Göteborg: Stimmungsbericht aus dem deutschen Lager

02.08.2005 – Die Stimmung ist nicht schlecht im deutschen Lager. Die deutschen Männer haben sich durch drei Siege zum Auftakt (gegen Finnland, England und Schweden 1) der Mannschaftseuropameisterschaft an die Spitze der Tabelle gespielt und teilen den ersten Platz mit den Franzosen. Topscorer ist Alexander Graf, der am ungewohnten 3. Brett drei Punkte in Folge eingestrichen hat. Die deutschen Frauen begannen mit einem klaren 4:0 über die Schweiz, mussten dann gegen die starken Französinnen ein Unentschieden abgeben und bezogen in Runde 3 gegen die noch stärkeren Polinnen die erste Niederlage. Unsere Nationalspielerin Bettina Trabert nutze ihren heutigen spielfreien Tag für einen Stimmungsbericht aus dem deutschen Lager, wo man zwar artig sein, aber bissig Schach spielen will. Mehr...

ChessBase 14 Download ChessBase 14 Download

ChessBase 14 ist die persönliche Schach-Datenbank, die weltweit zum Standard geworden ist. Und zwar für alle, die Spaß am Schach haben und auch in Zukunft erfolgreich mitspielen wollen. Das gilt für den Weltmeister ebenso wie für den Vereinsspieler oder den Schachfreund von nebenan.

Mehr...

Hallo aus Göteborg!
Von Bettina Trabert

Gerade läuft die vierte Runde. Da ich heute spielfrei bin, komme ich dazu, ein paar Eindrücke von der EM zu schicken…

Bei den deutschen Männern läuft es bisher ziemlich optimal – 3 Mannschaftssiege (gewertet wird nicht wie bei der Olympiade nach Brettpunkten, sondern nach Mannschaftspunkten). Wie Teamchef Uwe Bönsch feststellte, ist es auch ein sicher noch nie da gewesenes Ereignis, dass die deutsche Mannschaft doppelt so viele Punkte hat, wie die Russen! Heute geht es gegen Frankreich, die gestern gegen Russland gewonnen haben. Noch einmal ohne den einen Tag später aus Biel angereisten Leonid Kritz – die übrige Mannschaft hat bisher einfach zu gut gespielt.


Brett 1: Bacrot – Lutz


Topscorer Alexander Graf mit 3/3!


Captain Bönsch kann zufrieden sein…

Bei den deutschen Frauen läuft es dagegen bisher nur mäßig. Dabei fing es mit einem 4:0 gegen die Schweiz sehr gut an. Das Unentschieden gegen eine gute französische Mannschaft war sicherlich auch OK. Aber nach der gestrigen Niederlage gegen Polen sind wir wieder auf 50% zurückgefallen. Heute geht es gegen Serbien und Montenegro.


Pähtz, Kachiani, Nill, Mietzner


Elisabeth ist jedenfalls guter Dinge (hier mit Teamcaptain Philipp Schlosser)


Und artig will sie auch sein...

Bei den Männern zeigte sich schon in den ersten Runden, dass wohl keine der Mannschaften einfach durchziehen wird. Die trotz fehlender Stars an 1 gesetzten Russen liegen derzeit nur bei 50%, und auch der letztjährige Olympiasieger Ukraine musste schon eine Niederlage gegen Holland hinnehmen.


Die russische Mannschaft konnte bisher nicht überzeugen

Hinter den Deutschland und Frankreich liegen mit jeweils einem Unentschieden Armenien, Aserbaidschan, Schweiz (mit dem unermüdlichen Viktor Kortschnoj an Brett 1), Rumänien, Israel und Holland, die sicherlich alle am Kampf um die Medaillen mitreden können.


Bild 8:
Rumänien (mit dem amtierenden Europameister Nisipeanu) gegen Aserbaidschan

Bei den Frauen sieht es schon eher danach aus, dass sich eine oder wenige Mannschaften nach oben absetzen können. Russland hat bisher alle Kämpfe sehr souverän gewonnen, heute geht es gegen Rumänien, ebenfalls mit reiner Weste.


Rumänien gegen Russland (Brett 1: Peptan- Kosteniuk)

Aber sicherlich werden Georgien und Polen, die bisher nur gegeneinander ein Unentschieden abgegeben haben, im Kampf um die ersten Plätze auch noch mitreden wollen…


Georgiens Spitzenbrett Maja Tschiburdanidse

Äußerst positiv sind aus meiner Sicht die Spielbedingungen zu bewerten. Die Spieler haben genügend Platz, aber auch die Zuschauer kommen auf ihre Kosten. Zumindest wenn man genügend Ausdauer hat, kann man durch das Umlaufen der Barrieren alle Bretter gut in den Blick bekommen. Der einzige Abstrich bezüglich der Rahmenbedingungen ist beim Essen zu machen, das tatsächlich etwas mehr Auswahl bieten könnte.

Alles – wohnen, essen, spielen – findet im gleichen Hotelkomplex statt, was natürlich angenehm ist. Und auch die anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten einiger Spieler in den langen und nicht immer übersichtlichen Gängen des Gebäudekomplexes sind inzwischen wohl überwunden…


Eine kleine Orientierungshilfe…

Somit gibt es eigentlich auch keine zwingende Notwendigkeit, das Hotel zu verlassen. Nach einem Spaziergang durch die Stadt war mein Eindruck: nett bis nichts sagend. Vielleicht lag es aber auch am trüben Wetter. Jedenfalls gibt es viel Wasser, viel Grün und viel Luft – also optimal, um vor der Partie noch einmal kurz Luft zu schnappen.



Aber nun wieder zum Schach. Mal sehen, ob „Captain Bönsch“ auf Erfolgskurs bleibt, und ob die Erläuterungen von „Captain Schlosser“ Erfolg zeigen…

Bald mehr aus Göteborg!  Bettina Trabert

 

 

 



Discussion and Feedback Join the public discussion or submit your feedback to the editors


Diskutieren

Regeln für Leserkommentare

 
 

Noch kein Benutzer? Registrieren