punktgleichen Jonny Hector. Mit 6,5 Punkten folgten Nils Grandelius, Tiger Hillarp Persson, Vitaly Sivuk und Pia Cramling. Für die Gesamtwertung nützt Alexei Shirov sein gutes Ergebnis nichts, da nur schwedische Staatsbürger oder Spieler, die für Schweden bei der FIDE registriert sind, gewertet werden.

Cellavision Chess Cup: Alexei Shirov wiederholt seinen Vorjahressieg

Cellavision Chess Cup: Pia Cramling führte zusammen mit Pontus Sjödahl nach drei Turnieren in der Gesamtwertung

Ende September folgte das Västerås Open, welches von Yuri Sodovnichenko vor Dagur Ragnarsson gewonnen wurde. Beide Spieler erreichten 7 Punkte aus 8 Partien.Mit einem halben Punkt weniger  folgten Linus Johansson, Normunds Miezis, Pontus Sjödahl, Jonny Hector und Erik Malmstig.

Das dritte Turnier in dieser Serie war das Hasselbacken Chess Open in Stockholm. Simen Agdestein gewann mit 7 Punkten vor Pia Cramling, Pontus Sjödahl, Timofey Galinsky und Josef Ask mit je 6,5 Punkten.

Vom 14. bis 16. Dezember folgte das Malmö Open, an dem auch ich teilnahm. Das Rathaus zu Malmö bot hervorragende Spielbedingungen.

Tolles Spiellokal: das Rathaus in Malmö

Die ersten Bretter wurden live übertragen und konnten auch im Turniersaal auf einer Leinwand betrachtet werden. Die Turnierorganisation war ausgezeichnet und das Turnier begann absolut pünktlich! Einziger Wermutstropfen waren die Stühle, aus denen man sich nicht geräuschfrei erheben konnte, was bei 235 Teilnehmern für einige Abwechslung sorgte.

Selbst die Garderoben waren auf Schach getrimmt

Das Turnier, welches im Vorjahr von GM Hans Tikkanen gewonnen wurde, musste in diesem Jahr ohne Großmeister auskommen. Es  begann am Freitag mit zwei Runden Schnellschach (20 min. + 10 Sek./Zug), wobei es keine Favoritenstürze gab. Ganze drei Remis gaben die Titelträger in den ersten beiden Runden ab. Glücklicherweise konnte ich in der zweiten Runde mit einem Remis gegen den dänischen FM Kåre Hove Kristensen dazu beitragen. Dafür durfte ich gleich am nächsten Morgen gegen den 16-jährigen FM Jung Min Seo, wohl das zurzeit größte Nachwuchstalent Schwedens, spielen. Ein durchaus zweifelhaftes Vergnügen, wenn auch die Partie wieder mit einem sehr erfreulichen Remis endete. Seo hat ein ganz erstaunliches Repertoire an Eigenarten, die, vorsichtig ausgedrückt, nicht gerade konzentrationsfördernd sind.

Karl X. Gustavs Pferd direkt vor dem Spiellokal wirkte inspirierend: In der 7. Runde spielte ich gegen die Aljechin-Verteidigung

Es folgten zwei weitere Schnellschachrunden, bevor am Sonnabendnachmittag die 6. Runde mit langer Bedenkzeit (110 min + 10 Sek./Zug) ausgetragen wurde. Am Sonntag folgten zwei Runden mit langer Bedenkzeit.

Pontus Sjödahl sicherte sich den Turniersieg mit einem Kurzremis in der letzten Runde und übernahm damit auch die Führung in der Gesamtwertung. Er gewann das Turnier mit 7,5/8 vor Vadim Razin 7 und Axel Ornstein, Nikolz Kumsiashvili und Gunnar Johansson mit je 6,5.

Erik Malmstig führte dann das Feld der Spieler mit 6 Punkten an. Er spielte in der letzten Runde gegen Vadim Razin und wollte richtig Spaß haben, und den hatte ich beim Zusehen ebenfalls.

 

In der Gesamtwertung führt Pontus Sjödahl nach vier von acht Turnieren mit 26,5 Punkten. Dahinter folgen Min Jung Seo und Milton Pantzar mit 23.

Mir hat das Malmö Open sehr gefallen und vielleicht kann ich noch an einem der kommenden vier Turniere teilnehmen. 

  • Elite Hotels Open Växjö, 8.-10.2.2019
  • Påskturneringen Norrköping, 19.-22.4.2019
  • Kvibergspelen Göteborg, 10.-12.5.2019
  • Deltalift Open Tylösand, 30.5.-1.6.2019

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Autor, Verleger und Büroarbeiter, lebt in Fredrikstad/Norwegen.
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