Gukesh D gewinnt in Hillerod - mit viel Glück

von Johannes Fischer
18.02.2020 – Dommaraju Gukesh, kurz Gukesh D., wurde am 15. Januar 2019 im Alter von 12 Jahren, 7 Monaten und 17 Tagen der zweitjüngste Großmeister aller Zeiten. Im Februar nahm er im dänischen Hillerod an einem kleinen Open teil, das er am Ende mit 8 aus 9 gewann. Aber nur mit viel Glück. Denn in Runde 7 wurde er von Jesper Schultz-Pedersen, einem 64-jährigen dänischen Amateur mit Elo 2058, überspielt und hätte verlieren müssen. | Foto: Lennart Ootes

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Gukesh mit Glück

Dieses Jahr feiert der Schachklub der dänischen Stadt Hillerod ein 110-jähriges Jubiläum und veranstaltete aus diesem Anlass ein offenes Turnier, an dem 25 Spieler teilnahmen, die meisten davon aus Dänemark. Nummer 1 der Setzliste war der chinesische GM Zeng Chongsheng, Nummer 2 der Setzliste Gukesh D.

Gukesh begann das Turnier mit 4 aus 4, danach folgte ein Remis gegen Zeng und ein weiterer Sieg gegen den dänischen IM Jacob Sylvan. Doch in Runde 7 stand der junge indische Großmeister gegen Jesper Schultz-Pedersen kurz vor einer Niederlage. Gukesh fand in der Eröffnung nicht das richtige Rezept und wurde von dem dänischen Amateur nach allen Regeln der Kunst überspielt. Doch im entscheidenden Moment hatte Schultz-Pedersen einen Blackout und ließ sich in Gewinnstellung einzügig Matt setzen.

 

Jesper Schultz-Pedersen wurde am Ende mit 5,5 aus 9 Siebter. | Foto: Xtracon Chess Open

Zeng Chongsheng hatte weniger Glück. Er traf in Runde 8 auf Jens Ostergaard, einen dänischen Spieler mit einer Elo-Zahl von 2229. Kurz nach Abschluss der Eröffnungsphase kam es zu einem taktischen Scharmützel, das zu einem Remis durch Dauerschach hätte führen sollen. Doch Zeng wollte mehr, überzog und verlor die Partie am Ende noch.

 

Diese Niederlage seines größten Konkurrenten verhalf Gukesh zum alleinigen Turniersieg. Er kam auf 8 Punkte aus 9 Partien, Zeng wurde mit 7,5 aus 9 Zweiter.

Partien

 

Turnierseite



Johannes Fischer, Jahrgang 1963, ist FIDE-Meister und hat in Frankfurt am Main Literaturwissenschaft studiert. Er lebt und arbeitet in Nürnberg als Übersetzer, Redakteur und Autor. Er schreibt regelmäßig für KARL und veröffentlicht auf seinem eigenen Blog Schöner Schein "Notizen über Film, Literatur und Schach".