Grünfeld-Indisch, Ragosin und Slawisch

von ChessBase
13.07.2022 – Das ChessBase Magazin präsentiert Ihnen auf vielfältige Weise mit Ideen für Ihr Repertoire. In jeder Ausgabe finden Sie mind. zehn Eröffnungsartikel mit Empfehlungen unserer Autoren, Analysen und kommentierten Partien. Zudem bietet Raienr Knaaks Fallensammlung Anregungen, mit der Sie Ihrem Repertoire ein paar feine Spitzen hinzufügen können. Und in jeder Ausgabe finden Sie drei Eröffnungsvideos, in denen unsere Autoren aktuelle Entwicklungen oder neue Ideen aufgreifen. Für das CBM #208 haben Dorian Rogozenco, Ivan Sokolov und Mihail Marin Eröffnungsvideos aufgenommen – Gesamtspielezeit: über eine Stunde. Ausschnitte aus allen drei Beiträgen können Sie sich hier ansehen!

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EM 2022: Der Sieger, Matthias Blübaum, kommentiert! „Special“ zur FIDE-WM 1997. Neue Video-Reihe von Jan Markos: “Praxistipps für Turnierspieler“. Eröffnungsvideos von Sokolov, Rogozenco und Marin. 10 Eröffnungsartikel mit Ideen für Ihr Repertoire u.v.m.

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Eröffnungsvideos in CBM #208: Grünfeld-Indisch, Ragosin und Slawisch

Dorian Rogozenco stellt ein Bauernopfer gegen Grünfeld-Indisch vor, das auch der neue Europameister, Matthias Blübaum, erfolgreich anwandte. Ivan Sokolov ist in der Ragosin-Variante auf die Neuerung 8...h5 gestoßen, die er in diesem und dem kommenden CBM ausführlich prüft. Und Mihail Marin erläutert, warum er in der Slawischen Verteidigung nach 5...Lf5 die Replik 6.Se5 nicht mehr fürchtet.

Dorian Rogozenco: Grünfeld-Indisch

1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Sf3 c5 8.Lb5+

Dem neuen Europameister, Matthias Blübaum, gelang in seiner Partie gegen Velimir Ivic mit einer relativ neuen Idee gegen die Grünfeld-Indische Verteidigung ein wichtiger Sieg auf dem Weg zum Titelgewinn. Diese Partie lieferte für unseren Autor den Anstoß, sich die Variante einmal genauer anzusehen. In seiner Videoanalyse geht Rogozenco zunächst auf einige grundlegende Konzepte beider Seiten und anschließend auf die konkreten Varianten – beginnend mit den drei schwarzen Antwortzügen 8…Ld7, 8…Sd7 und 8…Sc6 ein. Letzteres ist schon deshalb der Hauptzug, da Schwarz nur so überhaupt die Chance hat, den Druck auf den weißen Bauern auf d4 aufrecht zu erhalten. Nach 9.0-0 0-0 10.Lxc6 bxc6 ist 11.Dc2 eine neue Idee, die es Schwarz erheblich erschwert, Gegenspiel zu bekommen. Weiß opfert einen Bauern, doch dafür muss Schwarz seinen schwarzfeldrigen Läufer geben. Nach den Zügen 11…cxd4 12.cxd4 Lg4 13. Se5 Dxd4 14.Lb2 Db6 15.Tab1 Lxe5 16. Lxe5 kommt „die Hauptstellung dieser ganzen Variante“ aufs Brett. „Weiß hat immer gute Kompensation, und das weiße Spiel ist außer Gefahr. Nur Schwarz ist in Gefahr, und nur wenn er sehr gut vorbereitet ist, hat er Chancen, ein Remis zu erreichen.“

Grünfeld-Indisch (Ausschnitt aus CBM #208)

Gesamtspielzeit in CBM #208: 22:00

Ivan Sokolov: Damengambit Ragosin-Variante (Teil I)

1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.cxd5 exd5 5.Lg5 Lb4 6.e3 h6 7.Lh4 g5 8.Lg3 h5

Die Ragosin-Variante gehört zu den Klassikern im Damengambit. Und trotzdem sind auch hier noch überraschende Neuerungen möglich! So stieß Ivan Sokolov kürzlich in einer Partie von einem Open auf Menorca auf den Zug 8…h5. Der Vorstoß des h-Bauern ist für dieses Abspiel nicht ungewöhnlich, doch die normale Fortsetzung von Schwarz lautet hier 8… Se4 und erst dann wird ggf. der Randbauer in Bewegung gesetzt. Wo also liegen die Unterschiede? Zunächst einmal bietet 8…h5 den praktischen Vorteil, die Möglichkeiten von Weiß einzugrenzen – nach 8…Se4 stehen Weiß dagegen eine Reihe aussichtsreicher Alternativen zur Verfügung. Sokolov hat seine Analysen in zwei Teile aufgegliedert: In CBM #208 untersucht er die Fortsetzungen 9.f3, 9.Le5, Db3, Da4+ und 9.h3. In der kommenden Aussage wird er sich auf den Hauptzug 9.h4 konzentrieren.

Damgengambit Ragosin-Variante (Teil I) (Ausschnitt aus CBM #208)

Gesamtspielzeit in CBM #208: 24:11

Mihail Marin: Slawisch

1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 Sbd7 7.Sxc4 Sb6

Die klassische Slawische Verteidigung mit 5...Lf5 zeichnet sich durch hypermodernes Spiel aus, da Schwarz das Zentrum seinem Gegner überlässt, um es selbst mit seinen aktiven Figuren effektiv unter Druck zu setzen. Mihail Marin ist schon seit langer Zeit vom Charakter der Slawischen Verteidigung in den Bann gezogen, hat sie aber selbst bislang nie mit Schwarz gespielt. Ein wesentlicher Grund hierfür ist der Zug 6.Se5, der eine Einladung zu sehr langen forcierten Varianten darstellt – was nicht jedermanns Geschmack ist. Marin zeigt ausgehend von der Partie Aronian-Rapport vom Superbet-Turnier in Bukarest 2022, dass Schwarz das Spiel mittels 6…Sbd7 7.Sxc4 Sb6 8.Se5 a5 positionell halten und so lange theoretische Varianten vermeiden kann. Die Partie zeigt zudem ein paradoxes Manöver des weißfeldrigen Läufers, der seine Nützlichkeit auf verschiedenen Bereichen des Brettes nacheinander unter Beweis stellt.

Slawisch mit 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 Sbd7 7.Sxc4 Sb6 (Ausshnitt aus CBM #208

Gesamtspielzeit in CBM #208: 24:50

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Highlights

Die Startseite von ChessBase Magazin #208 bietet Ihnen direkten Zugriff auf die Empfehlungen der Redaktion: die Highlights der Ausgabe!

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Spitzenschach und Meisteranalysen

EM 2022: Matthias Blübaum feierte mit dem Gewinn der EM den bislang größten Erfolg seiner Karriere. Der neue Champion kommentiert zwei seiner Partien ebenso wie die Gewinner der Silber- und Bronzemedaille, Gabriel Sargissian und Ivan Saric. Dazu Analysen vieler weiterer Spieler, darunter Ruslan Ponomariov, Aryan Tari, Ivan Cheparinov, Rasmus Svane, Yuriy Kuzubov, Maxime Lagarde u. a.

Superbet Bucharest 2022: Maxime Vachier-Lagrave setzte sich im Tiebreak gegen Levon Aronian und Wesley So durch. Anish Giri kommentiert drei Highlights aus Bukarest, Dorian Rogozenco stellt zwei Partien des Siegers im Video vor.

Neue Videoreihe: „Praxistipps für den Turnierspieler“

Unser neuer Autor, Jan Markos, ist ein slowakischer Schachbuchautor, Trainer und Großmeister. In seinem ersten Beitrag geht es um das Thema Zeitmanagement. Zunächst arbeitet Markos im über 20-minütigen Video drei generelle und leicht umsetzbare Empfehlungen heraus. Am Anfang steht dabei eine fundamentale Frage: in welchen Stellungstypen sollten wir überhaupt Zeit investieren – und in welchen nicht?

Special: FIDE-WM 1997

CBM Autoren analysieren ihre Lieblingspartie von der ersten K.-o.-WM vor 25 Jahren. Eine exklusive Sammlung von 22 kommentierten Partien erwartet Sie!

All in one

Nach seiner Untersuchung des Londoner Systems gegen Königsindisch im CBM 207 verteidigt Tanmay Srinath in dieser Ausgabe seine Lieblingseröffnung mit Weiß gegen einen überaus kämpferischen Ansatz von Schwarz: 1.d4 Sf6 2.Lf4 c5, was sofort zu scharfem und zweischneidigem Spiel führt. Nach 3.d5 b5!? empfiehlt der Inder das unternehmungslustige Bauernopfer 4.e4!

Eröffnungsvideos

Dorian Rogozenco stellt ein Bauernopfer gegen Grünfeld-Indisch vor, das auch der neue Europameister erfolgreich anwandte. Ivan Sokolov ist in der Ragosin-Variante auf die Neuerung 8...h5 gestoßen, die er in diesem und dem kommenden CBM ausführlich prüft. Und Mihail Marin erläutert, warum er in der Slawischen Verteidigung nach 5...Lf5 die Replik 6.Se5 nicht mehr fürchtet.

Dorian Rogozenco: Grünfeld-Indisch
1.d4 Sf6 2.c4 g6 3.Sc3 d5 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 Lg7 7.Sf3 c5 8.Lb5+
Ivan Sokolov: DG Ragosin-Variante (Teil I)
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 Sf6 4.cxd5 exd5 5.Lg5 Lb4 6.e3 h6 7.Lh4 g5 8.Lg3 h5
Mihail Marin: Slawisch
1.d4 d5 2.c4 c6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 dxc4 5.a4 Lf5 6.Se5 Sbd7 7.Sxc4 Sb6 8.Se5 a5

Neue Ideen für Ihr Repertoire

CBM #208 deckt mit 10 Eröffnungsartikeln wie gewohnt ein breites Spektrum ab:

Sergei Grigoriants: Englisch 1.d4 e6 2.c4 b6 3.e4 Lb7 4.Ld3 f5
Petra Papp: Trompowsky 1.d4 Sf6 2.Lg5 c5 (Teil I)
Robert Ris: Sizilianisch Sweschnikow 11.c4 Sd4
Viktor Moskalenko: Franz. Vorstoßvariante 5...Sge7
Roven Vogel: Italienisch 3...Sf6 4.d3 Le7
Spyridon Kapnisis: Spanisch 5.d3 d6 6.c4
Alexey Kuzmin: Angenommenes DG 7.Te1
Lucian Miron: Schara-Hennig Gambit 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sc3 c5 4.cxd5 cxd4
Christian Braun: Katalanisch 7.Sa3
Krisztian Szabo: Nimzo-Indisch 4.Dc2 0-0 5.a3 Lxc3+ 6.Dxc3 d5 7.Lg5 c5

Aktuelle Eröffnungsfallen

„Der zweite Blick“, „Unausgesprochene Einladungen“ u.v.m. - Rainer Knaak nimmt acht Fallen aus der aktuellen Turnierpraxis unter die Lupe drei davon stellt er zudem im Videoformat vor.

Zug für Zug

Kirill Shevchenkos brillantes Debut für den SV Werder Bremen in der Bundesliga gegen Andrei Volokitin steht in Martins Breutigams interaktivem Beitrag auf dem Trainingsplan. Finden Sie die Züge des 19-jährigen Nachwuchsstars?

Move by Move

Testen Sie Ihr Schach Zug für Zug mit Robert Ris! Levon Aronians strategische Glanzpartie gegen Vincent Keymer vom FIDE Grand Prix steht auf dem Programm. Finden Sie die Züge des Supergroßmeisters?

„Knockout-Strategien bei der WM 1997“

Mihail Marin thematisiert anhand des Partiematerials fünf strategische Themen, vom „Spiel auf beiden Flügeln“ bis zum „Entwicklungsvorsprung“ Inkl. Videoeinleitung (Spielzeit: 22 Minuten)

Der Klassiker

Alexander Aljechin selbst bezeichnete seine Partie gegen Richard Réti in Baden-Baden 1925 als eine seiner brillantesten Partien überhaupt. Genießen Sie die Videopräsentation von Dorian Rogozenco!

Taktik: „Nutze Deine Grundreihe!“

Oliver Reehs Taktikbeitrag besteht aus 34 Partien mit vielen Trainingsfragen. Seine Lieblingskombinationen lösen Sie zusammen mit dem Internationalen Meister im interaktiven Videoformat!

Endspielfeinschliff – „Endspielhighlights von der FIDE-WM 1997“ u.v.m.

Karsten Müller liefert umfassendes Trainingsmaterial für höchste Ansprüche. Nicht nur zum WM-Turnier vor 25 Jahren, sondern auch zum Oslo Esports Cup 2022 liefert der Hamburger Endspielexperte reichlich Anschauungsmaterial und Analysen (inkl. Video).  

ChessBase Magazin #208

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