Großer Osterspaß: Grenke Classic und Grenke Open

von André Schulz
17.04.2019 – Ab Donnerstag schaut die Schachwelt erst nach Karlsruhe, dann und Baden-Baden. Am Donnerstag beginnt das das Grenke Open mit über 1000 Teilnehmern. Am Samstag nehmen dann einige der weltbesten Spieler auf der Bühne der Schwarzwaldhalle bei den Grenke Chess Classic Platz.

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Die Grenke Chess Classic 2019

Über die Osterfeiertage schaut die Schachwelt nach Karlsruhe und Baden-Baden. Am Samstag beginnen in der Schwarzwaldhalle in Karlsruhe die Grenke Chess Classic mit einigen der weltbesten Schachspieler. Neben dem 16. Weltmeister Magnus Carlsen, dem Vizeweltmeister Fabiano Caruana, dem 15. Weltmeister Viswanathan Anand, dem aktuellen Weltranglistensiebten Maxime Vachier-Lagrave, und dem 12. der Weltranglisten Levon Aronian sind mit Peter Svidler (N. 20), Arkadij Naiditsch (Nr. 35) zwei weitere Supergroßmeister am Start. Francisco Vallejo Pons befindet sich als Nr. 45 der Weltrangliste nur ein Jota von der 2700 Elo-Grenze entfernt. Nationalspieler Georg Meier vertritt die deutschen Farben. Und als Nummer zehn im Feld spielt auch noch Vincent Keymer mit. Der Youngster gewann im letzten Jahr sensationell das erstklassig besetzte Grenke Open und qualifizierte sich so für die Grenke Classic. 

Weltklassefeld

Vincent Keymer gilt als das deutsche Ausnahmetalent und gehört zu den weltbesten U16-Jugendlichen der Welt. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat er gezeigt, dass er in der Lage ist, auch Spitzen-Großmeister zu schlagen. Keymer ist im Moment immer noch Fast-Großmeister. Zwei Großmeisternormen hat er schon in der Tasche. Die dritte verpasste er einige Male knapp, zuletzt in der Bundesliga, wo er zwar mit 5,5 Punkten für sein Team aus Deizisau ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielte aber mit einer Elo-Leistung von 2599 denkbar knapp unter den notwendigen Elo 2600 bleib. Die Urkundenverleihung ist allerdings nur eine Frage der Zeit. Trotz seines hohen Leistungsstandes ist Vincent Keymer in diesem Turnier ein klarer Außenseiter, und die Teilnahme in diesem Weltklassefeld ist für den jungen Spieler ein echtes Abenteuer. 

Fotos: Grenke 

Magnus Carlsen kommt in Topform nach Baden-Baden. Nach dem eher etwas lauen WM-Kampf gegen Fabiano Caruana im letzten Herbst in London holte sich Carlsen bei der Schnellschach- und Blitz-WM in St. Petersburg neuen Spielspaß, zeigte beim Turnier in Wijk aan Zee klar aufsteigende Form und spielte beim Gashimov-Memorial in Shamkir die Konkurrenz in Grund und Boden. Man wird sehen, ob der Weltmeister sich in seiner Formkurve weiter auf dem Weg nach oben befindet oder nach diesen Erfolgen an Spannkraft wieder etwas nachlässt.

Bei den Grenke Classic im letzten Jahr lief Fabiano Caruana dem Norweger klar den Rang ab. Der US-Amerikaner hatte im Frühjahr 2018 gerade das Kandidatenturnier gewonnen und spielte kurz danach im gleichen großen Stil in Baden-Baden weiter. 

Sicher gehört auch Maxime Vachier-Lagrave zu den Spielern, denen man einen Turniersieg zutrauen darf. Baden-Baden liegt ja nicht weit von der französischen Grenze entfernt und so dürfte der Franzose keine Probleme mit der Akklimatisierung haben.

Zünglein an der Waage, und das gilt besonders für Magnus Carlsen, könnte mal wieder Arkadij Naiditsch sein. Der inzwischen für Aserbaidschan spielende Baden-Badener Großmeister ist eine Art Angstgegner für Magnus Carlsen und konnte den Weltmeister schon mehr als einmal besiegen. 

Selbstverständlich ist auch Viswanthan Anand als Sechster der Weltranglisten ein heißer Kandidat auf den Turniersieg. Anand wird im Dezember des Jahres tatsächlich schon 50 Jahre als, ist also der "Turniersenior", am Brett aber immer noch "heiß" auf Erfolge.  

Ebenfalls schon zu den schon etwas älteren Spielern gehört inzwischen Peter Svidler. Im Juni feiert der St. Petersburger Schöngeist auch schon seinen 43. Geburtstag. Seit etwa 20 Jahren gehört Svidler zu den besten Spielern der Welt, heute immer noch, obwohl er inzwischen auch zunehmend als Schachkommentator aktiv ist.

Auch Levon Aronian ist mit nun 38 Jahren nicht mehr der Allerjüngste. Die armenische Nummer eins erlebte im Laufe seiner Kariere einige Formschwankungen. Oft genug gehörte er zu den Top drei der Weltelite. Derzeit ist er als Zehnter der Weltrangliste von seiner bestmöglichen Form etwas entfernt. Das kann sich aber jederzeit wieder ändern.

Der beste Schachspieler Spaniens ist Francisco Vallejo. Der Mallorciner ist zeitweise im Schach etwas kürzer getreten, scheint jetzt aber wieder aktiver zu werden. Mit seiner Elozahl liegt er derzeit etwas unter 2700, wird aber sicher wieder aufsteigen, wenn er mehr spielt.

Georg Meier ist einer der besten deutschen Spieler. In den letzten Jahren hat der Trierer sich vor allem auf sein Studium konzentriert, dabei aber seine Schachkarriere nicht aus den Augen gelassen. Derzeit ist Georg Meier hinter Dieter-Liviu Nisipeanu, Jan Gustafsson und Daniel Fridman die Nummer vier in der deutschen Rangliste. Zusammen mit Vincent Keymer hält er hier die deutschen Farben hoch.

Neun der zehn Spieler kommen aus dem Kreis der von der Grenke AG gesponserten Mannschaften von Baden-Baden und Deizisau. Magnus Carlsen ist dort derzeit nicht aktiv, hat aber auch schon  für die OSG Baden-Baden gespielt und ist immer noch Vereinsmitglied.

Grenke Chess Open

Die Grenke Chess Classic sind seit dem letzten Jahr in das Grenke Open eingebettet. Das Open beginnt schon am kommenden Donnerstag (18. April) und wird in der Schwarzwaldhalle Karlsruhe gespielt. Dort beginnen auch die Grenke Chess Classic, wechseln aber nach fünf Runden und einem Ruhetag nach Baden-Baden. Das offene Turnier, mit mehreren Doppelrunden, bleibt in der Schwarzwaldhalle und endet schon am Ostermontag (22.4). Das Interesse, am Open teilzunehmen und dabei die besten Spieler der Welt auf der Bühne der Halle sehen zu können, ist gewaltig. Über 2000 Schachfreunde haben sich für eines der drei Open angemeldet. Im A-Open werden über 60 Großmeister mitspielen.

Trailer

 

Zeitplan Grenke Classic

1. Runde: 20. April 15 Uhr (Schwarzwaldhalle Karlsruhe)

2. Runde: 21. April 15 Uhr (Schwarzwaldhalle Karlsruhe)

3. Runde: 22. April 15 Uhr (Schwarzwaldhalle Karlsruhe)

4. Runde: 23. April 15 Uhr (Schwarzwaldhalle Karlsruhe)

5. Runde: 24. April 15 Uhr (Schwarzwaldhalle Karlsruhe)

Ruhetag: 25. April

6. Runde: 26. April 15 Uhr (Kulturhaus LA8 Baden-Baden)

7. Runde: 27. April 15 Uhr (Kulturhaus LA8 Baden-Baden)

8. Runde: 28. April 15 Uhr (Kulturhaus LA8 Baden-Baden)

9. Runde: 29. April 15 Uhr (Kulturhaus LA8 Baden-Baden)

 

Turnierseite Grenke Classic...

Turnierseite Grenke Open...

 




André Schulz, seit 1991 bei ChessBase, ist seit 1997 der Redakteur der deutschsprachigen ChessBase Schachnachrichten-Seite.
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RevTiberius RevTiberius 20.04.2019 12:05
@gerreg: in der Tat, diese Beispiele haben auch auf mich sehr unsouveraen gewirkt.
Ich selbst spiele z.B. auf Chess.com weil es deutlich billiger ist und die Lestungsdichte dort hoeher. Das hindert mich aber nicht daran, auch gelegentlich Chessbase Produkte zu kaufen
Mazel_tov Mazel_tov 18.04.2019 10:30
Das steht unter anderem im Video. Peter Leko und Jan Gustafson kommentieren.
gerreg gerreg 18.04.2019 09:58
Warum tritt Chessbase nicht selbstbewusst auf und akzeptiert hier Hinweise auf Übertragungen anderer Schach-Plattformen? Dass wiederholte Löschen von Beiträgen mit diesen Inhalten hier bei den Kommentaren unter diesem Grenke-Turnier-Beitrag hat für mich einen faden Beigeschmack. Das hat Chessbase doch überhaupt nicht nötig!

Ähnlich negativ wirkte auf mich die zurückgefahrene Berichterstattung zu TCEC als klar war, dass die Schachprogramme, die Chessbase zum Kauf anbietet, nicht vorne mitspielten. Diese Art von "Zensur" wirkt auf mich unprofessionell und unnötig. Chessbase ist eine tolle Plattform und muss keinerlei Konkurrenz fürchten! :-)
schachkauf schachkauf 17.04.2019 04:51
Es sind über 2000 Teilnehmer!
Holger Lorenz Holger Lorenz 17.04.2019 11:19
Mal wieder kein Wort davon, ob übertragen wird bzw. ob Live-Kommentare geplant sind. Ist es so schwierig, das zu kommunizieren?
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