Großes Schach-Kino in Bonn

14.10.2008 – Die Auftaktpartie der Weltmeisterschaft zwischen Anand und Kramnik, heute in der Bonner Bundeskunsthalle war unspektakulär - Anand glich nach einem Bauernopfer in der Slawischen Partie bald aus -, die Zuschauer, darunter Evonik-Chef Werner Müller, die Bonner OB Bärbel Dieckmann oder DSB-Präsident Robert von Weizsäcker, erlebten aber eine gelungene Inszenierung dieses großen Ereignisses. "Remis ist ein häufiges Ergebnis im Schach. Und wenn keiner einen Fehler macht, endet die Partie remis", meinte Kramnik auf der Pressekonferenz: "Heute haben wir beide keinen Fehler gemacht." Morgen wird Anand mit den weißen Steinen versuchen, Kramnik zu einem Fehler zu zwingen. Partieanalyse bei Spiegel-online...Bericht und Bilder...

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Großes Kino in der Bundeskunsthalle
Text: André Schulz
Bilder: Wolfgang Rzychon, André Schulz, Frederc Friedel

Die erste Partie des Wettkampfes um die Schachweltmeisterschaft zwischen Viswanathan Anand und Vladimir Kramnik endete remis und war auch nicht besonders ereignisreich - trotzdem kamen die zahlreichen Zuschauer - darunter viel Schachprominenz - und die ebenso zahlreich erschienene Presse im ausverkauften Forum der Bundeskunsthalle in den Genuss einer großen Inszenierung.


Das Pressecenter füllt sich


Olaf Heinzel von der UEP


Eric van Reem und Dirk Jan ten Geuzendam


Rolf Behovits als Pressedompteur


Klaus Bischoff, Dr. Helmut Pfleger und Bodo Schmidt


GM Alexandre-Igor Nataf bei der Analyse mit Brett


Noch ist die Bühne leer


Die Spannung steigt


Prof. Robert von Weizsäcker und OB Bärbel Dieckmann


Josef Resch erläutert Werner Müller die Inszenierung

Die Eröffnung der Weltmeisterschaft fand eine halbe Stunde vor dem Beginn der ersten Partie statt. Nach der Begrüßung durch den Event-Direktor der Bundeskunsthalle Stephan Andrae und dem UEP-Präsidenten Josef Resch wurden die Spieler aufgerufen und unter Applaus der Zuschauer begrüßt.


Josef Resch mit Miss Gazprom und Miss Evonik

Nachdem die beiden Spieler schon auf ihren Sitzen Platz genommen hatten - Anand vor den schwarzen, Kramnik vor den weißen Steinen - hielt der Ehrenpräsident der FIDE Florencio Campomanes die letzte Rede.

Schließlich wurden, wie das bei großen internationalen Sportveranstaltungen üblich ist, die Nationalhymnen der beteiligten Spieler gespielt.

Sogar die FIDE hat eine eigene Hymne, die ebenfalls zum Vortrag kam. Dann ging es endlich los.
















Körpersprache: Anand zufrieden


Game over

Evonik-Chef Werner Müller machte den symbolischen ersten Zug, der wegen zahlreicher Fotografenwünsche reichlich mehr Zeit in Anspruch nahm, als das sonst beim ersten Zug üblich ist. Und weil Kramnik dem Konzernchef des Sponsors zuvor seinen beabsichtigten ersten Zug verraten hatte, konnte 1.d2-d4 auch sogleich für die folgende Partie verwendet werden.

Anand antwortete mit dem Slawischen Damengambit, wonach Kramnik nicht eine der Hauptvarianten spielte, sondern in die als eher zahm geltende Abtauschvariante überleitete. In der Folge opferte Anand einen Bauern, erhielt jedoch genügend Kompensation und nach drei Stunden endete die Partie trotz eifriger Bemühungen der Kommentatoren Helmut Pfleger und Klaus Bischoff remis.

"Wer hat denn Remis angeboten?", wurde auf der folgenden Pressekonferenz gefragt. "Eigentlich die Stellung", meinten die beiden Spieler unisono.


Kramnik, Bischoff, Anand


"Wenn keiner einen Fehler macht, wird die Partie remis."


"Ich wollte mit Lg6 das Feld b1 unter Kontrolle halten."


Florence lächelt für Evonik


Zuschauer







Eine eher ruhige Partie mit einem Remis als Ergebnis ist bei Wettkämpfen ein Erfolg für den Schwarzspieler. Heute hat Kramnik wohl erst mal geschaut, was Anand mit Schwarz spielen will und hat sich den Gegner quasi "für die nächste Partie erstmal zurecht gelegt" (falls dieser dort das gleiche spielt). Morgen ist aber erst einmal Anand mit den weißen Steinen im Anzugsvorteil.


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